Software­entwickler/in; Wirtschafts­informatiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Softwareentwicklerin

Tätigkeitsfeld:

Softwareentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftsinformatik

BERUFENET:

Softwareentwickler/in; Wirtschaftsinformatiker/in

Es ist wichtig in diesem Beruf, kreativ nach Lösungen zu suchen.

Arbeiten am Code

Softwareentwicklerin Christiane Schütz (27) erstellt komplexe Finanz- und Steuerprogramme. Das dazu nötige Fachwissen hat sie sich in ihrem Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik angeeignet.

Programmieren ist für Christiane Schütz eine Berufung. „Es ist einfach toll, wenn ein Programm auf Knopfdruck funktioniert, das man mitentwickelt hat“, sagt sie. Die 27-Jährige ist bei der DATEV eG in Nürnberg angestellt. Das Softwarehaus entwickelt Programme für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte. „Zu jedem Jahreswechsel müssen wir steuerliche Gesetzesänderungen in unsere Programme einarbeiten“, erzählt Christiane Schütz. „Außerdem befassen wir uns das ganze Jahr über mit Programmerweiterungen.“

Die erforderlichen Kenntnisse, um solch hochkomplexe Software zu entwickeln, erarbeitete sie sich im Bachelorstudium Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ludwigshafen. Sie hat dort nicht nur das Programmieren gelernt, sondern auch wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen erlangt. „Der Studiengang vermittelte einen Querschnitt aller wichtigen betriebswirtschaftlichen Themen“, sagt sie. In ihrem Beruf kommt ihr das heute sehr zugute. Viele ihrer Kollegen sind den umgekehrten Weg gegangen, haben ein Studium im Bereich Steuerwesen absolviert und das Programmieren erst später gelernt.

Kleine Ursachen, große Auswirkungen

Die Softwareentwickler arbeiten je nach Fachgebiet in unterschiedlichen Abteilungen. Christiane Schütz ist zum Beispiel im Bereich Einkommenssteuer tätig. Steht ein neues Projekt an, etwa eine Programmerweiterung, bespricht sie zunächst mit ihren Kollegen, worin genau die neuen Funktionen bestehen und was sie leisten müssen – aber auch, wie sich die Neuerungen auf andere Programmbereiche auswirken können. „Das ist wichtig, weil es in unseren Programmen viele Querverbindungen gibt“, erläutert sie. „Deshalb stimmen wir uns permanent mit den Programmierern aus den anderen Abteilungen ab.“ An manchen Tagen beschäftigt sich Christiane Schütz überwiegend mit der fachlichen Planung und Organisationsarbeit, gelegentlich steht sie auch mit Kunden in Kontakt – die eigentliche Programmierung ist also nur ein Teil ihrer Aufgaben.

Kreativ nach Lösungen suchen

Als Softwareentwicklerin muss sie unterschiedliche Programmiersprachen beherrschen. „Wenn man erst einmal eine beherrscht, tut man sich leichter, weitere dazuzulernen“, sagt sie. Wenn Christiane Schütz neue Software entwickelt, kommt ihr vor allem ihre gründliche, akribische Arbeitsweise zugute – denn ein einziger Tippfehler kann bereits dazu führen, dass das Programm nicht wie gewünscht funktioniert.

Umso wichtiger ist es, dass die Software nach ihrer Fertigstellung ausführlich getestet wird. „Wir legen Musterfälle im Programm an und prüfen durch Logiktabellen, ob wir alle Wege in unserem Programm durchlaufen haben“, erläutert sie. Wenn dabei Fehler auftauchen, muss Christiane Schütz sie beheben, bevor sie die Software in die nächste Testrunde gibt. „Es ist wichtig in diesem Beruf, kreativ nach Lösungen zu suchen“, sagt sie. Mit dem nächsten Karriereschritt könnte sie beispielsweise in die Projekt- oder Teamleitung aufsteigen, aber auch eine Tätigkeit als Fachberaterin ausüben. <<

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