Polymer­chemiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Innovation Manager

Tätigkeitsfelder:

Verfahrens- und Produktentwicklung; Management und Unternehmensführung

Abgeschlossenes Studium in:

Chemie

BERUFENET:

Polymerchemiker/in

Unser Team ist darauf spezialisiert, chemische und biotechnologische Verfahren technisch und wirtschaftlich zu bewerten.

Alles aus Zucker

Niklas Meine (33) sucht als Chemiker in der Polymerindustrie nach innovativen technischen Verfahren, mit denen die Industrie aus bio-basierten Rohstoffen – etwa aus Zucker – Polymere herstellen kann.

Niklas Meine arbeitet als Innovation Manager bei Covestro, einem Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen mit Sitz in Leverkusen. Als „Technologie-Scout“ soll er dort neue Möglichkeiten identifizieren, um nachwachsende Rohstoffe zur Herstellung von Polymeren, also speziellen Molekülverbindungen, einzusetzen. Dazu steht er mit Unternehmen aus anderen Branchen, mit Start-ups und Forschungseinrichtungen in Kontakt.

Das nötige Fachwissen bringt er aus seinem Studium mit: „Nach meinem Bachelor und Master in Chemie an der Freien Universität Berlin habe ich mich in meiner Dissertation mit nachwachsenden Rohstoffen beschäftigt“, erzählt der 33-Jährige. Am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung entwickelte er verschiedene Verfahren, mit denen man aus Holz und anderen pflanzlichen Stoffen Zucker gewinnen kann. Aus diesen sogenannten Zuckern der zweiten Generation lassen sich wiederum biobasierte Chemikalien herstellen, die ihrerseits eine Grundlage für Kunststoffe bilden. „Der Vorteil für die Umwelt liegt auf der Hand: Man spart Erdöl bei der Herstellung und verkleinert so den CO2-Fußabdruck“, erläutert er. „Daneben spielt aber auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle, wenn man wettbewerbsfähig bleiben will.“

Verfahrenswerte erkunden

Im Unternehmen arbeitet er an einer interdisziplinären Schnittstelle. Zu seinen Kollegen zählen daher nicht nur Chemiker, sondern auch Ingenieure oder Biotechnologen. „Unser Team ist darauf spezialisiert, chemische und biotechnologische Verfahren technisch und wirtschaftlich zu bewerten“, erläutert Niklas Meine. „Ein Studium der Chemie, bei dem man sich zum Beispiel auf Synthesechemie spezialisiert, ist deshalb Grundvoraussetzung für meine Arbeit. Aber auch ein spezialisiertes Fach wie Polymerchemie wäre eine gute Option.“ Seine internen und externen Ansprechpartner kommen zum Beispiel aus der Forschung und Entwicklung, der Produktion oder dem Marketing. Auch mit Rohstofflieferanten, etwa aus der Agrarindustrie, steht er in ständigem Kontakt. In seinem Büro studiert er Fachliteratur und tauscht sich mit anderen Wissenschaftlern aus seinem akademischen Netzwerk aus.

Untersuchungen im eigenen Labor

In den Laboren des Unternehmens erprobt sein Team bestimmte Verfahren auch selbst. „Um etwa Phenol – die Grundlage für Autoscheinwerfer, DVDs oder LED-Beleuchtungen – aus Zucker zu produzieren, untersuchen wir zum Beispiel die benötigten Rohstoffe und Verfahrenskonzepte.“ So wollen die Kunststoffexperten herausfinden, was technisch machbar ist, um solche Verfahren eines Tages auch selbst einzusetzen – und was das kosten würde.

Niklas Meine reist zu internationalen Kongressen, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Universitäten auf der ganzen Welt und betreut auch internationale Projekte. „Dabei ist nicht nur mein fachliches Know-how gefragt, sondern ich muss auch Kontakte zu verschiedenen Interessensgruppen und Akteuren aufbauen“, erzählt er. „Um Menschen für neue Technologien zu begeistern, muss ich außerdem präsentieren und überzeugen können – und das möglichst mehrsprachig.“ <<

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