Bio- und Gen­techno­logie, Erneuer­bare Energien

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Biologische Prozesse analysieren

In ihrem Masterstudiengang Integrated Life Sciences verbindet Sonja Kirsch (24) mehrere Naturwissenschaften miteinander.

Nach ihrem Bachelorstudiengang in Integrated Life Sciences hat sich Sonja Kirsch dafür entschieden, ihr Wissen durch das gleichnamige Masterstudium an der Universität Erlangen zu vertiefen. „Die Besonderheit des Studiengangs liegt darin, dass wir Erkenntnisse aus der Biologie mit der Mathematik, Physik und Chemie verknüpfen und dadurch biologische Prozesse besser analysieren können“, sagt die 24-Jährige. „Beispielsweise kann man über mathematische Algorithmen bestimmen, inwieweit verschiedene Lebewesen wie Maus und Hund miteinander verwandt sind. Es geht also darum, die Biologie mithilfe von Mathematik und Physik zu verstehen.

Zum Masterstudium zugelassen wird man, wenn man das Bachelorstudium mit der Note 2,6 oder besser abgeschlossen hat – oder nach einem Eignungsgespräch. Der Studiengang gliedert sich in vier Semester. Die Studierenden können ihre Module aus den Bereichen Mathematik und Systembiologie, Biophysik sowie Biologische Strukturen und Prozesse zusammenstellen. „Man ist häufig im Labor und kann praktisch arbeiten“, erzählt Sonja Kirsch. „Am Ende jedes Semesters gibt es Prüfungen, meist schriftlich, manchmal aber auch mündlich.“ Ab dem dritten Semester beginnt die Vorbereitung auf die Masterarbeit.

Sonja Kirsch wurde als sogenannte Fast-Track-Doktorandin in das Doktorandenprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen, das an den Studiengang gekoppelt ist. „Im ersten Masterjahr wurde ich Stipendiatin, anschließend konnte ich direkt mit meiner Promotion beginnen.“ Auch nach ihrem Abschluss möchte Sonja Kirsch gern in der Forschung bleiben. „Durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Studiengangs bin ich bestens darauf vorbereitet“, sagt sie. <<

Motivation:

breites natur­wissen­schaft­liches Interesse

siehe auch Arbeitswelt:

Bio- und Gentechnologie

BERUFENET:

Bio­wissen­schaften, Life Sciences

Technik der Erneuerbaren Energien

Daniel Neubert (23) beschäftigt sich in seinem Masterstudium unter anderem mit thermischer Energie – auch „erneuerbare Wärme“ genannt.

Nach seinem Bachelorstudium in Wirtschaftsingenieurwesen hat sich Daniel Neubert für den Masterstudiengang „Nachhaltige Energieversorgungstechnologien“ an der Technischen Universität Chemnitz entschieden. „Dieser Bereich hat mich sehr interessiert, und außerdem hat man anschließend eine große Wahlfreiheit, in welche Richtung man gehen will“, sagt der 23-Jährige.

Der Studienplan setzt sich aus Basis- und Wahlmodulen zusammen. „Die Basismodule sind für alle Studierenden verpflichtend und beinhalten Grundlagen über Recht und Technik, aber natürlich auch Basiswissen zu den Erneuerbaren Energien wie Wind- und Wasserkraft, Fotovoltaik oder Solarthermie“, sagt Daniel Neubert. Bei den Wahlmodulen können sich die Studierenden auf Energiewirtschaft, Elektrische Energietechnik oder – wie Daniel Neubert – auf Thermische Energietechnik spezialisieren. Für die thermische Energie wird auch der Begriff „erneuerbare Wärme“ verwendet. Dazu gehören beispielsweise Erdwärme, Solarthermie oder Bioenergie.

Daniel Neubert befindet sich im vierten und letzten Semester seines Masterstudiums, das er mit einer Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich Technische Thermodynamik finanziert. „Das passt wiederum zu meinem Wahlbereich der Thermischen Energietechnik“, sagt er. Auch nach seinem Abschluss würde er sich gerne weiterhin mit dieser Thematik beschäftigen: „Zum Beispiel interessiert es mich, wie man mit verschiedenen Umwandlungsprozessen Biokraftstoffe erzeugt“, erzählt er. „Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, stärker in Richtung experimentelle Thermodynamik zu gehen. Es gibt da ein sehr breites Spektrum, das ich durch das Studium kennengelernt habe.“ <<

Motivation:

Weiter­bildung, Interesse am Forschen und Experimentieren

siehe auch Arbeitswelt:

Erneuerbare Energien

BERUFENET:

Erneuer­bare Energien

Untersuchung des Erbguts

Viel praktische Erfahrung ist nötig, um Fachhumangenetikerin zu werden. Dr. Deniz Kanber (34) wird ihre Weiterbildung bald abgeschlossen haben.

Deniz Kanber arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Essen. Momentan absolviert die promovierte Biologin die Weiterbildung zur Fachhumangenetikerin der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik (GfH), die ausschließlich berufsbegleitend angeboten wird. Entsprechend qualifizierte Fachkräfte führen Laboruntersuchungen zur Diagnostik von genetisch bedingten Erkrankungen durch und werten die Resultate aus.

„Die Weiterbildung ist auf mindestens fünf Jahre angelegt und kann, wie ich es auch gemacht habe, zusammen mit der Promotion begonnen werden, wenn man in dieser Zeit in die Diagnostik eingebunden ist“, sagt die 34-Jährige, die mit der Qualifizierung sowohl Fachwissen ausbauen als auch ihre berufliche Laufbahn voranbringen möchte. Im Rahmen der Weiterbildung muss Deniz Kanber mindestens 650 Fälle molekular untersuchen, auswerten, interpretieren, befunden und für das Prüfungsgremium dokumentieren. „Zwei Drittel der Befunde entfallen auf den gewählten Schwerpunkt – in meinem Fall die Molekulargenetik. Die Zytogenetik, die eine Analytik der Chromosomen zum Inhalt hat, wählte ich als Nebenfach“, erklärt die Biologin. Sie nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Fortbildungsveranstaltungen teil. Ihre berufliche Zukunft sieht sie in der akademischen Grundlagenforschung in Zusammenhang mit der Diagnostik humangenetischer Erkrankungen.

Deniz Kanber hat bereits den größten Teil der obligatorischen Leistungsnachweise für das abschließende Fachgespräch beisammen. Für die Weiterbildung fallen rund 170 Euro Anmelde- und Prüfungsgebühr an, zudem muss man Mitglied in der GfH sein. <<

Motivation:

Fach­wissen vertiefen, fachliche Zusatz­qualifizierung erwerben, berufliche Lauf­bahn voranbringen

siehe auch Arbeitswelt:

Bio- und Gentechnologie

BERUFENET:

Fach­human­genetiker/in

Wie stärkt man das Immunsystem?

In seiner Promotion im Bereich Zelluläre Immunologie untersucht Matthias Zehner (28), wie unser Immunsystem auf molekularer Ebene arbeitet.

Die Molekulare Biomedizin ist auf anwendungsorientierte Forschung ausgelegt, Matthias Zehner möchte auf diesem Feld seinen Beitrag leisten. Nach seinem Studium der Molekularen Biomedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn entschloss er sich zu einer Promotion am angeschlossenen Life and Medical Sciences Institut (LIMES) im Bereich Zelluläre Immunologie. „Wir erforschen die molekularen Mechanismen in Immunzellen, um den Wettkampf zwischen Krankheitserregern und Immunsystem besser zu verstehen. Aus dieser Grundlagenforschung können sich innovative Therapieformen entwickeln, die helfen, unser körpereigenes Abwehrsystem zu stärken.“ Der 28-jährige Biomediziner geht dabei der Frage nach, wie von Krankheitserregern stammende Antigene in Immunzellen verarbeitet werden, damit sie später an deren Zell-Oberfläche auftauchen. Dieser Mechanismus ermöglicht die Aktivierung von weiteren Immunzellen, die sich dann im gesamten Körper auf die Suche nach eben diesen Krankheitserregern machen. Neben der Literaturrecherche und den Laborversuchen mit verschiedenen Zellarten gehören auch die Präsentation der Ergebnisse auf Kongressen und die Publikation in Fachjournalen in englischer Sprache zu seinen Aufgaben.

Mittlerweile hat Matthias Zehner seine Dissertation nach vier Jahren abgegeben und wartet auf die Verteidigung seiner Ergebnisse vor einem Prüfungsgremium. „Da ich bereits während meines Diploms in derselben Forschungsgruppe gearbeitet habe, konnte ich etwas Zeit einsparen, denn in der ersten Phase einer Promotion muss man sich in ein Thema und die nötige Methodik einarbeiten“, erläutert der Doktorand, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter auch Studenten in den Laborpraktika betreut. Seine Promotion finanzierte er hauptsächlich mithilfe eines Vollstipendiums der NRW Graduate School. <<

Motivation:

Beitrag zur medizinischen Forschung leisten, anwendungs­orientierte Forschung zum Nutzen der Gesellschaft betreiben

siehe auch Arbeitswelt:

Bio- und Gentechnologie

BERUFENET:

Molekular­mediziner/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Agrarbiologie

  • Biochemie

  • Biologie

  • Biomathematik

  • Biomedizin, Molekulare Medizin

  • Biotechnologie

  • Elektrotechnik

  • Energie-, Ressourcenmanagement

  • Energietechnik

  • Erneuerbare Energien

  • Ingenieurwissenschaft

  • Maschinenbau

  • Pharmatechnik

  • Umweltwissenschaft

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Arbeitssicherheit

  • Betriebliche Organisation

  • Biochemie

  • Biotechnologie

  • Konstruktion

  • Marketing

  • Projektmanagement

  • Qualitätssicherung

  • Umwelttechnik

  • Verfahrenstechnik

http://berufsfeld-info.de/abi/bio-gentechnologie-erneuerbare-energien-weiterbildung