Organisations­programmierer/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Software Developer

Tätigkeitsfeld:

Softwareentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

IT Systems Engineering

BERUFENET:

Organisationsprogrammierer/in

Wir müssen ähnlich wie bei einem Puzzle die richtigen Teile heraussuchen und zusammensetzen.

Programmieren für die Bundesliga

Seit dem Abschluss seines Studiums in IT Systems Engineering entwickelt Fabian Tschirschnitz (28) als Organisationsprogrammierer eine Software mit, die von vielen Sportvereinen genutzt wird.

Fabian Tschirschnitz entwickelt beim Softwarehersteller SAP Programme, mit denen sich alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens abwickeln lassen – von der Buchführung über den Einkauf bis hin zum Personalwesen. „Ich entwickle zurzeit mit meinem Team eine Lösung für Sportvereine“, erzählt der 28-Jährige. „Viele Fußball-Bundesligavereine nutzen unsere Software. Damit können sie zum Beispiel Mitglieder, Trainingspläne und Kader verwalten oder die Leistungsdaten und die Verletzungshistorie der Spieler abrufen.“

Bevor Fabian Tschirschnitz als Software Developer bei seinem heutigen Arbeitgeber anfing, studierte er IT Systems Engineering am Hasso Plattner Institut in Potsdam – an anderen Hochschulen heißen vergleichbare Studiengänge zum Beispiel Softwaresystemtechnik. „Ein Informatikstudium ist grundsätzlich eine gute Vorbereitung, um später als Programmierer zu arbeiten. Die Alternative wäre eine Berufsausbildung zum Fachinformatiker“, sagt er.

Da die Hochschule und sein heutiger Arbeitgeber auf denselben Gründer zurückgehen, sind beide sehr eng miteinander verzahnt. „Nach dem Bachelor konnte ich im Unternehmen ein einjähriges Forschungspraktikum absolvieren“, erzählt Fabian Tschirschnitz. „Während des Masterstudiums erhielt ich dann das Angebot, im Unternehmen fest einzusteigen.“

Frontend oder Backend

Beim Programmieren unterscheidet man zwischen der Frontend- und Backend-Entwicklung. Der Frontend-Entwickler programmiert alles, was der Benutzer sieht. Die Entwickler hier sorgen also dafür, dass die Benutzeroberfläche genauso aussieht wie von den Designern gewünscht. Backend-Entwickler wiederum sind für die technische Umsetzung zuständig. Sie tragen die Verantwortung dafür, dass etwa die Schnittstellen für den Datentransfer richtig funktionieren. Fabian Tschirschnitz kennt beide Tätigkeitsfelder: „Die Frontend-Entwicklung ist greifbarer, weil man das Ergebnis seiner Arbeit sieht“, sagt er. Die gute Arbeit eines Backend-Entwicklers erkennt man vor allem daran, dass eine Organisationssoftware reibungslos arbeitet. „Das ist viel Tüftelei.“

Ähnlich wie ein Puzzle

Die Arbeit eines Programmierers ist sehr komplex. „Wir arbeiten mit einer großen Anzahl an Werkzeugen“, erzählt Fabian Tschirschnitz. „Es wäre niemals genug, nur eine einzige Programmiersprache zu beherrschen – zumal sich die Technologien von Monat zu Monat ändern. Wir müssen ähnlich wie bei einem Puzzle die richtigen Teile heraussuchen und zusammensetzen.“ Die Entwicklung einer Software ist Teamarbeit. Regelmäßig besprechen Fabian Tschirschnitz und seine Kollegen in Konferenzen die nächsten Entwicklungsschritte. Das ist auch nötig, denn Rückschläge und Fehlerbehebungen gehören zum Programmieren dazu: „Man braucht unbedingt Durchhaltevermögen und muss Biss mitbringen“, empfiehlt er.

Als Organisationsprogrammierer hat er gute berufliche Perspektiven: Nach ein paar Jahren Berufserfahrung und den passenden Fortbildungen könnte er auch als Software-Architekt arbeiten. Dann wäre er sogar in die Planung der Software eingebunden. <<

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