Geo­wissenschaften, Mathematik, Physik

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Daten auswerten

Bei Etienne Theisings (22) Studium der Statistik dreht sich alles um Daten – und wie man diese analysiert.

Etienne Theising lernt, wie man Datensätze so analysiert, dass man Zusammenhänge erkennen und neue Erkenntnisse gewinnen kann – ob es sich nun um Daten aus der Wirtschaft, der Medizin oder einem anderen Bereich handelt. Der 22-Jährige studiert Statistik an der TU Dortmund. „Ich hatte schon immer ein Interesse an Mathematik und Zahlen.“ Zunächst dachte er über ein duales Studium bei einer Bank nach. „Aber dann habe ich mich doch dafür entschieden, an der Uni Statistik zu studieren.“

Das Fach, meint der Student, sei „sehr theoretisch“ und mathematisch geprägt: „Wir haben in den ersten Semestern viele Kurse gemeinsam mit den Mathematikstudierenden besucht: zum Beispiel Analysis, Vektor- und Matrizenrechnung oder elementare Wahrscheinlichkeitsrechnung.“ Abgesehen von den mathematischen Inhalten zieht sich der Kurs Statistik fast durch das ganze Studium: Die Studierenden lernen, wie man Daten darstellt, welche Maßzahlen es gibt, mit welchen Instrumenten man Daten auswertet, wie man Parameter schätzt und wie man die Wahrscheinlichkeit von Aussagen prüfen kann. Das Programmieren mit einer Statistiksoftware gehört ebenfalls zum Studium.

Im fünften Semester können sich die Studierenden mit einem Wahlpflichtfach spezialisieren. Zur Auswahl stehen etwa Biometrie, Technometrie oder Ökonometrie – das Fach, das Etienne Theising gewählt hat. „Ich lerne, wirtschaftswissenschaftliche Probleme durch Datenanalyse anzugehen."

Derzeit schreibt der Student seine Bachelorarbeit. Danach möchte er noch den Master in Statistik machen, um die Voraussetzung für eine spätere Promotion zu schaffen. Finanziell ist er abgesichert: Mit BAföG, einem Stipendium und einem Job als Hilfswissenschaftler an der Uni kommt er gut über die Runden. <<

Interessen:

Computer, Mathematik, Logik

siehe auch Arbeitswelt:

Mathematik und Statistik

BERUFENET:

Statistik

Perfekt gelöst!

Für die Industrie mathematische Probleme knacken – das ist das Berufsziel von Julia Kunz (23). Sie hat sich daher für ein Studium der Technomathematik entschieden.

Wenn Automobilhersteller neue Fahrzeuge entwickeln, testen sie deren Eigenschaften häufig schon vor dem Bau mit Computersimulationen. So lässt sich zum Beispiel ein optimales stromlinienförmiges Design planen. Die Basis dieser Simulationen bildet die Mathematik. „Ich bin begeisterte Mathematikerin und habe zunächst nur Mathematik studiert. Um von Anfang an aber auch einen Bezug zur Anwendung zu haben und weil ich gleichzeitig sehr an Technik interessiert bin, habe ich mich für die Technomathematik entschieden“, erzählt Julia Kunz, die im sechsten Semester an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt studiert.

Derzeit absolviert sie im Praxissemester ein 20-wöchiges Praktikum bei einem Optik-Hersteller – praktische Erfahrungen in Unternehmen sind fester Bestandteil im Studienplan. In den ersten Semestern steht die Mathematik im Vordergrund mit Grundlagenfächern wie Analysis und lineare Algebra. Hinzu kommen angewandte Mathematik, etwa Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Optimierung. Im fünften und siebten Semester können sich die Studierenden für Wahlfächer entscheiden, wobei auch ingenieurwissenschaftliche Inhalte auf dem Programm stehen. Julia Kunz hat sich unter anderem für Strömungsmechanik und Grundlagen der Fahrzeugtechnik entschieden. Die Studierenden lernen in diesen Semestern auch mathematische Software kennen und besuchen Veranstaltungen der Technik und Informatik. Das sechste Semester ist komplett dem Praktikum gewidmet, das Julia Kunz in einem Labor absolviert. „Ich freue mich, Einblicke in die Praxis zu bekommen“, sagt die 23-Jährige, die finanziell von ihren Eltern unterstützt wird, aber auch als Tutorin Geld dazuverdient.

In dieser Branche oder bei einem Automobilzulieferer sieht sie derzeit ihre berufliche Zukunft. Zuvor möchte sie aber noch ihren Master machen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. <<

Interessen:

Mathematik, Technik

siehe auch Arbeitswelt:

Mathematik und Statistik

BERUFENET:

Techno­mathematik

Laser und Labor

Fächerübergreifendes Denken ist im Studiengang Physik-Ingenieurwesen gefragt, für den sich Kevin Kühn (25) entschieden hat.

Lasertechnik wird heute in vielen Industriezweigen eingesetzt – von der Autoindustrie, über den Flugzeugbau bis hin zur Medizintechnik. Ein angehender Spezialist in diesem Technologiefeld ist Kevin Kühn. Der 25-Jährige hat in seinem siebensemestrigen Studiengang Physik-Ingenieurwesen an der Naturwissenschaftlich-Technischen Akademie (nta) in Isny im Allgäu den Schwerpunkt auf Laser- und Mikrosystemtechnik gelegt. Derzeit befindet er sich im vierten Semester. Da er sich erfolgreich für ein von Unternehmen finanziertes Stipendium beworben hat, ist er von den monatlichen 250 Euro Studiengebühren befreit.

Das Studium vermittelt Wissen in der angewandten und technischen Physik ebenso wie in der Elektrotechnik, Elektronik, Optik, Chemie, Informatik und im Technischen Management. Die angehenden Ingenieure sollen somit in die Lage versetzt werden, an technischen Neuentwicklungen in unterschiedlichsten Branchen mitzuwirken und technische Probleme zu lösen. Ihr Wissen wenden die Studierenden in Labor-Veranstaltungen in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern praktisch an, außerdem steht vor der Bachelorarbeit im siebten Semester eine zehnwöchige Praxisphase in einem Unternehmen.

Kevin Kühn bringt bereits praktische Kenntnisse aus seiner Ausbildung zum Physikalisch-technischen Assistenten mit, die er direkt nach der Schule absolviert hat. Naturwissenschaftliche Fächer interessierten ihn schon als Schüler, nun möchte er immer weiter in die Welt der physikalischen Phänomene vordringen. „Nach dem Bachelor würde mich ein Master in der Astrophysik reizen. Es ist schon sehr spannend, was im Weltraum geschieht. Auch in der Astrophysik kommt Lasertechnik zum Einsatz – hier hätte ich eine Anknüpfung an meinen Schwerpunkt.“ <<

Interessen:

Technik, Natur­wissen­schaften

siehe auch Arbeitswelt:

Physik

BERUFENET:

Physik­ingenieur­wesen

Neue Energie(n)

Svenja Lindenau (24) lernt in ihrem Ingenieurstudium alles über Verarbeitung und Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen.

Laborarbeit und eine mehrmonatige Praxisphase spielen im Bachelorstudiengang „Technologie nachwachsender Rohstoffe“ an der Hochschule Hannover eine große Rolle. Die Studierenden sezieren Pflanzen, stellen eigene Kunststoffe her und machen thermodynamische Tests. Sie beschäftigen sich mit erneuerbaren Rohstoffquellen und den Technologien, mit denen sich solche Rohstoffe verarbeiten lassen. Zudem erarbeiten sie sich Basiswissen in den Naturwissenschaften. „Mathematik, Physik, Chemie und ingenieurwissenschaftliche Fächer wie Verfahrenstechnik sind die Grundlagen für die Arbeit auf diesem Gebiet. Ich musste mich durchbeißen durch die Prüfungen in den ersten Semestern. Aber als die Botanik und die Kurse zur Pflanzenproduktion dazukamen, wurde es so richtig spannend“, berichtet Svenja Lindenau, die im sechsten Semester studiert und in Kürze ihre Bachelorarbeit anmelden will. Bei der Studienfinanzierung erhält sie Unterstützung von ihren Eltern, verdient sich aber in diversen Jobs auch selbst etwas dazu.

Auch betriebswirtschaftliche Inhalte und Englisch stehen auf dem Lehrplan für den zulassungsbeschränkten Studiengang. Die Studierenden sollen so fit gemacht werden für Tätigkeiten in der biorohstofferzeugenden oder -gewinnenden Industrie wie der Pflanzenzucht, im Anlagenbau oder in der verarbeitenden Industrie wie zum Beispiel der chemischen oder der Pharmaindustrie. Auch bei Behörden und Verbänden sowie an Hochschulen haben die Absolventen Chancen.

Svenja Lindenau hat ihre Leidenschaft für die Forschung entdeckt: „In der 22-wöchigen Praxisphase im fünften Semester habe ich in einem Pflanzenforschungsinstitut Krankheiten an Pflanzen untersucht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich meinen Master und Doktor in dem Fachgebiet machen und in die Grundlagenforschung gehen will.“ <<

Interessen:

Technik, Pflanzen­zucht/-verarbeitung

siehe auch Arbeitswelt:

Geowissenschaften

BERUFENET:

Rohstoff­ingenieur­wesen

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/geowissenschaften-mathematik-physik-studium