Elektro­technik

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Den Horizont erweitern

Ihr Masterstudium der Technischen Kybernetik hat Anne Romer (25) genutzt, um Forschungsinstitute im In- und Ausland kennenzulernen.

Damit autonomes Fahren gelingt, muss eine Flut von Daten mithilfe vernetzter technischer Systeme geordnet werden – eine Aufgabenstellung, für die sich Anne Romer mit ihrem Masterstudium der Technischen Kybernetik an der Universität Stuttgart qualifiziert hat. Sie hat sich auf „Mathematische Methoden und Autonome Systeme“ spezialisiert. „Mein Ziel ist die Forschung, entweder im Rahmen einer akademischen Laufbahn oder in der Industrie“, sagt die 25-Jährige, die gerade ihr Studium abschließt und bald ihre Promotion in der Regelungstheorie zum Thema Data Driven Control angehen wird.

Im auf zwei Jahre ausgelegten Masterstudium werden die systemwissenschaftlichen Kernbereiche aus dem Bachelor Technische Kybernetik vertieft, vor allem Regelungstechnik, Systemdynamik, Modellierung und Simulation. Da der Master konsekutiv angelegt ist, konnte Anne Romer direkt mit einem Auslandssemester an einer US-amerikanischen Partneruniversität starten, was ihr einen doppelten Masterabschluss einbringt. „Das Thema meiner Arbeit in den USA habe ich im Lauf des Studiums zu meiner eigentlichen Thesis ausgebaut.“

Die junge Ingenieurin hat Chancen genutzt und ihr Studium flexibel umstrukturiert. Für einen weiteren Auslandsaufenthalt in Shanghai verlängerte sie auf fünf Semester. „Ich wollte weitere Facetten in der Grundlagenforschung kennenlernen und einen Blick über den Tellerrand werfen. Unterschiedliche Institute im In- und Ausland zu besuchen, war ein guter Weg.“ Ihre Auslandsaufenthalte stemmte sie mithilfe verschiedener Stipendien – unter anderem war sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. <<

Motivation:

Wissen vertiefen, Auslandserfahrungen sammeln, Voraussetzung für Promotion schaffen

siehe auch Arbeitswelt:

Mechatronik und Automatisierungstechnik

BERUFENET:

Kyber­netik

Grenzenlos kommunizieren

In ihrem Masterstudium der Kommunikations- und Multimediatechnik verbindet Sandra Vedler (25) internationale Einblicke mit fachlicher Spezialisierung.

Nach ihrem Bachelor in Nachrichtentechnik in Tallinn suchte Sandra Vedler nach einer Weiterbildungsmöglichkeit im EU-Ausland – zum Beispiel in Deutschland. Über die Internetseite des DAAD fand sie das viersemestrige Vollzeit-Masterprogramm „Communications and Multimedia Engineering“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – und bewarb sich mit Erfolg.

„Das ist ein internationales Ingenieursprogramm in englischer Sprache“, erläutert sie. „Damit baue ich thematisch auf meinen Vorkenntnissen auf. Außerdem verbessere ich in den Deutschkursen meine Sprachkenntnisse und kann mich später mit dem Master of Science gut bei deutschen Unternehmen bewerben.“ Berufserfahrung hat die 25-Jährige auch schon gesammelt, bei einer estnischen Telekommunikationsfirma.

In den ersten beiden Semestern vertiefte Sandra Vedler ihr Fachwissen in Fächern wie digitaler Signalverarbeitung, mobiler Kommunikation und Informationstheorie. Dazu kamen die Grundlagen der Bild- und Videokodierung und Algorithmen zur digitalen Verarbeitung von Sprach- und Audiosignalen. Jetzt, im dritten Semester, hat sie sich auf Multimediatechnik spezialisiert. Dabei lernt sie unter anderem, Multimediasignale zu beschreiben und zu analysieren, und macht, weil das Studium sehr praxisorientiert ist, viele Programmierübungen im Uni-Labor.

„Meine Masterarbeit werde ich an der Uni schreiben – obwohl auch eine Unternehmenskooperation möglich gewesen wäre.“ Sandra Vedler finanziert ihr Studium über einen Nebenjob als wissenschaftliche Hilfskraft. Sie könnte sich vorstellen, später in der Automobilindustrie zu arbeiten. „Infotainment-Systeme zu entwickeln, wäre eine sehr spannende Option.“ <<

Motivation:

Technisches Fachwissen ausbauen, im deutschsprachigen Raum arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Informations- und Kommunikationstechnik

BERUFENET:

Medien-, Multi­media­technik

Elektrotechnik unterrichten

Um Berufsschullehrerin für Elektrotechnik zu werden, absolviert Mona Bielesch (26) einen zweijährigen Vorbereitungsdienst.

Mona Bielesch hat den Abschluss Master of Education erworben: Sie hat Elektro- und Informationstechnik mit Nebenfach Mathematik für das Lehramt an beruflichen Schulen an der Technischen Universität München studiert. „So kann ich mein mathematisch-technisches Interesse mit dem Unterrichten verknüpfen. Mir macht die Arbeit mit Schülern im praxisnahen Schulalltag mehr Freude als eine bloße Ingenieurstätigkeit“, erläutert die 26-Jährige ihre Studienwahl.

Um als Lehrerin in den Staatsdienst übernommen zu werden, steht noch das Zweite Staatsexamen aus, das sie am Ende des obligatorischen Lehramtsreferendariats absolviert. Diesen zweijährigen Vorbereitungsdienst an zwei Berufsschulen wird sie in wenigen Monaten samt Abschlussprüfungen über Schulrecht und fächerspezifische Didaktik abschließen. „Aktuell sind die Übernahmechancen nach dem Referendariat gut. Lehrer für Technikberufe sind momentan sehr gefragt, sodass viele Ingenieure quer einsteigen.“ Wie sich die Lage in naher Zukunft entwickelt, ist allerdings nicht absehbar.

Neben dem täglichen Unterrichten angehender Elektroniker/innen in System- und Gerätetechnik oder in Steuerungstechnik besucht Mona Bielesch einmal pro Woche zentral stattfindende Seminare in Pädagogik sowie in Fachdidaktik ihres Nebenfachs. „Das Vor-der-Klasse-Stehen und den richtigen Umgang mit Schülern unterschiedlicher Altersstufen und technischer Ausbildungsberufe muss man üben. Ein Seminarlehrer hilft mir dabei und gibt Feedback.“ Fachlich muss sie sich bei Themen, die sie erstmals unterrichtet, erst einarbeiten und Neues dazulernen. Dafür sitzt sie oft bis spät abends an ihrem Rechner und nutzt auch die Wochenenden zur Vorbereitung. Als Referendarin bezieht Mona Bielesch einen monatlichen Anwärterbezug. <<

Motivation:

Kontakt zu Schülern, Freude am Unterrichten

siehe auch Arbeitswelt:

Energietechnik
Informations- und Kommunikationstechnik
Mechatronik und Automatisierungstechnik

BERUFENET:

Lehrer/in – beruf­liche Schulen

Forschung für die Energiewende

Kishan Veerashekar (26) untersucht in seiner Promotion, wie man Erneuerbare Energien besser ins Netz einspeist.

Kishan Veerashekar arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme (EES) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist derzeit im zweiten Jahr seiner Promotion: Er erforscht, wie sich erneuerbare Energieanlagen sowie zentrale und dezentrale Batteriespeichersysteme besser in elektrische Netze integrieren lassen. „Ich benötige den Doktorgrad in Ingenieurwissenschaften sowohl als Sprungbrett für interessante Jobs in der Wirtschaft als auch für eine akademische Laufbahn“, erklärt der 26-Jährige, der sich wegen der Energiewende bewusst für Deutschland entschieden hat – nach seinem Bachelorabschluss in Elektronik und Elektrotechnik im südindischen Mysuru schloss er in Aachen seinen Master in Elektrischer Energietechnik ab.

Kishan Veerashekar finanziert seine Promotion mithilfe seiner Vollzeitbeschäftigung am Lehrstuhl: Er leitet Übungen, betreut studentische Abschlussarbeiten und ist an diversen Projekten beteiligt. An seiner Doktorarbeit arbeitet er nebenher, auch an den Wochenenden.

Nach seiner Literaturrecherche zu vergleichbaren Publikationen, Studien und Projekten hat Kishan Veerashekar mit der Modellierung und Simulation der elektrischen Netze am Rechner begonnen. Mithilfe von Netzdaten erstellt er Erzeugungs- und Lastprofile für einzelne Verteilnetze, überwiegend im Umland. Mit seinen Berechnungen kann er die Auswirkung des großflächigen Einsatzes von Speichersystemen beurteilen. Zwischenergebnisse seiner Forschung publiziert er in Tagungsbänden und präsentiert sie auf Kongressen europaweit. Seine Dissertation, die er auf Deutsch schreibt, will er in drei bis vier Jahren abgeben und vor einer Prüfungskommission verteidigen. <<

Motivation:

Voraus­setzung für wissen­schaft­liche Forschung und Lehr­tätigkeit

siehe auch Arbeitswelt:

Energietechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Energie­technik

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Automatisierungstechnik

  • Elektrotechnik

  • Energietechnik

  • Informations-, Kommunikationstechnik

  • Ingenieurinformatik, Computational Engineering

  • Maschinenbau

  • Mechatronik

  • Mikrotechnik, Mikrosystemtechnik

  • Verfahrenstechnik

  • Wirtschaftsingenieurwesen

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeitssicherheit

  • Betriebswirtschaft

  • ERP-Systeme (z.B. SAP)

  • Marketing

  • Projektmanagement

  • Qualitätsmanagement

  • Umweltrichtlinien

http://berufsfeld-info.de/abi/elektrotechnik-weiterbildung