Informatik und IT

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

DNA und Datenbanken

Farina Ohm (23) gefällt am Masterstudiengang Bioinformatik die Mischung aus Computer- und Lebenswissenschaften – damit will sie ihre beruflichen Perspektiven verbessern.

Das Bachelorstudium Computing in Science mit dem Schwerpunkt Biochemie an der Uni Hamburg hat Farina Ohm bereits abgeschlossen. Auf diesem Feld sieht sie auch ihre berufliche Zukunft, und deshalb hat sie – ebenfalls in Hamburg – mittlerweile ein Masterstudium in Bioinformatik aufgenommen, das auf ihrem Bachelor aufbaut. „Gerade in den Naturwissenschaften eröffnet ein Master bessere Perspektiven für das Berufsleben“, ist die 23-Jährige überzeugt.

Der Studiengang hat drei Schwerpunkte: Strukturelle Bioinformatik, Genominformatik und Chemieinformatik. „In der Strukturanalyse geht es darum, wie sich Proteine formen und falten“, erläutert Farina Ohm. „Die Genomforschung befasst sich mit dem Aufbau der DNA und die Chemieinformatik mit dem sogenannten Wirkstoffentwurf.“ Zusätzlich können die Studierenden auch weitere Schwerpunkte setzen – etwa in der Kerninformatik oder in der Biotechnologie.

Wer im Bachelor „nur“ Biologie oder Informatik studiert hat, kann im Master Angleichungsmodule belegen. Farina Ohm dagegen konnte dank ihres Erststudiums direkt mit den Vertiefungsmodulen beginnen. Aktuell befindet sie sich im zweiten Semester. Im dritten wird sie in einer Gruppe mit anderen Studierenden an einer Projektarbeit arbeiten, Seminarvorträge halten und weitere Module aus der Informatik und den Lebenswissenschaften belegen. Im vierten Semester schließlich wird sie ein Forschungsthema bearbeiten und darüber ihre Masterarbeit schreiben.

Neben dem Studium arbeitet sie an der Entwicklung einer Softwarebibliothek für ihre Hochschule mit. Und nach dem Abschluss hofft sie auf eine Stelle in der Pharmaindustrie, am liebsten in der Forschung und Entwicklung. <<

Motivation:

Informatik, Lebens­wissen­schaften

siehe auch Arbeitswelt:

Informatikberufe mit besonderen Schwerpunkten

BERUFENET:

Bio­informatik

Mechanik und Elektronik verbinden

Das Masterstudium Elektro- und Informationstechnik ermöglichte es Maik Probst (33), sein Wissen zu vertiefen und wissenschaftlich zu arbeiten.

Nachdem Maik Probst sein Bachelorstudium in der Elektrotechnik und Informationstechnik an der HTWK Leipzig abgeschlossen hatte, hängte er dort auch gleich den gleichnamigen Master dran. „Dadurch steht mir eine Laufbahn als Beamter des höheren technischen Verwaltungsdienstes der Bundeswehr offen“, erklärt der 33-Jährige. „Außerdem wollte ich stärker wissenschaftlich arbeiten, als mir das mit dem Bachelor allein möglich gewesen wäre."

Im ersten Semester des Masterstudiums sind die Module Theoretische Elektrotechnik und Spezialgebiete der Mathematik für alle Studierenden Pflicht. Darüber hinaus können sie zwischen vier Vertiefungen wählen und die passenden Fächer belegen: Elektrische Energietechnik, Kommunikationstechnik und Biosignalverarbeitung, Automatisierungstechnik sowie Mechatronik, für die sich Maik Probst entschieden hat: „Da geht es um den Zusammenschluss von mechanischen und elektronischen Komponenten – zum Beispiel bei Fahrwerken."

Informationstechnologie spielt im Studium eine große Rolle – von softwaregestützten Simulationen bis hin zur Programmierung von Mikrocontrollern. Das Informatik-Fachwissen und die Programmiertechniken aus dem Bachelorstudium kommen Maik Probst nun im Master zugute.

Im dritten Semester verlagerte sich der Schwerpunkt von der Theorie auf die praktische Anwendung. Die Studierenden nahmen zum Beispiel an Forschungsprojekten teil oder arbeiteten in einem Unternehmen mit. Aktuell befindet sich Maik Probst im vierten und letzten Semester. Wenn er seine Masterarbeit abgeschlossen hat, beginnt für ihn das Berufsleben: Die Eignungsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst hat er bereits erfolgreich abgelegt. <<

Motivation:

höherer Gehalts­einstieg, Freude an der Forschung

siehe auch Arbeitswelt:

IT-Administration und -Koordination

BERUFENET:

Informations-, Kommunikations­technik

Web und App

Von der Theorie zur Praxis: Mareike Janssen (35) hat während ihrer Weiterbildung bereits eine App programmiert.

Mareike Janssen hat an der Technischen Fachhochschule Wildau physikalische Technik studiert. Doch auch Informatik hat sie schon immer interessiert, und sie möchte später einmal vom Programmieren leben können. Deshalb meldete sie sich bei der Cimdata Bildungsakademie Berlin für eine Weiterbildung zum Thema Web- und App-Entwicklung an. „Die Weiterbildung lief modular ab“, erzählt die 35-Jährige. „Jedes Modul bestand aus drei Wochen Theorieunterricht und einer Woche Praxis.“ Die Teilnehmer lernten verschiedene Programmiersprachen – darunter auch Android, womit sich Apps für das Smartphone oder Tablet entwickeln lassen. Daneben vermittelte die Weiterbildung ihnen auch Grundkenntnisse in Sachen Software-Tests – so können die künftigen Programmierer ihre eigenen Entwicklungen testen und Fehler beheben.

Nach den Grundmodulen durfte Mareike Janssen sich ein Projekt aussuchen, um das Erlernte selbst anzuwenden – sie hat dann das App-Spiel „2048“ nachprogrammiert. „Ein gutes Logikvermögen ist eine Grundvoraussetzung für das Programmieren. Man muss wissen, mit welchen Befehlen man den Computer dazu bringen kann, etwas Bestimmtes zu tun“, erklärt sie. „Durch die Weiterbildung verfüge ich nun über ein Basiswissen, auf dem ich später als Programmiererin aufbauen kann."

Nach 13 Monaten Vollzeitunterricht war die Weiterbildung abgeschlossen. Da Mareike Janssen arbeitslos gemeldet war, übernahm die Bundesagentur für Arbeit die Kosten. Weil sie nun mehrere Programmiersprachen beherrscht, und über fortgeschrittene Kenntnisse zur Web- bzw. App-Entwicklung verfügt, hat Mareike Janssen gute Voraussetzungen geschaffen, um eine Arbeitsstelle in der Softwareentwicklung zu finden. <<

Motivation:

Interesse an der Informations­technologie, Voraussetzung für Tätig­keiten in der Soft­ware­entwicklung schaffen

siehe auch Arbeitswelt:

Hard- und Softwareentwicklung

BERUFENET:

Soft­ware­entwickler/in

Von der Idee zur Doktorarbeit

Florian Imgrund (26) lässt nach dem Studium in Wirtschaftsinformatik eine Promotion in Informationsmanagement folgen – und übernimmt am Lehrstuhl bereits Personalverantwortung.

Florian Imgrund hat Wirtschaftsinformatik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert. Sowohl im Bachelor als auch später im Master spielte Informationsmanagement eine große Rolle. „Mitarbeiter im Informationsmanagement haben die Aufgabe, das Management eines Unternehmens zeitgerecht und wirtschaftlich mit relevanten Informationen zu unterstützen“, erläutert der 26-Jährige.

Nach dem Masterabschluss hätte er aufgrund seines Fachwissens problemlos auch einen Job in der Wirtschaft finden können. Doch die Promotionsstelle, die ihm der Lehrstuhl anbot, reizte ihn mehr. „Das ist eine schöne Mischung aus Lehre und Forschung“, sagt er. Einerseits unterrichtet er Studierende, andererseits arbeitet er an Forschungsprojekten. „Ich bekam sehr früh Personalverantwortung übertragen“, erzählt er. „Hilfswissenschaftler unterstützen mich zum Beispiel in einem Unterrichtsfach.“ Die Tätigkeit am Lehrstuhl bietet ihm zudem den Vorteil, sich mit vielen Themen auseinandersetzen zu können. „Ich werde nicht zuletzt dafür bezahlt, dass ich mich weiterbilde“, sagt er.

Auf diese Weise sucht Florian Imgrund zurzeit auch nach dem passenden Thema für seine Doktorarbeit: „Man forscht im Themenfeld des Lehrstuhls in einem Gebiet, das einen interessiert. Nach und nach entstehen so Idee und Inhalt der Doktorarbeit.“ Seinen Fokus hat er auf Geschäftsprozesse in Verbindung mit Cloud-Computing gelegt, also auf die Auslagerung von IT-Infrastruktur. Insgesamt wird seine Promotion drei bis fünf Jahre dauern. Anschließend könnte er seine Universitätslaufbahn fortsetzen; momentan plant er aber, nach der Promotion auf eine Stelle in der Wirtschaft zu wechseln. <<

Motivation:

spannende Vielfalt an Themen, Freude an Lehre und Forschung

siehe auch Arbeitswelt:

IT-Administration und -Koordination
IT-Kundenbetreuung

BERUFENET:

Informations­manager/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Bioinformatik

  • Computerlinguistik

  • Computermathematik

  • Game-Design, Interaction Design

  • Geoinformatik

  • Informatik, Informationsmanagement

  • Informations-, Kommunikationstechnik

  • IT-Management

  • IT-Sicherheit

  • Medieninformatik

  • Medizinische Informatik

  • Mensch-Maschine-Interaktion, Interfacedesign

  • Softwaretechnik

  • Technische Informatik

  • Umweltinformatik

  • Verwaltungsinformatik

  • Wirtschaftsinformatik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Betriebswirtschaft

  • Datenbankentwicklung

  • IT-Service-Management

  • Netzwerktechnologien

  • Programmiersprachen

  • Projektmanagement

  • Qualitätsmanagement

  • Softwareentwicklung

  • User-Support

  • Vertrieb

http://berufsfeld-info.de/abi/informatik-it-weiterbildung