Metall, Maschinen­bau

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Die Zukunft der Energiegewinnung

Im Studiengang Offshore-Anlagentechnik lernt Julian Pforth (24) die Konstruktion und Entwicklung von maritimen Anlagen.

Zunächst absolvierte Julian Pforth eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker, entschied sich nach kurzer Berufserfahrung aber zu einem Studium. „Neben Maschinenbau faszinieren mich vor allem Erneuerbare Energien. Nachdem ich mir mögliche Studiengänge angeschaut hatte, habe ich mich für Offshore-Anlagentechnik an der FH Kiel entschieden“, so der 24-Jährige. Alternativen wären für ihn Studiengänge wie Regenerative Energien in Flensburg oder Hannover gewesen.

Für das Studium in Kiel besteht kein Numerus clausus. Allerdings müssen Bewerber ein Vorpraktikum von insgesamt zwölf Wochen absolvieren, sechs vor Studienbeginn und die restlichen Wochen bis zum Ende des dritten Semesters. „Durch meine Berufsausbildung hatte ich diese Voraussetzungen bereits erfüllt“, erzählt Julian Pforth, der zurzeit im vierten Semester ist und sich über einen Nebenjob an der Hochschule finanziert. Das insgesamt sechssemestrige Bachelorstudium beginnt mit einem Grundstudium, das dem klassischen Maschinenbau ähnelt. „Es gibt aber auch schon Fächer wie Offshore-Windenergietechnik und Belastungen von Offshore-Bauwerken“, so der Student. Durch Wahlfächer wie Gründungsstrukturen, Wartungs- und Serviceschiffe, CAD und Konstruktion lässt sich das Studium ab dem dritten Semester an die persönlichen Interessen anpassen.

„Das sechste Semester ist ein Praxissemester, in dem ein Projekt in einem Unternehmen umgesetzt wird, das man selbst ausgesucht hat. Viele Studierende verbinden das mit dem Schreiben der Bachelor-Thesis.“ Wie es für ihn selbst im Anschluss weitergehen wird, weiß Julian Pforth bereits: „Nach dem Bachelor will ich einen Master im Bereich Maschinenbau machen.“ <<

Interessen:

Technik, ingenieur­wissen­schaftliches Denken, Energie­wende

siehe auch Arbeitswelt:

Maschinen- und Anlagenbau

BERUFENET:

Erneuerbare Energien

Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik

An Mechatronik gefällt Simone Klughammer (20), dass der Studiengang eine Vielzahl an beruflichen Möglichkeiten eröffnet.

Das Bachelorstudium Mechatronik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Augsburg ist ein interdisziplinäres Studienfach, das den Fakultäten für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik sowie Informatik zugeordnet ist. Es gliedert sich in sieben Semester, Simone Klughammer ist gerade im vierten. „Alternative Studiengänge für mich wären Wirtschaftsingenieurwesen oder Fahrzeugtechnik gewesen, allerdings war Mechatronik wegen der vielen beruflichen Möglichkeiten mein Favorit“, so die 20-Jährige. Einige ihrer Kommilitonen haben vor dem Studium bereits eine Berufsausbildung im technischen Bereich absolviert.

Die ersten beiden Semester sind als Grundstudium konzipiert, in dem die Studierenden Fächer wie Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Informatik, Mechanik und Digitaltechnik belegen. Das dritte bis siebte Semester gilt als Vertiefungsphase, in der Fachkenntnisse aus Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau vermittelt werden. „Ab dem dritten Semester hat man die Möglichkeit, Fächer auch frei zu wählen“, erklärt Simone Klughammer. Neben Kursen zu Messtechnik, Maschinenelementen, Antriebs- und Schaltungstechnik werden auch Laborpraktika zu Digital- oder Elektrotechnik angeboten. „Das fünfte Semester ist ein Praxissemester, in dem man 20 Wochen in einem geeigneten Unternehmen arbeitet und auch einen Praktikumsbericht schreibt“, so die angehende Ingenieurin, die ihr Praxissemester bei einem Automobilzulieferer absolvieren wird. Simone Klughammer finanziert ihren Lebensunterhalt mit Unterstützung ihrer Eltern. Nach dem Bachelor möchte sie noch einen Master anschließen und dann am liebsten in der Automobilbranche im Bereich Fahrerassistenzsysteme arbeiten. <<

Interessen:

Mathematik, Technik

siehe auch Arbeitswelt:

Maschinen- und Anlagenbau

BERUFENET:

Mecha­tronik

Materialstrukturen erforschen

Mihail Strugulea (22) beschäftigt sich im Studium mit den Eigenschaften von Materialien und Werkstoffen.

In den ersten drei Semestern des Bachelorstudiengangs Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg widmen sich die Studierenden Grundlagenfächern wie Mathe, Chemie und Physik. „Hinzu kommen Veranstaltungen zu allgemeiner Werkstoffkunde und zu Strukturen organischer, anorganischer und metallischer Materialien sowie zu mechanischen Eigenschaften. Und es finden Praktika mit Laborversuchen statt“, erklärt Mihail Strugulea, Student im vierten Semester. Durch einen Schnuppertag an der Uni wurde er auf die Materialwissenschaft aufmerksam und schrieb sich gleich ein. Neben einem zwölfwöchigen Industriepraktikum, das bereits vor oder während des Studiums absolviert werden muss, bestehen für den sechssemestrigen Studiengang keine Zulassungsbeschränkungen.

Ab dem vierten Semester stehen Fächer wie Charakterisierung verschiedener Materialien, Kristallografie und Thermodynamik auf dem Lehrplan. „Im fünften Semester bekommt man Einblicke in die neun Lehrstühle: Allgemeine Werkstoffeigenschaften, Werkstoffe der Metalle, Glas und Keramik, Korrosion und Oberflächen, Polymere, Materialien der Elektronik und Energietechnologie, Biomaterialien, Werkstoffsimulationen, Mikro- und Nanostrukturforschung“, erläutert Mihail Strugulea.

Der 22-Jährige finanziert sich über BAföG und durch einen Hiwi-Job an der Uni. Nach seinem Abschluss möchte er noch einen Master machen und auch für ein Praktikum ins Ausland gehen. Unterstützt wird er dabei durch die International Association for the Exchange of Students for Technical Experience (IAESTE), einer Einrichtung, die Praktikumsplätze an Studierende vermittelt. <<

Interessen:

Physik, Werk­stoffe

siehe auch Arbeitswelt:

Metallerzeugung und Metallbau

BERUFENET:

Werk­stoff­wissen­schaft, -technik

Verpackung als Ingenieurskunst

Durch den Studiengang Verpackungstechnik erweitert Stefanie Kerl (26) ihre Berufspraxis um akademisches Fachwissen.

Nach dem Abi zog es Stefanie Kerl zunächst in die Berufspraxis. „Ich habe in der Wellpappenbranche die Ausbildung zur Packmitteltechnologin absolviert und im Anschluss daran ein Jahr dort gearbeitet. Aber ich wollte mich noch weiterqualifizieren“, erklärt die 26-Jährige, die sich schließlich bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München für den Bachelor Papier- und Verpackungstechnik einschrieb. Je nach Studienjahr und Bewerberzahl besteht ein Numerus clausus.

In den ersten beiden Semestern widmen sich die Studierenden Grundlagenfächern aus den Naturwissenschaften, also Mathematik, Physik und Chemie, sowie aus dem Bereich Technik, etwa Mechanik und Konstruktion, Elektrotechnik, Stoff- und Energietransport. Ab dem dritten Semester teilt sich das insgesamt siebensemestrige Studium in die Studienrichtungen Papiertechnik oder Verpackungstechnik. „Da ich aus der Verpackungsindustrie kam, war die Entscheidung für mich klar“, sagt die Studentin im sechsten Semester, die sich über einen Studienkredit finanziert. „In meiner Studienrichtung geht es unter anderem um Wellpappe, Faltschachteln, Kunst- und Klebstoffe, Lacke, Beschichtung, Verpackungstechnik und -gestaltung.“

In einem verpflichtenden Praxissemester wird Erfahrung in der Wirtschaft gesammelt. „Außerdem bietet die Hochschule in Kooperation mit einem Papierfachverband die Möglichkeit, schon im Studium ein Netzwerk zur Branche aufzubauen.“ Mit Wahlpflichtmodulen wie Qualitätsmanagement, Drucktechnik oder BWL hat Stefanie Kerl weitere Studienschwerpunkte gesetzt. Nach ihrem Bachelor strebt sie einen weiterführenden Master im Bereich Verpackung und Druck an. „Danach sehe ich meine berufliche Zukunft im Bereich Wellpappendruck.“ <<

Interessen:

Maschinelle Herstellungs­prozesse, Chemie und Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Maschinen- und Anlagenbau

BERUFENET:

Verpackungs­technik

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/metall-maschinenbau-studium