Land­wirtschaft, Natur und Umwelt

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Technik mit viel Zukunft

Vom Arbeitsschutz bis zur Wasserversorgung: Nach ihrem Studium der Umwelttechnik stehen Nicole Buchmann (24) viele berufliche Wege offen.

Nach ihrer Ausbildung zur Mechatronikerin wollte Nicole Buchmann etwas Technisches studieren. Maschinenbau wäre naheliegend gewesen, doch sie entschied sich für den Studiengang Umwelttechnik an der Hochschule Amberg-Weiden. „Der Fokus liegt dort auf energie- und umweltschonenden Techniken“, berichtet sie. Die sieben Semester Regelstudienzeit enden mit dem Abschluss als Bachelor of Engineering. Beginnen können die Studierenden sowohl zum Sommer- als auch zum Wintersemester.

Am Anfang stehen die Grundlagenfächer: „Neben Mathe und Physik hat man auch viel mit Chemie zu tun.“ Darauf bauen dann die anwendungsorientierten Module auf: Thermodynamik, Verfahrenstechnik, Wärmeübertragung sowie Regelungs- und Steuerungstechnik. Neben einem Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit ist das fünfte Semester komplett für die betriebliche Praxis reserviert. Nicole Buchmann hat es bei einem Zulieferer für Hausgerätetechnik absolviert. „Ich habe dort die Bereiche Abfall-, Umwelt- und Energiemanagement kennengelernt.“ Das bezahlte Praktikum war zudem eine willkommene Finanzspritze. Schließlich finanziert sie ihr Studium aus Erspartem und mit Nebenjobs.

Im sechsten und siebten Semester geht es dann um spezifische Inhalte aus der Umwelttechnik: Wasser- und Abwasseraufbereitung, Luftreinhaltung, Abfallwirtschaft, Regenerative Energien sowie Umweltschutz in der Produktion. Nicole Buchmann hat sich für die Schwerpunkte Technische Akustik und Arbeitsschutz entschieden. In einem dieser Bereiche würde sie gerne auch in Kooperation mit einem Unternehmen ihre Bachelorarbeit schreiben. Nach dem Abschluss möchte sie am liebsten im Bereich Arbeitsschutz- und Qualitätsmanagement arbeiten – oder vielleicht noch ein Masterstudium anschließen. <<

Interessen:

Technik zum Schutz der Umwelt, praxisnah studieren

siehe auch Arbeitswelt:

Naturschutz und Umwelttechnik

BERUFENET:

Umwelt­technik

Freiräume nutzen und gestalten

Calvin Nisse (25) studiert Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Sein Ziel: öffentliche Räume für Menschen gestalten.

Nach einem Praktikum hat sich Calvin Nisse an der TU München für den Bachelorstudiengang Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung beworben. „Das Studium verbindet Gestaltung und Naturwissenschaften“, erzählt der 25-Jährige.

Für die Zulassung war neben den Noten ein Eignungstest ausschlaggebend. In den ersten Semestern lernte er Grundlagen, etwa in Botanik, Bodenkunde und Naturschutz. „Damit betrachtet man dann gesellschaftliche Fragestellungen zu Stadt und Landschaft, Garten- und Baukunst, Ökologie, Umwelt- und Naturschutz“, erläutert er.

Das Studium ist ein Projektstudium – das bedeutet: Gearbeitet wird in Gruppen an realen Fragestellungen. „Wir zeichnen viel, bauen Modelle und sind im Freien unterwegs, um ein Gefühl für Raum und Gestaltung zu entwickeln“, erzählt er. „Ein- bis zweimal die Woche sprechen wir an Projekttagen mit einem Betreuer den Stand unserer Entwürfe und Konzepte durch und präsentieren unsere Arbeiten.“

Ab dem dritten Semester werden die Projekte vertieft. Calvin Nisse hätte auch die Vertiefungsrichtung Landschaftsplanung wählen können, die einen Schwerpunkt auf Naturwissenschaften legt. „Mir liegt aber die Landschaftsarchitektur näher, weil hier mehr gestaltet wird.“ Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester, wobei zumindest ein Semester für ein Studium oder Praktikum im Ausland vorgesehen ist. Calvin Nisse studierte ein Jahr in Mexiko-Stadt –„eine prägende Erfahrung“.

Mit BAföG, Kindergeld und Jobs als studentische Hilfskraft hat er sein Studium finanziert. Mittlerweile ist er im achten Semester und schreibt an seiner Abschlussarbeit. Er möchte auf jeden Fall mit dem Master weitermachen und sich dann stärker auf die Forschung konzentrieren. <<

Interessen:

gestalterisches Arbeiten, Natur­wissen­schaften, Inter­disziplinarität

siehe auch Arbeitswelt:

Naturschutz und Umwelttechnik

BERUFENET:

Land­schafts­architektur, Frei­raum­planung

Umwelt plus Informatik

Laura Moldenhauer (26) schätzt an ihrem Studiengang die Mischung aus Informatik, Wirtschafts- und Umweltwissenschaften.

Umweltinformatiker können Unternehmen dabei helfen, ihre Umweltschutzmaßnahmen zu verbessern, zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit: Sie sammeln Umweltdaten, werten diese aus und stellen sie informativ dar. „Umweltmanagement ist ein weites Feld“, sagt Laura Moldenhauer. Weil sie in diesem Bereich später einmal arbeiten möchte, hat sich die 26-Jährige für ihr Studienfach entschieden.

Besonders schätzt sie die vielen Anwendungsmöglichkeiten, die der Bachelorstudiengang Umweltinformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ihr vermittelt: „Es geht sowohl ums Programmieren und den Umgang mit Datenbanken als auch um Geografische Informationssysteme und Simulation. Daneben haben wir Module wie Ökologie, Umweltchemie und -analytik, aber auch Geophysik, Mathematik und BWL“, erzählt sie. „Man muss übrigens keine großen Erfahrungen im Programmieren mitbringen.“ In den ersten Semestern geht es um die Grundlagen, später arbeiten die Studierenden verstärkt in kleinen Gruppen, spielen Projekte mit Praxisbezug durch und präsentieren die Ergebnisse. „Da die Dozenten aus Wirtschaftsunternehmen kommen, bringen sie reale Fallbeispiele mit.“

Im sechsten Semester hat Laura Moldenhauer ein Fachpraktikum bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gemacht. Seitdem arbeitet sie dort als wissenschaftliche Hilfskraft. Auch ihr Thema für die Bachelorarbeit, an der sie gerade schreibt, hat sie dort gefunden. Sie ist jetzt im achten Semester, die Regelstudienzeit liegt bei sechs. „Da ich das Studium selbst finanziere und nebenbei arbeite, hat sich das in die Länge gezogen“, sagt sie. „Aber ich sehe das unproblematisch, und auch die Hochschule macht mir keinen Stress.“ Zurzeit überlegt sie, nach dem Bachelorabschluss auch noch ein Masterstudium zu absolvieren. <<

Interessen:

Umwelt­schutz, Soft­ware­lösungen für Umwelt­probleme, Umwelt­management

siehe auch Arbeitswelt:

Naturschutz und Umwelttechnik

BERUFENET:

Umwelt­informatik

Pferde und GPS

Modulkatalog statt Vertiefungsrichtungen: Mario Sandmann (22) schätzt vor allem die Wahlmöglichkeiten in seinem Landwirtschaftsstudium.

Aus Interesse an der Landwirtschaft hat Mario Sandmann eine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice abgeschlossen und sich direkt danach für das Bachelorstudium Landwirtschaft an der Hochschule Osnabrück eingeschrieben. Das war möglich, weil er den NC erfüllte und eine Berufsausbildung vorweisen konnte – andernfalls verlangt die Hochschule ein zwölfwöchiges landwirtschaftliches Vorpraktikum.

„Das Studium ist sehr vielseitig und bereitet nicht zwangsläufig darauf vor, dass man einen Betrieb leitet oder von den Eltern übernimmt“, sagt der 22-Jährige. Sein Fokus liegt auf Ökonomie sowie auf Bodenkunde: „Der Boden ist die Basis unserer gesamten Ernährung.“

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. In den ersten drei Semestern werden in Pflichtmodulen Grundlagen vermittelt, etwa Chemie, Biologie, Steuerrecht, Volkswirtschaft, Statistik oder Phytomedizin. Mario Sandmann ist jetzt im vierten Semester – ab jetzt kann er sich zahlreiche Wahlpflichtmodule aussuchen; relativ eng zugeschnittene Vertiefungsrichtungen wie etwa Tier, Pflanze oder Ökonomie sind nicht vorgeschrieben.

Neben Modulen zu Pflanzenbau und Nutztieren, Ökonomie oder Verfahrenstechnik kann man auch Angewandte Geflügelwissenschaften oder Pferdemanagement belegen. Da die Landwirtschaft längst weitgehend automatisiert ist, spielen auch Software, Technik und GPS eine Rolle – und auch Mathematik steckt in vielen Fächern.

Im sechsten Semester ist ein achtwöchiges Praktikum Pflicht, etwa bei einem Tierarzt, einer Landwirtschaftskammer oder einem Ingenieurbüro. Die Semesterferien nutzt Mario Sandmann, um mit einem Ferienjob sein Studium zu finanzieren – und nach dem Abschluss kann er sich gut vorstellen, noch ein Masterstudium dranzuhängen. <<

Interessen:

Natur, Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Agrar- und Forstwirtschaft, Gartenbau

BERUFENET:

Agrar­wissen­schaft

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/landwirtschaft-natur-und-umwelt-studium