Medien

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Wissensspeicher kennenlernen

Aus Interesse an Geschichte wählte Sebastian Schlingheider (23) ein Archivstudium. Später würde er gerne mit Schülern arbeiten.

Sebastian Schlingheider hat sich schon immer für Geschichte interessiert. Wegen der beruflichen Möglichkeiten entschied er sich für das Bachelorstudium Archiv, das von der Fachhochschule Potsdam angeboten wird. Archivarinnen und Archivare können beispielsweise in staatlichen Archiven, Kirchenarchiven, Wirtschaftsarchiven oder Medienarchiven arbeiten.

Zu Beginn des Studiums wurden die Grundlagen im Bereich Bibliotheksgeschichte, Archivtypologie, Web-Technologie, Datenbanken und Programmierung vermittelt. Zudem erlernte er den Umgang mit historischen Quellen und kann jetzt jahrhundertealte Handschriften lesen. Nach dem zweiten Semester stand ein achtwöchiges Praktikum an, das Sebastian Schlingheider im Bundesarchiv in Berlin absolvierte. Im weiteren Studienverlauf konnten sich die Studierenden für Wahlmodule wie digitale Langzeitarchivierung, die Vermittlung historischer Quellen oder dokumentarische Methoden entscheiden. Das fünfte Semester ist ein Praxissemester: Sebastian Schlingheider arbeitete ein halbes Jahr im historischen Archiv der Europäischen Union in Florenz in Italien mit. Aktuell ist er im sechsten von sieben Semestern und belegt Kurse wie Archivrecht oder archivische Bestandserhaltung.

Der 23-Jährige hat bereits eine genaue Vorstellung von seinem späteren Aufgabenfeld: „In einigen Bundesländern gibt es Projekte, in denen Lehrer mit ihren Schülern ein Archiv besuchen, um dort den Politik- oder Geschichtsunterricht abzuhalten. Schulbücher werden durch historische Quellen und echte Dokumente ersetzt. In diese Richtung möchte ich gehen.“ Dass er ein pädagogisches Geschick hat, beweist er in seinem Nebenjob: Er betreut Kinder mit Behinderung und organisiert Camps für sie. <<

Interessen:

Geschichte, Computer

siehe auch Arbeitswelt:

Archiv, Bibliothek und Dokumentation

BERUFENET:

Archiv­wissen­schaft

Wie Medien funktionieren

Sarah Malewski (24) möchte im Kinderfernsehen arbeiten. Mit dem Abschluss in Kommunikationswissenschaft stehen ihr aber auch viele andere Wege offen.

Wie arbeiten moderne Medienunternehmen, welche Inhalte produzieren sie? Und wie verändert sich die Mediennutzung? Fragen wie diesen geht Sarah Malewski im Bachelorstudiengang Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg nach. Für das Studium hat sie sich nicht nur wegen der „breit gefächerten Inhalte“ entschieden, wie sie berichtet, sondern auch aufgrund ihres Berufswunsches: Sie möchte beim Kinderfernsehen arbeiten. Sarah Malewski hatte bereits ein halbjähriges Praktikum bei einer Fernseh-Produktionsfirma absolviert. Ein willkommener Nebeneffekt: Damit erfüllte sie auch die Zulassungsvoraussetzung für den Studiengang.

Mittlerweile studiert Sarah Malewski im sechsten und letzten Semester. „Zu Beginn lernten wir erst einmal das Mediensystem in Deutschland und die Grundlagen der Kommunikationswissenschaft kennen“, erzählt sie. „So bekommt man einen guten Überblick.“ Im Studienverlauf können die Studierenden je nach Interessen weitere Seminare wählen, zum Beispiel PR oder Journalismus. Sarah Malewski gefallen vor allem die praktischen Seminare: „Ich habe ‚Fotos im Journalismus‘ gewählt und gelernt, mit Kamera und Photoshop umzugehen. Andere belegen zum Beispiel Radioübungen.“ Das Berufsziel Kindermedien fest im Blick, fiel ihre Wahl des Nebenfachs auf Pädagogik.

Mit einem Abschluss in Kommunikationswissenschaft hat man viele Möglichkeiten – im Journalismus, in der Unternehmenskommunikation, im Medienmanagement oder in der Forschung etwa. Sarah Malewski, die auch einen Nebenjob am Lehrstuhl hat, möchte zunächst aber noch den gleichnamigen Master absolvieren. Damit vertieft sie nicht nur ihre Fachkenntnisse, sondern schafft auch die Voraussetzungen für eine mögliche Promotion. <<

Gedruckt oder digital

Marc Hunsänger (22) hat ein Faible für Papier. Deshalb hat sich der Student der Druck- und Medientechnik auf Printmedien spezialisiert.

Hinter jedem Medienprodukt steht ein aufwendiges Herstellungsverfahren. Der Bachelor Druck- und Medientechnologie an der Hochschule der Medien Stuttgart vermittelt die nötigen Kenntnisse. Das Fach wird in zwei unterschiedlichen Vertiefungsrichtungen angeboten: „Digital Publishing“ und „Graphic Arts Technology“. Marc Hunsänger entschied sich für letztere: „Hier liegt der Schwerpunkt auf Printprodukten“, erklärt er, aber auch auf den Maschinen selbst. „Wir haben auch Fächer wie Mechatronik und Maschinenbau.“ Studierende der anderen Vertiefungsrichtung befassen sich vorwiegend mit der Produktion digitaler Medien und erwerben zum Beispiel Programmierkenntnisse.

In den ersten beiden Semestern belegen alle Studierenden noch gemeinsam die Grundlagenfächer aus den Bereichen Drucktechnik, Digitale Medien und Mediengestaltung. Auch die automatisierte Produktion von Print- und Digitalmedien sowie die Steuerung von Arbeitsabläufen stehen auf dem Lehrplan. Die Vertiefung findet ab dem dritten Semester statt. Im fünften Semester ist der Einblick in die Berufspraxis vorgesehen. Marc Hunsänger wird sein Praxissemester bei einer Medienagentur absolvieren. Bereits jetzt arbeitet der 22-Jährige freiberuflich und nimmt Aufträge rund um die Mediengestaltung und Webseitenerstellung an.

„Ich habe mit dem Studium meine Bestimmung gefunden“, sagt er. „Die technischen Inhalte waren zwar nicht einfach, aber interessant.“ Spruchreife Pläne für die Zeit nach dem Abschluss hat er noch nicht. Vielleicht schließt er noch ein Masterstudium an und steigt dann ins Marketing ein. Alternativ qualifiziert sein Studium unter anderem auch für Tätigkeiten in der Druckbranche oder in der Produktionssteuerung von Medienunternehmen. <<

Interessen:

Medien, Gestaltung, Technik

siehe auch Arbeitswelt:

Mediengestaltung, Medientechnik
Medienmanagement, Medienproduktion, Medienwissenschaften

BERUFENET:

Druck-, Medientechnik

Hinter der Kamera arbeiten

Josefine Schemionek (19) schnuppert in ihrer Berufsausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton in verschiedene Abteilungen einer Sendeanstalt hinein.

Seit frühester Jugend wollte Josefine Schemionek wissen, wie beim Fernsehen die Arbeit hinter der Kamera aussieht. Nach dem Abitur bewarb sie sich daher um eine Ausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton beim Norddeutschen Rundfunk. Nachdem sie einen Test am Computer bestanden und auch beim Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlassen hatte, erhielt sie die ersehnte Zusage.

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, die 19-Jährige ist derzeit im zweiten Ausbildungsjahr. Seminare und Praktika im Sender wechseln sich ab, was Josefine Schemionek sehr gut gefällt: „Momentan besuchen wir Auszubildenden das Seminar zum Thema Schnitt. Weitere Themen sind zum Beispiel Kamera, die Arbeit im Studio, Außenübertragung und Hörfunk.“ Hinzu kommen kürzere Seminare zu Themen wie Journalistik oder Filmmusik. Die Auszubildenden erhalten in verschiedenen Projekten die Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden. „Neulich wurde eine Talkshow von uns konzipiert und organisiert. Bald besuchen wir alle zusammen ein Musikfestival und machen ein Livestreaming von den Konzerten“, berichtet Josefine Schemionek, die von ihrem Arbeitgeber ein Ausbildungsgehalt bezieht.

Das letzte Lehrjahr führt die jungen Medienschaffenden an das Berufsleben heran: In Langzeitpraktika übernehmen sie mehr Verantwortung in einer Abteilung. Weitere Projekte runden das Abschlussjahr ab. „Wir planen einen eigenen Film und ein Hörspiel. Ich freue mich darauf, eigene Produkte zu erschaffen“, sagt Josefine Schemionek. Nach Ausbildungsende stehen ihr verschiedene Möglichkeiten offen: „Das Reizvolle an der Ausbildung ist, dass man sich nicht von vornherein für einen Beruf entscheiden muss. Man schnuppert überall hinein und entscheidet dann, was einem am besten gefällt.“ <<

Interessen:

Fernseharbeit hinter der Kamera, Technik

siehe auch Arbeitswelt:

Mediengestaltung, Medientechnik

BERUFENET:

Medien­gestalter/in – Bild und Ton

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/medien-3-studium