Elektro­technik

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Ausgeklügelte Autobatterien

Manuel Reinhardt (21) interessiert sich für Autos und neue Technologien. Er studiert Elektromobilität, um sich ein breites Grundlagenwissen anzueignen.

Am liebsten würde Manuel Reinhardt eines Tages in der Automobilindustrie innovative Antriebssysteme entwickeln. Deshalb studiert er Elektrotechnik und Elektromobilität an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI). „Ich hätte natürlich auch in anderen Ingenieurstudiengängen den Bachelor of Engineering machen können – zum Beispiel in Fahrzeugelektronik“, sagt der 21-Jährige. „Elektromobilität erschien mir jedoch zukunftsweisender.“ Ein Auswahlverfahren gab es nicht.

Von den sieben Regelsemestern hat Manuel Reinhardt vier absolviert und sich bereits mit den naturwissenschaftlichen und elektrotechnischen Grundlagen rund um Mess- und Schaltungstechnik vertraut gemacht. Im dritten Semester kamen vertiefende Fächer dazu: Modellierung dynamischer Systeme, elektrochemische Energiespeicher, Hybridsysteme samt mechatronischer Komponenten. „Um Batteriesysteme oder Elektrochemie zu verstehen, ist besonders physikalische Chemie grundlegend und wird im dritten Semester unterrichtet“, erzählt er. „Mir kommt der hohe Praxisanteil entgegen: Ich absolviere in jedem Semester Laborkurse mit Programmierungs- und Simulationsübungen parallel zu den Vorlesungen.“

Im fünften Semester steht eigentlich ein Industriepraktikum an; das wird Manuel Reinhardt etwas aufschieben, um bei einem Automobilzulieferer Erfahrungen zu sammeln – und um zusätzlich zu seinem anderen Nebenjob seine Kasse aufzubessern. Im Idealfall, so hofft er, ergibt sich zudem ein Bachelorprojekt in Kooperation mit der Firma.

Nach seiner Abschlussarbeit möchte er einen spezialisierenden Forschungsmaster an der THI anschließen und sich noch eingehender mit innovativen Batteriesystemen beschäftigen. <<

Interessen:

Autos und Antriebe, Elektro- und Informations­technik, Chemie

siehe auch Arbeitswelt:

Energietechnik
Informations- und Kommunikationstechnik

BERUFENET:

Elektro­mobilität

In die Solarforschung

Anya Heider (21) möchte langlebige Solarzellen entwickeln und studiert deshalb Erneuerbare Energien.

Anya Heider war schon immer stark in Mathematik und Naturwissenschaften – und sie wollte sich mit Klimafragen beschäftigen. Mit ihrem Bachelorstudium der Erneuerbaren Energien an der Universität Stuttgart verbindet sie beides. „Ich möchte später in die Solargrundlagenforschung gehen“, erzählt die 21-Jährige.

Für das Studium ist ein Vorpraktikum Pflicht. Dort merkte sie schnell, dass ihr das Ingenieurwesen liegt. Im Grundstudium hat sie sich dann mit naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt, bevor sie im vierten Semester den Studienschwerpunkt „Elektrische Energiesysteme“ wählte – inklusive Fotovoltaik, Windenergie und elektrische Energienetze. „Das interessiert mich besonders“, sagt sie. Zurzeit studiert sie im sechsten Semester.

Von Beginn ihres Studiums an interessierte sie besonders der Praxisbezug. Die drei verpflichtenden Laborübungen gefielen ihr gut. In den Semesterferien machte sie einerseits ein weiteres Industriepraktikum in der Solarforschung, andererseits nahm sie am wissenschaftlichen Kolleg der Studienstiftung des deutschen Volkes an Projekten teil, die sich mit dem Klimawandel beschäftigten. Ihre Bachelorthesis wird sie an einem Partnerinstitut der Hochschule in Tokio auf Englisch schreiben. „Mit dem Auslandsaufenthalt benötige ich zwar ein Semester mehr, aber so kann ich gleich in die Fotovoltaik-Forschung einsteigen und den Master und die Promotion auf der Thematik aufbauen.

Ihr Studium an der Universität Stuttgart ist durch einen lokalen Numerus clausus zulassungsbeschränkt. Anya Heider finanziert sich über ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie mit Nebenjobs als wissenschaftliche Hilfskraft und Tutorin. <<

Interessen:

Mathematik, Natur­wissenschaften, Elektro­technik, Klima­wandel

siehe auch Arbeitswelt:

Energietechnik

BERUFENET:

Erneuer­bare Energien

Programmieren und konstruieren

Martin Schörner (21) studiert Ingenieurinformatik: Er programmiert nicht nur technische Geräte – er baut sie auch.

Martin Schörner möchte später an der technischen Entwicklung für autonomes Fahren bei einem Autobauer oder an einem Lehrstuhl mitwirken. Daher hat er sich für das Studium Ingenieurinformatik an der Universität Augsburg entschieden. „Anders als Informatik ist dieser Bachelorstudiengang praktischer ausgerichtet“, findet er. „Zudem verbindet er Programmieren mit Konstruieren, Regelungstechnik und Robotik“, erläutert der 21-Jährige, der gerade das letzte der sechs Regelstudiensemester abschließt, um anschließend sein Wissen in einem konsekutiven Masterstudiengang zu vertiefen.

Im zweijährigen Grundstudium hat Martin Schörner sein Grundlagenwissen in Mathematik, Physik und Informatik ausgebaut und sich mit Ingenieurtechniken beschäftigt. Ab dem fünften Semester hat er sich auf die Vertiefungsrichtungen Mechatronik und Robotik sowie Technische Informatik spezialisiert. „Natürlich ist es von Vorteil, wenn man wie ich bereits in der Schule Informatik hatte. Es ist jedoch auch möglich, Wissen nachzuholen."

Das Bachelorstudium ist praxisnah ausgerichtet: Mehrere Praktika und Forschungsmodule, in denen der angehende Ingenieur unter anderem fahrbare Roboter programmiert hat, sind Pflichtprogramm. „Manche Projekte haben wir in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt. So konnten wir Arbeitsatmosphäre schnuppern.“ In seinem abschließenden Bachelorprojekt wird Martin Schörner am Lehrstuhl für Softwaretechnik die Steuerung einer Bodenstation für mehrere autonom fliegende Drohnen bauen.

Sein Studium finanziert Martin Schörner als wissenschaftliche Hilfskraft und Tutor sowie mit Unterstützung seiner Eltern. Ein lokaler Numerus clausus orientiert sich an den Bewerberzahlen. <<

Interessen:

Programmieren und Informatik, Konstruieren und Bauen

siehe auch Arbeitswelt:

Informations- und Kommunikationstechnik

BERUFENET:

Ingenieur­informatik
Computational Engineering

Von Augenoptik zur Optoelektronik

Anke Fischer (22) hat mit Sensorik ein Studium gewählt, das Technik, Physik und Optik zusammenbringt.

Die ausgebildete Augenoptikerin Anke Fischer entschied sich für den Bachelorstudiengang „Elektrotechnik – Sensorik“ an der Hochschule Karlsruhe, um so ihr Vorwissen mit ihrem Interesse an Technik zu verknüpfen. Automatisierungstechnik oder Physik hätten sie ebenfalls gereizt. „Aber bei meinem Studium laufen naturwissenschaftliches und elektrotechnisches Fachwissen sowie Optik und Sensorik zusammen“, erklärt die 22-Jährige, die gerade das vorletzte der sieben Regelstudiensemester abschließt.

Das Programm im ersten Jahr umfasst mathematisch-physikalische sowie elektrotechnische Grundlagen. Die Studierenden beschäftigen sich außerdem mit Werkstoffkunde und Programmieren. Ab dem dritten Semester beginnt das Hauptstudium, dann geht es um die Frage: Wie funktionieren Sensoren und wie steuert man diese an? Regelungstechnik, Softwareengineering und Optoelektronik sowie Funktionsweisen der Sensoren stehen nun auf dem Lehrplan – stets begleitet von Laborübungen.

Bevor Anke Fischer im sechsten Semester Einblicke in Robotik, Fotonik und Messtechnik gewonnen hat, absolvierte sie ihr obligatorisches Praxissemester am Fraunhofer Institut bei Karlsruhe, wo sie sich im Bereich Polymer Engineering mit spezieller CAD-Software beschäftigte. „Für meine Bachelorarbeit, die ich in Robotik oder Sensortechnik mache, möchte ich diese Software weiter nutzen.“ Einen Industriekooperationspartner in der Schweiz hat sie bereits im Auge.

Der Numerus clausus für den Studiengang hängt von der Anzahl der Bewerber ab. Anke Fischer finanziert ihr Studium mithilfe ihrer Eltern sowie mit einem Job als wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer Institut. Nach dem Abschluss möchte sie einen Master draufsatteln, um später in die Forschung einzusteigen. <<

Interessen:

Elektro­technik, Optik

siehe auch Arbeitswelt:

Informations- und Kommunikationstechnik
Mechatronik und Automatisierungstechnik

BERUFENET:

Sensor­technik

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/elektrotechnik-studium