Allgemeines Manage­ment, Personal- und Rechnungs­wesen

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Zahlen und Fakten

Felix Kochhan (22) absolviert den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre mit der Vertiefung Accounting and Finance.

Dass er gern BWL studieren wollte, war Felix Kochhan schon in der Schule klar. Dass er sich nun an der Universität Duisburg-Essen seit dem dritten Semester seines Bachelorstudiums auf Rechnungswesen konzentriert, hat sich dagegen erst später ergeben. „Ich mag das Fach, weil es mit Zahlen zu tun hat und daher sehr faktenbasiert ist“, erklärt der 22-Jährige. In den ersten beiden Semestern hatte er die Grundlagen seines Studienfachs kennengelernt: Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Statistik, Mathematik und Rechtswissenschaft. Ab dem dritten Semester standen immer mehr spezielle Vorlesungen aus dem Bereich Accounting and Finance auf dem Programm, etwa zu Bankbetriebslehre und Finanzierung, Unternehmensbesteuerung, International Financial Accounting oder Unternehmenssteuerung und Corporate Governance. Das Studium unterliegt einem Numerus clausus, Studiengebühren fallen keine an.

Ein Semester verbrachte Felix Kochhan an einer Partneruniversität in den USA, außerdem absolvierte er zwei Praktika: eines in der technischen Kundenberatung, ein anderes in der Unternehmensberatung. Zwölf Wochen Praktikum müssen die Studierenden bis Ende des Studiums nachweisen. „Aber auch Tätigkeiten als Werkstudent werden angerechnet“, erzählt er. Seinen Lebensunterhalt während des Studiums finanziert er über eine Tätigkeit als studentische Hilfskraft und mit Unterstützung seiner Eltern.

Mittlerweile ist er im sechsten Semester und steht kurz vor seiner Bachelorarbeit. Nach dem Abschluss plant er, entweder ein Masterstudium anzuschließen oder erst einmal praktische Erfahrungen zu sammeln, zum Beispiel in einer Unternehmensberatung – das Praktikum dort hat ihm gut gefallen. <<

Interessen:

Zahlen und wirtschaft­liche Zusammen­hänge

siehe auch Arbeitswelt:

Rechnungswesen und Controlling

BERUFENET:

Betriebs­wirtschafts­lehre, Business Administration

Ein Gefühl für die Arbeitswelt

Die Studentin der Wirtschaftspsychologie Nina Bensch (24) möchte später gern in der Personalentwicklung oder im Personalmarketing arbeiten.

Nina Bensch erfüllte die Anforderungen des Numerus clausus und erhielt einen der begehrten Plätze für den Studiengang Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Bielefeld. „Die Nachfrage ist hoch und die Plätze begrenzt, deshalb ist der NC jedes Jahr recht hoch“, erzählt die 24-Jährige. Pluspunkte bei der Bewerbung könnte man alternativ auch mit Berufserfahrung sammeln.

Im Grundlagenstudium beschäftigen sich die Studierenden mit Fächern wie Allgemeine Psychologie, Sozialpsychologie, Persönlichkeitspsychologie sowie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Ebenso belegen sie Kurse in Wirtschaftsenglisch. Ab dem dritten Semester kommen Personal- und Organisationspsychologie, Markt- und Werbepsychologie sowie Marktforschung hinzu.

„Im vierten Semester können wir uns dann entweder auf Personal und Organisation oder auf Marketing spezialisieren. Ich habe Ersteres gewählt“, erzählt Nina Bensch, die vor dem Studium bereits eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert hatte. Mittlerweile ist sie im fünften Semester angekommen und arbeitet an ihrem Praxisprojekt: Als Teil eines Teams führt sie eine Mitarbeiterbefragung bei der Stadtverwaltung Bielefeld durch. Im sechsten Semester steht ein dreimonatiges Pflichtpraktikum an, dann folgt die Bachelorarbeit.

Nina Bensch finanziert ihr Studium über einen Nebenjob in einer IT-Firma und wird von ihren Eltern unterstützt. Außerdem hat sie im vergangenen Jahr ein Stipendium erhalten. Ihr Ziel ist es, eines Tages in der Personalentwicklung eines großen Unternehmens zu arbeiten, vielleicht aber auch im Personalmarketing – hier geht es darum, Jobs für bestehende und potenzielle Mitarbeiter möglichst attraktiv zu gestalten. In diesem Bereich wird sie im nächsten Semester ein Praktikum machen, um herauszufinden, ob ihr der Arbeitsbereich liegt. <<

Interessen:

Psychologie, Wirtschafts­themen, Personal­wesen

siehe auch Arbeitswelt:

Personalwesen und Personaldienstleistung

BERUFENET:

Wirtschafts­psychologie

Mathe mit Aussicht

Jörn Welle (22) absolviert den Bachelorstudiengang Volkswirtschaftslehre, weil ihm die Kombination aus Wirtschaft und Mathematik gut gefällt.

Als Studienfach war ihm Mathematik zu abstrakt – das merkte Jörn Welle schon während eines Schnupperstudiums als Schüler. Aber weil ihn Mathematik trotzdem sehr interessierte und Wirtschaftsthemen auch, entschied er sich für ein Bachelorstudium in Volkswirtschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, für das ein Numerus clausus besteht. Mittlerweile ist Jörn Welle im sechsten Semester und schreibt seine Bachelorarbeit. „In den ersten vier Semestern haben wir vor allem Pflichtmodule belegt: Mikro- und Makroökonomie, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler, Statistik und Ökonometrie, also die Zusammenführung von mathematischen Methoden und statistischen Daten“, erzählt der 22-Jährige.

Im dritten und vierten Semester können die Studierenden aus Modulen anderer Studiengänge und Sprachkurse wählen – Jörn Welle entschied sich für Geografie und Englisch. Im fünften und sechsten Semester werden die theoretischen Grundlagen aus den Pflichtmodulen vertieft. Dabei können die Studierenden Schwerpunkte auf Volks- oder Betriebswirtschaftslehre oder auf Methoden legen. „Wer will, kann im fünften Semester auch ein Auslandssemester machen“, sagt Jörn Welle. Er finanziert sich über BAföG, ein Deutschlandstipendium, einen Zuschuss seiner Eltern sowie durch die Arbeit als Tutor an der Uni. Nach seinem Abschluss will er ein englischsprachiges Masterstudium Economics anschließen. Den Berufseinstieg hält er sich noch offen: „Mit dem VWL-Studium bin ich sehr flexibel: Ich kann in die Forschung oder die Lehre gehen oder in der Wirtschaft arbeiten – zum Beispiel im Management oder in der Unternehmensberatung.“ <<

Interessen:

wirtschaftliche Zusammen­hänge und Spaß an Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Management und Unternehmensführung

BERUFENET:

Volks­wirtschafts­lehre

Wirtschaft und Verantwortung

Leonore Herzberg (23) hat sich für den Studiengang Nachhaltiges Management entschieden, um später nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ökologisch und sozial nachhaltig zu arbeiten.

Nach einem Jahr „Work & Travel“ in Australien und Neuseeland wollte Leonore Herzberg gern Betriebswirtschaft studieren. Aber nur profitorientiert zu denken, wäre ihr zu einseitig gewesen – daher erschien ihr der Studiengang Nachhaltiges Management an der Technischen Universität Berlin ideal: Er vermittelt Managementkompetenzen für eine ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähige Unternehmensführung und -entwicklung. Zugangsvoraussetzung war ein Numerus clausus, mittlerweile studiert Leonore Herzberg im fünften Semester. „In den ersten Semestern ging es um Basiskenntnisse in BWL, VWL, Recht und Statistik“, berichtet sie. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es sich trotz der Ausrichtung auf Nachhaltigkeit um ein betriebswirtschaftliches Studium handelt.“ Im sogenannten Fokusbereich belegen die Studierenden Veranstaltungen zu drei Aspekten der Nachhaltigkeit: Ökologie und Technik, Soziales sowie Werte und Normen.

Hinzu kommt ein interdisziplinäres Projekt in Kooperation mit einem Praxispartner: „Wir haben dazu bei Siemens verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte des Unternehmens erforscht und sie mit denen der Wettbewerber verglichen.“ Und schließlich sieht der Studiengang ein achtwöchiges Praktikum vor, das zwei Themenbereiche der Nachhaltigkeit abdecken muss. Leonore Herzberg arbeitete ein halbes Jahr bei VW im Umweltmanagement.

Ihr Studium finanziert sie sich als Werkstudentin bei einem Wirtschaftsberatungsunternehmen. Nach ihrem Bachelorabschluss im siebten Semester würde sie gern zunächst ein Jahr ins Ausland gehen, um ihre Englischkenntnisse weiter zu verbessern, und dann einen Master anschließen. <<

Interessen:

Mathematik und wirtschaft­liche Zusammen­hänge

siehe auch Arbeitswelt:

Management und Unternehmensführung

BERUFENET:

Nach­haltigkeits­management

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/management-personal-rechnungswesen-studium