Bildende Kunst, Design, Restaurierung

Master, Weiterbildung

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Durchstarten und aufsteigen!

Ein Studienabschluss öffnet dir viele Türen. Um Spezialwissen zu erwerben oder fachlich up to date zu bleiben, lohnt es sich, weiterzulernen.

Dabei stehen dir verschiedene Wege offen – etwa ein Masterstudium, das es dir ermöglicht, dich vertieft mit Inhalten auseinanderzusetzen, dich fachlich zu spezialisieren oder dich sogar in eine neue Fachrichtung zu orientieren. Im Anschluss daran ist auch noch eine Promotion möglich. Ob du den Master direkt an den Bachelor anschließt oder zunächst einige Jahre Praxiserfahrung sammelst, bleibt dir überlassen. Aber auch berufliche Weiterbildungen eröffnen dir je nach Arbeitsfeld neue Perspektiven – etwa Trainee-Programme direkt nach dem Studium oder berufsbegleitende Kurse und Seminare. <<

Die Karriere designen

Mit seinem Masterstudium in Kommunikationsdesign vertieft G. Deniz Yücel (28) sein Fachwissen rund um die Gestaltung und Vermittlung naturwissenschaftlicher Prozesse.

Werbung ist zwar ein typisches Arbeitsfeld für Kommunikationsdesigner, „aber nicht das, was ich beruflich machen will“, sagt G. Deniz Yücel. Derzeit absolviert der 28-Jährige an der Fachhochschule Aachen den Master Kommunikations- und Produktdesign. „Das ist eine gute Ausgangsbasis für den weiteren Berufsweg“, sagt er. Zwei Optionen kommen für ihn infrage: Entweder will er eine akademische Karriere anstreben und promovieren. „Oder ich mache mich als Designer selbstständig – mit Sound Design oder 3-D-Animationen im naturwissenschaftlichen Bereich.“ Mit der Gestaltung von Erklär- und Lernprozessen hat er bereits nach seinem Bachelorstudium in Kommunikationsdesign Erfahrungen gesammelt: Als freiberuflicher Designer schuf er zum Beispiel eine 3-D-Animation eines Kunstherzens.

Das Studium ist interdisziplinär ausgerichtet und integriert auch Aspekte aus Fachrichtungen wie dem Produktdesign. Neben Vorlesungen in Designtheorie oder Kultur- und Medienwissenschaften können die Studierenden auch Film- und Videoprojekte, Workshops zu Drucktechniken oder Sprachkurse in Fachenglisch belegen.

G. Deniz Yücel studiert derzeit im letzten der drei vorgesehenen Semester. Parallel zum Masterstudium arbeitet er weiterhin freiberuflich an Designprojekten und ist auch in die Lehre an der Hochschule eingebunden. Damit verdient er seinen Lebensunterhalt. „Designer brauchen eine gute Beobachtungs-, Vorstellungs- und Darstellungsfähigkeit“, erklärt er. Aber eine gewisse Reife gehört schon dazu – auch die will der Studiengang vermitteln: „Im Mittelpunkt steht die Vernetzung unterschiedlichster Sichtweisen, Erfahrungen und Kompetenzen, damit die Studierenden zu Praktikern und Strategen gleichermaßen ausgebildet werden.“ <<

Motivation:

Kenntnisse vertiefen, Voraus­setzung für eine akademische Karriere schaffen

siehe auch Arbeitswelt:

Design und Gestaltung

BERUFENET:

Kommunikations­design, visuelle Kommunikation

Schutz von Kunst- und Kulturgut

Anna Lisa Krautheimer (28) ist derzeit oft in Kirchen zu finden, denn ihre Masterarbeit dreht sich um die Konservierung einer Kapelle.

Arbeit auf dem Bau? Das wird später einmal zum Berufsalltag von Anna Lisa Krautheimer gehören. Denn als künftige Restauratorin gehören Kirchen, Klöster, Schlösser und öffentliche Gebäude zu ihren Einsatzgebieten. Die 28-Jährige wird in Kürze ihr Studium „Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei, Architekturoberfläche und Steinpolychromie“ an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beenden. „Dass sich nach dem Bachelor der Master anschließen würde, war eigentlich ganz selbstverständlich“, erklärt sie, „das wird von der Hochschule auch gewünscht.“ Ihre Masterarbeit beschäftigt sich mit einer Wandmalerei in der Siechenkapelle in Horb, für die sie ein Konzept zur Konservierung erarbeitet hat.

Neben der Vertiefung von Material- und Konservierungswissenschaften stehen im viersemestrigen Vollzeitstudium vor allem Projektarbeiten im Mittelpunkt, bei denen erlernte Methoden und Techniken praktisch angewandt werden. „Hier kommt mir zugute, dass ich schon vor dem Bachelor ein einjähriges Praktikum absolvieren musste, um überhaupt zum Studium zugelassen zu werden“, sagt Anna Lisa Krautheimer, die ihr Studium durch ihre Arbeit als studentische Hilfskraft, Jobs bei Restauratoren in den Semesterferien und mithilfe ihrer Eltern finanziert hat.

Bei der Arbeit im Team mit anderen Restauratoren und dem Denkmalschutz knüpft sie schon Kontakte zu Kollegen und möglichen Auftraggebern. Zwar wird sie nach dem Abschluss zunächst als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule weiterarbeiten, sie denkt aber auch an die Selbstständigkeit. „Daher ist es gut, dass ich in der praktischen Arbeit auch die betriebswirtschaftliche Seite des Berufes vertiefen kann.“ <<

Motivation:

bessere Qualifikation und Chancen bei einer späteren Selbst­ständigkeit

siehe auch Arbeitswelt:

Restaurierung und Denkmalschutz

BERUFENET:

Konservierung, Restaurierung

Praktische Museumsarbeit

Wilko Beckmann (33) hat nach seinem Studium der Kunstgeschichte ein Volontariat in einem Museum absolviert.

Das Hetjens-Museum in Düsseldorf hat sich der Keramikgeschichte verschrieben. Hier absolvierte der Kunsthistoriker Wilko Beckmann über einen Zeitraum von zwei Jahren sein Volontariat. Mit der Studioausstellung „Pink Porcelain. Porzellanmalerei von Rosa bis Purpur“ schloss er es ab. „Diese Ausstellung war meine Idee“, erläutert er; „ich habe das Konzept erarbeitet, kuratiert, Führungen geleitet – eben alles gemacht, was zu einem solchen Projekt dazugehört.“ In jeder Ausstellung steckt viel Arbeit. „Vor der Eröffnung können das schon mal 50 bis 60 Stunden pro Woche werden“, berichtet Wilko Beckmann. „Ohne Idealismus geht das nicht.“ Umso mehr freut es ihn, dass die Ausstellung bei Publikum und Fachleuten auf ein positives Echo stieß.

Der 33-Jährige hat an der Ruhr-Universität Bochum seinen Master gemacht und seine Doktorarbeit geschrieben, dann Praktika absolviert und beim Museum Folkwang in Essen als Wissenschaftlicher Assistent im Bereich der Sonderausstellungen gearbeitet. „Solche Praxiserfahrungen sind in der Regel die Voraussetzung für eine Volontariatsstelle“, sagt er. Das Volontariat dient dazu, den Absolventen des Kunstgeschichtestudiums die Praxis der Museumsarbeit zu vermitteln – an den Hochschulen befassen sie sich überwiegend mit der Theorie.

Das Volontariat wird mit rund 50 Prozent des Gehalts vergütet, das ein Wissenschaftler im Öffentlichen Dienst erhält; die Stellen sind begehrt und rar. „Gute Noten und Berufserfahrung erhöhen natürlich die Chancen“, sagt Wilko Beckmann. Wenn seine Zeit im Hetjens-Museum beendet ist, will er seine Dissertation veröffentlichen und anschließend eine feste Stelle suchen. Beworben hat er sich schon – und zwar bundesweit. <<

Motivation:

Leiden­schaft für Kunst­geschichte, Freude am Umgang mit Menschen und am Organisieren, bessere Berufs- und Aufstiegs­chancen

siehe auch Arbeitswelt:

Bildende Kunst

BERUFENET:

Kunst­historiker/in

Wissenschaft und Kunst

Lena Marbachers (33) Promotionsstudiengang „Kunst und Design, Freie Kunst und Medienkunst“ eröffnet ihr neue berufliche Wege.

Lena Marbacher hat Produktdesign studiert und arbeitet heute als selbstständige Designerin und Unternehmenscoach in Berlin. Um ihre beruflichen Tätigkeiten auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen, absolviert sie den Promotionsstudiengang „Kunst und Design / Freie Kunst / Medienkunst“ an der Bauhaus Universität Weimar. Damit kann sie zum Beispiel an Hochschulen und Universitäten als Künstlerin und Dozentin tätig werden.

„Ich bin jetzt im letzten von sechs vorgesehenen Semestern und schreibe an meiner Dissertation. Das mache ich von zu Hause aus, denn an der Hochschule vor Ort bin ich nur eine Woche pro Semester“, sagt Lena Marbacher. Ihre Dissertation hat den Titel „Diskurs von Zimmerpflanzen und das Verhältnis zwischen Mensch und Natur“. Die Promotionsstudierenden werden in Fächern wie Bildtheorie, Medienphilosophie und Ästhetik unterrichtet. Der Stoff ist nicht nur theoretisch und methodisch, sondern auch sehr praxisorientiert. „Wir haben Seminare zum wissenschaftlichen Schreiben, Forschen und Lehren.“ Bis jetzt, so erzählt Lena Marbacher, gibt es noch nicht viele Künstler und Designer mit Doktortitel. „Ich bin mir aber sicher, dass sich das in Zukunft ändern wird.“

Für den Promotionsstudiengang, der mit dem Abschluss „Doktor der Philosophie“ endet, muss die 33-Jährige lediglich eine kleine Verwaltungsgebühr entrichten, finanzieren kann sie sich durch ihr berufliches Einkommen aus Auftragsarbeiten und Coachings für Unternehmen. „Durch die Promotion habe ich meinen Horizont enorm erweitert und kann nun selbstständig Forschung im Bereich Kunst und Wissenschaft betreiben“, erzählt sie. Für die Zukunft kann sie sich als weiteres berufliches Standbein eine Lehrtätigkeit an einer Hochschule vorstellen. <<

Motivation:

wissen­schaftlich forschen und lehren

siehe auch Arbeitswelt:

Bildende Kunst

BERUFENET:

Industrie-, Produkt­designer/in

Ein Studienabschluss eröffnet dir den Zugang zum Arbeitsmarkt, doch er ist keine „Dauerkarte“. Es gibt gleich mehrere Faktoren, die lebenslanges Lernen zu einem zentralen Baustein des Arbeitslebens machen.

Zunächst die Entwicklung der Industrienationen hin zu Dienstleistungsgesellschaften: Die Wünsche der Kunden ändern sich, und so ändern sich auch die Angebote und Leistungen. Auch das internationale Zusammenwachsen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die Globalisierung, verlangt von den Menschen eine Weiterentwicklung. Das betrifft etwa Fremdsprachenkenntnisse und das Verständnis für andere Kulturen. Des Weiteren führt die moderne Wissensgesellschaft dazu, dass sich Informationen viel schneller verbreiten als früher und bestehendes Wissen schneller als veraltet gilt. Gerade die Digitalisierung durch Computer und Internet wird das Arbeits- und Wirtschaftsleben weiter verändern.

Du siehst also: Wer heute studiert, kann nicht davon ausgehen, dass die erworbenen Kenntnisse in zehn Jahren noch aktuell sein werden. Ebenso wenig kann man damit rechnen, sein Leben lang dieselbe Tätigkeit auszuüben. Viele Akademiker/innen übernehmen im Laufe ihres Arbeitslebens neue Aufgaben oder wechseln den Arbeitgeber, die Branche oder sogar den Beruf.
Um dich für solche Herausforderungen fit zu halten, solltest du dein Wissen auch nach deinem Studium immer wieder aktualisieren und erweitern, beispielsweise mittels Fachliteratur. Oft genutzte Möglichkeiten sind auch berufliche Weiterbildungen und weiterführende Masterstudiengänge.

Tipp: Weiterbildungen und Masterstudiengänge kannst du später auch berufsbegleitend absolvieren. Viele Arbeitgeber unterstützen die Mitarbeiter/innen dabei, ihr Wissen zu erweitern.

Nach einem Bachelorstudium hast du die Auswahl aus zahlreichen Masterstudiengängen. Sie dauern in der Regel zwei Jahre und können kostenpflichtig sein. Oft stehen sie nur Absolventen und Absolventinnen bestimmter Fächer offen, darüber hinaus kann es Auswahlverfahren geben.

Weitere Studiengangsreportagen
Reportagen zu Masterstudiengängen findest du unter www.master.abi.de

Mögliche Fachrichtungen:

  • Allgemeine und vergleichende Kulturwissenschaft

  • Bildende Künste

  • Bühnen-, Kostümbild

  • Design

  • Innenarchitektur

  • Kommunikationsdesign, visuelle Kommunikation

  • Konservierung, Restaurierung

  • Kultur-, Medienpädagogik

  • Kulturmanagement

  • Kunstpädagogik

  • Mediendesign, -kunst

  • Produkt-, Industriedesign

Berufliche Weiterbildungen gibt es zu den verschiedensten Themen und in unterschiedlichen Formen – ob Wochenendseminar oder mehrjähriger Lehrgang, ob berufsbegleitend oder in Vollzeit, ob auf eigene Initiative oder als unternehmensinterne Fortbildung.

Wo finde ich Weiterbildungen?
Weiterbildungsangebote findest du unter bfi.plus/kurse

Mögliche Themen:

  • Film, Funk, Fernsehen

  • Fotografie

  • Historische Materialkunde

  • Metallbearbeitung

  • Moderation und Präsentation

  • Verkaufsförderung

  • Werbung

http://berufsfeld-info.de/abi/bildende-kunst-design-restaurierung-weiterbildung