Geo­wissenschaften, Mathematik, Physik

Ein Lichtstrahl trifft auf ein Prisma.

Ohne sie geht heute fast nichts mehr: Absolventen und Absolventinnen aus den Bereichen Geowissenschaften, Mathematik und Physik sind keine weltfremden Theoretiker – vielmehr sorgen sie in der beruflichen Praxis für technologischen, ökonomischen und ökologischen Fortschritt.

Der schnelle Prozessor eines Smartphones, die Präzision satellitengestützter Navigationssysteme, die passgenauen Trefferlisten bei der Internetsuche: Grundlage dafür – sowie für zahlreiche weitere Anwendungen und Technologien – sind naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die von den Akademikern und Akademikerinnen dieser Arbeitswelten erarbeitet und in konkrete Produkte umgesetzt werden.

In den Geowissenschaften befasst du dich etwa mit Landschaften, Gewässern, dem Wetter oder dem Verhältnis von Mensch und Umwelt. So untersuchen Geologen und Geologinnen beispielsweise, wie Gesteinsformationen und Böden aufgebaut sind. Dabei halten sie sich oft im Gelände auf. Geoingenieure und -ingenieurinnen sind bei der Erschließung neuer Rohstoffquellen gefragt. Als Geograf/in oder Geoinformatiker/in wiederum „gräbst“ du nicht ganz so tief. In diesen Berufen gehst du beispielsweise der Frage nach, wie der Mensch Flächen nutzt oder wie man Geoinformationen in digitalen Karten visualisiert.

Absolventen und Absolventinnen der Arbeitswelt Mathematik und Statistik entwickeln Formeln, Theorien und Methoden, die anschließend für praktische Anwendungen genutzt werden – etwa in der Medizintechnik, der Softwareentwicklung oder im Finanzwesen. Hier gibt es zahlreiche Spezialisierungen: Biomathematiker/innen werten beispielsweise riesige Datenmengen aus, um die Wirksamkeit neuer Medikamente zu prüfen. Statistiker/innen errechnen Prognosen für die nächste Wahl oder die Altersentwicklung der Bevölkerung. Wirtschaftsmathematiker/innen beschreiben Prozesse in Unternehmen mithilfe mathematischer Modelle.

Physiker/innen bewegen sich zwischen Theorie und Praxis. In der theoretischen Physik beschreiben sie Gesetzmäßigkeiten mithilfe von mathematisch formulierten Theorien. In der angewandten Physik setzen sie physikalische Erkenntnisse in konkrete Anwendungen um. Damit lösen sie technische Probleme, etwa im Maschinen- und Fahrzeugbau oder in der Energieerzeugung. Chancen ergeben sich aber auch im Finanzwesen, also etwa in der Schadenskalkulation von Versicherungskonzernen.

Die typischen Arbeitsorte für viele der hier vorgestellten Berufe sind das Büro und das Entwicklungslabor – dort werden zum Beispiel Projektunterlagen erstellt, Berechnungen vorgenommen oder Versuchsergebnisse ausgewertet. Der Umgang mit spezieller Software – etwa Konstruktions- und Simulationsprogramme, Statistiksoftware oder Geoinformationssysteme – gehört zum Arbeitsalltag. Geowissenschaftler/innen erheben beispielsweise Vermessungs- und Klimadaten, speisen diese in spezielle Datenbanken ein und erstellen daraus digitale Karten.

Unabhängig davon, ob du in Mathematik, Physik oder in den Geowissenschaften arbeiten möchtest, solltest du großes Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen sowie mathematisches Verständnis mitbringen. Aufbauend auf diesen Interessen erwirbt man dann im Studium das Fachwissen für den jeweiligen Arbeitsbereich. Wichtig für Studium wie Beruf ist eine analytische, strukturierte und sorgfältige Arbeitsweise.

Übrigens: Trotz aller Begeisterung für Statistiken, mathematische Strukturen und naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten sind Naturwissenschaftler/innen keine weltfernen Eigenbrötler, die im stillen Kämmerlein vor sich hin forschen. Stattdessen sind sie meist in Projektteams eingebunden; Kommunikationsstärke ist entsprechend wichtig. Gerade in größeren Unternehmen und in der Forschung ist das Arbeitsumfeld zudem international. Fremdsprachenkenntnisse, vor allem Englisch, sind oftmals ein Muss.

Die möglichen Tätigkeitsbereiche und Arbeitgeber für Absolventen und Absolventinnen aus den Geowissenschaften, aus Mathematik und Physik sind breit gefächert – von der Forschung an Hochschulen und Instituten bis zu den Entwicklungsabteilungen der freien Wirtschaft, von der Automobilindustrie bis zum Vermessungswesen, vom kleinen Ingenieurbüro bis hin zum großen Industriekonzern. Ebenso bestehen Chancen in Bereichen, die auf den ersten Blick nicht direkt mit den Naturwissenschaften in Verbindung stehen, etwa bei Softwarehäusern, bei Banken und Versicherungen, in der Unternehmensberatung, in der Markt- und Meinungsforschung oder im Staatsdienst. Die Absolventen dieser Arbeitswelten werden zu den sogenannten MINT-Akademikern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gerechnet, die in vielen Branchen besonders geschätzt werden.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zur Beschäftigungssituation: „Der Arbeitsmarkt für Geowissenschaftler, Mathematiker, Statistiker und Physiker ist tendenziell positiv, stellt sich aber trotzdem nicht vollkommen unproblematisch dar. Nach wie vor gibt es nur wenige Stellenmeldungen, die sich explizit an naturwissenschaftliche Experten richten. Daher empfiehlt es sich beim Berufseinstieg, flexibel zu sein. Man sollte auch andere Berufsfelder in Betracht ziehen, in denen die im Studium erworbenen analytischen Fähigkeiten gesucht sind."

Grundsätzlich ist der Einstieg ins Berufsleben je nach Aufgabenbereich, Branche und Unternehmen bereits mit dem Bachelor möglich. In den Naturwissenschaften ist jedoch der Anteil derer, die noch einen Master oder sogar eine Promotion anschließen, vergleichsweise hoch. Das liegt nicht nur daran, dass man so sein Fachwissen erweitern und sich weiter spezialisieren kann: Master und Doktortitel können auch den Weg in eine Führungsposition oder eine anspruchsvolle Tätigkeit in Forschung und Entwicklung ebnen. Übrigens: Es gibt auch die Möglichkeit, zunächst mit dem Bachelor ins Arbeitsleben einzusteigen und den Master später berufsbegleitend zu erwerben.

Neben einem guten Hochschulzeugnis achten viele Arbeitgeber besonders auf den Nachweis sozialer Kompetenzen. Wer an studentischen Projekten teilnimmt, beweist Teamfähigkeit und Eigeninitiative, und wer eine Zeit lang im Ausland studiert oder gearbeitet hat, zeigt die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Ebenso gern gesehen sind berufliche Erfahrungen, etwa aus studienbegleitenden Praktika. Oftmals ist es auch möglich, die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen zu schreiben.

Naturwissenschaftler/innen haben gute Chancen, mit etwas Berufserfahrung schnell in anspruchsvolle Fach- und Führungspositionen aufzusteigen. Wichtig hierfür ist, sich auch nach dem Studienabschluss fachlich weiter auf dem neuesten Stand zu halten und Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen. Auch eine Selbstständigkeit ist mit ausreichend Berufserfahrung möglich, beispielsweise als Gutachter/in oder in der Softwareentwicklung.

Der Weg ins Ausland steht Naturwissenschaftlern ebenfalls offen: Geowissenschaftler/innen können sich beispielsweise an internationalen Entwicklungs- oder Umweltschutzprojekten beteiligen. Und Mathematiker/innen oder Physiker/innen in der Forschung sind nicht selten in internationale Projekte eingebunden – Auslandsaufenthalte inklusive. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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