Biologie, Chemie, Pharmazie

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Glänzende Beschichtungen

Mit Chemie, Physik und Maschinenbau befasst sich Marc Evertz (25) im Masterstudium Angewandte Polymerwissenschaften.

Nach seinem Bachelor in Chemie beschloss Marc Evertz, sich für den Masterstudiengang „Angewandte Polymerwissenschaften“ an der Fachhochschule Aachen einzuschreiben. „Sicher arbeiten auch ‚normale‘ Chemiker mit Polymeren“, erklärt er. Vom interdisziplinären Masterprogramm und der fachlichen Spezialisierung erhofft er sich jedoch eine bessere Ausgangsposition für den Bewerbungsprozess. Auch eine spätere Promotion und eine akademische Laufbahn kann er sich gut vorstellen.

Im ersten Semester des zweijährigen Vollzeitstudiengangs werden chemische, physikalische und mechanische Grundlagen vermittelt und vertieft. Anschließend stehen Kunststoffe im Fokus. Das Studium ist mit Laborpraktika und Übungen sehr anwendungsorientiert. „Wir führen beispielsweise thermische oder mechanische Analyseverfahren durch, synthetisieren Polymere und verarbeiten diese mit gängigen Techniken wie Extrusion oder Spritzguss“, führt Marc Evertz aus. Er spezialisierte sich im dritten Semester in Wahlpflichtmodulen unter anderem auf Polyurethane, die zum Beispiel die Grundlage von Schaumstoffen bilden. Außerdem beschäftigte er sich mit Statistik, BWL und Konstruktionssoftware.

Die FH Aachen bietet auch Kooperationspraktika mit ausländischen Hochschulen an. In diesem Rahmen arbeitete Marc Evertz mit Studierenden aus den Niederlanden an polymerchemischen Versuchen und hielt eine Präsentation auf Englisch. Gerade erstellt er in Kooperation mit einem Unternehmen seine Masterthesis über Oberflächenbeschichtung für Folien.

Das Studium finanziert Marc Evertz mit Unterstützung seiner Eltern und über einen Nebenjob als wissenschaftliche Hilfskraft. <<

Motivation:

Karriere­optionen verbessern, Voraus­setzung für Promotion schaffen

siehe auch Arbeitswelt:

Chemie

BERUFENET:

Polymer­wissen­schaft

Ins menschliche Gehirn schauen

Im Masterstudium Experimental and Clinical Neurosciences spezialisiert sich die Biologin Lucia Leehr (24) auf psychologische Methoden.

Weil sie später nicht nur im Labor arbeiten wollte, entschied sich Lucia Leehr nach ihrem Bachelor in Biologie für den englischsprachigen, interdisziplinären Masterstudiengang Experimental and Clinical Neurosciences. Dafür wechselte sie an die Universität Regensburg. Am obligatorischen Englischtest zu Beginn des Studiums musste sie nicht teilnehmen. „Ich hatte vorher schon einige Zeit im Ausland verbracht“, erklärt die 24-Jährige.

Zwei der vier Regelstudiensemester hat sie inzwischen absolviert und sich dabei ein breit gefächertes Grundlagenwissen erarbeitet – von sensorischer Neurobiologie über Endokrinologie bis hin zu klinischer Psychologie. „Dazu kommt wertvolles Methodenwissen in semesterbegleitenden Praktika“, erzählt sie, „beispielsweise über Molekular-Analytik im Zelllabor oder psychologische Herangehensweisen.“ Im dritten und vierten Semester wird sie sich hauptsächlich mit ihrer Abschlussarbeit beschäftigen. „Zusammen mit der experimentellen Laborarbeit haben wir für unser Projekt neun Monate Zeit“, sagt sie. Dafür wird sie sich wahrscheinlich einer Forschungsgruppe am Institut für Psychologie anschließen, die sich der therapeutischen Behandlung von Angststörungen widmet.

Ihren Lebensunterhalt finanziert Lucia Leehr durch Nebenjobs. Weil ihre Kommilitonen – darunter Biotechnologen, Chemiker, Psychologen und Mediziner – aus der ganzen Welt stammen, kann sie schon auf dem Campus ein akademisches Netzwerk knüpfen und so ihre Beschäftigungsperspektiven in der Forschung auch international verbessern. Zunächst aber will sie nach dem Master ihre Doktorarbeit schreiben und sich dabei weiter spezialisieren. <<

Motivation:

Voraussetzung für Promotion; Ideen austauschen und neue Disziplinen kennen­lernen

siehe auch Arbeitswelt:

Biologie

BERUFENET:

Neuro­wissen­schaft

Auf dem Weg zum Laborleiter

Mit seiner Weiterbildung zum Klinischen Chemiker schafft Ronald Biemann (33) die Voraussetzungen, um ein medizinisches Labor zu leiten.

Ronald Biemann hatte an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale Ernährungswissenschaften studiert. Dann promovierte er und begann schließlich am Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die zertifizierte Weiterbildung zum Klinischen Chemiker.

Damit kann ich mein Fachwissen weiter vertiefen“, erläutert der 33-Jährige. „Die Qualifikation bietet mir außerdem bessere Jobperspektiven, weil ich damit ein klinisch-chemisches Labor leiten könnte.“ Daneben arbeitet er bei verschiedenen Forschungsprojekten mit und bringt so seine wissenschaftliche Karriere voran. Fachlich tauscht er sich außerdem auf Konferenzen und Fachtagungen aus; über die Jahre hat er sich so ein Netzwerk aufgebaut.

Zurzeit befindet er sich im dritten Jahr der eigentlich fünfjährigen Weiterbildung. Er kann sie aber verkürzen, weil ihm ein Teil seiner Promotion als Forschungsjahr angerechnet wird. Bevor er sich zur mündlichen Abschlussprüfung anmelden kann, muss er noch ein Jahr in einem klinisch-chemischen Laboratorium arbeiten, das der Krankenversorgung dient.

Als leitender Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrallabor der Uniklinik Magdeburg hat er es dort mit zahlreichen Analysemethoden und Routineaufgaben zu tun – vom Differenzialblutbild bis hin zum Qualitätsmanagement nach den Richtlinien der Bundesärztekammer. Das Zertifikat als Klinischer Chemiker können Ärzte nach der Approbation und Naturwissenschaftler nach dem Masterstudium erwerben. Zur Anerkennung müssen sie außerdem mindestens zwei begutachtete Arbeiten in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert haben. Für die Abschlussprüfung fällt eine Gebühr in Höhe von 100 Euro an. <<

Motivation:

Leitungs­position in einem medizinischen Labor, Wissen vertiefen, fachliche Heraus­forderung

siehe auch Arbeitswelt:

Chemie

BERUFENET:

Klinische/r Chemiker/in

Sprungbrett in die Welt

Seine Promotion in pharmazeutischer Technologie nutzt Christoph Steiger (29), um sich mit Biotechnologen und Medizinern auszutauschen und internationale Forschungskontakte zu knüpfen.

Nach seinem Pharmaziestudium und der Approbation als Apotheker zog es Christoph Steiger in die Forschung. Weil ihm die internationale Ausrichtung und die guten Forschungsbedingungen gefielen, bewarb er sich am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie des Instituts für Pharmazie und Lebensmittelchemie an der Universität Würzburg – mit Erfolg. „Eine Promotionsstelle ist ein Sprungbrett in eine wissenschaftliche Karriere“, sagt der 29-Jährige.

In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Systemen zur Freisetzung therapeutischer Gase. „Kohlenstoffmonoxid beispielsweise kann entzündlichen Prozessen im Darm entgegenwirken. Eine Tablette, die an der richtigen Stelle im Körper das Gas freisetzt, ist eine der Lösungen, an denen wir arbeiten.“ Christoph Steiger tauscht sich intensiv mit Biotechnologen und Medizinern verschiedener Forschungsinstitute aus, die die neu entwickelten therapeutischen Systeme in Krankheitsmodellen erproben.

„Meine Promotion ist kumulativ aufgebaut“, sagt er. „Das bedeutet, dass ich Teilergebnisse meiner Forschung nach und nach in Fachjournalen veröffentliche.“ Ein gutes Fachenglisch ist dafür ebenso Voraussetzung wie für Präsentationen auf Kongressen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterrichtet Christoph Steiger außerdem Studierende in pharmazeutischen Verfahrenstechniken und begleitet Praktika.

Jetzt, im dritten Jahr seiner Promotion, steht er kurz vor dem Abschluss. Wenn er die Ergebnisse seiner Doktorarbeit vor einer Prüfungskommission verteidigt und den akademischen Grad eines Doktors der Naturwissenschaften erhalten hat, strebt er einen Postdoc in den USA an. <<

Motivation:

Wissen­schaftliche Aus­bildung als Grund­lage für spätere Tätig­keiten in der Forschung und Pharma­industrie

siehe auch Arbeitswelt:

Pharmazie

BERUFENET:

Pharma­zeut/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Agrarbiologie

  • Baustoffingenieurwissenschaft

  • Biologie

  • Chemie

  • Kunststofftechnik

  • Lebensmittelchemie

  • Materialwissenschaft

  • Nanowissenschaft

  • Neurowissenschaft

  • Pharmazie

  • Umwelttechnik

  • Verfahrenstechnik

  • Werkstoffwissenschaft, -technik

  • Wirtschaftsingenieurwesen

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Landschaftspflege

  • Medikamentenzulassung

  • Naturschutz

  • Physik

  • Planung und Steuerung

  • Projektmanagement

  • Qualitätssicherung

  • Statistik

  • Verfahrenstechnik

  • Verkauf und Vertrieb

http://berufsfeld-info.de/abi/biologie-chemie-pharmazie-3-weiterbildung