Human-, Zahn-, Tier­medizin (Ärzte)

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Den Körper verstehen

Sein Studium der Humanmedizin hat Wladimir Lesyuk (26) bald abgeschlossen. Er nimmt schon die Facharztweiterbildung in den Blick.

Es waren die vielen Jobmöglichkeiten, die Wladimir Lesyuk bewogen, Humanmedizin zu studieren. „Ich kann in Kliniken, der Industrie, Beratungsunternehmen oder auch im Medizinjournalismus arbeiten“, sagt der 26-Jährige. Seine Zulassung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erfolgte über die zentrale Anlaufstelle hochschulstart.de. Dank seiner Abiturnote von 1,3 erfüllte er den Numerus clausus. „Man kann die Note aber auch aufbessern, etwa durch eine abgeschlossene Berufsausbildung“, erläutert er. Finanzieren kann er sein Studium mit Nebenjobs und dem Stipendium eines privaten Klinikbetreibers.

Das Studium besteht aus zwei Teilen. Der erste, vorklinische Teil dauert in der Regel vier Semester und vermittelt vor allem die Grundlagen über den menschlichen Körper. „Die wichtigsten Fächer sind dabei Biochemie, Anatomie und Physiologie. In den Semesterferien kommen noch drei Monate Pflegepraktikum dazu.“ Dieser Teil endet mit dem Ersten Staatsexamen, dem Physikum.

Dann folgt der klinische Teil. Im Rahmen von sechs Semestern werden Fächer wie Chirurgie, Innere Medizin und Gynäkologie behandelt. Den Studierenden werden die wichtigsten Krankheitsbilder nahegebracht. In den Semesterferien stehen vier Monate Praktika, sogenannte Famulaturen, in Kliniken und bei niedergelassenen Ärzten an. Nach dem Zweiten und Dritten Staatsexamen, zwischen denen das Praktische Jahr liegt, ist das Studium abgeschlossen.

Wladimir studiert derzeit im neunten Semester. „Danach möchte ich für einige Jahre in die Krankenversorgung gehen und eine Weiterbildung zum Facharzt machen. Mich interessiert vor allem die universitäre Medizin und die damit verbundene Forschung.“ <<

Interessen:

Natur­wissen­schaften, Forschung

siehe auch Arbeitswelt:

Humanmedizin

BERUFENET:

Human­medizin

Berufsziel: Tierärztin

Das Studium der Tiermedizin erfordert viel Engagement. Joke Sprathoff (22) ist mit Leidenschaft dabei.

Ihr Schülerpraktikum in der zehnten Klasse bei einer Tierärztin war für Joke Sprathoff ein Aha-Erlebnis. „Während der gesamten Oberstufe habe ich daran gearbeitet, dass meine Abiturnote für einen Studienplatz reicht.“ Die Bewerbung für den zulassungsbeschränkten Studiengang Tiermedizin läuft zentral über hochschulstart.de. Joke Sprathoff gehörte mit ihrem Notendurchschnitt von 1,2 zu den 20 Prozent, die über die Abiturbestenquote direkt zugelassen werden. Weitere 20 Prozent der Studienplätze werden über Wartesemester vergeben und die verbleibenden 60 Prozent über das hochschuleigene Auswahlverfahren, den sogenannten Motivationstest. Joke Sprathoff bekam einen Platz an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, inzwischen ist sie im achten Semester.

Das Studium gliedert sich in drei Abschnitte. Während der ersten vier Semester, im vorklinischen Abschnitt, stehen Fächer wie Chemie, Physik, Anatomie und Histologie auf dem Plan. Auf das sogenannte Physikum, den ersten Teil der tierärztlichen Prüfung, folgt dann der klinische Abschnitt: In den folgenden vier Semestern geht es zum Beispiel um Tierkrankheiten, tierische Lebensmittel, Mikrobiologie und Parasitologie. Den dritten Studienabschnitt bildet das Praktische Jahr mit verschiedenen Praktika etwa in Schlachthof, Veterinäramt, Lebensmittelüberwachung, Industrie sowie in Unikliniken und Tierarztpraxen.

Ihre Eltern unterstützen Joke Sprathoff bei der Finanzierung des arbeitsintensiven Studiums. „Außerdem jobbe ich in den Ferien und das ganze Jahr über am Wochenende.“ Nach dem Staatsexamen möchte sie eine Fachtierarztausbildung anschließen. „Im Moment schwanke ich noch zwischen Kleintieren oder Rindern. Das Praktische Jahr bietet gute Möglichkeiten, sich zu orientieren und Erfahrungen zu sammeln.“ <<

Interessen:

Umgang mit Tieren, Natur­wissen­schaften

siehe auch Arbeitswelt:

Tiermedizin

BERUFENET:

Tier­medizin

Phantomkurse und echte Zähne

Während des Studiums der Zahnmedizin wird Matthias Ziegler (25) Schritt für Schritt an die Arbeit am Patienten herangeführt.

Was Matthias Ziegler an dem Berufsbild so gefällt? „Die Zahnmedizin vereint medizinisches Wissen mit Handwerk, bei dem es auf Mikrometer ankommt und auch kreatives Denken gefragt ist.“ Auch weil er anderen Menschen helfen möchte, entschied er sich für das Studium der Zahnmedizin. Er bekam einen Platz an der Technischen Universität Dresden – die zulassungsbeschränkten Studienplätze werden inzwischen über hochschulstart.de vergeben – und hat bereits das zehnte Semester erreicht.

Das Studium gliedert sich in die Teile Vorklinik und Klinik. „In der Vorklinik stehen medizinische Grundlagenfächer wie Biochemie, Physiologie, Anatomie im Vordergrund. Dabei gibt es einen Vorbereitungskurs, Vorlesungen, Seminare und Praktika“, erläutert der 25-Jährige. „Bei einer Ausbildung in Zahnmedizinischer Propädeutik wurden uns außerdem die Grundlagen der Laborarbeit und das Präparieren der ersten Modellzähne vermittelt.“

Nach dem Physikum, der ersten zahnmedizinischen Prüfung, hat Matthias Ziegler sein Wissen in den zahnmedizinischen Fachgebieten sowie humanmedizinischen Fächern wie Pharmakologie, HNO und Innerer Medizin vertieft. Ab dem siebten Semester folgten zwei Jahre praktische klinische Ausbildung. „Nach einem weiteren Phantomkurs durften wir dabei auch schon erste Patienten unter Aufsicht der Dozenten behandeln.

Um sein Studium zu finanzieren, hatte Matthias Ziegler schon vorab gejobbt und etwas Geld gespart. Außerdem unterstützen ihn seine Eltern. In der kommenden Zeit als Assistenzzahnarzt möchte er nun möglichst viele Eindrücke sammeln und auch in unterschiedliche Fachrichtungen hineinschnuppern. „Anschließend würde ich mich gerne auf den Bereich, der mir liegt und Spaß macht, spezialisieren und irgendwann eine eigene Praxis aufbauen.“ <<

Interessen:

Menschen helfen, mit den Händen arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Zahnmedizin

BERUFENET:

Zahn­medizin

Der Weg in die Medizin

Die Studiengänge Human-, Zahn- und Tiermedizin schließen mit dem Staatsexamen ab, nicht mit dem Bachelor- oder Mastertitel. Um sich selbstständig zu machen, sind weiterführende praktische Kenntnisse erforderlich.

Das Studium der Humanmedizin ist auf zwölf Semester angelegt. Bis zum Abschluss müssen drei große Prüfungen absolviert werden. Der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung ist das sogenannte Physikum, in dem Grundlagen aus verschiedenen Bereichen abgefragt werden. Nach zehn Semestern, die auch Praktika (Famulaturen) in verschiedenen medizinischen Einrichtungen beinhalten, erfolgt dann der zweite Abschnitt der ärztlichen Prüfung, in dem es um spezifischere Fachinhalte geht. Nach bestandener Prüfung absolvieren die Studentinnen und Studenten ein sogenanntes Praktisches Jahr (PJ) an Universitätskliniken oder Lehrkrankenhäusern, im Anschluss erfolgt der dritte, mündlich-praktische Teil der ärztlichen Prüfung.

Ein Studium der Zahnmedizin dauert in der Regel elf Semester und umfasst theoretische und praktische Inhalte. Es müssen drei Prüfungen absolviert werden: die naturwissenschaftliche Vorprüfung, die zahnärztliche Vorprüfung und die zahnärztliche Prüfung.

Ein tierärztliches Studium dauert in der Regel elf Semester und umfasst neben fachtheoretischen Kursen diverse Praktika. Es beinhaltet zwei große Prüfungsblöcke, die tierärztliche Vorprüfung und die tierärztliche Prüfung. Erstere unterteilt sich in das Vorphysikum und das Physikum.

Die Approbation erhalten die Absolventen auf Antrag nach dem Studium. Voraussetzung für eine Selbstständigkeit ist bei Zahn- und Tiermedizinern eine Assistenzzeit, die mehrere Jahre dauern kann. Humanmediziner müssen, um eine eigene Praxis eröffnen zu können, eine oftmals mehrjährige Facharztausbildung vorweisen. Der Erwerb des Doktortitels ist für die Berufsausübung zwar nicht verpflichtend, jedoch stärkt dieser das Ansehen bei den Patienten. <<

Voraussetzung für Selbstständigkeit:

 Assistenz­zeit bzw. Fach­arzt­ausbildung

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/human-zahn-tiermedizin-studium