Bildung und Erziehung

Schulheft mit der Schreibschrift eines Grundschülers

Schule, Sozialwesen, Verbände, Wirtschaft … Absolventen und Absolventinnen von Studiengängen aus den Bereichen Lehramt, Erziehung oder Aus- und Weiterbildung können viele Wege einschlagen. Wer sein Profil frühzeitig schärft, hat bessere Chancen.

Ob Klassenzimmer oder Hörsaal, Beratungszimmer oder Schulungsraum, Musikschule oder Ministerium – Experten mit pädagogischem Fachwissen, Einfühlungsvermögen und Interesse an der Förderung von Menschen werden überall gebraucht.

In den Berufen der Arbeitswelt „Ausbildung, Weiterbildung, Hochschule“ arbeitest du mit jungen Leuten oder Erwachsenen, die beruflich vorankommen wollen. Als Berufspädagoge oder -pädagogin leitest du etwa betriebliche Aus- und Weiterbildungskurse für Unternehmen oder Verbände. Ganz anders gestaltet sich die Arbeit als Kindergartenleiter/in oder Erziehungsberater/in – in der Arbeitswelt „Erziehung, pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ geht es vornehmlich um die pädagogische Begleitung Heranwachsender. Wenn du im Schulwesen arbeiten willst, ist ein Studium auf Lehramt das Richtige. Hier steht die Wissensvermittlung im Vordergrund, je nach Schulart und Alter deiner Schüler/innen kommen auch erzieherische Aufgaben hinzu.

Bei fast allen hier vorgestellten Berufen geht es darum, andere zu unterstützen, zu fördern und ihnen dabei zu helfen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu erweitern. Dabei überlegst du dir vorab, wie du diese Ziele am besten erreichen kannst. Du versuchst, das Leistungsniveau deiner Schüler, Studierenden, Kunden oder Klienten einzuschätzen, suchst die geeigneten Unterrichtsmaterialien oder wissenschaftliche Literatur zusammen und erarbeitest ein entsprechendes Konzept.

Es gilt, dein Gegenüber – sei es eine ganze Schulklasse, eine Gruppe Auszubildender oder ein einzelner Musikschüler – zum Lernen und Mitarbeiten zu motivieren sowie Leistungen zu bewerten. In der Erwachsenenbildung organisieren die Lehrkräfte auch unterrichtsbegleitende Veranstaltungen oder bieten Beratung. In gehobenen Positionen mit Führungsverantwortung, beispielsweise als Bildungsmanager/in oder Schulleiter/in, verschiebt sich dein Arbeitsschwerpunkt hin zu verwaltenden und organisatorischen Aufgaben rund um die Wissensvermittlung.

Wer sich für einen pädagogischen Beruf entscheidet, muss kommunikationsstark sein und andere motivieren können. Eine strukturierte Arbeitsweise und eine gute Selbstorganisation sind ebenfalls wichtig. Pädagogen und Pädagoginnen sollten gute Nerven haben, müssen geduldig und durchsetzungsstark sein und benötigen ein hohes Maß an psychischer und emotionaler Stabilität. Wer sich beruflich um andere kümmert, sollte außerdem ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen.

Lernbereitschaft ist ebenfalls nötig im Arbeitsleben, sowohl hinsichtlich der Fachinhalte als auch der pädagogischen Methoden. Als Lehrer/in oder Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in etwa durchforstest du Fachbücher und Zeitungen nach neuen Entwicklungen in deinem Fachgebiet, als Betriebspädagoge/-pädagogin hältst du dich über E-Learning-Software auf dem Laufenden. Gerade wer in der Erwachsenenbildung arbeitet, sollte zudem einschätzen können, welche Angebote und Themen aktuell und in Zukunft besonders gefragt sind.

Mögliche Arbeitgeber sind neben öffentlichen und privaten Bildungsträgern wie Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen auch soziale Einrichtungen. Daneben können Pädagogen und Pädagoginnen in der privatwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung, aber auch in den Personalabteilungen großer Unternehmen Fuß fassen. Beschäftigungschancen ergeben sich zudem bei Verlagen, die Lehrmaterialien herstellen, sowie in der Forschung und Lehre. Auch eine Selbstständigkeit ist möglich, beispielsweise als freiberufliche/r Personalberater/in oder als Trainer/in in der Erwachsenenbildung.

„Angesichts der steigenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung von Bildung und Erziehung im Zeitalter der Digitalisierung sind die beruflichen Chancen von Absolventen und Absolventinnen dieses Bereichs grundsätzlich gut“, berichtet Dr. Jens Stephani von der Bundesagentur für Arbeit. Der Experte ergänzt: „Der Arbeitsmarkt stellt sich aus Bewerbersicht positiv dar. Teilzeitangebote und Befristung von Stellen sind jedoch häufig typische Merkmale in diesen Berufen."

Im Lehramt sind die Ausbildungswege von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich – teilweise wurde der Zugang auf Bachelor und Master umgestellt, teilweise wird weiterhin mit dem Ziel Staatsexamen studiert. Nach dem Studium startet man in der Regel zunächst ins Lehramtsreferendariat. Wenn du Lehrer/in werden möchtest, solltest du dich vorab gründlich über die Ausbildungswege und den Bedarf in den verschiedenen Schulformen und Fächern informieren. Hier gibt es immer wieder große Änderungen.

Lange Zeit galt der Lehrerberuf als sichere Beamtenposition. In einigen Ländern jedoch werden viele junge Lehrer/innen heute nicht mehr als Beamte, sondern als Angestellte des Öffentlichen Dienstes eingestellt. Selbst Zeitverträge sind keine Seltenheit mehr. Manchmal sind die Abschlussnoten ausschlaggebend für eine Übernahme in ein Beamtenverhältnis. Aber auch mit guten Noten kann man nicht mehr automatisch von einer Verbeamtung ausgehen.

Eine weitere Entwicklung sind die sogenannten „schulscharfen Bewerbungen“, die in manchen Bundesländern eingeführt wurden. Das bedeutet, dass man sich nicht mehr ausschließlich bei den Schulbehörden, sondern auch gezielt bei einzelnen Schulen bewerben kann – mit der Konsequenz, dass neben den Noten das individuelle Profil an Bedeutung gewinnt.

In den Arbeitswelten „Ausbildung, Weiterbildung, Hochschule“ sowie „Erziehung, pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ kannst du bereits mit einem Bachelorabschluss in den Beruf einsteigen. Für manche Führungs- und Fachpositionen – etwa in der Leitung von Bildungseinrichtungen oder im Wissenschaftsbetrieb – können darüber hinaus auch ein Master oder sogar eine Promotion vorausgesetzt werden. Allgemein gern gesehen sind Praxis- und Auslandserfahrungen.

Je nach gewähltem Studiengang und Schwerpunkt sind die beruflichen Perspektiven im pädagogischen Bereich unterschiedlich gut. Orientierungspraktika und die möglichst frühe Entscheidung, worauf man seinen Schwerpunkt legen möchte, sind – ebenso wie Weiterbildungen auch nach dem Hochschulabschluss – ein möglicher Schlüssel zum Erfolg. Der Einstieg mag oft nicht leicht sein, dafür bietet sich aber auch eine Vielzahl von Möglichkeiten auf einem breit gefächerten Arbeitsmarkt.

Übrigens: Zur Arbeitswelt „Ausbildung, Weiterbildung, Hochschule“ werden auch Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und andere Lehrende an den Hochschulen gerechnet. Der Zugang zu diesen Berufen erfolgt aber in der Regel nicht über ein pädagogisches Studium, sondern fachbezogen über eine wissenschaftliche Eignung. Das heißt: In den technischen Fächern unterrichten beispielsweise Ingenieure und Naturwissenschaftler, an juristischen Fakultäten dagegen Absolventen der Rechtswissenschaft. An den Hochschulen wird nämlich erwartet, dass du dich neben der Lehre auch der Forschung widmest und so dein Fachgebiet wissenschaftlich voranbringst. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/bildung-erziehung