Allgemeines Manage­ment, Personal- und Rechnungs­wesen

Nadelstreifenjacket mit weißem Hemd.

Jedes Unternehmen braucht Experten, die strategische Entscheidungen fällen, Bilanzen erstellen und die Personalstrategie entwickeln. Wer sich für Managementaufgaben oder für das Personal- oder Rechnungswesen entscheidet, sollte gut mit Zahlen, aber auch mit Menschen umgehen können.

In welche Sparte sollte ein Unternehmen künftig investieren? Wie lassen sich die Arbeitsabläufe in einer Abteilung am besten gestalten? Lohnt sich eine Investition in neue Kühlanlagen, um die Energiekosten zu senken? Wie können weibliche Top-Kräfte gewonnen werden? Fragen wie diese sind täglich zu beantworten – über alle Unternehmen und Branchen hinweg.

Im Bereich Management und Unternehmensführung kann es deine Aufgabe sein, Projekte zu betreuen, eine Abteilung zu leiten oder über Investitionen zu entscheiden. Dabei gilt es, betriebswirtschaftliche Entscheidungen mit Menschenführung in Einklang zu bringen. Die genauen Aufgaben sind vom jeweiligen Beruf abhängig. Unternehmensberater/innen etwa werfen von außen einen kritischen Blick auf Arbeitsabläufe, Kosten und die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen eines Unternehmens und schlagen Verbesserungen vor.

In den Berufen rund um Personalwesen und Personaldienstleistung geht es darum, die richtigen Fachkräfte zu finden und diese dann zu betreuen und zu fördern – schließlich sind zufriedene Mitarbeiter/innen sehr wichtig für den Erfolg eines Unternehmens. Auch die Arbeitsvermittlung und die Zeitarbeitsbranche gehören zu dieser Arbeitswelt.

Wenn du dich für das Rechnungswesen und Controlling entscheidest, beschäftigst du dich vor allem mit den Finanzen von Unternehmen. Experten für das Rechnungswesen sind mathematisch begabt, gehen routiniert mit Statistiken und Bilanzen um und beherrschen die dafür nötige Software. Ihre Aufgabe kann es auch sein, das Zahlenwerk anderer zu kontrollieren, etwa in der Rechnungsprüfung.

Die einzelnen Berufe in diesem Feld unterscheiden sich zwar durch die jeweiligen spezifischen Aufgaben, gemein ist ihnen aber, dass sie mit einem hohen Maß an Verantwortung verbunden sind – für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens sowie für dessen Mitarbeiter/innen. Damit ein Unternehmen Erfolg hat oder eine Behörde reibungslos arbeitet, braucht es Fachkräfte, die systematisch vorgehen, dabei aber nie den Blick für die Zusammenhänge und die langfristigen Entwicklungen verlieren. Kurzfristige Kosteneinsparungen sind nicht alles – auf lange Sicht sind die Innovationsfähigkeit einer Firma und die Qualifizierung der Mitarbeiter/innen meist die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Einen Großteil ihrer Arbeitszeit verbringen Akademiker und Akademikerinnen der hier vorgestellten Arbeitswelten im Büro und am Rechner. Sie planen, organisieren, berechnen, prüfen. Es kann beispielsweise deine Aufgabe sein, den Einkauf bei großen Handelsketten zu betreuen. Oder du koordinierst die Materialbeschaffung eines Industrieunternehmens. Vielleicht verbesserst du auch die bestehenden Arbeitsabläufe oder analysierst, wie sich Kosten senken lassen. Für deine Entscheidungen gibst du Markt- oder Betriebsanalysen in Auftrag und präsentierst sie der Geschäftsführung.

Experten im Bereich Personalwesen wählen geeignete Mitarbeiter/innen aus, führen Einstellungs- und Mitarbeitergespräche und entwickeln Schulungsangebote. Dabei berücksichtigen sie die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie betriebswirtschaftliche und soziale Aspekte. Wichtig ist auch die Personalbindung und -entwicklung. Daher organisieren sie Aus- und Weiterbildungen und setzen innovative Arbeitszeitmodelle oder Förderprogramme um.

Viele Positionen für Akademiker/innen in Management, Personal- und Rechnungswesen sind mit Führungsaufgaben verbunden: Spezialisten in diesen Bereichen gestalten so die Zukunft eines Betriebes oder einer Verwaltungsabteilung entscheidend mit. Fähigkeiten wie analytisches Denken, soziale Kompetenz, Entscheidungs- und Planungsfähigkeit sind hierfür unerlässlich.

Eine der zentralen Anforderungen in diesem Arbeitsfeld ist es, ökonomische Erwägungen mit Personalfragen in Einklang zu bringen. Neben planerischer, organisatorischer oder administrativer Arbeit im Büro ist oftmals direkte Kommunikation gefordert – bei der Abstimmung mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ebenso wie bei Verhandlungen mit Geschäftspartnern. Dies erfordert Verhandlungsgeschick, Durchsetzungsvermögen und auch Empathie – nicht nur im Personalwesen ist es wichtig, sich in andere hineinversetzen zu können.

Beschäftigungschancen bieten sich zum einen als Angestellte/r eines Unternehmens in ganz unterschiedlichen Branchen. Zum anderen besteht die Chance, sich selbstständig zu machen, etwa als Unternehmensberater/in oder als Personalvermittler/in. Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zur Situation am Arbeitsmarkt: „Insgesamt handelt es sich um ein Berufsfeld mit tendenziell guten Beschäftigungschancen. Die Zahl der Erwerbstätigen hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Steigende Absolventenzahlen könnten allerdings zu verstärkter Konkurrenz am Arbeitsmarkt führen."

Absolventen und Absolventinnen der Betriebswirtschaftslehre dominieren dieses Berufsfeld – als Management-Spezialisten werden sie in sämtlichen Branchen benötigt. Häufig konzentrieren sie sich schon während des Studiums auf bestimmte Branchen oder Fachgebiete, etwa auf die Finanz- und Versicherungswirtschaft oder das Personal- oder Rechnungswesen – das kann den Berufseinstieg unter Umständen erleichtern. Aber auch Absolventen und Absolventinnen anderer Studiengänge haben Chancen. Insbesondere im Personalwesen werden beispielsweise auch gerne Pädagogen und Pädagoginnen oder Sozialwissenschaftler/innen beschäftigt. Übrigens: Manche Abiturienten und Abiturientinnen entscheiden sich für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums, zum Beispiel zum/zur Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau. Auch ein duales Studium, das eine berufspraktische und akademische Ausbildung kombiniert, ist eine interessante Option.

Ins Berufsleben kannst du meist schon nach dem Bachelorabschluss einsteigen. Für manche Fach- und Führungspositionen kann darüber hinaus ein Masterstudium gefordert sein, das man aber auch berufsbegleitend absolvieren kann. Eine Promotion kann den Aufstieg erleichtern. Notwendig ist sie in jedem Fall für eine Tätigkeit in Wissenschaft und Forschung.

Vielen Arbeitgebern ist neben einem guten Studienabschluss auch Praxiserfahrung wichtig. Bei dualen Studiengängen ist diese ohnehin inklusive. Aber auch reguläre Studiengänge bieten genügend Zeit für Praktika, etwa während der Semesterferien, im Praxissemester oder im Rahmen der Abschlussarbeit. So kannst du Fähigkeiten ausbauen, die im späteren Berufsleben wichtig sind, und herausfinden, welche Tätigkeiten und welche Bereiche dir besonders liegen. Außerdem lässt sich so frühzeitig ein Netzwerk für den Berufseinstieg knüpfen.

Absolventen und Absolventinnen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge können sich dafür qualifizieren, Führungs- und Budgetverantwortung zu übernehmen, etwa als Projekt- oder Abteilungsleiter/in. Nicht selten steht ihnen auch der Weg ins Ausland offen, da viele Unternehmen Standorte und Geschäftspartner in aller Welt haben. Wer Fremdsprachen beherrscht und bereits während des Studiums Erfahrungen im Ausland gesammelt hat, kann bei vielen Arbeitgebern folglich zusätzlich punkten. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/management-personal-rechnungswesen