Metall, Maschinen­bau

Master, Weiterbildung

Bibliothek

Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Brücken bauen

In ihrem Masterstudium Konstruktiver Ingenieurbau erweitert die Bauingenieurin Kübra Yesil (24) ihr Wissen aus dem Bachelor.

Baustatik, Stahlbetonbau, Brückenbau – wegen Tätigkeitsfeldern wie diesen hat Kübra Yesil (24) sich entschieden, Bauingenieurin zu werden. Auf ihrem Weg dorthin ist sie schon bis zum zweiten Semester im Masterstudium Konstruktiver Ingenieurbau vorgerückt. Den Master macht sie an der Hochschule für Technik in Stuttgart in Vollzeit – und plant dafür eineinhalb Jahre ein.

Mit 23 Jahren hatte Kübra Yesil bereits ihren Bachelor im selben Fach in der Tasche. Doch da fühlte sie sich noch nicht bereit fürs Berufsleben. „Ich wollte noch mehr Erfahrungen sammeln“, erinnert sie sich. Damals arbeitete sie als Werkstudentin – und ihr Chef riet ihr dazu, noch den Master anzuschließen. Die junge Frau verspricht sich davon bessere Chancen bei der Jobsuche. Sie möchte eine Zeit lang im Ausland arbeiten und später zusammen mit einem Partner ein eigenes Ingenieurbüro eröffnen.

Kübra Yesil findet, dass sie an der Hochschule sehr gut auf das Arbeitsleben vorbereitet wird. „Wir haben zwar einen festen Stundenplan und nicht so viel Wahlfreiheit wie an der Uni, dafür haben wir einen sehr intensiven Kontakt zu den Professoren“, erzählt sie. Die Studenten lernen in Gruppen von etwa 50 Leuten und beschäftigen sich beispielsweise mit Fächern wie Strukturmechanik oder Stahlverbundbau. Ein Teil der Dozenten stammt aus der betrieblichen Praxis.

An zwei Tagen pro Woche arbeitet Kübra Yesil bei einem großen Energieunternehmen in Stuttgart als Werkstudentin. Mit dem Geld, das sie verdient, kann sie einen Teil ihres Masterstudiums finanzieren. Zusätzlich hat sie im Rahmen eines Förderprogramms, das ihre Hochschule gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen anbietet, ein Stipendium bekommen. So baut sie bereits während des Studiums erste Brücken ins Berufsleben. <<

Motivation:

mehr Erfahrungen sammeln, Wissen vertiefen, Karriere­chancen verbessern

siehe auch Arbeitswelt:

Metallerzeugung und Metallbau

BERUFENET:

Bau­ingenieur­wesen

Maschinenbau bis Meerestechnik

Maschinenbauingenieur Johannes Gronefeld (29) bildet sich im Masterstudium Schiffs- und Meerestechnik weiter.

Johannes Gronefeld hat zunächst den Bachelor in Maschinenbau an der FH Aachen absolviert. „Danach habe ich gut zwei Jahre als Entwicklungsingenieur bei einem Ingenieurbüro gearbeitet, wollte dann aber weiterstudieren, und zwar in einem Bereich, der mich sehr interessiert“, erzählt der 29-Jährige. Nun ist er im zweiten Semester des Vollzeit-Masterstudiengangs Schiffs- und Meerestechnik an der Universität Rostock. Neben Schiffen schließt das viersemestrige Studium auch meerestechnische Konstruktionen wie schwimmende oder gegründete Offshore-Anlagen mit ein. Johannes Gronefeld begeistern davon vor allem solche für maritime Erneuerbare Energien.

Auf dem Studienplan stehen zum Beispiel Fächer wie Entwerfen von Schiffen und Offshore-Systemen, Berechnung maritimer Strukturen, Steuerbarkeit und Schwingungen, Leckstabilität und Kentersicherheit, Propellertheorie oder rechnergestützte Entwicklungsmethoden. In ihrer Studienarbeit im dritten Semester bearbeiten die Masterstudierenden schriftlich eine eigenständige wissenschaftliche Aufgabenstellung, die sie anschließend mündlich präsentieren. „Das ist quasi die Vorbereitung auf die Masterarbeit im vierten Semester“, erklärt Johannes Gronefeld. Die Prüfungen am Ende jedes Semesters erfolgen meist mündlich.

Regelmäßig haben die Studierenden die Möglichkeit, in Exkursionen zu Forschungseinrichtungen oder Unternehmen potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen. Was seine berufliche Zukunft nach dem Master betrifft, ist Johannes Gronefeld noch offen: „Mein Traumberuf wäre die Arbeit bei einer maritimen Bergungsgesellschaft. Hauptsache, mein Job stellt mich immer wieder vor neue Herausforderungen.“ Sein Studium finanziert der Masterstudent über Erspartes und mit einem Nebenjob am Lehrstuhl. <<

Motivation:

fachliches Interesse

siehe auch Arbeitswelt:

Maschinen- und Anlagenbau

BERUFENET:

Schiff­bau, Meeres­technik

Die richtige Naht

Keine Angst vor Funkenflug: Ursula Pellkofer (31) hat sich innerhalb von drei Monaten zur Schweißfachingenieurin weitergebildet.

Die Maschinenbauingenieurin Ursula Pellkofer arbeitet im Bereich Qualitätssicherung bei einem Industriekonzern im fränkischen Erlangen. Bei ihrer Tätigkeit benötigt sie vor allem Kenntnisse aus der Schweißtechnik – weshalb ihr Arbeitgeber diese Weiterbildung voraussetzte. „Für die Dauer von drei Monaten habe ich an der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Berlin-Brandenburg einen Lehrgang belegt und erfolgreich abgeschlossen“, erzählt die 31-Jährige. Die Weiterbildung fand in Vollzeit von Montag bis Freitag statt, je acht Stunden täglich. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium „Neben dem Vollzeitunterricht musste ich zudem viel Zeit für die Vor- und Nachbereitung des Stoffs einplanen“, erinnert sich die Ingenieurin.

Bereits nach zwei Wochen stand die erste Zwischenprüfung an, in der Berechnung und Konstruktion, Werkstoffkunde und Schweißverfahren abgefragt wurden. In einem sich anschließenden zweiwöchigen Teil wurde die Theorie anhand verschiedenster Schweißverfahren in die Praxis umgesetzt. „Hier hatte ich Gelegenheit, alle erlernten Techniken auszuprobieren. Angst vor Strom, Funkenflug und heißen Metallteilen sollte man nicht haben“, sagt Pellkofer. Anschließend kam noch das Themengebiet Qualitätssicherung hinzu. Auch Exkursionen in schweißtechnische Fertigungsstätten aus Industrie und Bauwesen waren Teil der Weiterbildung. Die Abschlussprüfung bestand aus einem schriftlichen und mündlichen Teil.

Nun kann Ursula Pellkofer als Schweißfachingenieurin unter anderem Schweißarbeiten berechnen, überwachen und prüfen. Die Kosten in Höhe von rund 7.300 Euro trug sie mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers. <<

Motivation:

Tätigkeits­bereiche erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Metallerzeugung und Metallbau

BERUFENET:

Schweiß­fach­ingenieur/in

Von Maschinen und Menschen

Katrin Seiler (29) schreibt ihre Doktorarbeit im Fach Maschinenbau. Neben der Vertiefung ihres Fachwissens erwirbt sie dabei auch soziale Kompetenzen.

Ob Inlineskates oder Autoräder: Katrin Seiler interessiert sich für Dinge, die sich drehen – und zwar so schnell, dass gewaltige Fliehkräfte entstehen. Die Maschinenbauingenieurin schreibt ihre Doktorarbeit im Themenbereich Kugellager.

Nach ihrem Studium entschied sie, weitere fünf Jahre an der Uni zu bleiben und zu promovieren. „Das wissenschaftliche Arbeiten ist sehr spannend, weil ich immer wieder mit Dingen in Berührung komme, die noch neu sind“, begründet Katrin Seiler diesen Schritt. Sie ist am Lehrstuhl für Konstruktionstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Vollzeit angestellt und kann so ihren Lebensunterhalt finanzieren.

Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin bringt sie den Studierenden in Tafel- und Konstruktionsübungen Inhalte aus dem Maschinenbau näher. Sie genießt auch diesen Aspekt ihrer Promotion: „Es macht mir Spaß, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten.“ Als Doktorandin hält Katrin Seiler außerdem Vorträge bei wissenschaftlichen Tagungen – für sie eine gute Gelegenheit, ihre Redegewandtheit zu schulen.

Die übrige Zeit investiert sie in ihre Forschung. Das entsprechende Projekt ist eine Kooperation zwischen einem Industrieunternehmen und der Universität: Die Uni unterstützt das Unternehmen bei der Forschung, das Unternehmen unterstützt die Forschung finanziell.

Für Katrin Seiler ergeben sich mit der Promotion verschiedene Möglichkeiten für die berufliche Zukunft. Entweder sie übernimmt später eine leitende Funktion in einem Unternehmen, oder sie bleibt an der Uni, forscht weiter und lehrt – mit dem Fernziel, eines Tages eine der begehrten Professorenstellen zu erlangen. <<

Motivation:

Neues erforschen, Umgang mit Menschen schulen, Weg in eine Führungs­position oder eine Professur eröffnen

siehe auch Arbeitswelt:

Maschinen- und Anlagenbau

BERUFENET:

Ingenieur/in – Maschinen­bau

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Automatisierungstechnik

  • Bauingenieurwesen

  • Erneuerbare Energien

  • Fahrzeugtechnik

  • Konstruktionstechnik

  • Luft- und Raumfahrttechnik

  • Maschinenbau

  • Materialwissenschaft

  • Mechanik

  • Mechatronik

  • Metallurgie, Hüttenwesen

  • Produktionstechnik

  • Robotik, Autonome Systeme

  • Schiffbau, Meerestechnik

  • Technischer Vertrieb

  • Verfahrenstechnik

  • Wirtschaftsingenieurwesen

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeitssicherheit

  • Automatisierungs-, Fertigungs- und Produktionstechnik

  • Bau- und Umweltrecht

  • Patentrecht

  • Projektmanagement

  • Qualitätsmanagement

http://berufsfeld-info.de/abi/metall-maschinenbau-weiterbildung