Konstruk­tion und Ent­wicklung in Architektur und Bau­wesen

Architektur in der Autostadt

Die Arbeitswelt im Überblick

Gebäude entwerfen, Brücken konstruieren oder die Stabilität des Untergrunds berechnen – in Architektur und Bauwesen finden sich zahlreiche Aufgaben für Ingenieure und Ingenieurinnen. Wie sind die Perspektiven am Arbeitsmarkt? Welche Trends sind wichtig?

Bei den Wörtern „Architektur“ und „Bau“ denken viele Menschen vor allem an Wohn- oder Bürogebäude. Und natürlich sind in dieser Arbeitswelt Architekten und Architektinnen vertreten, die technisches Wissen mit einem ästhetischen Auftrag verbinden. Doch die Konstruktion und Entwicklung im Bauwesen beschränkt sich nicht nur auf den sogenannten Hochbau. Als Tiefbauingenieur/in beispielsweise kannst du Straßen, Tunnels, Kanäle oder Brücken bauen oder die Tragfähigkeit des Bauuntergrunds berechnen. Als Bauphysikingenieur/in könnte es dagegen deine Aufgabe sein, neue Dämmstoffe und andere innovative Baumaterialien zu entwickeln.

Wenn du in einem der Berufe dieses Bereiches arbeiten möchtest, solltest du dich gern mit naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen beschäftigen. Ebenso sind gute Mathematikkenntnisse wichtig. Auch wenn es sich hier um ein technisches Berufsfeld handelt, sind soziale Kompetenzen erforderlich – schließlich arbeitest du zumeist gemeinsam mit anderen an der Realisierung der Projekte. Daher solltest du über Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit verfügen sowie gerne planen und organisieren.

Mögliche Arbeitgeber für die Akademiker/innen aus diesem Bereich finden sich beispielsweise bei Bauunternehmen, Ingenieur-, Architektur- und Planungsbüros und im Öffentlichen Dienst. „Freiberufliche Tätigkeit spielt in den Berufsgruppen dieser Arbeitswelt eine wichtige Rolle“, erklärt Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit. „Dabei sind die Perspektiven am Arbeitsmarkt eng mit der Entwicklung der Baubranche verknüpft."

Wie aber wird sich diese Baukonjunktur weiterentwickeln? Das lässt sich längerfristig nur schwer vorhersagen. Zuletzt war die Auftragslage beispielsweise im Wohnungsbau sehr gut. Vielerorts ist Wohnraum knapp, was auch an gesellschaftlichen Entwicklungen wie dem Trend zu Single-Haushalten und zu größeren Wohnflächen, der Migration nach Deutschland und der Nachfrage nach Immobilien als Kapitalanlage liegt. Auf der anderen Seite kann die Baukonjunktur aber auch wieder ins Stocken geraten. Zu beachten ist unter anderem, dass auch politische Entscheidungen einen Einfluss haben. Wenn neue Straßen gebaut werden und viele Fördergelder für energetische Sanierungen fließen, füllt das natürlich ebenfalls die Auftragsbücher im Baugewerbe.

Architektur und Bauingenieurwesen sind zukunftsorientierte Berufsfelder – hier wird heute daran gearbeitet, wie wir morgen leben. Entsprechend ist das Berufsfeld offen für neue Technik, mit deren Hilfe sich Arbeitsprozesse effizienter bewältigen lassen. Ein Beispiel: Bei der Vermessung und Kartografierung von Straßenbaustellen und bei der Inspektion von Brücken kommen mittlerweile Drohnen zum Einsatz.

Vielversprechend wirkt auch die Entwicklung innovativer Materialien und Werkstoffe. Aktuell setzen die Experten und Expertinnen dieser Arbeitswelt zum Beispiel große Hoffnungen in Carbonbeton – einen Baustoff, der eine wesentlich längere Lebensdauer als herkömmlicher Stahlbeton aufweist und hohe Stabilität mit vergleichsweise geringem Gewicht vereint. Eine andere Materialinnovation ist der sogenannte „Flüsterasphalt“. Dieser offenporige Straßenbelag absorbiert den Schall der Geräusche auf der Fahrbahn und reduziert so den Lärm entlang der Verkehrswege.

Generell gilt: Bei Entscheidungen, die den Verkehr und die öffentliche Infrastruktur betreffen, ist es wichtig, die Bürger und Bürgerinnen einzubeziehen. Schließlich sind sie direkt davon betroffen, wenn eine neue Straße oder U-Bahn-Linie gebaut wird. Akademiker/innen sind heute stärker denn je gefordert, auf die Menschen zuzugehen, wenn sie neue Projekte realisieren wollen. <<

Portrait von Gerhard Zach.

Interview mit Dipl.-Ing. Gerhard Zach, Präsident des Verbands Deutscher Architekten

Trend zur Vollbeschäftigung

Herr Zach, welche aktuellen Trends gibt es auf dem Arbeitsmarkt für Architekten?
Gerhard Zach: Seit 2016 ist die Situation entspannt. Es herrscht momentan eine hohe Beschäftigungsquote und der Verband verzeichnet nur wenige Beratungsanfragen von Jobsuchenden. Besonders in den Ballungsräumen lassen sich viele Architekten nieder. Auffallend ist, dass über die Hälfte aller Neueintragungen in die Architektenliste Frauen sind. Grundsätzlich werden diese Aussagen noch einige Zeit gültig sein.

Welche persönlichen und fachlichen Anforderungen werden gestellt?
Gerhard Zach: Neben guten Noten und CAD-Kenntnissen fordert der Architektenberuf heutzutage vielfältiges Wissen. Vor allem Erfahrung ist gefragt. Deshalb sollten Studierende am besten bereits neben dem Studium erste Erfahrungen sammeln. Praktika oder ein Studentenjob in einem Architekturbüro sind dafür ideal. Außerdem sind Englischkenntnisse unerlässlich, um die steigenden Anfragen aus dem chinesischen und arabischen Raum zu bearbeiten. Die ausländische Konkurrenz schläft nicht. Eine Spezialisierung ist stets sinnvoll, um sich von der Masse abzuheben.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Berufseinsteiger?
Gerhard Zach: Viele Möglichkeiten bieten sich in größeren Büros sowie bei staatlichen Institutionen wie etwa obersten Baubehörden oder Regierungen. Karriere machen kann man auch in kleineren Büros, dort gibt es jedoch weniger Aufstiegsmöglichkeiten. <<

Die Ed. Züblin AG bietet Berufseinsteigern ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Tätigkeitsspektrum. Voraussetzung für den Einstieg als Ingenieur/in oder Architekt/in ist ein abgeschlossenes Studium. Den Absolventen steht die Möglichkeit des Direkteinstiegs oder der Start im Rahmen eines Traineeprogramms offen. Darüber hinaus bieten wir aber auch viele kaufmännische, technische und gewerbliche Ausbildungsberufe an. Für die persönliche Weiterentwicklung steht unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Vielzahl bedarfsgerechter interner Schulungen zur Verfügung.

Bauingenieure sind auch in Ingenieurbüros gefragt. Unser bauphysikalisches Beratungsbüro sucht insbesondere Absolventen mit sehr guten Kenntnissen im energetischen Bereich, im Schallschutz und in der Anlagentechnik. Natürlich sollten die Interessenten nicht nur fachlich fit sein, sondern auch menschlich zu uns passen. Vor allem die Arbeit im Team wird ganz großgeschrieben. Wer sich schon in einem Praktikum bei uns bewiesen hat, ist klar im Vorteil. Darum mein Tipp an alle künftigen Studierenden: Wählt eure Praktikumsstelle sorgfältig aus!

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende fachliche Kenntnisse gefragt sein:

  • Architektur
  • Ausschreibung, Vergabe, Bauabnahme
  • Bau- und Architektenrecht
  • Baukonstruktion
  • Bauleitung
  • Bauphysik, Baustoffkunde
  • Entwicklung
  • Entwurf
  • Kalkulation
  • Projektierung
  • Stahlbaukonstruktion
  • Statik, Tragwerksplanung
  • Straßenbau, Spezialtiefbau

Für die Berufe in dieser Arbeitswelt können im späteren Berufsleben beispielsweise folgende persönliche Anforderungen an dich gestellt werden:

  • analytische Arbeitsweise
  • Kommunikationsstärke
  • Kreativität
  • Kundenorientierung
  • Mobilitätsbereitschaft
  • Planungs- und Organisationsfähigkeit
  • räumliches Denken
  • Selbstorganisation
  • Sinn für Ästhetik
  • Sorgfalt
  • Teamfähigkeit
  • unternehmerisches Denken und Handeln
http://berufsfeld-info.de/abi/konstruktion-entwicklung/konstruktion-und-entwicklung-in-architektur-und-bauwesen