Gold­schmied/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Goldschmiedegeselle

BERUFENET:

Goldschmied/in

Meine Aufgabe ist es, ein Schmuckstück exakt nach Kundenwunsch herzustellen.

Jedes Teil ein Kunstwerk

Ketten oder Ringe nach eigenen Vorstellungen oder nach Kundenwunsch erstellen? Dafür braucht es Fachkräfte wie den ausgebildeten Goldschmied Philipp Liesenborghs (29).

Für die Arbeit an Ohrringen, Ketten oder Anhängern benötigt Philipp Liesenborghs viel Konzentration und Geduld. Je nach Art des Schmuckstücks kann es mehrere Wochen dauern, bis alle Einzelteile perfekt verarbeitet sind und ein einzigartiges Kunstwerk ergeben. Der Goldschmiedegeselle ist in der Gold- und Platinschmiede Specht in Berlin angestellt. „Hier kann ich selbst kreativ werden und dabei verschiedene Aufgaben übernehmen, wie etwa das Fassen oder Lasern“, erklärt er. „Kunden kommen zum Beispiel mit einem Ohrring und einem Stein aus einem alten Schmuckstück zu uns und möchten daraus einen neuen Ohrring gefertigt haben. Meine Aufgabe ist es, das Schmuckstück exakt nach Kundenwunsch herzustellen.“ Des Weiteren repariert Philipp Liesenborghs Ringe und Ketten, fasst Steine ein und fertigt Einzelstücke an.

Mischung aus Kunst und Handwerk

Er entschied sich nach dem Abitur für eine Ausbildung an der Goldschmiedeschule in Pforzheim. Feine Details zum Beispiel an einem Anhänger auszuarbeiten und am Ende die Einzelteile zu einem Schmuckstück zusammenzusetzen – das hat Philipp Liesenborghs an dem Beruf fasziniert. Seitdem hat er sich in verschiedenen beruflichen Stationen ein breites Wissen rund um das Goldschmiedehandwerk angeeignet. Selbst in der Marketingabteilung eines Pforzheimer Schmuckherstellers und in einer Auslandsfiliale in Hongkong hat er schon gearbeitet.

Da er jedoch lieber handwerklich-kreativ arbeiten wollte, wechselte er in eine kleinere Schmuckwerkstatt. „Dort habe ich beispielsweise Ohrclips angefertigt. Entsprechend der Vorlage des Werkstattmeisters habe ich teilweise bis zu 190 Stunden an einem Paar gearbeitet“, beschreibt er seine Arbeit. Dafür musste er unter anderem Fassungen und das Beiwerk erstellen, das Metall mit unterschiedlichen Chemikalien bearbeiten, um die gewünschte Farbe zu erhalten, und anschließend die Einzelteile zusammenfügen. Da Teile wie Perlen oder Holz nicht erhitzt werden dürfen, muss per Laser geschweißt werden.

Bei seiner Arbeit muss er Konzentration und Vorsicht walten lassen, damit er sich nicht an den verschiedenen Werkzeugen oder durch die eingesetzten Chemikalien verletzt – die Metalle werden etwa mit Salpetersäure behandelt. Die Kombination aus präzisem handwerklichen Arbeiten und künstlerischer Kreativität ist es, die seinen Beruf besonders auszeichnet, findet Philipp Liesenborghs: „Beim Goldschmieden handelt es sich schließlich um ein Kunsthandwerk, das beide Aspekte vereint.“

Der Blick fürs Ganze

Aus privaten Gründen hat es den Goldschmied vor Kurzem wieder zurück in seine Heimatstadt Berlin gezogen, wo er nun weiter als Goldschmiedegeselle arbeitet. Mit Blick auf seine Zukunft überlegt er einerseits, eine berufliche Weiterbildung zum Gold- und Silberschmiedemeister in Angriff zu nehmen. Andererseits kann er sich auch vorstellen, in einem ganz anderen kreativen Berufsbereich zu arbeiten. Architektur würde ihn beispielsweise interessieren, jedoch: „Für mich ist es wichtig, weiterhin handwerkliche Aufgaben zu übernehmen und noch mehr dazuzulernen. Als Goldschmied habe ich den Blick fürs Detail erlernt – das ließe sich gewiss auch auf andere Bereiche übertragen.“ <<

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