Konstruktion, Entwicklung

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Das Auto der Zukunft

Linda Kreizer (21) studiert Elektrotechnik und Elektromobilität aus Interesse an Autos und Umwelttechnik.

Dass es in den technischen Bereich gehen würde, war für Linda Kreizer früh klar. „2013 wurde dann an der TH Ingolstadt der spezielle Studiengang Elektrotechnik und Elektromobilität ins Leben gerufen, und ich habe mich gleich darauf beworben“, sagt die 21-Jährige, die so ihre Leidenschaft für Umwelttechnik mit ihrem Interesse für Autos verbinden kann. Um für den siebensemestrigen Bachelorstudiengang zugelassen zu werden, muss ein Vorpraktikum von sechs Wochen absolviert werden.

Die ersten beiden Semester sind als Grundstudium konzipiert, in dem unter anderem Ingenieurmathematik, Elektro- und Messtechnik, Programmieren und Digitaltechnik unterrichtet werden. „In diesen Semestern studiert man mit den Elektrotechnik-Studierenden zusammen“, erklärt Linda Kreizer. „Ab dem dritten Semester stehen dann Fächer wie Modellierung dynamischer Systeme, Elektrische Antriebe, Chemie, Energiespeicher, Felder und Wellen, Regelungstechnik, Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Fahrdynamik und Fahrzeugelektronik auf dem Stundenplan.“

Während ihres Praxissemesters lernen die Studierenden die Abläufe in einem Betrieb der Branche kennen. Über verschiedene Partnerhochschulen besteht auch die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu machen. „Ich war ein Semester in Südafrika und habe dort einige Wahlpflichtfächer belegt“, sagt Linda Kreizer, die bei ihren Eltern wohnt und ihren Lebensunterhalt über einen Ferienjob finanziert. Derzeit studiert sie im sechsten Fachsemester und wird demnächst ihre Bachelorarbeit schreiben. „Nach meinem Bachelorabschluss könnte ich mir vorstellen, einen Master in Elektromobilität zu machen.“ <<

Technik designen

Der Studiengang Produktentwicklung und Technisches Design von Maurice Dalpiaz (26) verbindet Industriedesign und Konstruktion.

Gleich zu Beginn des sechssemestrigen Studiengangs Produktentwicklung und Technisches Design an der Frankfurt University of Applied Sciences erarbeiten die Studierenden in Teams ein eigenes Projekt und setzen dieses um. „Das war eine prima Gelegenheit, sich kennenzulernen und erste praktische Erfahrungen zu sammeln“, erinnert sich Maurice Dalpiaz, Student im vierten Semester. Zulassungsvoraussetzung für das Studium, das nur im Wintersemester begonnen werden kann, ist ein dreizehnwöchiges Vorpraktikum.

Nach den ersten beiden Semestern mit Grundlagenfächern wie Mathematik, Konstruktion, Technische Mechanik, Werkstoffkunde und Zeichnen können die Studierenden ab dem dritten Semester zwischen den Schwerpunkten Produktgestaltung oder Simulation wählen. Maurice Dalpiaz hat sich für Ersteres entschieden. „Die Verbindung von Gestaltung und Technik fasziniert mich besonders an diesem Studiengang“, erklärt der 26-Jährige. Mit der Schwerpunktwahl stehen weitere Teamprojekte an, in denen Maurice Dalpiaz den gesamten Entwicklungsprozess eines Produkts durchspielt, etwa zu den Vorgaben „Kleinstfahrzeuge für Stadtverkehr und Umwelt“ oder „Küchengeräte der Zukunft“.

Zu den Theoriefächern wie Chemie, Physik oder Fertigungstechnik absolvieren die Studierenden Laborübungen. In einem weiteren Teamprojekt lassen sie anhand einer Aufgabenstellung ein innovatives Produkt entstehen. Die Bachelorarbeit verbinden viele mit dem zwölfwöchigen Betriebspraktikum im sechsten Semester.

Sein Studium finanziert Maurice Dalpiaz durch einen Nebenjob an der Hochschule und mit Unterstützung seiner Eltern. Nach seinem Abschluss möchte er einen berufsbegleitenden Master machen oder gleich in den Beruf im Bereich Produktentwicklung einsteigen. <<

Interessen:

Mathematik, Gestaltung

siehe auch Arbeitswelt:

Konstruktion und Entwicklung in weiteren Bereichen

BERUFENET:

Produktentwicklung

Energiekonzepte für Gebäude

Neben dem Berufsabschluss als Anlagenmechanikerin erwirbt Mareike Kiefer (22) den Bachelor in Energie- und Gebäudetechnik.

Mareike Kiefer hätte sich auch vorstellen können, Chemie zu studieren. „Als ich von der Möglichkeit erfahren habe, in einem dualen Studium eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit einem Studium an der TH Nürnberg zu kombinieren, hat mich das aber überzeugt“, erinnert sich die 22-Jährige. Das Studium Energie- und Gebäudetechnik kann auch ohne parallel stattfindende Berufsausbildung absolviert werden. Voraussetzung ist ein mehrwöchiges Vorpraktikum in einem Betrieb.

Das siebensemestrige Studium teilt sich in drei Abschnitte. In den ersten beiden Semestern stehen Grundlagenfächer wie Mathe, Chemie und Physik auf dem Stundenplan. Im dritten und vierten Semester widmen die Studierenden sich fachspezifischen Inhalten wie Heizungs-, Klima-, Kältetechnik, Fluidmechanik und Mess-, Regelungs- und Steuerungstechnik. „Das fünfte ist ein Praxissemester, das man in einem Planungsbüro oder einem Betrieb ableisten kann. Dazu gehört das Verfassen eines Praktikumsberichts mit einer Präsentation“, so Mareike Kiefer, die derzeit im sechsten Semester ist. „In den letzten beiden Semestern kann aus einigen Fächern ausgewählt werden. „Ich belege unter anderem Veranstaltungen zu industrieller Energieversorgung und nachhaltigem Bauen“, erzählt die Studentin.

Mareike Kiefer finanziert ihr Studium über ein Stipendium ihres Arbeitgebers und dadurch, dass sie während der Semesterferien ihre Ausbildung als Anlagenmechanikerin fortsetzt. „Ich habe mich verpflichtet, nach dem Bachelorabschluss mindestens drei Jahre bei meiner Firma zu arbeiten. Irgendwann könnte ich mir auch vorstellen, noch einen Master zu machen.“ <<

Interessen:

Technische Aspekte, Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Konstruktion und Entwicklung in Architektur und Bauwesen

BERUFENET:

Gebäude­technik, Gebäude­energie­technik

Verfahren entwickeln

Wie kann man aus einem Ausgangsmaterial einen bestimmten Stoff gewinnen? Mit solchen Fragen befasst sich Frank Schwering (25) im Rahmen seines Studiums.

In seinem Studiengang könne er sich mit Inhalten aus seinen beiden großen Interessengebieten, Technik und Chemie, beschäftigen, wie Frank Schwering erläutert. „Entschieden habe ich mich dafür, weil ich später gern in der Chemischen Industrie arbeiten möchte“, sagt der 25-Jährige, der an der Technischen Hochschule Clausthal studiert.

Zu Beginn des Studiums standen vor allem Mathematik und Naturwissenschaften auf dem Studienplan, später kamen unter anderem ingenieurwissenschaftliche Inhalte hinzu. Frank Schwering befasste sich mit Werkstoffkunde und Thermodynamik ebenso wie mit Strömungsmechanik und Wärmeübertragung. Sein Schwerpunkt ist die Chemische Verfahrenstechnik. Derzeit schreibt der Student an seiner Bachelorarbeit und ist in ein Forschungsprojekt eingebunden. Dabei geht es um die Entwicklung eines kostengünstigen Verfahrens, um aus nachwachsenden Rohstoffen einen bestimmten Stoff mithilfe einer sogenannten Reaktivextraktion herzustellen. Dieser Stoff soll als Plattformchemikalie dienen. Darunter versteht man einen Ausgangsstoff, der für die Produktion vieler Produkte eingesetzt wird, die man heute zum Beispiel auf Basis von Erdöl herstellt.

Der Zugang zu dem sechssemestrigen Studiengang ist frei, allerdings müssen Studienbewerber ein achtwöchiges Grundpraktikum nachweisen. „Ein weiteres sechswöchiges Praktikum ist am Ende des Studiums vorgesehen. Im Fachpraktikum konnte ich die Arbeit von Ingenieuren in der Industrie kennenlernen.“ Frank Schwering hat es bei einem Hersteller von Lösungsmitteln absolviert.

Sein Studium finanziert er mit Unterstützung der Eltern, zudem hat er einen Job als wissenschaftliche Hilfskraft. Nach dem Bachelor möchte er seinen Master machen und anschließend promovieren. „Mein Berufsziel ist es, in der Forschung und Entwicklung zu arbeiten.“ <<

Interessen:

Technik und Chemie

siehe auch Arbeitswelt:

Konstruktion und Entwicklung in weiteren Bereichen

BERUFENET:

Verfahrens­technik

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/konstruktion-entwicklung-studium