Human-, Zahn-, Tier­medizin (Ärzte)

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Fit für die Forschung

Mit dem Masterstudium Molecular Medicine eröffnen sich für Mediziner Alexander Schulz (30) neue Aufgabenbereiche in der Biomedizin.

Um für den von der Universität Jena angebotenen Studiengang Molecular Medicine zugelassen zu werden, erfüllte Alexander Schulz alle Voraussetzungen: Das Erste Staatsexamen hatte der Humanmediziner mit der Mindestnote „gut“ abgeschlossen. Auch die erforderlichen fundierten Englischkenntnisse und ein ausgeprägtes wissenschaftliches Interesse brachte er mit. Sein erster Studienabschluss in Medizin hatte zudem den Vorteil, dass er das sonst viersemestrige Masterstudium auf zwei Semester verkürzen konnte.

Mit dem Masterstudium wollte ich mein Wissen vertiefen und einen wesentlichen Schritt in die wissenschaftliche Eigenständigkeit vollziehen“, fasst der 30-Jährige zusammen, der sein Studium über BAföG finanziert hat. Schwerpunkt des Masters sind biomedizinische Fragestellungen, die mit molekularbiologischen, biochemischen, zellbiologischen und physiologischen Methoden bearbeitet werden. Laborpraktika nehmen dabei einen wichtigen Stellenwert ein. Den Abschluss bildet eine eigenständig-experimentelle Tätigkeit, die die Grundlage für die Masterarbeit ist – Alexander Schulz beschäftigte sich mit der Erbkrankheit Neurofibromatose Typ 2 (NF2).

„Durch den Abschluss konnte ich nach meiner medizinischen Doktorarbeit (Dr. med.) auch eine naturwissenschaftliche Promotion (Dr. rer. nat.) erlangen. Außerdem eröffnen sich mir nun völlig neue Tätigkeitsbereiche, die einem Mediziner sonst nicht offenstehen.“ Inzwischen arbeitet Alexander Schulz als Postdoktorand an der Yale University School of Medicine in New Haven/USA. Er strebt eine Karriere als „Physician Scientist“ an – als klinisch tätiger Arzt, dem es freisteht, eine eigene Forschungsgruppe zu betreiben. <<

Motivation:

Fachwissen erweitern, eigen­ständigeres wissen­schaftliches Arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Humanmedizin

BERUFENET:

Molekular­wissen­schaft

Fit für die eigene Tierarztpraxis

Der Schritt in die Selbstständigkeit will gut geplant sein. Dem Tierarzt Johannes Kieninger (31) hilft dabei ein Praxisgründerseminar mit anschließendem Coaching.

Nach dem Abschluss seines Studiums in Leipzig sammelte er Berufserfahrung, nun wird er bald selbst der Chef sein: Dr. Johannes Kieninger bereitet sich auf die Übernahme einer tierärztlichen Praxis in Suhlendorf in Niedersachsen vor, die vor allem auf Rinder spezialisiert ist, in der aber auch Kleintiere behandelt werden. Dabei möchte er nichts dem Zufall überlassen. „Ich möchte von Anfang an teure Fehler vermeiden“, betont er. „Betriebswirtschaft kommt aber natürlich im Studium der Tiermedizin kaum vor.“ Daher nahm er am Seminar „Existenzgründung für Tiermediziner“ teil, das die Firma Synergie Süd Qualifikationsberatung, -organisation und -entwicklung anbietet. Es lief an einem Samstag über acht Stunden, kostete 90 Euro und war „ein Rundumschlag zu allen wesentlichen Fragen und Formalitäten“, berichtet der 31-Jährige. „So ging es etwa um die Unterschiede zwischen Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Gewerbesteuer und auch darum, was Freiberuflichkeit bedeutet, welche Fördermittel es für Existenzgründer gibt und welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss.“

Das Seminar erleichtert ihm den Weg in die Selbstständigkeit. „Mein nächstes Ziel ist, die Tierarztpraxis noch auszubauen“, erzählt er. „Auch eine eigene Webseite ist schon in Arbeit.“ Weil auch für die weiteren Schritte guter Rat hilfreich ist, knüpfte er mit einem Einzelcoaching für Existenzgründer direkt an das Seminar an. „Dabei erstellen wir unter anderem auch den Businessplan, Liquiditätsplan und Kapitalbedarfsplan für die Übernahme der Praxis.“ <<

Motivation:

Vorbereitung auf eine Praxis­gründung

siehe auch Arbeitswelt:

Tiermedizin

BERUFENET:

Tier­arzt/-ärztin

Blockaden beheben

Dr. Susanne Neukirch (33) kennt die richtigen Handgriffe: Als Ergänzung zu ihrem bisherigen Fachwissen hat sich die Tierärztin auf Chiropraktik bei Pferden spezialisiert.

Tierärztin Susanne Neukirch hat sich zur Tierchiropraktikerin für Pferde und Kleintiere an der International Academy of Veterinary Chiropractic (IAVC) in Sittensen weitergebildet. Der Kurs ist für Akademiker mit einem Universitätsabschluss in Humanchiropraktik oder Tiermedizin konzipiert. Sie hat sich bewusst für diese Weiterbildung entschieden, weil sie zu ihrem bisherigen Spezialgebiet, der Zahnmedizin bei Tieren, passt. „Als Ergänzung erschien mir die Chiropraktik sinnvoll, da viele Rittigkeitsprobleme der Pferde mit Blockaden zusammenhängen, die unter anderem durch Zahnprobleme hervorgerufen werden können“, sagt die in Niederviehbach ansässige Tierärztin mit mobiler Praxis.

Der Kurs teilt sich in einen Grundkurs und einen Fortgeschrittenenkurs mit insgesamt 210 Stunden. Unterrichtet wird in fünf Modulen von jeweils 4,5 Tagen (mittwochs bis sonntags). „Die ersten vier Module sind nach anatomischen Regionen gegliedert: Kreuzbein und Becken, Brustwirbelsäule, Halswirbelsäule und Gliedmaßen. Im fünften Modul werden alle Techniken intensiv wiederholt und die theoretischen Grundlagen zusammengefasst und verknüpft. Dieses Modul endet mit der Abschlussprüfung. „Der Praxisanteil ist hoch, mit verschiedenen Behandlungstechniken und Übungen rund um die Untersuchung“, erklärt die 33-Jährige.

Die lernintensive Weiterbildung absolvierte sie in den Sommermonaten im Anschluss an ihre Approbation. „Ich arbeitete in Teilzeit an der Uniklinik in München in der Abteilung für Innere Medizin für Pferde, in der ich meine Doktorarbeit anfertigte. Bei der Finanzierung wurde ich durch meine Eltern unterstützt.“ Die Kursgebühren lagen inklusive Prüfungsgebühren bei rund 6.500 Euro. <<

Motivation:

Pferden mit Rittigkeits­problemen helfen

siehe auch Arbeitswelt:

Tiermedizin

BERUFENET:

Tier­arzt/-ärztin

Grundlagen erforschen

Im Rahmen ihrer Habilitation forscht Dr. Susanne Proksch (35) an einem naturwissenschaftlichen Thema mit Bezug zur Zahnheilkunde.

Susanne Proksch ist am Universitätsklinikum Freiburg in der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie angestellt. Die Zahnärztin ist dank einer Anschubfinanzierung weitgehend von der klinischen Tätigkeit freigestellt und kann sich größtenteils der Forschung widmen. Das Interesse daran wurde mit ihrer laborexperimentellen Doktorarbeit geweckt. Es folgten ein Postdoc-Aufenthalt in Paris und nun die Arbeit an der Habilitation, für die sie sich aus Interesse an der Forschung entschieden hat. „Und weil damit meine Expertise erkennbar wird, naturwissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten, Projekte zu leiten, Gelder zu verwalten und Mitarbeiter anzuleiten“, erläutert Susanne Proksch.

Das Thema ihrer Habilitationsschrift: Molekulare und zelluläre Aspekte in der Regeneration parodontaler Hartgewebe. Sie beschäftigt sich grundlagenwissenschaftlich mit Fragestellungen im Bereich der Zellbiologie. „Ich habe etwa beleuchtet, wie Stammzellen, die im Zuge zukünftiger Technologien zur Regeneration des Zahnhalteapparats eingesetzt werden, mit lokalen Gewebszellen interagieren.“

Bei der Habilitation wird Susanne Proksch von ihrer Abteilung und der Fakultät finanziell unterstützt. Außerdem hat sie Forschungsförderungen beantragt, um Drittmittel einzuwerben. Ihre Ergebnisse stellt sie regelmäßig auf Kongressen und Fachtagungen vor. All das erfordert vollen Einsatz. „Für eine Habilitation sollte man mindestens fünf Jahre Zeit und viele Abende und Wochenenden im Labor und am Computer einplanen.“ Ihre erweiterten Qualifikationen möchte sie für weitere Forschungsarbeiten, womöglich im Rahmen einer Hochschulprofessur, einsetzen. <<

Motivation:

Freude am wissen­schaft­lichen Arbeiten, Erkenntnisse für Therapien gewinnen

siehe auch Arbeitswelt:

Zahnmedizin

BERUFENET:

Zahn­arzt/-ärztin

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Biomedizin, Molekulare Medizin

  • Biometrie, Biostatistik

  • Epidemiologie

  • Gesundheitswissenschaft, Public Health

  • Humanmedizin

  • Klinische Forschung, Arzneimittelerprobung und -zulassung

  • Life Sciences

  • Natur- und Wirkstoffchemie

  • Neurowissenschaft

  • Tiermedizin

  • Toxikologie

  • Zahnmedizin

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Chirurgie

  • EDV-Anwendungen im Gesundheitswesen

  • Medizintechnik

  • Mitarbeiterführung im Gesundheitswesen

  • Notfallmedizin

  • Physiotherapie

  • Rettungswesen

  • Strahlenschutz

  • Tiefenpsychologische Therapieformen

  • Unfallverhütung

  • Zahntechnik

http://berufsfeld-info.de/abi/human-zahn-tiermedizin-weiterbildung