Bildung und Erziehung

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Schüler fördern

Die Erfahrungen aus dem Zivildienst gaben den Ausschlag: Tobias Fitzek (26) studiert Kunst, Deutsch und Geografie für das Lehramt an Förderschulen.

Vier Bundesländer haben das Lehramtsstudium bislang nicht auf das Bachelor-Master-System umgestellt: Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern. Dort, an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, studiert Tobias Fitzek im zehnten Semester „Geistigbehindertenpädagogik“ mit den Fächern Kunst, Deutsch und Geografie. Bereits bei der Bewerbung musste er sich entscheiden, ob er als Kombination die Didaktik der Grundschule oder der Mittelschule (Hauptschule) studieren möchte. Er entschied sich für Letzteres. Aktuell bereitet er sich auf die Examensprüfungen in den Fachdidaktik-Teilen und im Fach Erziehungswissenschaft vor. Wenn er die Prüfungen abgelegt hat, ist das Erste Staatsexamen bestanden.

Im Studium hat er sich nicht nur mit seinen Fächern – Kunst, Deutsch und Geografie – und deren Didaktik beschäftigt, sondern auch mit Entwicklungspsychologie und der Lebenssituation von Menschen mit geistigen Behinderungen. Eingebettet in das Studium sind verschiedene Praktika, die er teils während der vorlesungsfreien Zeit, teils während des Semesters absolvierte. In einigen Schulpraktika musste er selbst unterrichten – das galt als Leistungsnachweis.

„Während des Zivildienstes habe ich Erfahrungen als Schulbegleiter von Kindern mit Handicap gesammelt und mich deshalb zum Lehramt an Förderschulen entschlossen“, erklärt der 26-Jährige seine Motivation. Sein Studium finanziert er mit Unterstützung seiner Eltern und über Nebenjobs als Schulbegleiter und als studentische Hilfskraft im Fachbereich. Wenn er demnächst sein Staatsexamen abgelegt hat, kann er das zweijährige Referendariat beginnen. „Aktuell überlege ich alternativ, ob ich promoviere.“ <<

Interessen:

Arbeit mit Menschen mit geistigen Behinderungen

siehe auch Arbeitswelt:

Lehramt

BERUFENET:

Lehr­amt Sonder­schulen / Förder­schulen / Sonder­pädagogik

Mit Herz und Verstand

Annika Scheuber (23) macht die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin. Sie lernt die ganze Bandbreite des Berufs kennen.

Annika Scheuber hat zunächst ein Studium der Japanologie und Pädagogik angefangen, sich dann aber doch für die Ausbildung zur Erzieherin entschieden. Beworben hat sie sich an verschiedenen Fachakademien und zusätzlich in einer Kinderkrippe – denn die insgesamt auf fünf Jahre angelegte Ausbildung beginnt mit einem Abschnitt in der Praxis. Vier Tage pro Woche arbeitete Annika Scheuber in der Kinderkrippe, wofür sie eine Vergütung von 300 Euro erhielt, einen Tag pro Woche besuchte sie die Berufsschule. Dieses sozialpädagogische Seminar, das eigentlich zwei Jahre dauert, konnte Annika Scheuber aufgrund ihres Abiturs auf ein Jahr verkürzen. Abschluss dieser Phase bildet die Prüfung zur Kinderpflegerin.

Nun ist die 23-Jährige im zweiten Abschnitt der Ausbildung: Zwei Jahre lang büffelt sie vier Tage pro Woche an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Nürnberg. Auf dem Stundenplan stehen sowohl Literatur- und Medienpädagogik als auch Recht und Organisation sowie Pädagogik/Psychologie und Heilpädagogik. An einem Tag pro Woche arbeitet sie als Praktikantin in einem Hort, im kommenden Jahr zusätzlich noch an einer Grundschule. Ihre Ausbildung finanziert sie bisher über BAföG.

Im letzten Jahr der Ausbildung steht das Berufspraktikum an. Im sogenannten Anerkennungsjahr wird Annika Scheuber in Vollzeit in einer Krippe, einem Kindergarten, einem Hort oder einer integrativen Einrichtung arbeiten und bereits etwa 80 Prozent des durchschnittlichen Gehalts einer Erzieherin bekommen. „Das Tolle an der Ausbildung ist, dass ich jeden Bereich dieses Berufs kennenlernen kann – Kinderkrippe, Kindergarten, Hort, Familienzentrum, Jugendbereich und heilpädagogische Einrichtungen“, sagt Annika Scheuber. <<

Interessen:

praktische Arbeit mit Kindern

siehe auch Arbeitswelt:

Erziehung, pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

BERUFENET:

Erzieher/in

Ein Studium, zwei Berufswege

Christina Erhardt (26) studiert Ingenieurpädagogik. Danach hat sie die Wahl, ob sie in den Schuldienst gehen oder in der Industrie arbeiten möchte.

Nach ihrer Berufsausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme wollte Christina Erhardt unbedingt noch studieren. „Infrage gekommen wären auch Elektrotechnik und Mechatronik“, erzählt sie. „Ingenieurpädagogik macht aber zwei unterschiedliche Berufswege möglich – das hat mich gereizt.“

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium an der Hochschule Aalen ist ein siebenwöchiges Vorpraktikum, das die Studierenden bis zum dritten Semester absolvieren können. Andere Zulassungsbeschränkungen gibt es nicht. Im Grundstudium steht Basiswissen auf dem Studienplan, etwa in Technik und Physik. Im Hauptstudium lernen die Studierenden ingenieurwissenschaftliche Gebiete wie die Regelungs- oder Gebäudetechnik, aber auch Didaktik und Berufspädagogik kennen. Oft führen sie in kleinen Gruppen Versuche im Labor durch.

Bei zwei Praktika am technischen Gymnasium einer Kreisberufsschule, die insgesamt sechs Wochen dauerten, sammelte Christina Erhardt erste Unterrichtserfahrungen. Das fünfte, das Praxissemester, hat sie in einem Industrieunternehmen in den USA absolviert; mittlerweile ist sie im siebten Semester.

Den größten Teil ihres Studiums hat sie aus eigenen Rücklagen finanziert. Mittlerweile wird sie von den Eltern unterstützt, zudem nimmt sie in den Semesterferien Jobs in der Industrie an. Nach dem Bachelor möchte sie auf jeden Fall noch ein Masterstudium dranhängen. „Ob ich danach in ein Referendariat starte, um in das Lehramt zu gehen, oder lieber in einem Industrieunternehmen arbeite, habe ich noch nicht entschieden“, sagt sie. In der Industrie könnte sie als Ingenieurin oder im Ausbildungsbereich arbeiten, unterrichten könnte sie an allen berufsbildenden Schulen. <<

Interessen:

Physik, Mathematik

siehe auch Arbeitswelt:

Ausbildung, Weiterbildung, Hochschule
Lehramt

BERUFENET:

Ingenieur­pädagogik

Nah am Menschen

Benedikt Matt (22) will später Berufsschülern die Bautechnik näherbringen, daher studiert er Lehramt an beruflichen Schulen.

Benedikt Matt war schon immer gut darin, anderen etwas beizubringen. Nach seiner Ausbildung zum Tischler entschied er daher, ein Studium anzuschließen, für das ihm – dank Fachabitur und Berufsabschluss – die Türen offenstanden. Inzwischen ist der 22-Jährige im vierten Semester im Studium Lehramt an beruflichen Schulen, Fachrichtung Bautechnik. Zwei Tage pro Woche lernt er an der Technischen Universität Darmstadt, an drei Tagen pro Woche macht er ein Praktikum an der Schule: 30 Stunden schulpraktische Studien sind während des Bachelorstudiums Pflicht. In dieser Zeit muss er mindestens zwei Unterrichtsstunden selbst halten. Seine Dozentin sieht sich den Unterricht an und gibt ihm dazu Feedback – benotet wird die Unterrichtseinheit nicht.

An der Hochschule liegt der theoretische Schwerpunkt während des Bachelorstudiums auf bautechnischen Fächern: zum Beispiel Entwerfen und Konstruieren, Wohnungsbau oder Tragwerkslehre. Daneben lernt Benedikt Matt die Grundlagen in Pädagogik und Fachdidaktik. Schließt er den Master an, wird er später an der Berufsschule angehende Maurer, Zimmerleute, Tischler, Möbelpacker, Berufsbauer und Schreiner auf ihr Arbeitsleben vorbereiten können. Hätte er nicht selbst schon den Gesellenbrief als Schreiner in der Tasche, hätte er ein mindestens 52-wöchiges Praktikum im Bereich Bautechnik vorweisen müssen, um zum Studium zugelassen zu werden.

Neben dem Studium verdient Benedikt Matt sich in einem Minijob etwas hinzu. Den Master of Education möchte er noch draufsatteln – er ist die Grundlage für das Lehramtsreferendariat. „Dann möchte ich so schnell wie möglich in den Beruf reinkommen und den Schülern etwas beibringen.“ <<

Interessen:

hand­werk­liche Themen, Menschen etwas bei­bringen

siehe auch Arbeitswelt:

Lehramt

BERUFENET:

Leh­ramt berufs­bild./berufl. Schulen/Berufs­kollegs

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/bildung-erziehung-studium