Ausstellungs­designer/in; Designer/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Designerin für Innenraumgestaltung

Tätigkeitsfeld:

Innenarchitektur, Raumausstattung, visuelles Marketing

Abgeschlossenes Studium in:

Produktdesign mit Schwerpunkt Raum- und Möbelgestaltung

BERUFENET:

Ausstellungsdesigner/in; Designer/in (Hochschule)

Natürlich bringt man seinen eigenen Stil ein, aber das Entscheidende ist, was der Kunde will.

Damit Shopping Spaß macht

In Läden treffen Kunden auf die Ware. Diese Begegnung zu einem spannenden, anregenden Erlebnis zu machen, ist die Aufgabe der Designerin Stefanie Gogolla (34). Sie hat sich auf Innenraumgestaltung spezialisiert.

Ob Möbel, Textilien oder Lebensmittel: Das Sortiment vieler Geschäfte ähnelt sich. Umso wichtiger ist es, dass die Ladeneinrichtung Akzente setzt. Sie ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, dem Kunden ein individuelles Einkaufserlebnis zu bieten und sich von Wettbewerbern abzuheben. Mit Blick auf die Online-Konkurrenz gilt das umso mehr: „Dabei geht es nicht nur um Tische, Ständer, Rückwände und Regale. Es geht darum, eine ganz bestimmte, vom Auftraggeber gewünschte Atmosphäre zu schaffen“, erklärt Stefanie Gogolla. Sie ist Planerin bei schleifenbaum design & project in Haiger, einem Unternehmen für Ladenbau. Zu dessen Kunden zählen sowohl Mittelständler als auch Großunternehmen.

Beim Erstgespräch mit einem Kunden ist die Planerin meist gemeinsam mit den Kollegen aus dem Vertrieb vor Ort: „In einem Briefing wird genau aufgenommen, was der Kunde möchte und wie die Grundrisse des Gebäudes aussehen.“ Um die gewünschten Emotionen zu wecken, gilt es, viele Einflussfaktoren zu beachten: Wie soll die Ware erreichbar sein, welche Rolle spielen die Dekoration, der Bodenbelag, die Beleuchtung und die Farbgebung? Selbst der Geräuschpegel fließt in die Betrachtung mit ein.

Die Sicht der anderen

In Stefanie Gogollas Beruf ist nicht nur Ideenreichtum gefragt, sondern auch die Fähigkeit, sich in den Kunden hineinzuversetzen. „Natürlich bringt man seinen eigenen Stil ein, aber das Entscheidende ist, was der Kunde will – und nicht, was einem persönlich besser gefällt. Will ein Kunde kariert, dann braucht man nicht mit Streifen daherzukommen“, erklärt die Designerin. Eitelkeiten sind hier fehl am Platz: „Wenn einem Kunden Entwürfe nicht gefallen, von denen man selbst absolut überzeugt ist, muss man eben von vorne anfangen.“

Für die Präsentation beim Kunden müssen die Entwürfe aussagekräftig sein: „Als Designerin für Innenraumgestaltung sollte man sowohl per Hand als auch mit Bildbearbeitungs- und Konstruktionsprogrammen Entwürfe erstellen können. Je besser man das Konzept in einem 3-D-Modell visualisieren kann, umso besser kann sich der Kunde vorstellen, wie sein Laden später aussehen könnte.“ Eine gut ausgearbeitete Präsentation allein reicht jedoch nicht aus: Das sichere Auftreten beim Kunden ist ebenso wichtig.

Kreativ auch unter Zeitdruck

Anders als im Studium hat die Designerin nicht drei Monate Zeit, um ein Projekt zu entwickeln. Ab und zu muss ein Plan auch mal in zwei Wochen stehen, während andere Projekte parallel weiterlaufen. Ist ein Auftrag abgeschlossen, geht es mit dem nächsten weiter: „Da man häufig unter Termindruck kreativ sein muss, sollte man auf jeden Fall eine Leidenschaft für den Job mitbringen. Die Arbeit ist sehr fordernd.“

Stefanie Gogolla hat Produktdesign mit Schwerpunkt Raum- und Möbelgestaltung an der Fachhochschule Münster studiert: „In der Planung arbeiten bei uns aber auch Innenarchitekten und Ingenieure. Um wirtschaftlich zu arbeiten, ist es unabhängig vom Studium wichtig, dass man eine Vorstellung davon hat, wie die Objekte, die man plant, gebaut werden.“ <<

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