Bildung und Erziehung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Ausbilden lernen

Der Altenpfleger Nils Nehrke (32) bildet sich im Masterstudium „Berufspädagogik Pflegewissenschaft“ weiter, um selbst unterrichten zu können.

Nils Nehrke ist ausgebildeter Altenpfleger mit fünf Jahren Berufserfahrung. „Mir war immer klar, dass mir die Arbeit als Altenpfleger nicht reichen würde“, erklärt der 32-Jährige. Er entschied sich daher, eine Lehrer-Weiterbildung in Angriff zu nehmen, auch wegen der zuletzt guten Berufsaussichten in der Pflege. Ein Bachelor- sowie Masterabschluss und ein folgendes Referendariat sind die Grundlage, um als Berufspädagoge angehende Pflegefachkräfte zu unterrichten.

Nach seinem Bachelorstudium Pflegewissenschaft – das ebenso wie eine passende Berufsausbildung Zulassungsvoraussetzung ist – startete Nils Nehrke gleich ins Masterstudium Berufspädagogik Pflegewissenschaft. „Die Uni Bremen war für mich erste Wahl. Das Campusleben ist großartig, und die Kurse sind sehr persönlich. Die Lehrer kennen einen“, schwärmt der Student, der inzwischen im zweiten von insgesamt vier Semestern ist.

Das Masterstudium hat fachwissenschaftliche, fachdidaktische und erziehungswissenschaftliche Anteile. Es geht hauptsächlich um die Themen Lernen und Lehren sowie berufliche Bildung. Auch Module zum Thema Pflegeforschung oder innovative Ansätze zur pflegerischen Versorgung alter Menschen stehen auf dem Studienplan. Im Studium vorgesehen sind außerdem zwei Praktika, eins in der Pflege sowie ein Forschungspraktikum nach dem dritten Semester.

Als schulisches Zweitfach hat Nils Nehrke Politik gewählt. „Dafür muss man gerne sozialwissenschaftliche Texte lesen, das liegt nicht jedem“, erklärt der ambitionierte Lehreranwärter. „Eigenorganisation, Geduld, eine fundierte fachliche Grundlage und die Fähigkeit, vor Leuten zu sprechen, sind Voraussetzungen für das Lehrersein." Sein Studium finanziert Nils Nehrke durch BAföG und seinen Minijob im Altenheim. <<

Motivation:

mehr erreichen, gute Job­aus­sichten, besseres Gehalt

siehe auch Arbeitswelt:

Ausbildung, Weiterbildung, Hochschule
Lehramt

BERUFENET:

Medizin-, Pflege­pädagogik

Unterrichten mit Feedback

Murat Tuncsoy (27) bereitet sich nach dem Studienabschluss nun im obligatorischen Lehramtsreferendariat auf den Beruf vor.

Murat Tuncsoy absolviert an einer Stadtteilschule – so heißen Gesamtschulen im Bundesland Hamburg – sein Referendariat. Für den 18-monatigen Vorbereitungsdienst auf den Lehrerberuf musste er sich zuvor bei der Behörde für Schule und Berufsbildung der Hansestadt schriftlich bewerben.

An der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe hatte er das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen abgelegt. Das Schulsystem unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland, in Hamburg darf Murat Tuncsoy mit dieser Qualifikation die Klassen 1 bis 10 unterrichten. Nachdem ihm eine sogenannte Stammschule zugewiesen wurde, begann für ihn die Praxis. „Während des Referendariats werde ich intensiv betreut von zwei Mentoren, erfahrenen Lehrkräften“, erzählt der 27-Jährige. „Sie schauen sich regelmäßig meinen Unterricht an und geben Feedback."

Neben dem praktischen Unterricht besuchen alle Referendare in regelmäßigen Abständen Haupt- und Fachseminare. Zudem nehmen sie an einem Lehrertraining und an Modulen teil, die ihnen weitere Handlungskompetenzen für den Berufsalltag als Lehrer und Pädagogen vermitteln. „Ich habe gelernt, noch genauer auf meine Schüler zu achten“, sagt Murat Tuncsoy: Wie viel Stoff können sie tatsächlich aufnehmen? Wie muss der Unterricht didaktisch aufbereitet sein?

Während des Vorbereitungsdienstes erhält der Referendar ein reguläres Gehalt. Demnächst steht die Prüfung an. Murat Tuncsoy wird dann zwei Lehrproben halten, eine mündliche Prüfung ablegen und eine schriftliche Arbeit verfassen. Wenn er diese Zweite Staatsprüfung bestanden hat, steht ihm der Weg in den Lehrerberuf offen. Er möchte gerne weiter an einer Stadtteilschule unterrichten. <<

Motivation:

Zugang zum Lehrer­beruf

siehe auch Arbeitswelt:

Lehramt

BERUFENET:

Lehrer/in – Schul­arten der Sekundar­stufe I; Lehrer/in – Grund­schulen (Primar­stufe)

Fachwissen für den Berufsalltag

Diplom-Pädagogin Eva-Maria Gumb (34) arbeitet seit Kurzem mit Geflüchteten zusammen – und hat sich daher zum Thema Migration und Integration weitergebildet.

Nach dem Pädagogikstudium war es Eva-Maria Gumbs Aufgabe, bei der Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt Jugendlichen dabei zu helfen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Sie arbeitete mit psychisch kranken Jugendlichen, mit Jugendlichen, die Verhaltensauffälligkeiten oder verschiedene Motivationslücken zeigten. Seit einigen Monaten hat sich ihre Zielgruppe aber drastisch geändert: Die 34-Jährige arbeitet nun in der Flüchtlingshilfe des Bayerischen Roten Kreuzes in Nürnberg. In drei Flüchtlingsunterkünften bietet sie Sprechstunden an. Die Fragestellungen sind ganz andere als in ihrem bisherigen Beruf. Sie trifft auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen, muss ein Auge auf die Kinder und ihren Schutz haben.

In kurzer Zeit musste Eva-Maria Gumb sich in das Asylrecht einarbeiten. Im dreitägigen Seminar „Ausgewählte Rechtsfelder in der Beratung und Betreuung von Flüchtlingen und anderen Migrantengruppen“, das von ihrem Arbeitgeber organisiert und finanziert wurde, lernte sie im Frontalunterricht Grundlagen des Asylrechts. Im Plenum diskutierte sie mit den anderen Teilnehmern konkrete Asylrechtsfälle, eine Referentin berichtete über Anzeichen für posttraumatische Belastungsstörungen und den Umgang damit. Eva-Maria Gumb lernte in dem Seminar auch, wie sie ehrenamtliche Helfer koordinieren und motivieren kann. Für die Teilnahme wurde sie vom normalen Tagesbetrieb freigestellt.

Auch privat bildet sich die 34-Jährige weiter, zum Beispiel mit Fachliteratur. Denn sie nimmt ihren Job sehr ernst: „Ich gebe den Leute schließlich Auskunft zum Thema Asylrecht – Fehlinformationen können da fatale Folgen haben.“ <<

Motivation:

Wissen für den Berufs­all­tag aneignen

siehe auch Arbeitswelt:

Erziehung, pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

BERUFENET:

Päda­goge/Päda­gogin

Neue Lehrmethoden erforschen

Teresa Connolly (28) promoviert im Gebiet Bildungswissenschaften und wird danach den akademischen Grad Dr. phil. tragen.

Eine Promotion ist für das Lehramt nicht notwendig. Dennoch hat sich Teresa Connolly nach dem Abschluss des Masters of Education in den Fächern Englisch und Chemie für Gymnasien im vergangenen Sommer dafür entschieden, zu promovieren, und zwar am interdisziplinären Promotionskolleg mit dem Titel „Integrierte Unterrichtsforschung in Fachdidaktik und Bildungswissenschaften“ an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.

„Ich hatte sogar schon einen Referendariatsplatz, habe den aber abgesagt. Das Kolleg, an dem ich jetzt promoviere, wurde erst vor Kurzem ins Leben gerufen, und ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um mir meinen Kindheitstraum zu erfüllen und den Doktorgrad zu erlangen“, sagt die 28-Jährige. Sie nutzt jetzt die Chance, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, wissenschaftlich zu arbeiten und sich ihre Zeit frei einzuteilen. Ihre Dissertation finanziert sie durch ein Stipendium des Kollegs. Ihre wissenschaftliche Arbeit über Lehrmethoden verbindet idealerweise ihre drei Studienschwerpunkte Englisch, Chemie und Bildungswissenschaften. Der Arbeitstitel lautet: „Die Förderung vertieften Lernens durch explizites Scaffolding im bilingualen Chemieunterricht“.

Um dieses Thema zu erforschen, recherchiert sie Forschungsliteratur, plant empirische Studien und führt diese in Kooperation mit Schulen mehrerer Bundesländer durch. Da es sich noch um ein sehr neues Forschungsfeld handelt, sind die Ergebnisse gefragt. Sie wurden sogar schon auf einem Vortrag in Spanien vorgestellt. „So abwechslungsreich sind vermutlich nur wenige Promotionen“, meint Teresa Connolly.

Wenn sie ihren Doktorgrad hat, will sie eventuell ins Lehramt gehen. Sie kann sich aber auch vorstellen, an der Universität tätig zu werden oder Schulbücher mitzugestalten. <<

Motivation:

Erwerb des Doktor­grads, Aus­bau von bilingualem Chemie­unterricht fördern

siehe auch Arbeitswelt:

Ausbildung, Weiterbildung, Hochschule
Lehramt

BERUFENET:

Bildungs­forscher/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Berufspädagogik

  • Deutsch als Zweit-/Fremdsprache

  • Erziehungs-, Bildungswissenschaft

  • Fremdsprachendidaktik

  • Heilpädagogik

  • Kultur-, Medienpädagogik

  • Kunstpädagogik

  • Lehramt (Master of Education)

  • Musikpädagogik

  • Soziale Arbeit

  • Theaterpädagogik

  • Waldorfpädagogik

  • Wirtschaftspädagogik

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Gesprächsführung in der Erziehung

  • Gruppendynamik, Moderation und Leitung von Gruppen in sozialen Arbeitsfeldern

  • Kreativität

  • Motivationspsychologie

  • Schul-pädagogik

  • spezielle Pädagogik (z.B. Montessori-Pädagogik)

  • Verlagswesen, Bibliothekswesen, Kommunikation

http://berufsfeld-info.de/abi/bildung-erziehung-weiterbildung