Human-, Zahn-, Tier­medizin (Ärzte)

Illustration von roten Blutkörpern.

Ärzte und Ärztinnen setzen sich für das Wichtigste im Leben ein: die Gesundheit. Sie behandeln Krankheiten und retten manchmal Leben – das eines geliebten Menschen oder eines Tieres. Für diese Aufgaben sind neben medizinischem Fachwissen noch weitere Kompetenzen gefragt.

In TV-Serien sind sie strahlende oder tragische Helden, Experten für die besonders schlimmen Fälle, charismatisch, oftmals besonders locker oder besonders scharfsinnig – auf jeden Fall besonders. Aber wie sind Ärztinnen und Ärzte wirklich? Sie sind vor allem sehr gut ausgebildete Akademiker/innen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und sich jeden Tag für die physische oder auch psychische Gesundheit ihrer Patienten einsetzen. Viel harte Arbeit, geballtes Fachwissen und persönliches Engagement sind notwendig, um die medizinischen Zielsetzungen zu erreichen: die Linderung von Schmerzen und die Heilung der Patienten.

Verschiedene berufliche Wege sind möglich, wenn du in der Medizin tätig werden möchtest. Entscheidest du dich für den Bereich der Humanmedizin, dann kümmerst du dich je nach Bereich als Facharzt/-ärztin um unterschiedlichste Krankheiten von menschlichen Patienten. Im Rahmen einer Facharztausbildung, die mehrere Jahre dauert, erfolgt eine Spezialisierung, zum Beispiel als Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde oder für Allgemeinmedizin.

In der Zahnmedizin steht die Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferproblemen im Zentrum. Du kümmerst dich um die Vorsorge und um kosmetische Maßnahmen, etwa die Korrektur von Fehlstellungen der Zähne. Als Fachzahnarzt/-ärztin ist eine Spezialisierung auf bestimmte Arbeitsbereiche möglich, etwa auf die Kieferchirurgie.

Wer sich um die Gesundheit von Tieren kümmern möchte, sollte sich über die Perspektiven in der Tiermedizin informieren. Dieser Bereich ist überaus vielfältig, da unterschiedliche Tierarten von sehr unterschiedlichen Krankheiten betroffen sein können. Auch hier ist eine Weiterbildung als Fachtierarzt/-ärztin möglich, in der du dich auf bestimmte Tierarten und Tätigkeitsfelder spezialisieren kannst.

Unabhängig davon, ob du in der Human-, Zahn- oder Tiermedizin tätig bist, gibt es gewisse Arbeitsabläufe, die sich über alle Tätigkeitsbereiche hinweg gleichen. Behandelst du zum ersten Mal einen Patienten, dann ermittelst du zunächst die Krankheitsgeschichte, führst also eine sogenannte Anamnese durch. Dafür gehst du bereits vorhandene ärztliche Unterlagen durch und führst ein Gespräch über die Krankheitssymptome. In der Tiermedizin befragst du dazu auch den Tierhalter. Der zweite Schritt ist die Untersuchung, die je nach Krankheit und Fachgebiet unterschiedliche Vorgehensweisen erfordert – etwa Abtasten von Körperstellen, Begutachten der Zähne oder Ultraschallaufnahmen. Schritt drei ist die Diagnose und Behandlung. Je nach konkretem Fall versorgst du etwa Wunden, verschreibst Medikamente oder nimmst Operationen vor.

Meist ist es mit einer Behandlung nicht getan. Als Arzt oder Ärztin beobachtest du den Krankheitsverlauf deiner Patienten über längere Zeit und verordnest bei Bedarf weitere Medikamente und Behandlungen. Damit Krankheiten so früh wie möglich erkannt werden, nimmst du außerdem Vorsorgeuntersuchungen vor.

Für einen Einstieg in ein Studium der Human-, Zahn- oder Tiermedizin ist es hilfreich, wenn du ein Interesse an Naturwissenschaften wie Biologie und Chemie sowie gegebenenfalls auch an Psychologie mitbringst. Das entsprechende Fachwissen für die Medizinertätigkeit erwirbst du dann im Studium.

Neben fachlichen Kenntnissen ist eine Reihe von persönlichen Kompetenzen für den Arztberuf bedeutsam. Arbeitest du in der Human- oder Zahnmedizin, dann solltest du das Gespräch mit jedem deiner Patienten suchen und ein guter Zuhörer sein. In jedem Fall brauchst du Einfühlungsvermögen, um auf Ängste und Nöte eingehen zu können und gegebenenfalls beruhigend auf Patienten einzuwirken. Außerdem solltest du als Arzt oder Ärztin gerne komplexe Zusammenhänge analysieren – etwa inwiefern verschiedene Symptome und Krankheitsursachen eventuell miteinander in Beziehung stehen. Zudem sind sorgfältiges Arbeiten sowie Verantwortungsbewusstsein wichtig: Schließlich könnten Fehler fatale Konsequenzen für die Gesundheit eines Patienten haben. Je nach Einsatzgebiet benötigst du Fingergeschick: Egal ob bei komplizierten Operationen oder beim Nähen einer Wunde – du musst mit medizinischen Werkzeugen präzise arbeiten können. Und nicht zuletzt ist eine gewisse Technikaffinität in der modernen Medizin sehr hilfreich.

Prinzipiell haben Ärzte und Ärztinnen nach Abschluss ihrer Ausbildung zwei unterschiedliche Möglichkeiten: Sie können sich unter bestimmten Voraussetzungen mit einer eigenen Praxis selbstständig machen oder im Angestelltenverhältnis arbeiten, beispielsweise an Kliniken. Auch medizinferne Tätigkeiten sind denkbar, etwa bei Verbänden oder Forschungsinstituten.

„Die Beschäftigungschancen nach dem Medizinstudium stehen gut“, sagt Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit. „Der hohe Bedarf an Medizinern ist nach wie vor ungebrochen. Das liegt auch daran, dass sich eine große Zahl an Medizinern dem Rentenalter nähert. Vorrangig in ländlichen Regionen fällt es schwer, Stellen für Humanmediziner und teilweise auch für Tierärzte zu besetzen. Arbeitslosigkeit spielt bei Ärzten und Ärztinnen so gut wie keine Rolle."

Arzt oder Ärztin zu sein, ist eine Herausforderung, die einer guten Vorbereitung bedarf. Zunächst absolvierst du ein Studium, in dem dir neben viel theoretischem Fachwissen erste praktische Eindrücke vermittelt werden. Die Studiengänge Human-, Zahn- und Tiermedizin schließen dabei weiter mit dem Staatsexamen und nicht mit Bachelor oder Master ab. Nach dem Abschluss und der Beantragung der amtlichen Zulassung (Approbation) ist es üblich, dass man mehrere Jahre praktische Erfahrungen als Assistenzarzt/-ärztin sammelt – egal ob in der Human-, Zahn- oder Tiermedizin. Für die Eröffnung einer eigenen Praxis ist diese Assistenzarztzeit verpflichtend. Humanmediziner müssen zusätzlich einen Facharzttitel erwerben, wenn sie sich selbstständig machen wollen.

Die meisten jungen Ärzte und Ärztinnen streben auch eine Promotion an, also die Erlangung des Doktortitels. Dieser ist zwar nicht zwingend erforderlich, um behandeln zu dürfen, wird aber von vielen Patienten als Nachweis besonderer Fachkompetenz angesehen. Zudem ist eine Promotion in Verbindung mit fachlicher Spezialisierung und Berufserfahrung die Voraussetzung für das Erreichen einer Führungsposition – möglich ist je nach Arbeitsbereich etwa eine Tätigkeit als Oberarzt/-ärztin, Chefarzt/-ärztin oder Leiter/in des amtstierärztlichen Dienstes. Auch für eine Karriere in der medizinischen Forschung wird eine Promotion vorausgesetzt.

Je nach Einsatzgebiet musst du dich als Mediziner/in teils auf unregelmäßige Arbeitszeiten einstellen, beispielsweise auf Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienst in Krankenhäusern. Auch als niedergelassener Human- oder Tiermediziner kann es passieren, dass du nachts zu einem Notfall hinzugezogen wirst. Die Wochenarbeitszeit liegt oftmals deutlich über der in anderen Berufen – das erfordert eine gewisse Belastbarkeit. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/human-zahn-tiermedizin