Land­wirtschaft, Natur und Umwelt

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Was im Holz steckt

Im Bachelor hat Friederike Sommerhoff (27) die Grundlagen der Holzwirtschaft gelernt – nun spezialisiert sie sich im Masterstudiengang auf Holzchemie.

Friederike Sommerhoff hatte zunächst Philosophie studiert. Da sie sich auch für Naturwissenschaften interessiert, wählte sie Holzwirtschaft im Nebenfach: „Das hat mich so begeistert, dass ich ein zweites Bachelorstudium Holzwirtschaft angehängt habe und jetzt mit dem entsprechenden Masterstudium beginne“, erzählt die 27-Jährige. „Mir gefällt, dass das Fach so interdisziplinär ist. Es geht um Holz als Werkstoff, um Verfahrenstechnik sowie um ökologische und wirtschaftliche Fragen – vom Anbau über den chemischen Aufbau bis hin zur Verarbeitung.“

Der Bachelor vermittelte ihr die Grundlagen, im Master Holzwirtschaft kann sie sich nun weiter spezialisieren: „Mich interessiert vor allem der chemische Aufbau von Holz und was man mit den Inhaltsstoffen alles machen kann“, sagt sie, „also Themen rund um die Papierherstellung, Zellstoffe und auch Altpapier.“ Sie hätte auch einen Master mit Schwerpunkt Biopolymere oder Faserstoffe wählen können, hat sich aber für den viersemestrigen Studiengang Holzwirtschaft der Universität Hamburg entschieden. Das Zentrum für Holzwirtschaft am Standort Hamburg-Bergedorf liegt auf dem Gelände des Thünen-Instituts: „Wir profitieren von der dortigen Infrastruktur: der Bibliothek, dem Labor, dem Gewächshaus, der Baumsammlung im Freiland und der Holzsammlung“, sagt sie. „Aus dem engen Austausch ergeben sich viele Spezialisierungsmöglichkeiten.“

Zu den Wahlpflichtmodulen gehören Holzbiologie, Holzphysik, Holzchemie sowie Holz- und Forstwirtschaftslehre. „In einem der Themenbereiche fertigt man eine größere Projektarbeit an.“ Für Quereinsteiger aus anderen Studiengängen bietet die Fakultät eine Ringvorlesung, die alle auf denselben Wissensstand bringen soll. <<

Motivation:

mehr über Holz und dessen Verarbeitungs­möglich­keiten erfahren

siehe auch Arbeitswelt:

Naturschutz und Umwelttechnik

BERUFENET:

Holz­wirt­schaft

Nachhaltigkeit zum Thema machen

Alea Holland (24) hat Umweltwissenschaften im Bachelor studiert und sich im Master auf Nachhaltigkeitsbildung spezialisiert.

Alea Holland will Kindern und Jugendlichen die Natur nahebringen. „Ich möchte Wissenswertes rund um das Thema Nachhaltigkeit vermitteln – aber außerhalb der Schule“, erzählt sie. Deshalb studiert die 24-Jährige jetzt im vierten Semester den Masterstudiengang Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung an der Universität Hildesheim. „Das ist eine gute Ergänzung zu meinem Bachelor in Umweltwissenschaften“, sagt sie.

Es gibt mehrere Vertiefungsrichtungen, in denen die Studierenden sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungsmöglichkeiten kennenlernen. Alea Holland hat sich für Nachhaltigkeitsbildung entschieden, eine eher anwendungsorientierte Richtung. Unter ihren Kommilitonen sind auch Landschaftsarchäologen, Biologen oder Geografen. „Wir haben eher kleine Seminare, in denen man gefordert ist und viel lernen kann, und der Kontakt zu den Dozenten ist sehr gut“, sagt sie. Ein achtwöchiges Praktikum ist Pflicht: „Ich habe gleich ein Urlaubssemester eingelegt, um sechs Monate lang im Umweltbildungszentrum Niedersachsen das FÖJ, das Freiwillige Ökologische Jahr, mitgestalten zu können“, erzählt sie.

Die 24-Jährige könnte sich gut vorstellen, nach dem Abschluss weiter an solchen FÖJ-Konzepten zu arbeiten. Aber auch eine Promotion wäre für sie denkbar. Zunächst aber beschäftigt sie sich mit der Frage, wie man Schulklassen und andere Besucher für die Döberitzer Heide begeistern kann – die Sielmann-Stiftung hat die gut 3.500 Hektar in Brandenburg über Jahre in ein wildnisähnliches Naturschutzgebiet mit reichhaltiger Tier- und Pflanzenwelt verwandelt. In ihrer Masterarbeit analysiert Alea Holland unter anderem die Besucherstruktur des Gebiets und entwirft Kommunikationskonzepte. <<

Motivation:

den Menschen den Umwelt­schutz näher­bringen

siehe auch Arbeitswelt:

Naturschutz und Umwelttechnik

BERUFENET:

Nach­haltig­keits­management

Spezialist für Fleischhygiene

Tiermediziner Patric Maurer (28) promoviert, lehrt, forscht und bildet sich zum Fachtierarzt weiter.

Der Titel als Fachtierarzt ist eine Zusatzqualifikation für Tiermediziner, quasi die „Kür“: „Damit weist man sich als Spezialist für ein Fachgebiet innerhalb der Veterinärmedizin aus“, erklärt Patric Maurer. Als Spezialgebiet hat er sich die Fleischhygiene ausgesucht: „In diesem Bereich gibt es vergleichsweise wenige Fachtierärzte.“

Dauer und Form der Weiterbildung sind in Deutschland je nach Landestierärztekammer unterschiedlich geregelt: „Üblich ist eine vier- bis fünfjährige Tätigkeit an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte.“ In seinem Fall ist dies das Institut für Lebensmittelhygiene der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitet der 28-Jährige an seiner Promotion und absolviert zusätzlich seine Weiterbildung zum Fachtierarzt für Fleischhygiene. Er unterrichtet und betreut Studierende, ist in Forschungsprojekte eingebunden und untersucht Fleischproben für externe Unternehmen. Um all diese Aufgaben zu koordinieren, braucht er ein gutes Organisationsvermögen.

Für die Weiterbildung zum Fachtierarzt muss er vier Lehrgänge besuchen, die jeweils vier bis fünf Tage dauern, sowie an einer Reihe von Fortbildungen teilnehmen. Allein die Lehrgänge kosten 3.750 Euro. Außerdem braucht er einen Betreuer aus dem Fachgebiet, der ihn begleitet, und muss 720 Stunden Praxis nachweisen: „Es ist genau vorgeschrieben, wie viele Stunden und welche Tätigkeiten man in welchen Einrichtungen leisten muss, etwa im Schlachthof, im Zerlegebetrieb oder in einer Lebensmittelbehörde.“ Es sei zwar nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bringen, sagt er. „Aber mit Blick auf eine spätere Tätigkeit ist es sinnvoll, Fachexpertise auf einem Gebiet vorzuweisen.“ <<

Motivation:

sich als Spezialist auf einem Fach­gebiet ausweisen können

siehe auch Arbeitswelt:

Agrar- und Forstwirtschaft, Gartenbau

BERUFENET:

Fach­tier­arzt/-ärztin

Bäume verstehen

Welche Bäume trotzen dem Klimawandel? Für seine Promotion erforscht Jörg Kunz (33) die Auswirkungen von Trockenheit auf vier seltene Laubbaumarten.

Zu seiner Promotion an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg ist Jörg Kunz auf Umwegen gekommen: Er studierte erst Chemie, anschließend begann er ein Lehramtsstudium – und dann entschied er sich doch noch für Forstwissenschaften.

„Ich wollte ungern in der Forstverwaltung arbeiten. Holzwirtschaft lag mir auch nicht so“, erzählt der 33-Jährige. „Während eines Praktikums im Naturkundemuseum habe ich mit Forschern zusammengearbeitet. Das freie Arbeiten an einem Projekt hat mir einfach Spaß gemacht.“ Aus dem Kontakt zu einem Professor ergab sich zunächst ein Thema für eine Diplomarbeit – daraus entwickelt sich nun die Doktorarbeit.

Jörg Kunz sucht dabei nach Baumarten, die angesichts des Klimawandels „in den kommenden Jahren interessant werden könnten“. Deshalb untersucht er vier seltene Laubbaumarten auf ihre Toleranz gegenüber Trockenheit: Auf seiner Liste stehen Elsbeere, Speierling, Feld- und Spitzahorn. Da es kaum Untersuchungen zu deren Wuchsverhalten gibt, muss er mit ganz grundlegenden Arbeiten anfangen: Waldbestände in Deutschland inspizieren, Bäume anbohren, Jahresringe messen, Daten in Beziehung zu Klimadaten setzen, im Gewächshaus sowie im Wald den Stoffwechsel von Jungpflanzen messen. Dafür muss er Kontakte aufbauen, reisen, Daten erheben und auswerten und schließlich die Ergebnisse in eine druckreife Form bringen.

Wie viel Zeit für ein Promotionsvorhaben bleibt, hängt maßgeblich von der Finanzierung ab. Jörg Kunz hat ein Stipendium für drei Jahre, andere Doktoranden sind Angestellte der Hochschule und verdienen Geld als Wissenschaftliche Mitarbeiter. „Beide Modelle haben Vor- und Nachteile, das sollte man sich vorher gut überlegen“, rät er. <<

Motivation:

freies, selbst­ständiges Arbeiten an einem Forschungs­projekt

siehe auch Arbeitswelt:

Naturschutz und Umwelttechnik

BERUFENET:

Umwelt­wissen­schaftler/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Abfall-, Entsorgungstechnik

  • Agrarwissenschaft

  • Biotechnologie

  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration

  • Chemie

  • Energietechnik

  • Forstwissenschaft, -wirtschaft

  • Garten-, Landschaftsbau

  • Ingenieurwissenschaft

  • Tiermedizin

  • Umwelttechnik

  • Verfahrenstechnik

  • Weinbau, Önologie

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Betriebswirtschaft

  • Marketing

  • Projektmanagement

  • Qualitätsmanagement

  • Regenerative Energien

  • Vertrieb

http://berufsfeld-info.de/abi/landwirtschaft-natur-und-umwelt-weiterbildung