Gesell­schaft und Geschichte

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Auf den Spuren alter Kulturen

Schlachtfelder sind die Leidenschaft von Simon Knjasew (25). Er studiert die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit auf Master.

Die Archäologie „ist zu einem Teil meiner Persönlichkeit geworden“, sagt Simon Knjasew. „Wenn ich durch eine Altstadt laufe, sehe ich diese mit den Augen eines Archäologen.“ Er studiert im dritten Mastersemester an der Universität Bamberg. Anders als im Bachelor Archäologische Wissenschaften sind im Masterstudium die Seminare vertiefter, die Referate und Hausarbeiten sind länger. Kernbereiche des Studiengangs sind die Modulgruppen Quellen, Methoden und Praxis der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Praktische Übungen wie Feldbegehungen und Ausgrabungen machen zudem einen großen Teil des Studiums aus. Deshalb empfiehlt Simon Knjasew, „sich früh auf Grabungen und Praktika einzulassen“.

Forschungspraktika, die am Lehrstuhl oder in Firmen absolviert werden können, sind ebenso Bestandteil wie die Teilnahme an Ausstellungsprojekten. „Schön sind auch die Kontakte unter den Lehrstühlen wie beispielsweise zur Geschichte oder zur Denkmalpflege. Wir haben verschiedene Methoden, aber ähnliche Fragen.“ Was das Faszinierendste ist, das Simon Knjasew ausgegraben hat? „Das war bei einer von der Universität durchgeführten Ausgrabung auf einem slawischen Gräberfeld. Wir haben Murmeln, Schmuck, eine Kriegergarnitur und eine Sax, also eine Art mittelalterliches Schwert, gefunden. Das war ein toller Moment.“

Archäologiestudierende können in den Semesterferien in Grabungsfirmen arbeiten, um Geld zu verdienen und Kontakte zu knüpfen, die ihnen den späteren Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern. Doch Simon Knjasew gräbt lieber im Rahmen der Universität. Sein Geld verdient er als wissenschaftliche Hilfskraft. Und nach dem Masterstudium? „Am liebsten würde ich in der Forschung und an der Universität bleiben. Ich kann mir auch gut vorstellen, zu promovieren und zu lehren.“ <<

Motivation:

Interesse an Geschichte, Forschung und körperlichem Arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Geschichte und Archäologie

BERUFENET:

Archäologie

Technik, soziologisch betrachtet

Für Adjan Troy Hansen-Ampah (26) bietet der Master in Soziologie und English Studies die Möglichkeit, intensiv und fächerübergreifend zu forschen.

Wenn Adjan Troy Hansen-Ampah sein Fachgebiet an der RWTH Aachen University beschreibt, dann klingt das interdisziplinär: „Ich bin Soziologe mit einer starken Affinität zu Technik, Computerlinguistik und Kommunikation.“ Nach dem Bachelor in Soziologie und English Studies entschied er sich für ein entsprechendes Masterstudium. In diesem betrachtet er nun technisch-naturwissenschaftliche Entwicklungen vor allem aus soziologischer Sicht.

Schwerpunktmäßig befasst sich Adjan Troy Hansen-Ampah mit „den Auswirkungen von Technik auf die Gesellschaft und der Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Gesellschaft innovationsfreundlich ist“. Um die Dynamik hinter diesen Prozessen erfassen und theoretisch einordnen zu können, sind vertiefte Fachkenntnisse unverzichtbar. Im Studium stehen soziologische Methoden und Theorien auf dem Lehrplan, ebenso wie Module zu Technik, Gender und Gesellschaft.

Derzeit ist er im vierten Semester und als studentische Hilfskraft sowohl am Institut für Textiltechnik als auch an den Lehrstühlen für Anglistische Sprachwissenschaft und für Technik- und Organisationssoziologie tätig. Damit finanziert er auch seinen Lebensunterhalt.

Technik, Soziologie und Linguistik hängen aus seiner Sicht eng zusammen. An konkreten Projekten hat er sich beispielsweise mit der Entwicklung eines Selbsttests beschäftigt. „Damit können Unternehmen etwa überprüfen, was sie in ihrem Wissensmanagement verändern müssen, um ihre Innovationsfähigkeit steigern zu können“, erzählt er.

Ursprünglich wollte er nach dem Master in die Wirtschaft gehen, doch nun hat ihm die Hochschule angeboten, zu promovieren: „Diese Idee finde ich auch sehr interessant.“ <<

Motivation:

Wissen vertiefen, inter­disziplinär forschen

siehe auch Arbeitswelt:

Gesellschafts­wissen­schaften

BERUFENET:

Soziologie

Grundstein für die Karriere

Als Volontärin im Bereich Kommunikation bei einer Bank lernt Friederike Kunkel (27) viel Neues und sammelt praktische Erfahrungen.

Nach vier Semestern Politikwissenschaft tauschte Friederike Kunkel Haupt- und Nebenfach und befasste sich dann intensiv mit Kommunikationswissenschaft: „Das war zwar eine Rolle rückwärts, aber dennoch die richtige Entscheidung."

Schon an der Universität Bamberg fand sie die Praxiskurse immer am spannendsten, folglich zog es sie nach dem Abschluss ihres Studiums gleich in die Arbeitswelt. Eine Anstellung als Werkstudentin sowie Praktika in den Kommunikationsabteilungen verschiedener Unternehmen hatten ihren Wunsch verfestigt, ein Volontariat zu machen: „Besonders interessant finde ich das Spannungsfeld zwischen interner und externer Kommunikation."

Bei der L-Bank in Karlsruhe lernt Friederike Kunkel nun in der Kommunikationsabteilung die Bereiche Presse, Marketing und interne Kommunikation kennen. Sie bereitet Bilanzpressekonferenzen sowie Wirtschaftsforen vor und verfasst Pressemitteilungen, außerdem schreibt sie Artikel für die Mitarbeiterzeitung. Im Laufe ihrer Ausbildung wird sie darüber hinaus die Online-Auftritte betreuen. „Ich bin jetzt drei Monate dabei und wurde von Anfang an einbezogen“, erzählt die 27-Jährige. „Für die Erstellung einer neuen Imagebroschüre habe ich an den Terminen mit der Werbeagentur aktiv teilgenommen."

Im Zuge ihres Volontariats absolviert sie außerdem eine Grundausbildung an der Deutschen Akademie für Public Relations in Frankfurt. An vier Wochenenden befasst sie sich mit Online- und strategischer Kommunikation, mit Medienarbeit, Text und Kommunikations-Konzeption.

„Der Entschluss, ein Volontariat zu machen, war die beste Entscheidung für meine berufliche und persönliche Entwicklung”, sagt Friederike Kunkel. <<

Motivation:

Interne und externe Kommunikation kennen­lernen, praktische Kenntnisse vertiefen

siehe auch Arbeitswelt:

Gesellschafts­wissen­schaften

BERUFENET:

Public-Relations-Manager/in

Zwischen Bayreuth und Nairobi

Im Rahmen ihrer Promotion erforscht die Kulturanthropologin Johanna Sarre (30) das Leben in einem Slum in Kenia. Sie lehrt und hält Vorträge in Deutschland.

Die Affinität zu Afrika zieht sich durch Johanna Sarres Biografie: Sie studierte die Kultur und Gesellschaft Afrikas im Bachelor; Praktika und Freiwilligendienste führten sie nach Tansania, Uganda und Kenia. Nach ihrem Master in Kulturanthropologie und Entwicklungssoziologie im niederländischen Leiden entschied sie sich für eine Promotion: „Ich wollte mich intensiv mit einem Thema beschäftigen, für das ich brenne“, sagt die 30-Jährige. „Außerdem wollte ich meine Sprachkenntnisse in Kisuaheli anwenden."

Johanna Sarre lebt seither jeweils für drei Monate im Jahr als „teilnehmende Beobachterin“ in Kibera, einem Slum im Westen der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Ihre Feldforschung widmet sie dort dem Leben und Alltag der Nachkommen nubischer Soldaten. „Ich koche, esse und rede mit den Menschen, lebe mit ihnen, gehe aber auch immer wieder auf Distanz“, erläutert sie. Es geht bei der Promotion darum, zu beschreiben und einzuordnen, nicht darum, zu werten.

In Deutschland hält sie neben ihrer Lehrtätigkeit Vorträge über ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Some call it slum, we call it home“. Ihr Lebensmittelpunkt ist weiterhin Deutschland, nach Afrika geht sie, um zu forschen. „Die Kombination aus Feldforschung in Kenia und Lehre an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth ist ideal“, sagt sie.

Ihren Lebensunterhalt finanziert Johanna Sarre mit der Lehrtätigkeit, die Feldforschung mit einem Stipendium. Was sie nach der Promotion machen will, hat sie noch nicht entschieden: „Die Habilitation wäre eine Möglichkeit“, sagt sie. „Aber ich kann mir vieles vorstellen: sozial verantwortlichen Tourismus oder Flüchtlingsarbeit zum Beispiel.“ <<

Motivation:

Kombination aus Lehre in Deutschland und Feld­forschung in Afrika, eingehende Beschäftigung mit einem Forschungs­gegenstand

siehe auch Arbeitswelt:

Gesellschafts­wissen­schaften
Geschichte und Archäologie

BERUFENET:

Sozial- und Kultur­anthropologe/-anthropologin

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Allgemeine und vergleichende Kulturwissenschaft

  • Altertumswissenschaften

  • Archäologie

  • Erziehungs-, Bildungswissenschaft

  • Geschichte

  • Kommunikationswissenschaft

  • Kunstwissenschaft

  • Medienwissenschaft

  • Museologie

  • Philosophie, Ethik

  • Politikwissenschaft

  • Religionswissenschaft

  • Soziologie

  • Theaterwissenschaft

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Denkmalschutz

  • Erwachsenenpädagogik

  • Historische Materialpflege

  • Journalismus

  • Kommunikative Kompetenz

  • Management

  • Mitarbeiterführung

  • Moderation und Präsentation

  • Projektmanagement

  • Recht

  • Software-Schulungen

  • Volkswirtschaftslehre

http://berufsfeld-info.de/abi/gesellschaft-geschichte-weiterbildung