Ingenieur/in – Erneuer­bare Energien

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fotovoltaik-Ingenieur

Tätigkeitsfelder:

Produktionsplanung, -steuerung; Wartung, Instandhaltung, Kundendienst

Abgeschlossenes Studium in:

Umweltingenieurswissenschaften

BERUFENET:

Ingenieur/in – Erneuerbare Energien

Wir entwickeln, planen und betreiben große Fotovoltaik-Kraftwerke auf Dächern und in der Freifläche.

Elektrische Energie aus Sonnenlicht

Umweltingenieur Saul Lazzarini (27) zog von Italien nach Deutschland, um hier Fotovoltaikanlagen zu entwickeln und zu planen.

Gleich nach seinem Studium der Umweltingenieurswissenschaften in Avia, Italien, kam Saul Lazzarini nach Deutschland – in der Hoffnung auf einen passenden Job, denn die Bundesrepublik gilt international als Vorreiter bei den Erneuerbaren Energien. „Zuerst habe ich am Goethe-Institut in Berlin Deutschkurse belegt und anschließend in Freising ein Praktikum in einem Ingenieurbüro absolviert“, erzählt der 27-Jährige. Mittlerweile arbeitet er bei der Hamburger SunEnergyEurope GmbH als Fotovoltaik-Ingenieur. „Wir entwickeln, planen und betreiben große Fotovoltaik-Kraftwerke auf Dächern und in der Freifläche“, erläutert Saul Lazzarini. „Ich kümmere mich vor allem um die technische Betriebsführung und die Fernüberwachung von Fotovoltaikanlagen. Zusammen mit etwas erfahreneren Kollegen bin ich aber auch schon in die Projektentwicklung und -planung eingebunden.

Zwei Monate im Jahr auf Reisen

Bis auf gelegentliche Einsätze am Wochenende hat Saul Lazzarini geregelte Arbeitszeiten. „Natürlich muss man die Anlagen auch samstags und sonntags überwachen“, sagt er. „Aber dabei wechsle ich mich mit meinen Kollegen ab.“ Den Großteil der Arbeitszeit verbringt er in seinem Büro am Computer. „Von hier aus überwache ich die Anlagen, aber in meinem Arbeitsalltag kommuniziere ich auch viel mit Kunden und organisiere Materiallieferungen oder die Bestellung von Komponenten.“ Neben der Arbeit im Büro bietet der Beruf aber auch viele Möglichkeiten, ins Ausland zu reisen. „Ungefähr zwei Monate im Jahr bin ich unterwegs“, sagt er. „Ich bin verantwortlich für unsere Kunden in Italien und reise deshalb zweimal im Jahr dorthin, um die Wartungen an den Anlagen zu überwachen.“ Daneben unternimmt er noch weitere Geschäftsreisen – innerhalb Deutschlands, aber auch ins Ausland. „Vor Kurzem war ich mit einem Kollegen in Dänemark, um dort Fotovoltaik-Module mit unserem mobilen Testcenter zu prüfen“, sagt Saul Lazzarini.

Neue Ideen und Techniken entwickeln

Neben den Reisen und der Arbeitsroutine bleibt dem 27-Jährigen genug Zeit, um mit Kolleginnen und Kollegen technische Neuheiten zu entwickeln. „Im Augenblick sind wir dabei, eine sogenannte Energiebox zu entwickeln“, erzählt er. „Damit kann man die Energie speichern, die die Fotovoltaikanlage produziert hat, und sie für den eigenen Verbrauch einsetzen. Weil die Vergütung für die Stromeinspeisung in Deutschland gesunken ist, lohnt es sich mittlerweile, die selbst produzierte Energie auch selbst zu nutzen.“ Sobald das Gerät fertig entwickelt und getestet ist, kann es in Serie hergestellt und verkauft werden.

Verschiedene Studiengänge ebnen den Weg in seinen Beruf. „Manche meiner Kollegen haben Maschinenbau studiert oder andere ingenieurwissenschaftliche Zugänge gewählt“, erzählt er. Zudem gibt es mittlerweile viele Studiengänge, die sich speziell mit Erneuerbaren Energien beschäftigen. Eine Tätigkeit in diesem Beruf setzt vertieftes technisches Verständnis und die Fähigkeit voraus, Innovationen zu entwickeln. „Aber auch Reisebereitschaft und Interesse an der Umwelt sind wichtig“, sagt Saul Lazzarini. <<

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