Land­wirtschaft, Natur und Umwelt

Wassertropfen auf einem grünen Blatt.

Interessierst du dich für Tiere, Pflanzen oder den Umweltschutz? Möchtest du Wissen aus den Naturwissenschaften, aus Technik und Betriebswirtschaft anwenden? Dann könnte ein Beruf rund um Landwirtschaft, Natur und Umwelt genau das Richtige für dich sein.

Das hier vorgestellte Berufsfeld hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: In der Landwirtschaft, wo früher kleinbäuerliche Strukturen vorherrschten, dominieren heute große Agrarbetriebe. Und der Natur- und Umweltschutz hat sich vom reinen Kostenfaktor zum Geschäftsmodell für eine nachhaltige Volkswirtschaft gewandelt. Dementsprechend hat sich auch der Arbeitsmarkt verändert: Gut ausgebildeten Absolventen und Absolventinnen aus den Hochschulen, etwa Ingenieuren, Naturwissenschaftlern oder Betriebswirten, bieten sich heute zahlreiche Möglichkeiten.

In der Arbeitswelt „Agrar- und Forstwirtschaft, Gartenbau“ findest du ganz unterschiedliche Berufe – von Forstwirten über Ingenieure für Agrartechnik und Landwirtschaftsberater bis hin zu Garten- und Landschaftsgestaltern. Gemeinsam ist den Berufen nicht nur der Bezug zur Natur, sondern auch die Notwendigkeit, betriebswirtschaftliche Überlegungen in die Arbeitsprozesse einzubeziehen.

Die Berufe aus der Arbeitswelt „Naturschutz und Umwelttechnik“ drehen sich um Erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und den Umweltschutz. Oft geht es darum, die Recyclingquote eines Unternehmens zu steigern oder technische Lösungen zu finden, beispielsweise neue Abgasfilter oder Speicher für Erneuerbare Energien zu entwickeln. Aber auch Tätigkeiten mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt sind hier zu finden.

Egal welche Arbeitswelt man sich genauer ansieht: Akademiker/innen verbringen viel Zeit am Computer mit planerischen und organisatorischen Tätigkeiten. Wenn sie beispielsweise als Betriebswirt/in bei einem Agrarunternehmen arbeiten, berechnen sie Kosten und Erträge, planen den Personaleinsatz und organisieren den Verkauf der Produkte. In manchen Berufen gehört dagegen auch körperliche Arbeit draußen in der Natur dazu. Ob als Forstwirt/in, als Landschaftsarchitekt/in, als Agraringenieur/in oder Umweltwissenschaftler/in – gegenüber schlechtem Wetter sollte man unempfindlich sein.

Andere Berufe spielen sich vornehmlich im Labor ab. Als Umweltanalytiker/in untersuchst du beispielsweise Wasser-, Boden- oder Luftproben auf Verunreinigungen. Ingenieure und Ingenieurinnen wiederum sind oftmals in den Entwicklungsabteilungen der Industrie zu finden. Dort konstruieren sie zum Beispiel die Wind-, Sonnen- und Geothermie-Kraftwerke von morgen oder sie tüfteln an der Steuerungstechnik für selbstfahrende Landfahrzeuge. Bei manchen Berufen steht die Beratung im Mittelpunkt. Als Umwelt-Auditor/in etwa schreibst du Gutachten über die Ökobilanz eines Produkts und zeigst Unternehmen auf, wie sie Umweltschutzgesetze umsetzen können. Im Öffentlichen Dienst, etwa als Beamter/Beamtin in der Umweltverwaltung, erstellst du ebenfalls Gutachten – beispielsweise darüber, ob sich der Abbau von Rohstoffen an einem bestimmten Standort mit den Naturschutzgesetzen vereinbaren lässt. Oder du gehst bei Kontrollen vor Ort der Frage nach, ob Betriebe gefährliche Abfälle ordnungsgemäß entsorgen.

Neben Fachwissen und einem hohen Maß an technischem und naturwissenschaftlichem Verständnis sollten Absolventen und Absolventinnen dieser Arbeitswelten weitere Fähigkeiten mitbringen: Wer Arbeitsabläufe und Projekte steuert und kontrolliert, muss vor allem über organisatorische Fähigkeiten verfügen. Gefragt ist je nach Einsatzbereich auch unternehmerisches Denken – führst du einen Betrieb oder ein Planungsbüro, sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse unerlässlich.

Verantwortungsbewusstsein solltest du ebenfalls mitbringen, sei es, weil du Umweltrisiken einschätzen musst, für die Haltungsbedingungen von Stalltieren Sorge trägst oder die Güte von Lebensmitteln sicherstellst. Auch Durchsetzungsvermögen und Entscheidungsstärke sind von großer Bedeutung, zum Beispiel um Umweltschutzbelange auch gegen Widerstände zur Geltung zu bringen. Wenn es darum geht, anfallende Aufgaben an die einzelnen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen innen zu verteilen, mit Behörden zu kommunizieren oder Verhandlungen zu führen, sind außerdem Kommunikationsstärke, Kooperationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick wichtig.

Typische Arbeitgeber für die Absolventen und Absolventinnen agrarwirtschaftlicher Studiengänge sind Betriebe aus den Bereichen Ackerbau, Viehzucht, Forstwirtschaft, Weinbau oder Agrartechnik. Als Gartenbauingenieur/in oder Landschaftsarchitekt/in kannst du Aufgaben in Architektur- und Planungsbüros finden. Im Bereich des technischen Umweltschutzes gibt es Arbeitsplätze in praktisch allen Industriezweigen – vom Automobilbau bis hin zur Pharmazeutischen Industrie –, außerdem in der Wasser-, Recycling- oder Energiewirtschaft sowie bei spezialisierten Umweltberatungsunternehmen. Und nicht zuletzt bieten Verbände und Landwirtschaftskammern sowie Agrar-, Forst- oder Umweltschutzbehörden weitere berufliche Alternativen.

Nach Einschätzung von Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, stellt sich der Arbeitsmarkt rund um Landwirtschaft, Natur und Umwelt für gut qualifizierte Fachkräfte insgesamt positiv dar: „Allerdings sind das Berufsfeld und damit auch die Arbeitsmarktchancen oftmals abhängig von politischen Entscheidungen. So waren zum Beispiel die Auswirkungen der Energiewende erkennbar, die zum einen mit wachsender Nachfrage, zum anderen aber auch mit einer – zumindest teilweise – steigenden Arbeitslosigkeit einherging."

Der Berufseinstieg ist vielfach bereits mit dem Bachelor möglich. Je nach Arbeitgeber und Einsatzgebiet können darüber hinaus auch ein Master oder sogar eine Promotion gefordert sein – zum Beispiel für manche Führungspositionen oder für eine Karriere in der Forschung. Sehr gute Noten im Zeugnis helfen dabei, an der bevorzugten Uni einen Platz im Wunschfach zu bekommen, denn gerade bei beliebten Studiengängen gibt es Zulassungsbeschränkungen – im Bachelor wie im Master.

Wenn du schon während des Studiums Praktika absolvierst, sammelst du nicht nur Erfahrungen und wichtige Referenzen, sondern erkennst auch frühzeitig, welche Aufgaben und welcher Arbeitsbereich dir besonders liegen. Manchmal ist es sogar möglich, die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen zu schreiben. Wer darüber hinaus einen Auslandsaufenthalt vorzuweisen hat, kann seine Chancen weiter verbessern. Ebenfalls bei potenziellen Arbeitgebern gefragt sind soziale Kompetenzen, die man zum Beispiel durch ehrenamtliches Engagement oder die Mitarbeit an studentischen Projekten unter Beweis stellen kann.

Später im Beruf steht Hochschulabsolventen der Weg in eine Führungsposition offen, zum Beispiel in eine Tätigkeit als Laborleiter/in oder im Management eines Agrarunternehmens. Eine wichtige Voraussetzung ist die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Es gilt, die Kenntnisse auch nach dem Studienabschluss auf dem neuesten Stand zu halten und Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen.

In manchen Berufen ist auch eine Selbstständigkeit möglich, zum Beispiel als Landschaftsarchitekt/in mit eigenem Planungsbüro oder als freie/r Gutachter/in. Wer sich selbstständig machen will, sollte neben Fachwissen und einem Netzwerk an Kontakten auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse mitbringen. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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