Geo­wissenschaften, Mathematik, Physik

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Immer neue Forschungsprojekte

Wie sieht es tief im Erdinneren aus? Während ihres Masterstudiums Experimental Geosciences lernt Nicki Siersch (23), wie sich das im Labor herausfinden lässt.

Das Innere der Erde, der Mantel und der Kern sind für den Menschen verborgen. Was unter der Kruste vorgeht, kann man aber durch Laborexperimente herausfinden. „Wir testen, wie sich Minerale und Gesteine unter den enormen Druck- und Temperaturbedingungen verhalten, die tief im Erdinneren herrschen“, erklärt Nicki Siersch.

Die 23-Jährige macht den Master in Experimental Geosciences an der Uni Bayreuth. Sie ist die einzige deutsche Teilnehmerin des internationalen Aufbaustudiums, das am bayerischen Geoinstitut angesiedelt ist. „Man muss sich auf den Master bewerben und sollte eine Note zwischen 1,0 und 2,0 haben. Wichtiger ist aber, dass man Erfahrungen mit mineralogischen Experimenten hat."

Vor dem Master hat Nicki Siersch den Bachelor in Geowissenschaften an der Uni Tübingen gemacht. „Der Bachelor war breit aufgestellt; ich habe mich während meines Abschlusses auf die experimentelle Mineralogie spezialisiert.“ Dieses Fachgebiet baut die Studentin nun im Master aus. „Man hat Kurse zu Grundlagen der Physik, Chemie und Kristallografie und den Methoden, die zur Analyse der Experimente herangezogen werden. Den größten Raum nehmen Forschungsprojekte ein.“ In jedem Semester arbeiten die Studierenden bei einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe mit, die mittels Laborversuchen herausfindet, wie das Erdinnere aufgebaut ist und welche Vorgänge darin ablaufen. Nicki Siersch hat eine Stelle als Hilfswissenschaftlerin, was ihr zusammen mit der finanziellen Unterstützung ihrer Eltern hilft, über die Runden zu kommen. Derzeit schreibt sie ihre Masterarbeit und möchte danach in der experimentellen Geologie bleiben. <<

Motivation:

wissen­schaftliches Interesse

siehe auch Arbeitswelt:

Geowissenschaften

BERUFENET:

Geo­wissen­schaften

Komplexe Systeme regeln

Matti Noack (25) erwirbt im Masterstudium „Technische Kybernetik und Systemtheorie“ das Wissen, um komplexe technische Systeme mit den Methoden der Mathematik zu beherrschen.

Ab dem nächsten Semester wird Matti Noack in Peru studieren. „Im Rahmen meines Masterprogramms besteht die Option, einen Doppelabschluss in Deutschland und Peru zu machen“, erzählt der 25-Jährige. Angeboten wird der Studiengang von der Technischen Universität Ilmenau, wo er schon den Bachelor im gleichen Fach gemacht hat.

„IBei der technischen Kybernetik geht es vor allem darum, wie man komplexe technische Systeme, etwa Fabrikanlagen mit Robotern, mathematisch charakterisiert und steuert.“ Während der Student das Bachelorstudium als eher verschult empfand, genießt er nun eine größere Wahlfreiheit: „Man hat nur wenige Pflichtfächer, etwa nicht-lineare Regelung, Differenzialgleichungen oder Systemtheorie, und kann sich durch Wahlfächer persönlich ausrichten.“ Matti Noack spezialisiert sich auf die Bereiche dynamische Systeme und Strömungsmechanik.

Absolventen des Masters in technischer Kybernetik sind unter anderem bei Unternehmen des Maschinenbaus, der Elektrobranche und insbesondere der Automatisierungstechnik gefragt. Der 25-Jährige strebt allerdings in die Wissenschaft: „Ich möchte mehr über Kybernetik und Systemtheorie erfahren und in die Forschung gehen. Dafür ist der Master die Voraussetzung, was für mich die wichtigste Motivation war, nach dem Bachelor noch mal vier Semester zu studieren.“

Finanziell muss sich Matti Noack keine Sorgen machen. Er bezieht ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und arbeitet als Hilfswissenschaftler am Fraunhofer-Institut in Ilmenau. Ab dem nächsten Semester wird er diesen Job aufgeben, um in Lima, der Hauptstadt Perus, seinen doppelten Masterabschluss zu machen. <<

Motivation:

Qualifikation für die Forschung erwerben

siehe auch Arbeitswelt:

Mathematik und Statistik

BERUFENET:

Kybernetik

Abwechslung garantiert

Die promovierte Physikerin Evelyn Schmidt (31) absolviert ein Traineeprogramm in der Energiebranche.

Nach ihrem Studium und der Promotion in Physik an der Universität Freiburg wollte Evelyn Schmidt beruflich durchstarten: Sie absolviert ein Traineeprogramm bei dem Energieversorgungsunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg. „Ich finde die Energiewirtschaft spannend, da hier aufgrund der Energiewende ganz viel Innovatives entwickelt wird.“ Das Traineeprogramm beinhaltet einen unbefristeten Arbeitsvertrag, dauert 15 Monate und soll Evelyn Schmidt umfassend auf eine spätere verantwortungsvolle Position im Unternehmen vorbereiten. Zudem will sie in dieser Zeit herausfinden, welche Bereiche für sie am interessantesten sind. „Am Ende des Traineeprogramms kann ich mich intern auf ausgeschriebene Stellen bewerben. Das könnte zum Beispiel eine Position als Projektleiterin sein.“

Noch befindet sich die 31-Jährige in ihrem Traineeprogramm und lernt zurzeit die unterschiedlichen Abteilungen kennen. „Nach der Einführungswoche arbeite ich gerade in meinem ersten Praxiseinsatz, im Bereich Lastprognosen für Transformatoren.“ Als Physikerin kann sie hier ihr Know-how und das im Studium erlernte Handwerkszeug einbringen. „Vor allem in der Datenanalyse kenne ich mich gut aus, da diese einen Großteil meiner Promotion ausgemacht hat.“

Sind zehn Wochen Büroarbeit vergangen, geht es in ein Kraftwerk oder zu den Stromnetzen. Anschließend wird die Physikerin für zweieinhalb Monate ins Ausland entsandt, wo sie bei einem anderen Unternehmen ein eigenes Trainee-Projekt durchführen wird. Wieder zurück, erwarten Evelyn Schmidt Seminare, Workshops und weitere Praxiseinsätze in verschiedenen Abteilungen ihres Traineepartners, auch an anderen Standorten. „Ich würde aber auch gerne in die Marketingabteilung hineinschnuppern.“ <<

Motivation:

Fach­wissen erweitern, Voraus­setzung für beruflichen Ein- und Auf­stieg schaffen

siehe auch Arbeitswelt:

Physik

BERUFENET:

Physiker/in

Technische Probleme lösen

Marc Schreiber (27) bringt Computern bei, sprachliche Strukturen zu interpretieren.

Technomathematiker „übersetzen“ Problemstellungen aus der Technik oder dem Alltag in Formeln und Gleichungen. Diese lösen sie mithilfe von Computerprogrammen, die auf mathematischen Methoden basieren. „Technomathematik ist ein Mix aus Mathematik und Informatik“, erklärt Marc Schreiber. Der Doktorand arbeitet an einem computerlinguistischen Forschungsprojekt zum Thema Natural Language Processing mit. In dem Projekt, an dem mehrere Wissenschaftler und Unternehmen beteiligt sind, geht es um die automatische Analyse von Texten. „Sprache ist sehr vielfältig. Es gibt viele Doppeldeutigkeiten und wir können Sachverhalte auf unzählige verschiedene Arten ausdrücken.“ Genau das macht es aber für Computer schwierig, den Inhalt eines Textes zu verstehen. „Wir arbeiten an einem System, das natürlich-sprachliche Texte für Computer verstehbar macht.“ Ermöglicht werden soll dies mithilfe statistischer Verfahren.

Nach dem Abitur absolvierte Marc Schreiber zunächst ein duales Studium an der Fachhochschule Aachen und erwarb parallel zu seinem Bachelor im Fach Scientific Programming einen IHK-Abschluss als Mathematisch-Technischer Softwareentwickler. Daran schloss er ein Masterstudium in Technomathematik an. Heute ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Aachen und schreibt seine Doktorarbeit an der Universität Kassel, im Rahmen einer Kooperation zwischen den beiden Lehranstalten.

Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter gehört auch das Unterrichten der Studierenden zu seinen Aufgaben. Seine Forschungsergebnisse reicht er regelmäßig bei Konferenzen ein, um sich dort mit anderen Forschern über aktuelle Fragestellungen der Technomathematik auszutauschen. Die Promotion wird er voraussichtlich 2016 abschließen. „Ich kann mir sowohl vorstellen, danach weiter in der wissenschaftlichen Forschung als auch in der Wirtschaft zu arbeiten.“ <<

Motivation:

Teilnahme an Forschungsprojekt, Fachwissen erweitern

siehe auch Arbeitswelt:

Mathematik und Statistik

BERUFENET:

Techno­mathe­matiker/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Bauphysik

  • Biophysik

  • Computermathematik

  • Finanz-, Wirtschaftsmathematik

  • Geophysik

  • Geotechnologie

  • Geowissenschaften

  • Kybernetik

  • Mathematik

  • Medizinische Physik

  • Meteorologie

  • Physik

  • Physikingenieurwesen

  • Statistik

  • Wirtschaftsphysik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Betriebswirtschaftliche Fachfortbildung

  • EDV-Anwendungen in Technik und Naturwissenschaften

  • Internationales Management

  • Landschaftspflege

  • Naturschutz

  • Planung und Steuerung

  • Qualitätssicherung

  • Verfahrenstechnik

http://berufsfeld-info.de/abi/geowissenschaften-mathematik-physik-weiterbildung