Biologie, Chemie, Pharmazie

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Ein Faible für Katalysatoren

In ihrem Chemiestudium hat sich Hannah Kurz (22) auf anorganische Chemie spezialisiert. Nach dem Bachelor möchte sie einen entsprechenden Master anschließen.

Hannah Kurz hat sich für den Bachelorstudiengang Chemie an der Universität Bayreuth entschieden, weil ihr der starke Praxisbezug gefiel. „Man steht von Anfang an im Labor und kann viel ausprobieren“, erzählt die 22-Jährige, die sich gerade im letzten der sechs Regelstudiensemester befindet. Zulassungsbeschränkungen gab es keine.

In den ersten vier Semestern eignete sie sich die Grundlagen in organischer, anorganischer und physikalischer Chemie sowie in fachspezifischer Physik und Mathematik an. Hannah Kurz merkte schnell, dass ihr besonderes Interesse der anorganischen Chemie gilt. Also machte sie das Thema im fünften und sechsten Semester zu ihrem Schwerpunkt. Eines ihrer Wahlpflichtfächer heißt „Aktuelle Forschungsthemen der anorganischen Chemie“; darin geht es um Molekül- und Festkörperchemie, um Katalyse und instrumentelle Analytik.

In Laborpraktika sammeln die Studierenden erste Erfahrungen. Hannah Kurz hat zusätzlich ein Industriepraktikum bei einem großen Chemiekonzern absolviert. Im abschließenden Semester arbeitet sie gerade an ihrer Bachelorthesis, bevor sie sich mit einem Master für die Forschung qualifizieren will. „Die Universität Bayreuth bietet Masterstudiengänge im Bereich Polymer- und Materialwissenschaften an“, erzählt sie. „Ich strebe einen Master in Materialchemie und Katalyse an, denn die meisten chemischen Erzeugnisse werden heute mit Katalysatoren hergestellt.“

Langfristig kann Hannah Kurz sich vorstellen, in dem Bereich auch zu promovieren. Bereits seit dem vierten Semester leitet sie als wissenschaftliche Hilfskraft Übungen am Lehrstuhl für Anorganische Chemie. Damit kann sie ihr Studium zum Teil finanzieren. Aber auch ihre Eltern schießen etwas zu. <<

Interessen:

Chemie, Physik, praktisches Arbeiten im Labor, chemische und physikalische Hinter­gründe

siehe auch Arbeitswelt:

Chemie

BERUFENET:

Chemie

Mit Technik zum Medikament

Im Bachelorstudium Bio- und Pharmatechnik legt Tobias Worring (25) die Grundlagen, um später einmal Techniken zur Medikamentenherstellung entwickeln zu können.

Tobias Worring studiert Bio- und Pharmatechnik auf Bachelor an der Hochschule Trier am Umwelt-Campus Birkenfeld. „Besonders die Module in der Pharmatechnik reizen mich“, sagt der 25-Jährige.

Die sechs Regelstudiensemester schließt er gerade mit der Bachelorarbeit ab. Das Thema dafür fand er in seinem zwölfwöchigen Praktikum, das die Studierenden im sechsten Semester entweder in Kooperation mit einem Unternehmen oder an der Hochschule absolvieren. Er arbeitete in einer Forschungsgruppe mit, die sich mit menschlichen Tumorzellen befasste. „Das Studium ist von Beginn an sehr praxisnah“, sagt Tobias Worring. „Wir machen mehrere Laborpraktika und ab dem vierten Semester ein Fachprojekt und ein interdisziplinäres Projekt.“ Die fachlichen Grundlagen erarbeitete er sich in den ersten drei Semestern: Nach einem breiten mathematisch-naturwissenschaftlichen Überblick im ersten Studienjahr lernte er ab dem dritten Semester chemische und biochemische Analysemethoden, Produktionsprozesse und Messtechniken kennen, die auch in der Pharmaindustrie zum Einsatz kommen. Daneben standen auch Biotechnologie sowie Qualitätssicherung auf dem Lehrplan.

Für sein Studium gelten keine Zulassungsbeschränkungen. Um sich zu finanzieren, arbeitet Tobias Worring als wissenschaftliche Hilfskraft und erhält finanzielle Unterstützung von seinen Eltern. Nach seinem Bachelor möchte er noch einen Master in Bio- und Prozess-Verfahrenstechnik machen und anschließend in die Forschung und Entwicklung von Pharmazeutika gehen. „Als Pharmatechnik-Ingenieur kann ich Techniken für die Produktion von Medikamenten entwickeln“, sagt er. „Das finde ich sehr spannend.“ <<

Interessen:

Chemie, Mathematik, Freude an Forschung und Labor­experimenten

siehe auch Arbeitswelt:

Biologie
Pharmazie

BERUFENET:

Pharmatechnik

Algorithmen für Pflanzen

Helena Thielen (23) beschäftigt sich im Studium der Biomathematik etwa mit Biologie, Informatik, Humanmedizin und klassischer Mathematik.

Viele Biomathematiker zieht es nach dem Studium in die Pharmaindustrie, wo sie beispielsweise klinische Studien auswerten. Anders Helena Thielen, die vor dem Abschluss ihres Bachelorstudiums an der Hochschule Koblenz steht. Sie möchte im Anschluss in Richtung Umweltschutz gehen: „Ich könnte zum Beispiel Statistiken im Bereich Erneuerbarer Energien erstellen, etwa um deren Effizienz zu bewerten“, erzählt die 23-Jährige. Ein mathematisches Fach hatte sie auf jeden Fall studieren wollen; für Biomathematik entschied sie sich, weil die biologischen Anwendungsfelder des Studienganges sie zusätzlich reizten.

Jetzt, im letzten der sechs Regelstudiensemester, schreibt sie ihre Bachelorarbeit – in Kooperation mit dem Institut für Pflanzenwissenschaften am Forschungszentrum Jülich. Darin geht es um einen Bildbearbeitungs-Algorithmus, mit dem sich Pflanzen aus der Luft dreidimensional visualisieren lassen. „Solche Programme könnten zum Beispiel die Pflanzenproduktion effizienter machen, weil sie statistische Aussagen über die Ernteerträge zulassen“, sagt sie.

Neben klassischen mathematischen Disziplinen wie Analysis, linearer Algebra und Statistik beschäftigte sie sich ab dem zweiten Semester ihres Studiums auch mit Biochemie, Humanmedizin, Bioinformatik und Biometrie. „Während der biowissenschaftliche Teil des Studiums eher theoretischer Natur ist, üben wir mathematische Methoden und Modelle und den Umgang mit großen Datenmengen regelmäßig praktisch am Computer“, erzählt sie. „Die Aufgaben lösen wir unter Anleitung eines Dozenten entweder gruppenweise oder in Einzelarbeit."

Ihr Studium finanziert Helena Thielen über BAföG und Kindergeld. Spezielle Zulassungsbeschränkungen gibt es momentan keine. <<

Interessen:

Anwendungs­felder der Mathematik, Biologie, Umwelt­schutz, Erneuer­bare Energien, Pharmakologie

siehe auch Arbeitswelt:

Biologie

BERUFENET:

Bio­mathematik

Energie aus der Ananas

Nach seinem Bachelorstudium der Umwelt- und Verfahrenstechnik möchte Christian Baranowski (25) dabei mithelfen, Biogasanlagen zu verbessern.

Christian Baranowski studiert Umwelt- und Verfahrenstechnik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg. „Hier kann ich Naturwissenschaften, Technik und mein Interesse für regenerative Energien zusammenbringen“, sagt der 25-Jährige. Das Bachelorstudium schließe auch optimal an seine Berufsausbildung zum Chemikanten an. Im Moment ist er im sechsten von insgesamt sieben Regelstudiensemestern. Der Studiengang ist mit einem lokalen Numerus clausus zulassungsbeschränkt. Christian Baranowski finanziert sich über Ferienjobs und mithilfe von BAföG.

In den ersten drei Semestern eignete er sich natur- und ingenieurwissenschaftliches Grundlagenwissen an. Später kamen anwendungsorientiertere Module hinzu: Maschinen- und Apparateelemente, Apparatekonstruktion oder angewandte Umwelttechnik. „Unsere Fächer spannen einen weiten Bogen von Maschinenbau und Konstruktion über Chemie und mechanische sowie thermische Verfahrenstechniken bis hin zu Recycling“, erklärt er. Da er sich besonders für die Gewinnung von umweltfreundlicher Energie aus Abfallstoffen interessiert, absolvierte er im fünften Semester ein Praktikum in der Abfallwirtschaft im Bereich Biogasproduktion.

In sieben Laborübungen in Chemie und angewandter Umwelttechnik sammelte er weitere praktische Erfahrung –und ist heute fit für seine Bachelorarbeit: „Ich würde gerne bei einem Projekt zur Biogasproduktion mitarbeiten, das unsere Hochschule in Afrika durchführt. Dort wollen wir gemeinsam mit einer Kooperationshochschule vor Ort ,grüne‘ Energie aus Ananasschalen gewinnen“, erzählt er. „Vielleicht bietet sich dazu später ein Forschungsthema an.“ <<

Interessen:

Natur­wissen­schaften und Technik, Recycling, Erneuer­bare Energien

siehe auch Arbeitswelt:

Chemie

BERUFENET:

Verfahrens­technik; Umwelt­technik

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/biologie-chemie-pharmazie-3-studium