Kunst­historiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kunsthistorikerin

Tätigkeitsfelder:

Ausstellungsmanagement, -planung; Restaurierung, Konservierung

Abgeschlossenes Studium in:

Kunstgeschichte

BERUFENET:

Kunsthistoriker/in

Zur Hälfte ist es ein Verwaltungsjob und zur anderen Hälfte ein Arbeiten mit und an der Kunst selbst.

Zwischen Mittelalter und Moderne

Ob mit der Schreibkunst mittelalterlicher Mönche oder mit Gegenwartskunst – die Kunsthistorikerin Stefanie Kemp (34) befasst sich mit unterschiedlichsten Themen. Sie ist unter anderem für die fachgerechte Lagerung und Konservierung von Kunst- und Kulturgegenständen zuständig.

Wer denkt, dass sich ein städtisches Museum immer nur mit eigener, womöglich staubtrockener Vergangenheit beschäftigt, liegt falsch. Jedenfalls, was Siegburg betrifft: In der nordrhein-westfälischen Kreisstadt hat nicht nur die Kunst der vergangenen Jahrhunderte einen festen Platz – auch zeitgenössische Werke werden in wechselnden Ausstellungen gezeigt. Mit daran beteiligt ist die Kunsthistorikerin Stefanie Kemp. Als Kuratorin plant und organisiert sie die unterschiedlichsten Ausstellungen, zum Beispiel zur zeitgenössischen Kunst von HA Schult, aber auch zur Benediktinerabtei Sankt Michael. „Deren Geschichte über ein Jahrtausend hinweg ist ebenso wechselhaft wie spannend“, betont Stefanie Kemp. Den Menschen von heute Kunst nahezubringen, ist die große Aufgabe der Kunsthistorikerin.

Kunst richtig aufbewahren

Im Museum werden Objekte ganz unterschiedlicher Beschaffenheit – aus Papier, Holz, Ton, Porzellan, Stein oder Textilien – ausgestellt. Jedes dieser Materialien stellt unterschiedlich hohe Anforderungen in Hinsicht auf seine Aufbewahrung und Ausstellung. „Das verlangt auch von mir als Kunsthistorikerin einiges Wissen.“ Solche spezifischen Kenntnisse wurden Stefanie Kemp nicht in ihrem Studium der Kunstgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vermittelt. Sie hat sich das Wissen im Beruf angeeignet, „weil man ja als Kunsthistoriker niemals auslernt“.

Damit die Werke aber überhaupt im Museum gezeigt werden können, ist viel Vorarbeit erforderlich. So telefoniert Stefanie Kemp mit Künstlern, Sammlern, Leihgebern oder Versicherungen. Dann sichtet sie die Exponate. Zu guter Letzt hängt sie die Werke auf und stellt sie aus. Schließlich erstellt sie ein museumspädagogisches Konzept für die Präsentation, das sich an ganz unterschiedliche Altersgruppen richten kann. Zum Arbeitsalltag der Kunsthistorikerin am Museum gehört auch die Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachrichtungen, etwa den Restauratoren.

Teamwork und Kontakt mit Kunstbegeisterten

Im Museum ist Teamwork gefragt, und die Aufgaben sind vielfältig – von der Konzeption einer Ausstellung bis hin zur Führung für Schulklassen, von der wissenschaftlichen Recherche bis zur Herausgabe eines Katalogs. „Rund zur Hälfte ist es ein Verwaltungsjob und zur anderen Hälfte ein Arbeiten mit und an der Kunst selbst.“ Und auch wenn sich Stefanie Kemp in ihrem Studium bereits auf mittelalterliche Kunst spezialisiert hat – eine Garantie, im Berufsleben damit zu tun zu haben, gibt es nicht, denn „als Kunsthistorikerin muss ich beruflich mobil und flexibel sein“.

Was sie sich als Alternative zu ihrer jetzigen Tätigkeit vorstellen kann? „Kontakt zu Kunstbegeisterten ist für mich das Wichtigste, aber den könnte ich auch im Kunsthandel oder in anderen Institutionen finden, die mit Kunst arbeiten, etwa bei Auktionshäusern oder Fachmessen.“ <<

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