Musik, Tanz, Schau­spiel, Kultur­wirtschaft

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Klänge aus anderen Zeiten

Sebastian Leonhard (21) studiert Alte Musik – und spielt Instrumente, die schon während der Barockzeit erklangen.

Sebastian Leonhard war schon immer fasziniert von historischer Musik. „Ich wollte lernen, wie man sie authentisch und auf den traditionellen Instrumenten spielt“, sagt er. Der 21-Jährige studiert im vierten Semester Alte Musik / Historische Instrumente an der Hochschule für Musik in Nürnberg und hat sich auf Barockgeige und Barockbratsche spezialisiert. Um den Studienplatz zu bekommen, musste er eine Aufnahmeprüfung bestehen. „Da musste ich Geige und Cembalo vorspielen“, berichtet er. „Auch eine Theorieprüfung gehörte dazu."

Das Studium dauert insgesamt acht Semester, in denen er Unterricht in Geige und Bratsche erhält. Dazu kommen Inhalte aus Bereichen wie Korrepetition, Kammermusik und Konzerte sowie Chor. In den letzten beiden Semestern kann er ein weiteres Pflichtfach wählen. „Da werde ich mich wohl für Barockgesang entscheiden“, sagt er. Zu den Theoriefächern, die auch geprüft werden, zählen Tonsatz, Gehörbildung, Instrumentenkunde, Musikgeschichte, Formenlehre sowie Hör- und Werkanalyse. „Es gibt auch Fächer ohne Prüfungen, die man zeitlich frei belegen kann, zum Beispiel Musikwissenschaften“, erzählt Sebastian Leonhard. Er selbst hat Berufskunde gewählt – und Alexandertechnik. Mit dieser Methode kann man Gewohnheiten ändern und dadurch körperliche Fehlhaltungen bekämpfen. Zum Studium gehört es natürlich auch, täglich auf den Instrumenten zu üben.

Sebastian Leonhard bezieht BAföG und wird von seiner Familie finanziell unterstützt. „Nach dem Studium möchte ich eine Stelle in einem Barockorchester finden oder vielleicht auch ein eigenes Barockorchester gründen“, sagt er. „Auch Musik zu unterrichten und im Chor zu singen würde mir gefallen.“ <<

Interessen:

traditionelle Instrumente, historischer Tanz, (Musik-) Geschichte der Barockzeit

siehe auch Arbeitswelt:

Musik

BERUFENET:

Alte Musik

Für Studio und Bühne

Im Studium Media and Acoustical Engineering taucht Luisa Wäschenbach (22) tief in Bild-, Video-, Ton- und Schnitttechnik ein.

Die Fächerkombination im Bachelor-Studiengang „Media and Acoustical Engineering“ fand Luisa Wäschenbach einfach spannend. „Mir gefiel die Mischung aus Mathematik, Gestaltung und Technik“, erzählt die 22-Jährige. Als sie an der Hochschule Mittweida anfing, war der Studiengang noch nicht zulassungsbeschränkt. „Inzwischen gibt es ein Auswahlverfahren, in das die Abiturnote, die Wartezeit, Praktika und eine Eigenpräsentation einfließen."

Insgesamt besteht der Studiengang aus sieben Semestern, wobei das sechste ein Praxissemester ist. In den ersten drei Semestern wird Basiswissen in Elektrotechnik, Ingenieurmathematik, Informatik, Physik, Gestaltung, Fotografie, Akustik, Video-und Audiotechnik sowie Projektmanagement vermittelt. „Ab dem vierten Semester entscheidet man sich für eine Spezialisierung: Audio, Video oder Akustik“, erläutert Luisa Wäschenbach. Sie selbst wählte Video und die damit verbundenen Fächer wie Postproduktion, S3D-Stereoskopie sowie Veranstaltungstechnik. Auch ist sie an einigen Crossmedia- und Eventprojekten beteiligt.

„Der Praxisanteil ist mit dem vierten Semester stark gestiegen“, berichtet sie. „Wir arbeiten jetzt viel mehr im Fernsehstudio, in der Regie oder an Schnittplätzen für die Postproduktion.“ Die Studierenden bereiten Veranstaltungen wie Musik- und Talkshows oder das jährliche Campusfestival vor und führen sie mit Unterstützung der Dozenten durch. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet Luisa Wäschenbach nebenbei als Mathematik-Tutorin an der Hochschule.

Nach dem Abschluss könnte sie etwa als Ton- oder Bildtechnikerin bei einem Fernsehsender anfangen. „Ich würde aber lieber erst mal zu einem kleineren Betrieb gehen, der Imagefilme oder Ähnliches produziert.“ <<

Interessen:

Natur­wissen­schaften, Gestaltung

siehe auch Arbeitswelt:

Musik
Bühne und Film

BERUFENET:

Medien-, Multimedia­technik

Welt des Klangs

In seinem Studium der Musikpädagogik wird Nico Theodossiadis (24) auf das Unterrichten an verschiedenen Einrichtungen vorbereitet.

Nico Theodossiadis hat sich für Musikpädagogik an der Universität Würzburg entschieden. Ihm gefiel, dass der Bachelorstudiengang nicht nur auf die Musikvermittlung im Rahmen von schulischen Institutionen ausgerichtet ist, sondern auch auf andere berufliche Möglichkeiten vorbereitet, etwa im Musikjournalismus oder in der Musikgeragogik – eine Fachdisziplin, die sich mit der musikalischen Bildung im Alter beschäftigt. Um einen Platz zu bekommen, galt es zunächst in der Eignungsprüfung zu überzeugen. „Dabei wurden künstlerische und theoretische Kenntnisse der Musik abgefragt, genauso aber auch die pädagogischen Fähigkeiten im Rahmen einer Gruppenprüfung“, erinnert er sich.

Der Pflichtbereich des Studiums umfasst Vorlesungen und Seminare zur Geschichte der musikalischen Bildung sowie zu Musikpsychologie und -soziologie. Hinzu kommen Musiktheorie und studienbegleitender Instrumental- beziehungsweise Vokalunterricht. Im Wahlpflichtbereich hat der Student seinen Schwerpunkt auf angewandte Musikpädagogik gelegt. Auch Auslandserfahrungen und Praktika sind möglich. Eine Semesterexkursion führte ihn zusammen mit Kommilitonen und dem Kammerchor der Universität Würzburg für fünf Tage nach Ljubljana in Slowenien.

Sein Studium finanziert er mit privatem Saxophon- und Musiktheorieunterricht sowie elterlicher Unterstützung. Das sechste und damit letzte Semester hat Nico Theodossiadis nun erreicht. Seine Pläne für die Zukunft sind vielgestaltig. „Ich erhoffe mir, nicht zuletzt durch meine zahlreichen Praktika, einen Job an einer Musikschule sowie an einer Regelschule ausüben zu können und in der Musikvermittlung zu arbeiten. Außerdem möchte ich auch künstlerisch tätig sein.“ <<

Interessen:

anderen Menschen Musik näher­bringen

siehe auch Arbeitswelt:

Musik
Museum und Kulturvermittlung, Kulturmanagement

BERUFENET:

Musik­pädagogik

Perfekter Rollenwechsel

Anna Gesa-Raija Lappe (25) lernt professionell, in andere Rollen zu schlüpfen. Auch erste Auftritte gehören zu ihrem Schauspielstudium.

Der Wunsch, Schauspielerin zu werden, wurde für Anna Gesa-Raija Lappe in der Theater AG auf dem Gymnasium konkret. Um jedoch einen Studienplatz zu bekommen, musste sie einige Hürden nehmen. Die Hochschulen laden die Bewerber und Bewerberinnen ein und wählen in mehreren Runden den neuen Jahrgang aus. „Zu zeigen waren zwei bis drei Monologe aus unterschiedlichen Epochen, an denen wir zum Teil während der Prüfung auch gearbeitet haben“, berichtet sie. „Wenn man es bis zur Endrunde geschafft hat, folgen häufig noch weitere musikalische und spielerische Tests.“ Sie setzte sich durch und wurde schließlich an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in den Bachelorstudiengang Schauspiel aufgenommen.

Praxis wie Bewegungsunterricht, Sprechunterricht, Gesangsunterricht und Szenische Arbeiten prägen dort den Großteil des Studienalltags. „Zeitweise arbeiten wir auch mit den Studiengängen Regie und Dramaturgie zusammen sowie mit der benachbarten Filmakademie Baden-Württemberg und der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Stuttgart“, sagt Anna Gesa-Raija Lappe, die inzwischen im sechsten und damit vorletzten Bachelorsemester ist.

„Außerdem haben wir weitere Module wie Performancekunst, Körperarbeit, Meisner-Technik oder Clowns-Workshop – und Theorieunterricht.“ Da ihre Tage um neun Uhr morgens beginnen und spät enden, die Wochenenden zudem oft auf der Probebühne oder mit dem Lernen von Texten verbracht werden, bleibt wenig Zeit für einen Nebenjob.

Anna Gesa-Raija Lappe blickt offen für vielfältige Herausforderungen in ihre Zukunft. „Ich werde im Frühjahr ein Stück am Staatstheater spielen und danach entscheiden, ob ich lieber als freie Schauspielerin oder in einem Ensemble arbeiten möchte.“ <<

Interessen:

Freude an Bewegung und Sprache, ein Publikum begeistern

siehe auch Arbeitswelt:

Bühne und Film

BERUFENET:

Schau­spiel

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/musik-tanz-schauspiel-kulturwirtschaft-studium