Gesell­schaft und Geschichte

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Regional, national, international

Lucas Vogler (25) beschäftigt sich in seinem Geografiestudium mit Tourismusentwicklung, aber auch mit gesellschaftlichen Themen.

Wann kollidiert Reiselust mit Umweltschutz? Wie funktioniert nachhaltiges Tourismusmanagement – und was haben Fluchtbewegungen damit zu tun? Bei der Vielfältigkeit des Bachelorstudiums Geografie an der Katholischen Universität Eichstätt fiel es Lucas Vogler nicht leicht, sich nach der zweisemestrigen Grundlagenphase für einen der beiden Studienschwerpunkte „Physische Geografie“ oder „Freizeit, Tourismus, Umwelt“ zu entscheiden. Dass er schließlich TourismusGeografie wählte, lag in erster Linie an seiner Affinität zum Bereich Marketing. Der Studienschwerpunkt verbinde Geografie mit Betriebswirtschaftslehre, was sich an Modulen wie Destinations- und Kundenmanagement, Entrepreneurship und Hospitality zeige, wie Lucas Vogler betont. „Wir haben oft externe Lehrbeauftragte aus der tourismuswirtschaftlichen und politischen Praxis zu Gast.“

Darüber hinaus ist für die Studierenden die Teilnahme an Exkursionen verpflichtend. „Ich war im vierten Semester in Aserbaidschan und bin der geopolitischen Frage nachgegangen, wie das Land am Kaspischen Meer von der Belebung der Seidenstraße profitieren könnte“, erzählt Lucas Vogler. Ein weiteres Semester verbrachte er an der polnischen Partneruniversität, der „Poznan University of Economics“.

Sein Studium finanziert der 25-Jährige, derzeit im achten Fachsemester, mit elterlicher Unterstützung und einem Nebenjob in der Tourismusabteilung des „Ingolstadt Village“. Damit in Verbindung steht auch seine Bachelorarbeit zum Thema Destinationswahrnehmung und Marketingstrategien. Derzeit plant er, nach Abschluss seines Bachelorstudiums einen Master in Betriebswirtschaftslehre zu machen. <<

Interessen:

Tourismus­management, Marketing, Betriebs­wirtschafts­lehre

siehe auch Arbeitswelt:

Gesellschafts­wissen­schaften

BERUFENET:

Geografie

In die Vergangenheit abtauchen

Sie hat ein Faible für mittelalterliche Dynastien: Katrin Breu (20) studiert im sechsten Fachsemester Geschichte.

Vor allem die Frühe Neuzeit ist ein Zeitfenster, das Katrin Breu besonders interessiert. Als Bachelorstudentin an der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg erhält sie breite Einblicke in alle Teilbereiche des Fachs Geschichte. Auf ihrem Stundenplan stehen Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit, Neuere und Neueste Geschichte und Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte. Im individuell wählbaren Teil hat Katrin Breu hauptsächlich Seminare und Vorlesungen der Frühen Neuzeit belegt: „Das war eine Zeit, in der ungeheuer viel Fortschritt erreicht wurde“, sagt sie. „Damals hat die Kirche mehr und mehr politische Macht verloren und die Aufklärung auf geistigem Gebiet zu neuen Erkenntnissen geführt."

Teil des Studiums sind auch gemeinsame Exkursionen, die jährlich stattfinden und von den Studenten selbst organisiert werden. In diesem Jahr etwa reiste Katrin Breu mit ihrer Fachschaft für ein langes Wochenende nach Wien. Jeder Teilnehmer war dabei verpflichtet, ein Referat vorzubereiten. Katrin Breu etwa referierte über den Aufstieg des Hauses Habsburg und Österreich. Das Thema ihrer geplanten Bachelorarbeit stammt aus der Mittelalterlichen Geschichte und widmet sich der Ehe von Eduard I. und seiner Frau Eleonore von Kastilien. „Diese Verbindung war ganz anders als andere arrangierte und politische Ehen. Sie war glücklich und galt lange als perfekt.“

Ihre Eltern unterstützen Katrin Breu finanziell während ihres Studiums, zusätzlich arbeitet sie als studentische Hilfskraft und als Tutorin an der Universität. Nach dem Bachelorabschluss will Katrin Breu einen Master in Geschichte draufsetzen und ein Auslandssemester machen. Und danach? „Ich würde später gerne in die Forschung gehen.“ <<

Interessen:

Geschichte, Theorien, Literatur

siehe auch Arbeitswelt:

Geschichte und Archäologie

BERUFENET:

Geschichte

Über die Gesellschaft

Lukas Drögemeier (24) studiert Soziologie, um ein besseres Verständnis von der Welt um sich herum zu erlangen.

Nach dem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Schwerstbehindertenbetreuung studierte er Arabistik und Islamwissenschaften. Als er im zweiten Semester die Vorlesung „Soziologische Theorien“ besuchte, machte es bei ihm klick. Hier begriff er, dass ihm „die Soziologie Instrumente an die Hand gibt, Theorien über gesellschaftliche Phänomene zu erstellen, die nicht nur beschreiben, sondern auch erklären können.“ Kurzerhand wechselte er den Fachbereich.

„Was mich an der Soziologie fasziniert, ist die Konzentration auf Strukturen, die unser Zusammenleben betreffen. Mich interessieren dabei am meisten wohlfahrtsstaatliche Organisationen und die Arbeitswelt.“ Mittlerweile studiert Lukas Drögemeier im sechsten Fachsemester an der Georg-August-Universität Göttingen. Dort musste er erst die Bereiche Kultursoziologie, Arbeit, Wissen, Sozialstruktur sowie Politische Soziologie und Sozialpolitik abdecken, bevor er sich spezialisieren konnte. Praktischen Bezug können die Studierenden in Lehrforschungsveranstaltungen erleben, in denen unter Anleitung eines Professors oder eines anderen Lehrenden empirisch – also auf Basis sozialwissenschaftlicher Methoden – an einem aktuellen gesellschaftlichen Phänomen gearbeitet wird.

Nach seinem Studium möchte Lukas Drögemeier die Sozialpolitik mitgestalten: „Ich möchte entweder in die Wissenschaft oder aber in die öffentliche Verwaltung.“ Auf die Frage, was man unbedingt beachten sollte, bevor man sich für Soziologie entscheidet, sagt er: „Man muss Statistik nicht lieben, aber man darf keine Angst vor Zahlen haben. Und man muss in einem sehr kurzen Zeitraum sehr viel lesen können.“

Lukas Drögemeier finanziert sein Studium durch die Unterstützung seiner Eltern und über eine Tätigkeit als studentische Hilfskraft. <<

Interessen:

Theorien, Kommunikation, Philosophie

siehe auch Arbeitswelt:

Gesellschafts­wissen­schaften

BERUFENET:

Soziologie

Ausstellungen erlebbar machen

Spannend und keine Spur von staubtrocken: Nicole Naumann (20) studiert „Museologie und materielle Kultur“ an der Universität Würzburg.

Sammeln. Forschen. Ausstellen. Dokumentieren. Es gibt viele Aufgaben, die rund um Ausstellungen in Museen anfallen. Nicole Naumann möchte später in diesem Bereich arbeiten und hat sich deshalb für den praxisorientierten Bachelorstudiengang Museologie und materielle Kultur entschieden. Mittlerweile studiert sie im sechsten Semester. „Es ist ein sehr breit gefächerter Studiengang“, sagt Nicole Naumann. „Der Schwerpunkt liegt auf der Konzeption und Durchführung von Ausstellungen, auf Inventarisierung und Sachkultur. Aber wir erlernen auch die Instrumente der Pressearbeit und der Museumspädagogik.“ Zwei Drittel des Studiums ist der Museologie gewidmet, das andere Drittel einem frei wählbaren Nebenfach, das den Inhalt der späteren Tätigkeit bestimmt. Nicole Naumann hat sich für Europäische Ethnologie entschieden.

Neben Museumsgeschichte, Theorien der Museologie und Werkstoffkunde stehen viele Praxisseminare auf dem Studienplan, in denen zum Beispiel ein museumspädagogisches Konzept entworfen wird. „Wir haben zehn Wochen Pflichtpraktikum, das in der vorlesungsfreien Zeit zu absolvieren ist. Und wir haben eine große sieben- bis achttägige Exkursion zu absolvieren.“ Außerdem gibt es Tagungen und kleinere Workshops, etwa zu Restaurierung und Materialkunde. „Am meisten Spaß hat mir eine Ausstellungsanalyse gemacht, bei der wir eine spezielle Ausstellung angeschaut und auseinandergenommen haben."

Nicole Naumann wird von ihren Eltern finanziell unterstützt und arbeitet als studentische Hilfskraft. Ihr Traum ist es, in einer Sammlung, also „nah an den Objekten zu arbeiten. Und das am liebsten im Team und nicht als Einzelkämpferin in einem kleinen Museum.“ Aber erst einmal möchte sie nach dem Bachelor einen Master machen, eventuell in Museumswissenschaften und Volkskunde. <<

Interessen:

Kunst, Geschichte und deren Vermittlung; Museums­besuche

siehe auch Arbeitswelt:

Geschichte und Archäologie
Gesellschafts­wissen­schaften

BERUFENET:

Museologie

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/gesellschaft-geschichte-studium