Elektro­technik

Detailaufnahme von roten Leuchtdioden.

Wenn du dich für die Elektrotechnik entscheidest, stehen dir viele berufliche Optionen offen – etwa in der Elektroindustrie, bei Maschinen- und Fahrzeugbauern, bei Energiekonzernen oder in der wissenschaftlichen Forschung.

Computer oder Waschmaschine, Auto oder Hochgeschwindigkeitszug, Solaranlage oder Industrieroboter – in all diesen Produkten steckt Elektrotechnik. Als Elektroingenieur/in entwickelst du neue Technologien und Geräte, verbesserst die Steuer-Software von Fahrzeugen, Maschinen und Robotern oder versorgst die Menschen mit umweltfreundlichem Strom. Du kannst dich aber auch in Richtung Management orientieren und dich zum Beispiel um den Verkauf oder die Projektleitung kümmern.

Profis rund um Watt und Volt kümmern sich um die Energieversorgung von Gebäuden, Industrieanlagen oder ganzen Regionen. In der Arbeitswelt Energietechnik findest du zum Beispiel Ingenieure und Ingenieurinnen, die die Kraftwerkstechnik und Energiespeicher von morgen entwickeln oder neue Stromtrassen projektieren. Erneuerbare Energien werden hierbei immer wichtiger, aber auch die konventionellen Kraftwerke sind heute effizienter denn je. Das hilft, den Rohstoffverbrauch zu senken, und ist gut für die Umwelt.

Das Internet verbindet nicht nur Menschen, sondern vernetzt auch Maschinen miteinander. Ingenieure und Ingenieurinnen der Arbeitswelt Informations- und Kommunikationstechnik entwickeln die nötige Hardware – etwa energiesparende Prozessoren, winzige Funkchips oder „intelligente“ Elektrogeräte – und programmieren die Software für die Kommunikationsnetze des Internetzeitalters. Die Akademiker/innen dieses Bereichs entwickeln nicht nur Elektrogeräte für den Hausgebrauch, sondern auch „smarte“ Sicherheitstechnik, hochpräzise Operationsroboter oder spezielle Sensoren für Autos.

In der Industrie geht heute nichts mehr ohne Roboter und komplexe Steuerungssysteme. In der Arbeitswelt Mechatronik und Automatisierungstechnik findest du Ingenieure und Ingenieurinnen, die an der Schnittstelle zwischen Elektronik, IT, Maschinenbau und Mechanik arbeiten. Sie entwickeln ausgefeilte Industrieroboter, automatische Fertigungsstraßen und andere Technologien für die „intelligente“ Fabrik. Aber auch im Haushalt kommt immer mehr Automatisierungstechnik zum Einsatz: Sich selbst regulierende Jalousien und sprachgesteuerte Multimediaanlagen sind nur der Anfang.

In welchem Bereich Elektroingenieure auch arbeiten – ihr Berufsalltag weist oftmals Gemeinsamkeiten auf. Gearbeitet wird zumeist am Rechner im Büro, aber auch in Labors oder Fabrikhallen sind sie anzutreffen. Eine typische Aufgabe kann es zum Beispiel sein, als Forschungs- und Entwicklungsingenieur/in Konstruktionsunterlagen zu erstellen, die Produkteigenschaften am Computer zu simulieren und dann einen ersten Prototyp herzustellen. Als Projektingenieur/in begleitest du ein bestimmtes Produkt vom ersten Entwurf über die Fertigung bis hin zum Verkauf. Sehr nah am Kunden arbeitest du als Vertriebs- oder Serviceingenieur/in.

Generell übernehmen viele Ingenieure und Ingenieurinnen mit entsprechender Berufserfahrung auch Aufgaben, die nur mehr am Rande mit Elektrotechnik zu tun haben – sie koordinieren ihre Projektteams, halten Präsentationen bei den Kunden, überwachen und steuern die Produktion oder kümmern sich um das Marketing oder den Vertrieb der Elektroprodukte.

Wenn du einen Beruf im Elektroingenieurwesen ergreifen willst, solltest du Talent im Umgang mit Zahlen sowie Interesse an Naturwissenschaften und Technik haben. Insbesondere Mathematik und Physik bilden die Grundlage, auf der die jeweiligen Elektrostudiengänge aufbauen. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie eine analytische Vorgehensweise sind gefragt – etwa wenn es darum geht, Fertigungspläne für eine Elektrobaugruppe zu erstellen oder den Fehler in einem Versuchsaufbau aufzuspüren. Das nötige Fach- und Spezialwissen erwirbst du im Studium sowie „on the job“, also im Berufsleben. Dazu gehören beispielsweise eine breite Palette an Formeln rund um Mechanik und Energie, zudem auch praktische Fertigkeiten, etwa um technische Zeichnungen zu erstellen. Einen immer höheren Stellenwert nehmen auch Programmierkenntnisse ein. Schließlich steckt in modernen Elektrogeräten heute komplexe Software.

Natürlich benötigst du als Ingenieur/in auch persönliche Kompetenzen, die sogenannten „Soft Skills“, etwa Teamfähigkeit sowie Kommunikations- und Präsentationsstärke. Wer sich beruflich später in Richtung Management bewegen will, kann auch mit Kenntnissen in Betriebswirtschaft und Projektmanagement punkten. Und nicht zuletzt sind im Zuge der Globalisierung auch Fremdsprachenkenntnisse – idealerweise über das obligatorische Englisch hinaus – praktisch unerlässlich.

Mit einem Abschluss in einem Elektro-Studienfach stehen dir viele Karrieremöglichkeiten offen. Neben der Elektroindustrie – also den Unternehmen, die elektrotechnische Produkte und Bauteile herstellen – kommen Elektrospezialisten auch in weiteren Branchen zum Einsatz, die auf Elektrotechnik in ihren Produkten oder auf Automationstechnik in den Fabriken setzen. Das trifft mittlerweile auf praktisch jeden Industriezweig zu. Auch bei Energieerzeugern, in der wissenschaftlichen Forschung an Hochschulen oder Instituten sowie bei Ingenieurbüros für technische Fachplanung finden sich Arbeitsplätze. Mit einem solchen Ingenieurbüro kann man sich später auch selbstständig machen.

Die Situation am Arbeitsmarkt stellt sich für hoch qualifizierte Fachkräfte in der Elektrotechnik alles in allem positiv dar, wie Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, berichtet: „Die Beschäftigung ist relativ stabil, die Arbeitslosigkeit gering und die Nachfrage ist auf einem guten Niveau."

Der Start in einen der Berufe im Elektrobereich ist grundsätzlich bereits mit einem Bachelorabschluss möglich. Mit einem zusätzlichen Masterstudiengang – den du entweder direkt nach dem Bachelor oder auch nach einer Zeit der Berufstätigkeit absolvieren kannst – vertiefst du dein Fachwissen weiter oder spezialisierst dich auf ein bestimmtes Fachgebiet. Der Master ist zudem die Voraussetzung für eine Promotion und eine spätere Karriere in der wissenschaftlichen Forschung. Elektroingenieure mit Master oder sogar Promotion sind aber auch als Führungskräfte in der Industrie gefragt.

Für den Berufseinstieg ist es sehr von Vorteil, wenn du bereits während des Studiums erste Erfahrungen bei Unternehmen gesammelt hast. Im Rahmen von Praktika oder einer Tätigkeit als Werkstudent knüpfst du nicht nur wertvolle Kontakte, sondern findest auch heraus, welcher Arbeitsbereich am besten zu dir passt. Oftmals kann man auch die Abschlussarbeit in einem Betrieb schreiben. Eine sehr praxisnahe Alternative bieten auch sogenannte duale Studienangebote, die eine berufspraktische und eine akademische Ausbildung kombinieren.

Wer während des Studiums Erfahrungen im Ausland gesammelt hat, kann seine Chancen weiter verbessern – schließlich haben viele Industrieunternehmen heute Geschäftsbeziehungen in alle Welt, und auch die wissenschaftliche Forschung ist international vernetzt. Außerdem belegen Ingenieure und Ingenieurinnen, die eine Zeit im Ausland verbracht haben, dass sie bereit sind, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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