Konstruktion, Entwicklung

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Prototypen bauen

Nach ihrem dualen Studium in Maschinenbau vertieft Sandra Kernebeck (24) das Fachwissen in einem entsprechenden Masterstudium.

Die Studentin, die an der Bergischen Universität Wuppertal eingeschrieben ist, ist inzwischen im zweiten Semester. „Nach dem Bachelor hat der Übergang in das Masterstudium gut geklappt“, erzählt die 24-Jährige. Gerade hat sie ein Ingenieurprojekt abgeschlossen: Gemeinsam mit einem Kommilitonen entwickelte sie für eine Firma einen neuen Dämmstoffschneider. „Zunächst haben wir uns die technischen Grundlagen für das Gerät angeeignet, danach die Konstruktion verändert und schließlich einen Prototyp gebaut.“

Für dieses Projekt hatte die Studierende für sechs Monate eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin, die inzwischen ausgelaufen ist. Ihr Studium finanziert sie nun mit Unterstützung der Eltern. „Inzwischen habe ich mich um eine ähnliche Stelle beworben. Viel arbeiten kann ich allerdings nicht nebenbei, da das Studium viel Zeit in Anspruch nimmt.“

Sandra Kernebeck beschäftigt sich mit Themen wie der Analyse von Bruchflächen, mit Messtechnik in der Produktentwicklung und mit Tools für die Computersimulation. Den Schwerpunkt in ihrem Masterstudium hat sie auf Fertigungs- und Werkstofftechnik gelegt – in der ingenieurwissenschaftlichen Produktentwicklung spielen diese Bereiche eine wichtige Rolle.

Die ersten drei Semester des Studiengangs nehmen die Studierenden an Vorlesungen teil, als Leistungsnachweise werden Klausuren geschrieben. Das vierte und letzte Semester ist für das Verfassen der Masterthesis vorgesehen. „In der vorlesungsfreien Zeit werde ich ein freiwilliges Praktikum bei einem Automobilzulieferer machen und hoffe, dass sich die Chance ergibt, die Abschlussarbeit in dem Unternehmen zu schreiben“, sagt die Studentin. „Nach dem Master möchte ich in den Beruf einsteigen. Die Automobilbranche ist eine mögliche Option für mich.“ <<

Motivation:

Wissen aus dem Bachelor­studium vertiefen

siehe auch Arbeitswelt:

Konstruktion und Entwicklung im Fahrzeug- und Maschinenbau

BERUFENET:

Maschinen­bau

Theorie im Baustellenalltag anwenden

Tobias Konhäuser (28) arbeitet in einem Ingenieurbüro und studiert parallel dazu im Master Bauingenieurwesen.

Montags und dienstags erstellt und prüft Tobias Konhäuser in einem Ingenieurbüro Statiken und Bewährungspläne. Mittwoch, Donnerstag und Freitag verbringt er an der Hochschule Mainz, wo er im zweiten Mastersemester Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau studiert. „Berufsbegleitend zu studieren, hat nicht nur den Vorteil, dass man bereits in der Arbeitswelt angekommen ist. Man studiert auch anders, weil man im Alltag die Theorie anwendet.“ Nach dem Bachelor aufzuhören, kam für Tobias Konhäuser nicht infrage: „Konstruktiver Ingenieurbau ist sehr komplex. Es gibt so viele Facetten, vom Bauen im Bestand bis zum erdbebensicheren Bauen. Diese Themen kann der Bachelor allein nicht abdecken.“ Das Masterstudium kann Vollzeit in drei Semestern oder berufsbegleitend in fünf Semestern studiert werden. Zwischen seinem Arbeitgeber, der IGM Ingenieurplanung GmbH in Wiesbaden, und der Hochschule gibt es einen Kooperationsvertrag, der unter anderem auch die Studiengebühren regelt. Arbeitgeber und Hochschule liegen keine 40 Kilometer auseinander – für ihn gut machbar.

Inhaltlich passen die Module bestens zu seinem Arbeitsplatz. Zu den Pflichtmodulen gehören höhere Mathematik und Geotechnik/Spezialtiefbau. Zu den fünf Vertiefungsmodulen zählen Sanierung von Holz- und Mauerwerksbauten, Massivbau, Stahlbau, Spannbeton und Baudynamik. Weitere Creditpoints können etwa in den studiengangübergreifenden Modulangeboten „Bauen im Bestand“ erworben werden. Bevor die Studierenden sich der Masterarbeit widmen, müssen sie an einem interdisziplinären Projekt mitarbeiten: „Es werden Teams aus Architekten und Bauingenieuren gebildet. Der Architekt bringt den Entwurf ein, der Bauingenieur erstellt die Ausführungsstatik.“ <<

Motivation:

Berufs­praxis und Theorie sinn­voll verknüpfen

siehe auch Arbeitswelt:

Konstruktion und Entwicklung in Architektur und Bauwesen

BERUFENET:

Bau­ingenieur­wesen

Spezialwissen: Schweißen

Die Weiterbildung zur Schweißfachingenieurin macht Vivian Poll (28) zur Spezialistin auf ihrem Gebiet.

Nach ihrem Bachelorabschluss in Nano- und Materialwissenschaften an der Westfälischen Hochschule Recklinghausen hatte Vivian Poll zunächst das gleichnamige Masterstudium begonnen. „Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass mir der Praxisbezug fehlt“, erzählt die 28-Jährige. „Als mich ein Kommilitone auf den Lehrgang zur Internationalen Schweißfachingenieurin oder kurz SFI hinwies, war ich sofort begeistert.“ Die Weiterbildung an der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt dauert in Duisburg knapp vier Monate in Vollzeit und kostet etwa 9.000 Euro „Die Kosten habe ich selbst getragen“, erzählt Vivian Poll. „Die Investition hat sich aber ausgezahlt."

Die Weiterbildung beginnt mit Theorieunterricht in den schweißtechnischen Grundlagen. „Es geht um die verschiedenen Schweißverfahren, wie Gas-, Lichtbogen-, Metallschutzgas- und Wolframschutzgasschweißen, um die Ausrüstung, die Werkstoffe und deren Verhalten beim Schweißen, um Konstruktion und Gestaltung“, erzählt Vivian Poll. Diesem Theorieteil folgt ein zweiwöchiges Praktikum in den anstaltseigenen Werkstätten und Laboren. Die Teilnehmer lernen hier die Anwendung, Handhabung und die passenden Einsatzbereiche der verschiedenen Schweißverfahren kennen. „Danach stand eine theoretische Prüfung an“, berichtet sie. Im Hauptteil der Weiterbildung wird das Wissen aus den bis dahin behandelten Fächern nochmals vertieft – und mit Qualitätssicherung tritt ein weiteres Fach hinzu. Auch jetzt, nach ihrem Abschluss als Internationale Schweißfachingenieurin, möchte Vivian Poll sich noch weiterbilden, eventuell bis zur Schweißnahtgüteprüferin. „Ich will mich in Zukunft auf jeden Fall weiter auf dem Gebiet des Nichteisenmetallschweißens spezialisieren.“ <<

Informatik im Dienst der Medizin

Als Doktorand im Bereich der Ingenieurinformatik entwickelt Adrian Morariu (30) ein medizinisches Diagnoseverfahren.

In Adrian Morarius Promotion geht es darum, medizinische Strukturen in Bilddaten zu erkennen. „Aus zweidimensionalen CT- und MRT-Bildern machen wir eine 3-D-Rekonstruktion, um krankhafte Veränderungen abzuleiten“, erläutert der 30-Jährige. „Unser Ziel ist es, die Diagnose und Therapieplanung für Ärzte zu vereinfachen.“ Dazu arbeitet er mit Maschinenbauingenieuren zusammen. Gemeinsam haben die Wissenschaftler spezielle Kamera­systeme konstruiert, die das Gangbild von Patienten aufnehmen und eine Analyse möglich machen.

Nach dem Besuch einer deutschsprachigen Schule in Rumänien hatte Adrian Morariu mit einem DAAD-Stipendium an der RWTH Aachen Elektrotechnik und Informationstechnik studiert. Das Thema seiner Diplomarbeit – medizinische Bildverarbeitung – fand er so interessant, dass er sich an der Universität Duisburg-Essen für eine Promotion am Lehrstuhl für Intelligente Systeme bewarb, wo er seit über vier Jahren lehrt und forscht.

Weil er auch recherchieren muss, welche Verfahren andere Wissenschaftler in diesem Bereich entwickelt haben und ob er eventuell darauf aufbauen kann, liest er viele wissenschaftliche Fachartikel und tauscht sich mit Kollegen aus aller Welt aus – auch auf internationalen Konferenzen.

Außerdem betreut er Abschlussarbeiten und Praxis projekte. „Die Themen dafür vergebe ich so, dass sie auch für meine Promotion interessant sind“, sagt er. „So greifen Lehre und Forschung ineinander.“ Außerdem leitet er eine Informatik-Übung, an der bis zu 500 Studierende teilnehmen. Teilergebnisse seiner Forschung veröffentlicht Adrian Morariu in Fachzeitschriften. Die fließen am Ende in seine Promotion ein – ebenso wie die Abschlussarbeit und die Praxisprojekte. Nach der Promotion möchte er in der Forschung bleiben, am liebsten im Bereich der medizinischen Bildverarbeitung. <<

Motivation:

wissen­schaft­liches Interesse an der 3-D-Rekonstruktion medizinischer Daten, Spezial­kenntnisse vertiefen

siehe auch Arbeitswelt:

Konstruktion und Entwicklung in der Elektrotechnik

BERUFENET:

Ingenieur­informatiker/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Automatisierungstechnik

  • Elektrotechnik

  • Fahrzeuginformatik, -elektronik

  • Konstruktionstechnik

  • Kybernetik

  • Maschinenbau

  • Mechatronik

  • Systems Engineering

  • Technischer Vertrieb

  • Verfahrenstechnik

  • Werkstoffwissenschaft, -technik

  • Wirtschaftsingenieurwesen

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Automatisierungs-, Fertigungs- und Produktionstechnik

  • CAD-Software

  • ERP-Software (z.B. SAP)

  • Konstruktionssoftware

  • Marketing

  • Mechatronik

  • Patentrecht

  • Produktentwicklung

  • Projektmanagement

  • Qualitätsmanagement

  • Schweißtechniken

  • Umweltrichtlinien

  • Vertrieb

http://berufsfeld-info.de/abi/konstruktion-entwicklung-weiterbildung