Bio- und Gen­techno­logie, Erneuer­bare Energien

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Vom Schimmelpilz lernen

Johann Weber (22) erfährt in seinem Studium der Industriellen Biotechnologie, wie man Prozesse aus der Natur industriell nutzbar macht.

Der Bachelorstudiengang Industrielle Biotechnologie an der Hochschule Ansbach verbindet Naturwissenschaften und Verfahrenstechnik. „Das war für mich der Grund, diesen Studiengang zu wählen“, sagt Johann Weber. „Zum einen habe ich ein großes Interesse an Biologie und Chemie, zum anderen kann ich mit diesem Abschluss später einmal hochtechnische Prozesse mitentwickeln, was ich sehr spannend finde.“ Die industrielle Biotechnologie versucht, Abläufe aus der Natur und der Molekular- und Mikrobiologie auf eine industrielle Produktionsebene zu übertragen, um beispielsweise Lebensmittel und Medikamente herzustellen. „Ein Beispiel ist der Aspergillus niger, ein Schimmelpilz, aus dem Zitronensäure gewonnen wird“, erläutert der 22-Jährige.

Das Studium ist zulassungsfrei und gliedert sich in sieben Semester. „Im Grundstudium geht es um Grundlagen in Mathematik, Physik, Biologie und Chemie“, sagt er. „Später kommen verfahrenstechnische und ingenieurwissenschaftliche Inhalte dazu: Bioverfahrenstechnik, Lebensmittel- und Pharmatechnik, Bioanalytik oder Molekularbiologie.“ Das sechste Semester ist als Praxissemester in einem Unternehmen vorgesehen – „wobei man auch an der Uni schon sehr viel im Labor arbeitet“, sagt Johann Weber. Momentan befindet er sich im vierten Semester.

Er finanziert sein Studium mittels BAföG und mit einem Nebenjob in den Semesterferien. Nach dem Bachelorabschluss möchte er mit einem Masterstudium weitermachen. Zum einen erhofft er sich davon noch bessere Berufschancen, zum anderen reizt ihn die Bioprozesstechnik: „Dabei geht es um Produktionsprozesse, mit denen man speziell aus lebenden Zellen Produkte gewinnen kann.“ <<

Interessen:

bio­logische Prozesse, Verfahrens­technik, praktisches Arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Bio- und Gentechnologie

BERUFENET:

Bio­techno­logie

Effizient und rentabel

Im Bachelorstudium „Energie- und Ressourcenmanagement“ erhält Kevin Waibel (25) auch Einblicke in Wirtschaft, Recht und Politik.

Kevin Waibel hat sich nach seiner Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik für das Bachelorstudium Energie- und Ressourcenmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen entschieden. „Mich interessieren nicht nur die technischen Aspekte der Energieversorgung, sondern auch die ökonomischen und politischen Dimensionen“, sagt der 25-Jährige. Er schreibt gerade seine Bachelorthesis im Bereich Erneuerbare Energien bei der Unternehmensentwicklung eines kommunalen Energieversorgers.

Von den sieben Regelstudiensemestern wird in den ersten vier Basiswissen aufgebaut. Kevin Waibel erhielt etwa einen Überblick über wirtschaftliche Inhalte, von Rechnungswesen über Steuerlehre bis hin zu Öffentlichem Recht. Zudem beschäftigte er sich mit Themen aus den beiden Studienschwerpunkten Energiewirtschaft und Ressourcenmanagement, darunter Recyclingsysteme und Entsorgungswege. Für das obligatorische Praxissemester wählte er nach dem Grundstudium ein Windenergieunternehmen für seine Projektarbeit aus, im Vertiefungsstudium der abschließenden beiden Semester spezialisierte er sich auf Energiewirtschaft. Dabei standen Energiemärkte, Energiemarketing und Energiepolitik im Fokus.

„Man bewirbt sich selbst auf Projektstellen und baut auf diesem Weg Kontakte zu möglichen Arbeitgebern auf. Auch Exkursionen zu lokalen Energietechnikanlagen können Türen öffnen“, sagt er. Mit seinem Bachelor möchte Kevin Waibel dann direkt ins Arbeitsleben einsteigen: Von Energieversorgungsunternehmen über Beratungsfirmen für Energieeffizienz bis hin zur Wind- und Solarenergiebranche wäre vieles denkbar.

Für das Studium, das er mit Nebenjobs und Erspartem finanziert, wurde Kevin Waibel in einem lokalen Auswahlverfahren auf Basis seiner Zeugnisnoten zugelassen. <<

Interessen:

Wirtschaft und Technik, Erneuer­bare Energien, Energie­politik

siehe auch Arbeitswelt:

Erneuerbare Energien

BERUFENET:

Energie-, Ressourcen­management

Die Wissenschaft der Lebewesen

In ihrem Bachelorstudium Biologie beschäftigt sich Jenita Gnaneswaran (23) unter anderem mit Immunologie und Neurobiologie.

Jenita Gnaneswaran hätte auch eine andere Naturwissenschaft studieren können. „Biologie fand ich aber am spannendsten, daher habe ich mich dafür entschieden.“ Der Studiengang an der Universität Würzburg besteht aus sechs Semestern. „Im Grundstudium, also den ersten drei Semestern, sind die Inhalte noch sehr allgemein“, sagt die 23-Jährige. „Außer Biologie hat man die Nebenfächer Mathematik, Physik und Chemie.“ In den folgenden Semestern kann man sich dann Schwerpunkte aussuchen. „Ich habe Entwicklungsbiologie, Neurobiologie und Immunologie gewählt“, erzählt sie. Auch Biotechnologie, Mikrobiologie, Ökologie oder Botanik wären möglich gewesen. Ein Praxissemester ist nicht vorgesehen, dafür aber im vierten und fünften Semester mehrere Laborpraktika an der Universität.

Jenita Gnaneswaran ist jetzt im sechsten Semester und widmet sich in ihrer Bachelorarbeit der Zell- und Entwicklungsbiologie. „Um mich ganz auf die Arbeit zu konzentrieren, habe ich meinen Nebenjob als studentische Hilfskraft gekündigt, den ich seit dem zweiten Semester hatte“, erzählt sie. Zusätzlich finanziert sie sich über BAföG.

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt, „mit einem durchschnittlichen Abitur sollte der NC aber kein Problem sein“, sagt Jenita Gnaneswaran. Nach dem Abschluss möchte sie ihr Wissen in einem Masterstudiengang vertiefen. „Ich habe mich aber noch nicht entschieden, ob ich dann einen allgemeinen oder einen etwas spezielleren Studiengang wie Biochemie oder molekulare Biowissenschaften wähle“, sagt sie. In jedem Fall aber will sie anschließend promovieren und in der Forschung arbeiten. <<

Interessen:

Natur­wissen­schaften allgemein, Biologie speziell

siehe auch Arbeitswelt:

Bio- und Gentechnologie

BERUFENET:

Biologie

Energie ökonomisch betrachtet

Alexander Naumann (19) verbindet in seinem Studium Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften mit Inhalten aus der Energiewirtschaft.

Der Schwerpunkt Energiewirtschaft gab für Alexander Naumann den Ausschlag, sich für den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der SRH Hamm einzuschreiben: „Ein Wirtschaftsingenieur ohne Spezialisierung kann zwar einen breiteren Bereich abdecken, aber mit meinem Schwerpunkt kann ich mich schon im Studium in die Richtung entwickeln, die ich ohnehin interessant finde“, erläutert der 19-Jährige.

Alexander Naumann ist im vierten Semester. „In den ersten beiden Semestern lernt man einerseits die Grundlagen in Mathe und Physik, die jeder Ingenieur braucht“, sagt er. „Andererseits steht viel Basiswissen in BWL auf dem Plan.“ Die Spezialisierung auf Energiewirtschaft beginnt mit dem dritten Semester, wenn Fächer wie Kraftwerkstechnik oder Erneuerbare Energien hinzukommen.

Da es sich bei der SRH Hamm um eine private Hochschule handelt, kostet das Studium pro Semester 3.600 Euro. Man kann es aber – wie Alexander Naumann – auch als duales Studium absolvieren und parallel eine Ausbildung machen. „Das bedeutet, dass ich in den Semesterferien im Betrieb arbeite, bei Thyssen Gas in Dortmund“, sagt er. „Das hat viele Vorteile – zum Beispiel finanziert mein Arbeitgeber mir das Studium. Und außerdem habe ich automatisch Praxisphasen, um die sich andere Studierende selbst kümmern müssen.“ Ein Auslandssemester kann Alexander Naumann dadurch zwar nicht machen, grundsätzlich besteht aber die Möglichkeit.

Nach dem Abschluss stehen den Wirtschaftsingenieuren vielfältige Tätigkeitsfelder offen: „Man kann beispielsweise in den Technikbereich oder die Instandhaltung gehen oder auch mehr in die betriebswirtschaftliche Richtung – zum Beispiel ins Controlling, was ich später gern machen möchte.“ <<

Interessen:

Wirt­schaft, Technik, Umwelt­schutz

siehe auch Arbeitswelt:

Erneuerbare Energien

BERUFENET:

Wirtschafts­ingenieur­wesen

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/bio-gentechnologie-erneuerbare-energien-studium