Allgemeines Manage­ment, Personal- und Rechnungs­wesen

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Ökonomie aus anderer Perspektive

Jessica Väth (29) hat sich für den Masterstudiengang „Management Consulting“ entschieden. Ihr berufliches Ziel nach dem Abschluss ist die Personalentwicklung.

Nach ihrem Bachelorstudium Betriebswirtschaft mit juristischem Schwerpunkt an der Universität Oldenburg hatte Jessica Väth zunächst ein Jahr in einer Personalberatung gearbeitet. Anschließend machte sie noch einen weiteren Bachelor – im Studiengang Wirtschaftswissenschaften – und nahm dann das Masterstudium „Management Consulting“ auf, ebenfalls an der Universität Oldenburg. „Ich wollte den Bereich Wirtschaft einfach noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten“, erklärt die 29-Jährige, die inzwischen das vierte und letzte Semester erreicht hat.

Besonders gut gefällt ihr, dass es im Studium keinen Frontalunterricht gibt, sondern die meisten Veranstaltungen als Workshops konzipiert sind, bei denen die Studierenden in kleinen Teams Aufgaben bearbeiten. Es müssen keine Klausuren geschrieben werden. Stattdessen präsentieren die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor den übrigen Seminarteilnehmern.

Die Dozenten stammen überwiegend aus der Praxis und kennen sich gut in der Beratungsbranche aus. „Ein weiteres Modul ist eine Supervision, bei der wir noch einmal genau analysieren können, ob wir mit dem Studium auf dem richtigen Weg für unseren Berufswunsch sind“, erzählt Jessica Väth. Sie hat sich in den vier Semestern nicht nur fachliches Wissen angeeignet, sondern vor allem durch die Teamarbeit auch soziale Kompetenzen und Methodenwissen.

Ihr Studium finanziert sie mithilfe von BAföG und über einen Job als wissenschaftliche Hilfskraft am Center für Lebenslanges Lernen der Universität. Nach ihrem Masterabschluss möchte sie gern in der Personalentwicklung eines Unternehmens arbeiten. <<

Motivation:

andere Denk­weisen kennen­lernen

siehe auch Arbeitswelt:

Management und Unternehmensführung
Personalwesen und Personaldienstleistung

BERUFENET:

Unternehmens­beratung

Unternehmen rechtlich beraten

Nach seinem Master in Wirtschaftsrecht möchte sich Nicolas Scordo (27) auf Rechtsberatung spezialisieren.

Verträge mit anderen Unternehmen gestalten und prüfen, bei rechtlichen Fragen zu einer Firmenübernahme weiterhelfen oder die Anmeldung eines Patents organisieren – das sind typische Aufgaben, die in Rechtsabteilungen großer Unternehmen von Wirtschaftsjuristen übernommen werden. Nicolas Scordo kann sich sehr gut vorstellen, zukünftig in der Rechtsberatung zu arbeiten, weshalb er sich für den Masterstudiengang Wirtschaftsrecht an der Technischen Hochschule in Nürnberg entschied. Darauf aufmerksam wurde er durch sein Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre vor Ort: „Ich habe damals schon den Schwerpunkt Wirtschaftsrecht belegt, weil mir die juristischen Fächer viel Spaß gemacht haben. Der Master war somit kein großer Schritt“, erklärt der Student. Voraussetzung für die Zulassung waren eine Mindestpunktzahl aus juristischen Fächern sowie ein guter Notendurchschnitt des Bachelorabschlusses.

Der Master dauert insgesamt drei Semester. In dieser Zeit stehen Vorlesungen aus verschiedenen Bereichen, wie Insolvenzrecht, Arbeitsrecht oder Vertragsmanagement, auf dem Lehrplan. „Wir lernen etwa, wie ein Vertrag gestaltet werden sollte und welche Klauseln unrechtsmäßig sind.“ Daneben besprechen die Dozenten oft Fallbeispiele in den Vorlesungen, sodass Nicolas Scordo nicht nur die Theorie, sondern auch die Anwendung der Gesetze lernt. „Besonders gefallen mir die Vorlesungen von Dozenten aus der Praxis, beispielsweise von Anwälten oder Insolvenzverwaltern. So bekommt man auch einen guten Einblick in den künftigen Arbeitsalltag."

Sein Studium finanziert der 27-Jährige durch die Arbeit als Werkstudent in einem Technologieunternehmen. Da die Prüfungsleistungen nicht nur durch Klausuren, sondern auch durch Studienarbeiten und Präsentationen abgelegt werden, ist der Arbeitsaufwand angemessen über das Semester verteilt. <<

Motivation:

Interesse an juristischen Fragen

siehe auch Arbeitswelt:

Management und Unternehmensführung

BERUFENET:

Wirt­schafts­recht

Orientierung durch Traineeship

Rebecca Fleckenstein (28) lernt als Trainee zwei Jahre lang die unterschiedlichen Aspekte des Personalwesens in einem Großkonzern kennen.

Durch Praktika während des Studiums der Wirtschaftspädagogik entdeckte Rebecca Fleckenstein ihr Interesse für den Personalbereich. „Ich wusste nur nicht genau, was mich daran am meisten interessiert.“ Jetzt, am Ende ihres Traineeprogramms bei Nestlé Deutschland in Frankfurt, steht für sie fest: „Ich möchte in der Personalbetreuung arbeiten."

Rebecca Fleckenstein ist von der Vielfalt des Programms überzeugt: „Während der zwei Jahre lernt man alle Teilbereiche des Personalwesens kennen.“ Ein zentraler Bereich ist die Personalbetreuung: Hier geht es darum, die einzelnen Geschäftsbereiche und Führungskräfte im Hinblick auf alle Themen, die die Mitarbeiter betreffen, zu beraten. In den Fachbereichen Recruiting, Gehalt, Nebenleistungen oder Personalentwicklung erwarb Rebecca Fleckenstein Spezialwissen. „In jedem Bereich bleibt man drei bis fünf Monate.“ Auch an einem der Werksstandorte sammelte sie Erfahrungen: „Während der fünf Monate lernte ich ganz neue Aspekte kennen. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter im Werk unterscheiden sich von denen in der Zentrale."

Über ihre Aufgaben berichtet Rebecca Fleckenstein stolz: „Neben dem Tagesgeschäft kann ich Verantwortung bei Projektarbeiten übernehmen.“ Sie hat unter anderem Schulungen und Workshops im Bereich „Leadership Development“, einem Entwicklungsinstrument für Führungskräfte, konzipiert. „Um mich über diese Erfahrungen austauschen und mich weiterentwickeln zu können, begleitet mich ein Coach.“

Rebecca Fleckenstein freut sich besonders auf ihren Auslandseinsatz zum Abschluss des Programms. Nach dem Traineeprogramm möchte sie als Personalbetreuerin arbeiten: „Ich mag den direkten Kontakt zu Mitarbeitern und die Themen, die sie bewegen.“ <<

Motivation:

Personal­bereich kennen­lernen, sich für eine spätere Spezialisierung orientieren

siehe auch Arbeitswelt:

Personalwesen und Personaldienstleistung

BERUFENET:

Personal­referent/in

Daten und Personal

Stefan Hirsch (30) beschäftigt sich in seiner Promotion mit den Bereichen Rechnungswesen und Controlling.

Nach seinem Masterstudium in Betriebswirtschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stieß Stefan Hirsch dort auf ein Stellenangebot als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechnungswesen und Controlling. „Während meiner Masterarbeit im Controlling hatte ich bemerkt, dass Forschung mir Spaß macht“, erzählt der 30-Jährige. „Und auch die Lehre finde ich spannend – deshalb habe ich mich auf die Stelle beworben.“ Vier Jahre hat er für seine Dissertation eingeplant, dreieinhalb hat er bereits hinter sich. Er befasst sich mit der Frage, wie man die administrativen Bereiche eines Unternehmens aus Sicht des Controllings effizienter gestalten kann.

Im Rahmen seiner Promotion ist Stefan Hirsch am Lehrstuhl angestellt. Dadurch kann er seinen Lebensunterhalt finanzieren. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter betreut er Übungen, veranstaltet Seminare und vergibt Haus- und Abschlussarbeiten. Die Semesterferien und die Zeit, die er nicht mit der Lehre verbringt, nutzt er für seine Forschung – dann erhebt er Daten und wertet sie aus. Am Ende seiner Promotion wird er mehrere Aufsätze zu seinem Forschungsthema verfasst haben. „Man lernt bei der Dissertation, eigenverantwortlich und diszipliniert zu arbeiten. Außerdem werden Durchhaltevermögen und analytisches Denken trainiert“, sagt er. Zusätzlich besucht Stefan Hirsch Seminare zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung. Durch seine Lehrtätigkeit eignet er sich zudem Präsentationsfähigkeiten an. „All das sind wertvolle Qualifikationen für meinen späteren Berufseinstieg.“ Am liebsten würde er nach seiner Promotion in einer verantwortungsvollen Position an der Schnittstelle zwischen Unternehmensentwicklung und Controlling arbeiten. <<

Motivation:

an spannenden Themen mitarbeiten, Wissens­spektrum erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Rechnungswesen und Controlling

BERUFENET:

Betriebs­wirt/in (Hoch­schule) – Rechnungs­wesen und Controlling

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Berufspädagogik

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

  • Finanz- und Rechnungswesen, Controlling

  • Innovationsmanagement

  • Personalmanagement, -dienstleistung

  • Unternehmensberatung

  • Unternehmensführung, Management

  • Verwaltungsmanagement, Public Management

  • Volkswirtschaftslehre

  • Wirtschaftspädagogik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Controlling

  • Finanz- und Rechnungswesen

  • Immobilienmanagement

  • Innovationsmanagement

  • Organisationsentwicklung

  • Projektmanagement

  • Prozessmanagement

  • Risikomanagement

  • Unternehmensplanung

http://berufsfeld-info.de/abi/management-personal-rechnungswesen-weiterbildung