Metall, Maschinen­bau

Turbinenschaufeln.

Nach einem Studium im Bereich Maschinenbau oder Metall eröffnen sich viele berufliche Möglichkeiten – von der Konstruktion und Wartung von Industriemaschinen über die Produktionssteuerung in Gießereien oder Stahlwerken bis hin zur Entwicklung neuer Werkstoffe.

Der Maschinen- und Anlagenbau ist seit jeher das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die Herstellung und Verarbeitung von Metallen gilt ebenfalls als wichtige Schlüsselindustrie. Schließlich ist Metall das Ausgangsmaterial für unzählige Produkte – für Fahrzeugkarosserien etwa, aber auch für Maschinenteile, Windkraftanlagen oder Eisenbahnbrücken.

In den Berufen rund um Maschinen- und Anlagenbau geht es darum, Maschinen und Produktionsanlagen zu entwickeln, zu konstruieren und deren Herstellung zu überwachen. Oft handelt es sich hierbei um Spezialanfertigungen im Auftrag der Kunden aus der Industrie. Es kann auch deine Aufgabe sein, die Wartung und Reparatur der Produktionsanlagen zu koordinieren oder Mitarbeiter/innen in der Bedienung der Maschinen zu schulen.

Die Arbeitswelt „Metallerzeugung und Metallbau“ enthält ebenfalls eine große Bandbreite an Tätigkeitsbereichen. Als Ingenieur/in kannst du zum Beispiel die Arbeitsabläufe in einer Gießerei planen, in einem Stahlwerk für den störungsfreien Betrieb der Hochöfen sorgen, auf einer Werft Schiffe konstruieren oder auf dem Bau die Statik von Stahlträgern berechnen.

So zahlreich die Tätigkeitsbereiche in Maschinenbau und Metallverarbeitung sind, so unterschiedlich gestaltet sich oftmals auch der konkrete Arbeitsalltag. In manchen Berufen bist du vor allem am Rechner tätig, in anderen – zum Beispiel als Schweißfachingenieur/in – kontrollierst du auch die Arbeiten vor Ort. Als Produktionsingenieur/in planst du mithilfe spezieller Software jeden einzelnen Fertigungsschritt und berechnest den Bedarf an Personal und Maschinen. Im Bereich Konstruktion entwirfst du Anlagen oder Einzelbauteile mithilfe sogenannter CAD-Programme, also spezieller Konstruktionssoftware. Ein weiteres Gebiet ist die Forschung und Entwicklung. Sowohl in Unternehmen als auch an Hochschulen und Instituten wird erforscht, wie man Produkte, Werkstoffe und Herstellungsverfahren verbessern kann. Wieder andere Ingenieure und Ingenieurinnen orientieren sich später in Richtung Management und kümmern sich dann beispielsweise um den Vertrieb oder das Marketing.

Ein Faible für Mathematik und Technik sollte man auf jeden Fall mitbringen, wenn man sich für einen Ingenieurberuf im Bereich Maschinenbau, Stahlbau, Mechatronik, Werkstofftechnik oder Metallverarbeitung entscheidet. Bei potenziellen Arbeitgebern sind über das Fachwissen aus dem jeweiligen Studium hinaus auch sogenannte Soft Skills gefragt. Erwünscht sind neben Planungs- und Organisationsfähigkeit vor allem Kundenorientierung und Kommunikationsstärke –egal ob es darum geht, die Entwürfe mit den Auftraggebern abzustimmen oder die Mitarbeiter/innen anzuleiten und zu motivieren. Auch Flexibilität und Mobilität werden von Hochschulabsolventen und -absolventinnen erwartet – so sollte man bei international agierenden Unternehmen zu längeren Geschäftsreisen bereit sein. Ein absolutes Muss ist auch Lernbereitschaft: Ingenieure und Ingenieurinnen sollten sich über neue Technologien und Verfahren auf dem Laufenden halten.

In den Arbeitswelten rund um Metall und Maschinenbau bieten sich interessante berufliche Perspektiven. Die meisten Arbeitsstellen finden sich im Maschinen- und Anlagenbau, der sich in etliche verschiedene Teilbereiche und Fachgebiete aufgliedert. Ebenso bieten metallerzeugende und metallbearbeitende Unternehmen viele Chancen. Damit ist die Liste jedoch keinesfalls vollständig. Denn die Ingenieure dieser Arbeitswelten können überall dort arbeiten, wo Maschinen eingesetzt werden und Metall verarbeitet wird – also praktisch in allen Industriezweigen, vom Fahrzeugbau bis hin zur Erneuerbare-Energien-Branche. Weitere Chancen bieten sich an Hochschulen oder bei Ingenieurdienstleistern. Wer gern sein eigener Chef ist, hat zum Beispiel die Möglichkeit, ein Ingenieurbüro zu gründen.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, berichtet: „Ingenieure finden einen guten Arbeitsmarkt vor. In manchen Regionen zeigt sich sogar ein punktueller Fachkräfteengpass. Die Arbeitslosigkeit von Ingenieuren fällt sehr gering aus."

Je nach Einsatzgebiet, Branche und Unternehmen ist der Berufseinstieg im Bereich Metall und Maschinenbau in der Regel bereits mit einem Bachelorabschluss üblich. Ein Masterstudium – ob direkt an den Bachelor angeschlossen oder später neben dem Beruf absolviert – hilft dabei, Kenntnisse zu vertiefen, Spezialwissen zu erwerben oder sich fachlich in eine neue Richtung zu entwickeln. So kann ein zusätzlicher Abschluss aus dem Bereich Wirtschaft und Management Ingenieuren und Ingenieurinnen den Aufstieg in eine Führungsposition erleichtern. Für eine Karriere in der Forschung und Lehre an Hochschulen und Instituten sind ein Masterabschluss und eine anschließende Promotion sogar die Grundvoraussetzung.

Ganz allgemein ist es für die Akademiker/innen dieser Arbeitswelten sehr wichtig, sich auch nach dem Studienabschluss weiterzuentwickeln – sei es, um sich an technische Innovationen anzupassen oder um sich für neue Aufgaben im Unternehmen fit zu machen. Ob Projektmanagement, Patentingenieurwesen oder Qualitätsmanagement – die Bereiche, in denen man sich weiterbilden kann, sind breit gefächert.

Um sich ein genaueres Bild darüber zu machen, in welchem Bereich man später einmal arbeiten möchte, ist es wichtig, sich bereits während des Studiums mit den Herausforderungen des beruflichen Alltags auseinanderzusetzen. Ein besonders intensiver Praxisbezug bietet sich im Rahmen sogenannter dualer Studiengänge, die eine berufliche mit einer akademischen Ausbildung kombinieren. Aber auch ein reines Hochschulstudium bietet ausreichend Gelegenheiten, um Praxisluft zu schnuppern. Bei den meisten Ingenieurstudiengängen sind Praktika ein fester Bestandteil des Studienverlaufs. Mit Praktika während der Semesterferien, die über den Pflichtteil des Studiums hinausgehen, oder auch mit Jobs als Werkstudent beweist man Engagement, das von Personalverantwortlichen gern gesehen wird. Eine gute Gelegenheit, einen vertieften Einblick in die Industrie zu bekommen, ist es, die Abschluss-arbeit bei einem Unternehmen zu schreiben.

Vor allem, wenn man in einem international tätigen Unternehmen arbeiten will, sollte man Auslandsaufenthalte in die Karriereplanung einbeziehen. Man erwirbt interkulturelle Kompetenz, beweist Mut zu Neuem und erweitert seine Fremdsprachenkenntnisse. Da beispielsweise der deutsche Maschinenbau sehr exportorientiert ist und große Unternehmen häufig Niederlassungen in aller Welt unterhalten, besteht oftmals sogar innerhalb desselben Unternehmens die Möglichkeit, ins Ausland zu wechseln. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/metall-maschinenbau