Marketing, Verkauf, Vertrieb

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Events und Gefühl

Caroline Langrock (25) lernt, wie man Marken auf Veranstaltungen inszeniert und Kunden bindet. Sie spezialisiert sich im Master Eventmarketing.

Der berufsbegleitende Masterstudiengang „Eventmarketing / Live-Kommunikation“ an der TU Chemnitz ist interdisziplinär ausgerichtet und verbindet dabei Marketing mit Kommunikation und Management. Die Studierenden befassen sich mit der strategischen Planung, der Umsetzung und dem Controlling von Events. „Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie sich die Wirkung von Events erfassen lässt – etwa durch Kundenbefragungen oder über die Klickzahlen auf einer bestimmten Seite im Internet“, sagt Caroline Langrock. Auch Themen wie Käuferverhalten, Markenstrategien oder Eventrecht stehen auf dem Lehrplan.

Die 25-Jährige absolviert ihr Studium berufsbegleitend: In einer Eventagentur in Hessen leitet sie die Abteilungen Marketing und Vertrieb in Vollzeit und fährt einmal im Monat zu Präsenzveranstaltungen an die TU Chemnitz, die jeweils freitags und samstags stattfinden. „An den Freitagen kann ich Überstunden abbauen, sagt die 25-Jährige. In der unterrichtsfreien Zeit befasst sich Caroline Langrock im Selbststudium mit den Inhalten – im Schnitt zehn bis zwölf Stunden pro Woche. „Das ist anstrengend, aber es lohnt sich“, sagt sie. Bereits jetzt, im zweiten Semester, hat sie Anfragen von Headhuntern erhalten.

In erster Linie möchte die 25-Jährige mit dem Masterstudium ihr Hintergrundwissen über Eventmarketing vertiefen. Durch ihr Bachelorstudium in Bankwirtschaft hat sie bereits betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse mitgebracht, die sie sich anrechnen lassen konnte. „Bei uns studieren aber auch völlig Fachfremde.“ Voraussetzung sind lediglich ein Erststudium und ein Jahr Berufspraxis – die Fachrichtung spielt keine Rolle. Einschlägige Vorstudienleistungen aus dem Erststudium werden jeweils anerkannt. Für das viersemestrige Studium fallen Gebühren in Höhe von 13.840 Euro an. „Daher ist es gut, dass ich weiter Vollzeit arbeiten kann“, sagt Caroline Langrock, die ihre berufliche Zukunft im Bereich der Live-Kommunikation sieht. <<

Motivation:

Hinter­grund­wissen in Event­marketing vertiefen, Position auf dem Arbeits­markt verbessern

siehe auch Arbeitswelt:

Marketing und Werbung

BERUFENET:

Werbung, Marketing­kommunikation

Fit für den Einkauf

Das Masterstudium Technisches Beschaffungsmanagement ist sehr praxisorientiert. Vor dem geplanten Berufsstart vertieft Florian Henkel (24) dadurch seine Kenntnisse.

Sein Interesse für den Einkauf entdeckte Florian Henkel während der Praktika im Rahmen seines Wirtschaftsingenieur-Studiums. Um seine Kenntnisse zu vertiefen, schrieb er sich dann für den Masterstudiengang Technisches Beschaffungsmanagement an der TH Ingolstadt ein.

Das erste Semester drehte sich um Grundlagen wie Internationales Supply-Chain-Management sowie Verhandlungstechniken und Vertragsmanagement. Jetzt, im zweiten Semester, hat er Module wie Value Engineering in der Elektronikindustrie dazugewählt: „Wir analysieren die Bestandteile eines Elektronikbauteils – zum Beispiel eines Displays – und überlegen, wie sich das Bauteil kostensparend optimieren lässt“, erklärt er. Im Modul Beschaffung – IT vermittelt ein Dozent aus der Praxis, welche Informationssysteme den Einkaufsprozess im Unternehmen effizienter gestalten können. Viel Praxisbezug hat auch die verpflichtende Projektarbeit im zweiten Semester. „In einer Gruppe von zehn Studierenden haben wir ein Konzept erarbeitet, wie ein Unternehmen eine Produktkostenanalyse einführen könnte."

Die Lehrveranstaltungen umfassen rund 20 Stunden pro Woche und verteilen sich auf drei Wochentage. Deshalb kann Florian Henkel problemlos nebenher als Werkstudent bei einem Ingenieurdienstleister arbeiten. „Ich mache dort Wettbewerbsanalysen für die Autoindustrie und arbeite rund 20 Wochenstunden. Damit kann ich mich komplett finanzieren“, sagt er.

Sein Studium endet nach drei Semestern mit der Masterarbeit. Danach würde er gerne im Einkauf eines Industrieunternehmens arbeiten. „Dort möchte ich mich mit Produktkostenanalyse befassen“, sagt er. „Das liegt mir, weil es technisch und analytisch zugleich ist.“ <<

Motivation:

Kenntnisse über Beschaffungs­prozesse vertiefen, Chancen für Berufs­einstieg im Einkauf verbessern

siehe auch Arbeitswelt:

Vertrieb, Verkauf, Handel

BERUFENET:

Logistik, Supply-Chain-Management

Märkte erobern

Marketingwissen für Ingenieure – was alles dazugehört, hat Jörg Achenbach (32) in einer Weiterbildung zu Produktmanagement für technische Produkte gelernt.

Vom Spezialisten für Wertanalyse bei Pfannenberg in Hamburg hat Jörg Achenbach in den Vertrieb gewechselt: Seit wenigen Monaten ist er Sales Product Manager bei dem mittelständischen Hersteller von Signalisierungs- und Klimatisierungsgeräten für Schaltschränke. Nützliches Fachwissen dafür hat sich der 32-Jährige bei dem Seminar „Produktmanagement für technische Produkte und Dienstleistungen“ des VDI Wissensforums angeeignet. Die Kosten für die zweitägige Veranstaltung in Höhe von 1.690 Euro übernahm sein Arbeitgeber.

Ein Produktmanager ist die Schnittstelle zwischen dem Vertrieb einerseits und Forschung und Entwicklung andererseits. Er verantwortet den Produktlebenszyklus und muss für dessen Erfolg sämtliche Prozesse steuern. Dass diese Rolle in vielen Unternehmen nicht klar definiert ist, wurde zu Beginn des Seminars deutlich: „Produktmanager sind oft ,Mädchen für alles‘“, sagt Jörg Achenbach. Wie der Fokus stärker aufs Produktmanagement gelegt werden kann, war daher ein wichtiges Thema. Das Überdenken der Aufgabenverteilung im Unternehmen gehörte dazu, aber auch einfache Werkzeuge, um Prioritäten festzulegen. „Mit der Eisenhower-Matrix lassen sich beispielsweise Aufgaben danach klassifizieren, wie wichtig und wie dringend sie sind.“

In seiner neuen Funktion muss der 32-Jährige auch Marktinformationen beschaffen und analysieren. Dazu übten die Seminarteilnehmer die Anwendung von Methoden wie Dualvergleich, Nutzwertanalyse oder Brainwriting. „Damit kann man Ideen generieren, gewichten und weitergeben.“ Der Diplom-Maschinenbauingenieur will sich in Zukunft weniger mit einzelnen Problemen befassen und stattdessen einen Überblick über die gesamte Produktpalette, über die Verkaufszahlen und die Bedürfnisse des Markts verschaffen. „Als Produktmanager kann ich einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass wir auch morgen das produzieren, was gefragt ist.“ Da er im Seminar in seinen Vorhaben bestätigt wurde, konnte er seinem Vorgesetzten seine Pläne noch überzeugender vermitteln. <<

Motivation:

Kenntnisse und Methoden im Produkt­management erwerben, eigene Ansätze und Vorstellungen überprüfen

siehe auch Arbeitswelt:

Vertrieb, Verkauf, Handel
Marketing und Werbung

BERUFENET:

Produkt­manager/in

In Sachen Kundenbindung

In seiner wirtschaftswissenschaftlichen Promotion untersucht Daniel Hein (26), wie Unternehmen ihre Kundenbeziehungen mithilfe digitaler Technologien pflegen können.

Während seines Masterstudiums in Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marktstrategien an der Universität Bamberg arbeitete Daniel Hein auch als Wissenschaftlicher Mitarbeiter – und entdeckte den Spaß am Forschen. Nach dem Master blieb er an der Universität, um zu promovieren. „In dieser Umgebung kann ich zunächst einmal unabhängig von den Interessen bestimmter Unternehmen forschen“, sagt er. Seine Promotion ist auf drei bis vier Jahre angelegt.

Wie Digitalisierung und Customer Relationship Management zusammenspielen können, ist das Thema seiner Doktorarbeit. „Das Feld ist bisher wenig erforscht“, erklärt der 26-Jährige. Beim Customer Relationship Management betrachtet man das Umsatzpotenzial eines Kundenstamms über einen längeren Zeitraum. Kunden mit guten Umsatzperspektiven möchten Firmen natürlich gezielt ansprechen und langfristig halten. Anhand der im Unternehmen vorhandenen Daten lassen sich zielgenaue Kommunikationsmaßnahmen für die jeweiligen Kundengruppen entwickeln.

Den Ablauf der Promotion erklärt Daniel Hein so: „Zuerst sichtet man bestehendes Wissen zu einem Thema und erstellt einen Überblick, formuliert anschließend seine Forschungsfrage und versucht sie dann über konkrete Hypothesen zu beantworten. Gerade bin ich dabei, meine Forschungsfrage zu formulieren, ich bin also ganz am Anfang des Forschungsprozesses.“

Finanzieren kann er sich durch seine Tätigkeit am Lehrstuhl. Er gibt beispielsweise Kurse im Bereich Marketing-Management. Nach der Promotion möchte er in die Wirtschaft wechseln und dort sein Wissen anwenden. „Mit der Promotion wäre aber auch eines Tages die Selbstständigkeit eine Option“, sagt er. <<

Motivation:

Spaß am wissen­schaft­lichen Arbeiten, bessere Einstiegs- und Karriere­chancen

siehe auch Arbeitswelt:

Marketing und Werbung
Vertrieb, Verkauf, Handel

BERUFENET:

Betriebs­wirt/in (Hoch­schule) – Marketing

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

  • Handelsbetriebswirtschaft

  • Internationale Wirtschaft

  • Kommunikationswissenschaft

  • Logistik, Supply-Chain-Management

  • Marketing, Vertrieb

  • Markt-, Kommunikationsforschung

  • Technischer Vertrieb

  • Werbung, Marketingkommunikation

  • Wirtschaftswissenschaften

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Controlling im Handel

  • Internationales Marketing

  • Logistik

  • Material- und Warenwirtschaft

  • Personalmanagement

  • Projektmanagement

  • Risikomanagement

  • Unternehmensplanung

http://berufsfeld-info.de/abi/marketing-verkauf-vertrieb-weiterbildung