Marketing, Verkauf, Vertrieb

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Meinung machen

Hanna Dohmeyer (22) studiert Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing. Hier lernt sie, warum wir uns wie entscheiden.

Wie lassen sich Menschen in ihren Kaufentscheidungen beeinflussen? Dass sie sich in ihrem Studium mit Fragen wie dieser beschäftigen kann, findet Hanna Dohmeyer spannend. „Ich wollte gern mehr über Konsumenten und Entscheidungstheorien lernen“, sagt sie. Deshalb hat sich die 22-Jährige in ihrem sechssemestrigen Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg für den Schwerpunkt Marketing entschieden.

In den ersten beiden Semestern beschäftigen sich die Studierenden in Fächern wie Wirtschaftsinformatik, Rechnungswesen oder Mathematik zunächst mit Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. Danach sollen sie in der Lage sein, wirtschaftliche Fragestellungen mithilfe der wissenschaftlichen Methoden selbstständig zu analysieren.

Darauf fußt die zweite Phase – mit Fächern wie Makroökonomie, Bilanzen oder Statistik. Beim Besuch einer Marketing-Veranstaltung wurde Hanna Dohmeyer dann klar, dass sie hier ihren Schwerpunkt gefunden hatte. „Ich betreibe den Do-it-yourself-Blog ,Fräulein Selbstgemacht‘ und fand es toll, dass ich die Erkenntnisse aus meinem Studium dafür nutzen konnte.“

Ab dem fünften Semester vertiefte Hanna Dohmeyer ihre Fachkenntnisse im Bereich Marketing und belegte Veranstaltungen zu Themen wie Handels- und Dienstleistungsmarketing, Preis- oder Medienmanagement. Nun, im sechsten Semester, schreibt sie an ihrer Bachelorarbeit am Lehrstuhl für Marketing und Medienmanagement.

Wie es nach dem Studium weitergeht, weiß die 22-Jährige schon: Als Junior Manager of Digital Communication wird sie bei Edding soziale Netzwerke betreuen und sich – angelehnt an ihr Hobby – um Kooperationen mit Bloggern kümmern. „Da kann ich kreativ sein, Ideen einbringen und muss ständig neue Herausforderungen meistern“, sagt sie. „Das ist genau das, was ich an Marketing schätze.“ <<

Interessen:

Betriebs- und Volks­wirt­schaft, Konsum­forschung, soziale Netz­werke

siehe auch Arbeitswelt:

Marketing und Werbung

BERUFENET:

Betriebs­wirt­schafts­lehre, Business Administration

Promotion-Profi

Während seiner Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation organisiert Wolfgang Schmid (24) unter anderem Promotionprojekte einer Werbeagentur.

Wolfgang Schmid hatte zunächst studiert und seinen Bachelor in Kulturgeografie gemacht, war jedoch nicht zufrieden und zweifelte an seinen beruflichen Perspektiven. Er machte sich erneut auf die Suche – und wurde fündig. Die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation reizte ihn: „Der Beruf ist vielseitig und setzt Kommunikationsstärke voraus – genau das Richtige."

Nach einem Probe-Arbeitstag bot ihm die Agentur Triebwerk, eine Werbeagentur in Nürnberg, einen Ausbildungsplatz an. Dass er nicht direkt von der Schule kam, war von Vorteil: „Dadurch dass ich schon etwas älter bin, kann ich Kunden gegenüber sicherer auftreten.“

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre, kann im Einzelfall aber verkürzt werden – auf mindestens zwei Jahre. Das gerade beendete erste Ausbildungsjahr hat der 24-Jährige in der Promotion-Abteilung verbracht. Dort organisierte er Projekte, mit denen Produkte oder Leistungen beworben oder Adressen generiert werden. Wolfgang Schmid sucht die Promoter, besorgt das Promo-Material und packt die Fahrzeuge. Am Tag der Veranstaltung betreut er eine Notfall-Hotline, bei aufwendigen Aktionen ist er selbst vor Ort. Im Nachgang nimmt er Feedback zu den Aktionen auf und übermittelt die Ergebnisse an die Kunden.

Der Auszubildende freut sich, wenn er Projekte eigenverantwortlich betreuen darf. „Besonders spannend war eine Promoter-Schulung, die ich mit einem anderen Azubi konzipiert und durchgeführt habe.“ Auch die Onlineabteilung, die Abteilung für Webseitenerstellung sowie die Print- und Offlineabteilung wird Wolfgang Schmid noch kennenlernen. Dabei geht es stets darum, zielgruppengerechte Marketing- und Werbemaßnahmen zu koordinieren und deren Umsetzung zu überwachen. Die Berufsschule in Nürnberg besucht er 13 Wochen pro Jahr im Blockunterricht. Dort lernt er die theoretischen Hintergründe von Werbekampagnen, aber auch kaufmännische und rechtliche Grundlagen, Buchhaltung, EDV sowie Rhetorik und Präsentation. <<

Interessen:

Kontakt mit unter­schiedlichsten Menschen, Marketing und Werbung

siehe auch Arbeitswelt:

Marketing und Werbung

BERUFENET:

Kauf­mann/-frau –Marketing­kommunikation

Verkaufs(t)räume

Susanne Laaser (24) studiert Retail Design. Das Studium verbindet die visuelle Gestaltung mit Kommunikation und Marketing.

Für Ladenbau hat sich Susanne Laaser schon interessiert, als sie noch als Immobilienkauffrau gearbeitet hat. „Als ich dann auf den neuen Bachelorstudiengang Retail Design an der Hochschule Düsseldorf aufmerksam wurde, wusste ich: Das ist es“, sagt sie über ihren Studiengang, den man mit „Design im Einzelhandel“ übersetzen kann. „Neben Innenarchitektur befassen wir uns auch mit Kommunikationsdesign und Marketing: Wie gestalte ich Onlineauftritte? Welches Logo passt zu einer Marke, welche Verpackung, welches Briefpapier? Die Themen sind sehr vielfältig."

Die Ausrichtung auf den Einzelhandel und auf Marken ist das Alleinstellungsmerkmal des siebensemestrigen interdisziplinären Studiengangs. „Angesichts aussterbender Innenstädte ist das eine sinnvolle Fokussierung“, sagt Susanne Laaser, die am Ende des zweiten Semesters steht. „Retail-Designer wollen den Kunden wieder Lust aufs Einkaufserlebnis machen."

In Kursen zu Fotografie, Malerei oder Aktzeichnen beschäftigen sich die Studierenden mit künstlerischen Grundlagen. „Wer skizzieren kann, hat es später leichter“, sagt die 24-Jährige. Neben Typografie oder Designgeschichte hat sie im Fach 3-D-Kommunikation gelernt, Raumentwürfe am PC zu visualisieren. Auch ökonomische Grundlagen, Produktkommunikation, Marketing und Merchandising zählen zu den Lehrinhalten. Besonders reizvoll fand Susanne Laaser ein Seminar zu Rauminstallationen: „Da haben wir gelernt, wie man Schriftzüge in 2-D und 3-D durch einen Laden ziehen kann – spannend!"

Bewerber müssen eine Mappe oder Arbeitsproben einreichen und ein fachrelevantes Vorpraktikum absolviert haben. Auch im Studium spielt die Berufspraxis eine Rolle: Mit Unternehmen wie Vitra oder BMW wird an Projekten gearbeitet, außerdem gibt es ein Pflicht-Praxissemester. Susanne Laaser finanziert ihr Studium mit BAföG und einem Nebenjob. Welchen Beruf sie nach dem Bachelor ergreifen will, weiß sie schon: „Store-Designerin, unbedingt!“ <<

Interessen:

Innen­architektur, Design, Grafik, Marken, Verkauf

siehe auch Arbeitswelt:

Vertrieb, Verkauf, Handel
Marketing und Werbung

BERUFENET:

Kommunikations­design, visuelle Kommunikation

Vertriebstalent

Maximilian Bestenlehner (26) studiert „Management und Vertrieb: Industrie“. Hier steht der Vertrieb in Industrieunternehmen im Mittelpunkt.

Wie spannend der Vertrieb ist, hat Maximilian Bestenlehner schon als stellvertretender Filialleiter in einem Fitnesscenter erfahren. Der ausgebildete Sport- und Gymnastiklehrer war so fasziniert vom Verkaufsprozess, dass er sich nach einem spezifischen Studiengang umsah – und an der Hochschule Heilbronn fündig wurde. „Management und Vertrieb: Industrie“ am Campus Schwäbisch Hall verbindet betriebswirtschaftliche Inhalte mit Kenntnissen, die für den Kontakt mit Kunden nötig sind. Der Fokus liegt dabei auf Industriegüterunternehmen.

In den ersten beiden Semestern bekam Maximilian Bestenlehner BWL-Grundwissen vermittelt – in Fächern wie Managemententscheidungen, Volkswirtschaftslehre, Steuerrecht oder Unternehmensrechnung. Im Hauptstudium beschäftigte er sich mit Vertriebsmanagement, Marketingplanung, Personalmanagement in der Industrie, Unternehmensführung und Logistik. Auch Verkaufsgespräche und Kundenmanagement standen auf dem Lehrplan. „Da ging es um Fragen wie: In welchem Stadium mit dem Kunden muss ich wie handeln? Und wie messe ich den Verkaufserfolg?"

Seine erworbenen Kenntnisse konnte er im fünften Semester beim IT-Servicedienstleister IBM in die Praxis umsetzen. Maximilian Bestenlehner nutzte sein Pflichtpraktikum, um Kontakte zu knüpfen – so wird er auch seine Bachelorarbeit in dem Unternehmen schreiben und arbeitet dort regelmäßig als Werkstudent. Mit diesem Job sowie mit Rücklagen und Unterstützung seiner Eltern finanziert der 26-Jährige sein Studium, anschließend möchte er am liebsten im Vertrieb des IT-Dienstleisters einsteigen. Gerade hat er sein sechstes Semester beendet, in dem er Kurse in Dienstleistungsmarketing in Industriebetrieben und Vertriebscontrolling belegt hat. In einem Planspiel hat er die Prozesse in einem fiktiven Unternehmen gemanagt – „eine lehrreiche Erfahrung“. <<

Interessen:

Verkauf, Kontakt mit Kunden und Mitarbeitern, Mathematik, Logistik

siehe auch Arbeitswelt:

Vertrieb, Verkauf, Handel

BERUFENET:

Industrie­betriebs­wirt­schaft

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/marketing-verkauf-vertrieb-studium