Informatik und IT

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Computer und Medizin

Maike Zeelen (25) studiert Medizinische Informatik – und lernt dabei etwa, wie pharmazeutische Studien ablaufen und wie man medizinische Apps programmiert.

Für zwei Dinge interessiert sich Maike Zeelen besonders: Computer und Medizin. „Ich habe ein Studium gesucht, das diese beiden Themen unter einen Hut bringt“, erzählt sie. Mit ihrem Bachelorstudium „Data Science in der Medizin“ – bis vor Kurzem hieß der Studiengang noch „Medizinische Dokumentation und Informatik“ – an der Hochschule Ulm hat sie gefunden, was sie suchte.

In den ersten vier Semestern erarbeitete sie sich Grundkenntnisse in klinischer Medizin, Statistik, Mathematik, Gesundheitswesen, Recht, Informatik und Programmierung. Im fünften Semester konnte Maike Zeelen Wahlpflichtfächer hinzuwählen. „Man muss ein statistisches, ein medizinisches und ein informationstechnisches Fach belegen“, berichtet sie. Eine ihrer Spezialisierungen ist ABAP, eine Programmiersprache für Unternehmenssoftware.

Die Studierenden sollen bereits während des Studiums an das Berufsleben herangeführt werden. Das sechste Semester ist daher für ein Praktikum reserviert. Maike Zeelen arbeitete beim Mischkonzern General Electric in der Sparte „IT-Healthcare“, in der Produkte für die Radiologie entwickelt werden. Als Werkstudentin ist sie dem Unternehmen bis heute erhalten geblieben und finanziert mit dieser Tätigkeit ihren Lebensunterhalt. Zuvor hatte sie neben dem Studium in der Arztpraxis ihres Vaters gejobbt.

Aktuell befindet sich die 25-Jährige im siebten und letzten Semester und schreibt ihre Bachelorarbeit. Nach dem Abschluss stehen ihr viele berufliche Optionen offen. „Das Studium hat uns darauf vorbereitet, Studien in der Pharmaindustrie zu betreuen und durchzuführen, zum Beispiel für die Zulassung von Medikamenten“, erzählt sie. „Ich könnte aber auch medizinische Apps entwickeln oder für IT-Unternehmen aus anderen Branchen arbeiten.“ <<

Interessen:

Informatik, Medizin, Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Informatikberufe mit besonderen Schwerpunkten

BERUFENET:

Medizinische Informatik

Apps entwickeln

Wie programmiert man Software für mobile Geräte? Das lernt Brian Mairhörmann (21) im Bachelorstudium Mobile Computing.

Brian Mairhörmann möchte später einmal Spiele-, Nachrichten- oder Musik-Apps für Smartphones oder Tablet-Computer entwickeln. Deshalb hat er sich an der Hochschule Hof für das Bachelorstudium Mobile Computing eingeschrieben. „Hier geht es nicht nur um Informatik, sondern auch um Aspekte des Design“, erzählt er. Die Entwicklung einer App unterscheide sich in vielerlei Hinsicht von der Programmierung einer Software für den PC, erläutert er: „Die Programmiersprachen, die Frameworks und die spätere Bedienung durch den Anwender sind anders.“ Auch müsse die Rechenleistung intensiver bedacht werden, denn: „Eine mobile App darf den Akku nicht zu sehr beanspruchen."

In den ersten beiden Semestern lernen die Studierenden die Grundprinzipien des Programmierens. Erst im zweiten Jahr beginnt die Spezialisierung auf mobile Endgeräte. Brian Mairhörmann ist zurzeit im vierten von insgesamt sieben Semestern und finanziert sich über BAföG. „Ab dem fünften Semester kommen einige Wahlpflichtfächer hinzu“, erzählt er. „Dann kann jeder entscheiden, ob er sich auf Designs, Cloud-Computing oder native Apps fokussieren möchte."

Der Studiengang soll zudem darauf vorbereiten, IT-Projekte zu leiten: „In einer Vorlesung geht es zum Beispiel speziell darum, einen Software-Plan zu entwerfen“, berichtet der 21-Jährige. „Welche Funktionen soll eine Software haben? Welche Ressourcen braucht man? Wie viel Geld kann und muss man ausgeben?“ Auch die berufliche Praxis kommt nicht zu kurz. Im letzten Semester ist ein längeres Praktikum vorgesehen.

Brian Mairhörmann möchte nach dem Studienabschluss als Programmierer bei einem Softwareunternehmen einsteigen. Mittelfristig kann er sich auch eine Position im Projektmanagement vorstellen. <<

Lernen, wie man Hacker ärgert

Michaela Büttner (23, Nachname geändert) lernt im Bachelorstudium der IT-Sicherheit softwaregestützte Verteidigungstechniken kennen.

Computerviren, Hackerangriffe und Datenspionage lassen den Bedarf an IT-Sicherheitsexperten stetig ansteigen – bei Unternehmen ebenso wie bei Behörden oder auch Geheimdiensten. Im Bachelor-Studium IT-Sicherheit/Informationstechnik an der Ruhr-Universität Bochum lernt Michaela Büttner das notwendige Know-how. „Ich bin mit Computern aufgewachsen und interessiere mich für Sicherheitsmechanismen“, sagt die 23-Jährige. „Mit dem Studium konnte ich beides verbinden.“ Mittlerweile befindet sie sich im sechsten und letzten Semester.

Das Studium begann mit Fächern wie Elektrotechnik, Informatik, Programmierung und Netzwerke. Michaela Büttner lernte auch die Grundlagen der Kryptografie kennen – also jener mathematischen Disziplin, die Algorithmen zur Verschlüsselung bereitstellt. Die Einführung in die Sicherheitstechnik begann im dritten Semester; in den Vorlesungen ging es etwa um Netz- und Systemsicherheit. Ausgestattet mit diesem Basiswissen können die Studierenden sich ab dem fünften Semester spezialisieren. „Wir mussten uns für drei Wahlfächer entscheiden“, erzählt Michaela Büttner. „Ich habe mich auf XML- und Webservice, Sicherheit und Asymmetrische Kryptoanalyse spezialisiert."

Die meisten ihrer Kommilitonen nutzen das Abschlusssemester für ihr Pflichtpraktikum – Michaela Büttner machte ihres bereits vor Studienbeginn bei einem IT-Sicherheitsdienstleister. „Man kann es aber auch bei einer Firma mit Sicherheitsabteilung absolvieren“, sagt sie. In ihre berufliche Zukunft blickt sie optimistisch: So sei der Bedarf an IT-Sicherheitsexperten hoch. Weil sie ihr Wissen aber noch vertiefen möchte, will sie erst noch einen konsekutiven Master absolvieren. <<

Interessen:

Computer, Internet

siehe auch Arbeitswelt:

IT-Kundenbetreuung
IT-Administration und -Koordination

BERUFENET:

IT-Sicher­heit

Den Online-Handel durchschauen

Mit seinem Bachelorstudium in E-Commerce bereitet sich Thomas Wohlfrom (24) auf eine Berufslaufbahn in einer boomenden Branche vor.

Thomas Wohlfrom wollte einerseits lernen, wie man Webseiten gestaltet, andererseits strebt er eine Karriere im Online-Handel an. Er entschied sich für das Bachelorstudium E-Commerce, weil er sich damit beide Wünsche erfüllen kann. „Ich hatte davor eine Ausbildung zum Grafikdesigner gemacht und in einer Agentur gearbeitet“, erzählt der 24-Jährige. „Allerdings bin ich technisch an meine Grenzen gestoßen. Das war meine Motivation für ein Studium."

Der Verkauf über das Internet steht im Mittelpunkt seines Studienganges. „Wir lernen, wie man Webseiten für den Kunden nutzbar macht und immer weiter optimiert“, erläutert er. Fundierte Vorkenntnisse hätte er nicht mitbringen müssen – die Hochschule für angewandte Wissenschaft Würzburg-Schweinfurt bot den Studierenden vor Beginn sogar einen Grundkurs in Mathematik an.

In den ersten vier Semestern baute sich Thomas Wohlfrom ein Basiswissen auf. Programmierung, Wirtschaftswissenschaften und Onlinemarketing standen auf dem Stundenplan. Jetzt, im fünften Semester, absolviert er sein Pflichtpraktikum – bei einem Händler für Arbeitskleidung. Weil er auch sonst gern praktische Erfahrungen sammelt, arbeitet er derzeit neben dem Studium bei einem Online-Händler.

Gegen Ende des Studiums, im sechsten und siebten Semester, kann er sich dann spezialisieren – etwa auf Internet-Security, Webmanagement oder Management Digitaler Innovationen. Falls Thomas Wohlfrom sich für Conversion-Optimierung entscheidet, wird er lernen, wie man einen Besucher der Webseite zu einem zahlenden Kunden macht. Nach dem Abschluss hofft er auf eine Anstellung in einem größeren Unternehmen. „Ich sehe mich später an der Schnittstelle zwischen Design und Code“, sagt er. <<

Interessen:

Web­design, Online-Handel, Betriebs­wirtschafts­lehre

siehe auch Arbeitswelt:

Informatikberufe mit besonderen Schwerpunkten

BERUFENET:

Internet­basierte Systeme, E-Services

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/informatik-it-studium