Bildende Kunst, Design, Restaurierung

Studium (grund­ständig), Ausbildung

Hörsaal

Studieren lohnt sich!

Unter Akademikern und Akademikerinnen ist nicht nur die Arbeitslosigkeit am niedrigsten, sie besetzen auch häufiger Führungspositionen.

Welche verschiedenen Studienmöglichkeiten sich dir bieten und was in einem Studium auf dich zukommen kann, zeigen exemplarisch die folgenden Reportagen. Dabei handelt es sich natürlich nur um einen kleinen Ausschnitt aus der großen Vielfalt möglicher Studiengänge in diesem Berufsfeld.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach und einen Hochschultyp ist jeweils abhängig von deinen individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten und deinen beruflichen Zielen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich vorher gut informierst. Doch egal wofür du dich entscheidest: Los geht es in der Regel mit dem Bachelorstudium. Danach kannst du ins Berufsleben einsteigen oder ein Masterstudium anschließen.
Übrigens entscheiden sich manche Abiturienten und Abiturientinnen auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums. Ebenfalls angeboten werden duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden. <<

Informationen, kreativ vermittelt

Nach seinem Bachelorstudium in Mediendesign könnte Constantin Götz (25) in die Werbe-, Videospiel- oder die Filmbranche einsteigen.

Constantin Götz hat sich für den Bachelorstudiengang Mediendesign an der Hochschule Hof entschieden, weil er mit kreativen Mitteln Menschen informieren möchte. In seinem Projektsemester hat er zum Beispiel ein Leitsystem für das Dokumentationszentrum Reichparteitagsgelände in Nürnberg entwickelt. Dabei brachte er Farbbotschaften auf dem Boden auf, die sich je nach Betrachtungsperspektive verändern. „Aus etwa fünf Metern Entfernung erkennt man das betreffende Gebäude. Kommt man näher, verschwimmt es wieder, und der dazugehörige Text wird lesbar“, erläutert er. „Amorphe Verzerrungen“ lautet der Fachbegriff dafür.

Im siebensemestrigen Studium werden zum Beispiel Typografie, Editorial-Design oder Service-Design-Methoden unterrichtet. Aber auch Projektkalkulation und Projektmanagement gehören dazu. Die Studierenden sollen lernen, Kreativität mit marktwirtschaftlichen Überlegungen zu verbinden.

Nach den ersten beiden Semestern können sie sich spezialisieren, beispielsweise auf Interaktionsdesign. Insgesamt ist das Studium sehr praxisorientiert und Projekte werden oft in Teams erarbeitet. Das fünfte Semester ist ein reines Praxissemester in einem Betrieb der eigenen Wahl. „Je nach Spezialisierung geht man in die Werbung, zum Film oder in den Bereich Videospiele“, erläutert Constantin Götz, der seinen Lebensunterhalt während des Studiums aus privaten Mitteln finanziert. Er absolvierte sein Praxissemester bei einer Werbeagentur in Hamburg.

Inzwischen ist er im achten Semester und schreibt an seiner Bachelorarbeit. Nach dem Studium möchte er „eher konzeptionell arbeiten“, sagt er – also beispielsweise Videospiele planen, aber nicht unbedingt selbst designen oder programmieren. <<

Interessen:

Gestaltung, Medien, konzep­tionelles Arbeiten

siehe auch Arbeitswelt:

Design und Gestaltung

BERUFENET:

Medien­design, -kunst

Kunst für alle!

Sina Hartmann (23) studiert Kunstpädagogik und kann später überall arbeiten, wo Menschen mit Kunst umgehen und sich ausdrücken lernen wollen.

Kunst zu vermitteln – das liegt Sina Hartmann. „Das Fach Kunstpädagogik ist sehr spannend und bietet mir viele Möglichkeiten“, erzählt die 23-Jährige. Nach ihrem Fachabitur hat sie sich an der Universität Gießen beworben, eine Mappe mit eigenen künstlerischen Arbeiten vorgelegt und eine praktische Eignungsprüfung bestanden. Nun studiert sie Kunstpädagogik als Hauptfach sowie Erziehungswissenschaften und Philosophie als Nebenfächer – und strebt den Abschluss Bachelor of Arts für die außerschulische Kunstpädagogik an. Sechs Semester beträgt die Regelstudienzeit.

Fachdidaktik, Fachwissenschaft und Fachpraxis sind die drei großen Bereiche, in die sich das modular aufgebaute Studium gliedert. Dazu kommen ein mehrmonatiges Praktikum und die Bachelorthesis. „Wir lernen den Umgang mit vielen künstlerischen Techniken“, berichtet Sina Hartmann, „zum Beispiel Fotografie, Zeichnung oder Malerei, und den Umgang mit Materialien von Papier bis Beton.“

Sie studiert zurzeit im sechsten Semester und wird voraussichtlich im achten Semester ihre Bachelorthesis fertigstellen. „Daran werde ich den Master anschließen, weil ich eine akademische Laufbahn einschlagen will“, erzählt sie. Als Kunstlehrerin an einer Schule möchte sie eher nicht unterrichten – mit dem Studium stehen ihr unterschiedliche Berufswege offen. Kunstvermittlung kann überall dort stattfinden, wo Menschen mit Kunst umgehen und sich ausdrücken lernen wollen, unabhängig vom jeweiligen Lebensalter und der Lebenssituationen. So könnte Sina Hartmann etwa auch in der Jugend- oder Erwachsenenbildung, in der Museumspädagogik, in Seniorenheimen und sogar Justizvollzugsanstalten tätig werden. <<

Interessen:

Kunst­vermittlung, künst­lerische Techniken

siehe auch Arbeitswelt:

Bildende Kunst

BERUFENET:

Kunst­pädagogik

Form und Funktion verstehen

Als angehender Industriedesigner versteht sich Julius Lehmann (21) als Problemlöser. Der Student ist im vierten Semester.

Wer Design studiert, sollte nicht nur ein Faible für Formen, Farben und Gestaltung haben, sondern auch eine gehörige Portion Neugier und Experimentierfreude mitbringen. So wie Julius Lehmann, der Industriedesign an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) studiert. „Mich reizt die äußere Form, aber ich will auch verstehen, wie etwas von innen funktioniert“, sagt der 21-Jährige, der jetzt im vierten von sieben Bachelor-Semestern ist und nebenher jobbt, um sein Studium zu finanzieren.

Selbstständigkeit und praktische Erfahrung werden im Studium, das zwischen Kunst, Technik, Architektur und Industrie angesiedelt ist, gefordert und gefördert. So ist das sechste ein Praxissemester. Neben der Theorievermittlung, etwa zum Thema Designmanagement oder Designgeschichte, stehen viele praktische Aufgaben auf dem Studienplan. Der Umgang mit Stift und Farbe wird ebenso gelehrt wie die Bildbearbeitung, die Anwendung von 2-D- und 3-D-Programmen oder Modellbau. Zu den Lehrgebieten gehört auch Human Machine Interface. „Beim Entwerfen geht es nicht darum, sich selbst kreativ zu verwirklichen, sondern die beste Lösung zu finden für den Werkstoff, das Produkt und den Kunden“, bringt es Julius Lehmann auf den Punkt.

Bald will der Student ein Semester in Barcelona an der Partnerhochschule der OTH einlegen, eventuell auch später noch eine Zeit lang ins Ausland gehen, um Kontakte und Netzwerke zu knüpfen für eine eventuelle spätere Selbstständigkeit. „Aber erst mal werde ich nach dem Bachelorabschluss versuchen, eine Stelle in einem Designbüro zu finden, und so viel Berufserfahrung wie möglich sammeln.“ <<

Interessen:

Kreativität, Experimentier- und Gestaltungs­freude, Stil­bewusst­sein

siehe auch Arbeitswelt:

Design und Gestaltung

BERUFENET:

Produkt-, Industrie­design

Archäologie und Handwerk

Der Studiengang ist klein, aber fein: Rebecca Grethe (25), Studentin der Archäologischen Restaurierung, hat in ihrem Studienjahrgang nur vier Kommilitonen.

Wer sich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für den dualen Bachelorstudiengang „Archäologische Restaurierung“ einschreiben will, muss bereits eine abgeschlossene handwerkliche Berufsausbildung im sogenannten „feinmanuellen Bereich“ mitbringen. Das heißt: Bewerber haben etwa eine Ausbildung als Gold- oder Silberschmied/in oder Zahntechniker/in absolviert. Oder sie haben alternativ ein zweieinhalbjähriges einschlägiges Restaurierungspraktikum durchlaufen. Am Ende entscheidet eine Kommission über die Eignung des Bewerbers. „Hier zählt vor allem die Motivation“, erzählt Rebecca Grethe. Aber erst, wer die dreimonatige Probezeit am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz geschafft hat, darf sich einschreiben. Gleichzeitig geht man ein Arbeitsverhältnis im Öffentlichen Dienst ein. Die 25-Jährige hat alle Hürden genommen – wie nur vier weitere Kommilitonen in ihrem Studienjahrgang.

Auch in den Semesterferien arbeiten wir im Museum“, berichtet Rebecca Grethe. Das Studium vermittelt Aspekte aus der Archäologie ebenso wie handwerkliche Fertigkeiten. „Wir gehen mit vielen verschiedenen Materialien um, restaurieren, erstellen Kopien oder erforschen Herstellungstechniken."

Auch Auslandspraktika sind möglich. Rebecca Grethe verbrachte einige Zeit in einem Museum im schottischen Edinburgh und absolvierte ein Grabungspraktikum in Ephesos in der Türkei.

Derzeit studiert sie im vierten Semester. Für ihre Bachelorarbeit im siebten Semester wird sie ein Objekt selbst restaurieren und alle Untersuchungen, Maßnahmen und Ergebnisse dokumentieren. Nach dem Abschluss wird sie sich etwa an Museen oder bei archäologischen Landesämtern in Deutschland wie im Ausland bewerben. Vielleicht nimmt sie aber auch ein Masterstudium auf. <<

Interessen:

hand­werklich und wissen­schaftlich arbeiten, Chemie, Einsatz unter­schiedlicher Materialien

siehe auch Arbeitswelt:

Restaurierung und Denkmalschutz

BERUFENET:

Konservierung, Restaurierung

Es gibt verschiedene Studienabschlüsse. Mehr dazu erfährst du auf studienwahl.de. Die mit Abstand häufigsten Abschlüsse sind dabei Bachelor und Master.

Das Bachelorstudium ist ein grundständiges Studium, das in der Regel sechs Semester dauert. Es setzt sich zusammen aus Modulen mit Lehrveranstaltungen, für die es – je nach Aufwand – Credit Points (CP) gibt. Auch für die Bachelorarbeit am Ende des Studiums erhältst du CP. Frühestens nach drei Jahren Studium hast du die Möglichkeit, in den Beruf einzusteigen.
Oder du studierst weiter: im Masterstudium. Es kann anknüpfend an ein bestimmtes Bachelorstudium erfolgen oder sich einem anderen Themenbereich widmen. In jedem Fall erweitert ein Masterstudium deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Außerdem ist ein Master die Voraussetzung für eine Promotion und für bestimmte Fach- und Führungspositionen. Den Abschluss bildet die schriftliche Masterarbeit.

Übrigens: Ein Masterstudium kannst du auch noch aufnehmen, wenn du als Bachelor schon einige Jahre gearbeitet hast. Manche erwerben den Master berufsbegleitend. Welche Hochschulart die richtige für dich ist, Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie, das hängt ganz von dir ab: Wer vertieft forschen will, ist vielleicht an einer Universität besser aufgehoben als an einer Fachhochschule, wo der Fokus oftmals stärker auf der Praxisnähe liegt. Aber nicht alle Fächer können an allen Hochschultypen studiert werden. Hier gilt es, sich vorab gründlich zu informieren.

Die Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist abhängig vom Studiengang und der jeweiligen Hochschule. In manchen Fällen gibt es lokale Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschulen. In anderen Fällen muss man sich über hochschulstart.de bewerben. Und manchmal kannst du dich einfach ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben. In jedem Fall sind die Bewerbungs- und Einschreibefristen zu beachten.

Je nach Interesse und persönlichen Stärken kann auch eine Berufsausbildung sinnvoll sein. Hier wird zwischen dualen Ausbildungen, die im Betrieb und an der Berufsschule stattfinden, und schulischen Ausbildungen unterschieden.

Weitere Infos unter www.studium.abi.de, unter www.ausbildung.abi.de und unter studienwahl.de.

Ein Studium kostet Geld: Neben den Ausgaben für Lebensunterhalt und Bücher müssen an bestimmten Hochschulen auch Semester- oder Studiengebühren bezahlt werden. Studierende können jedoch als finanzielle Unterstützung BAföG beantragen. Ausschlaggebend dafür sind deine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie in den meisten Fällen die deiner Eltern. Das Beste daran: Ein Teil davon ist ein zinsfreies Darlehen, der Rest sogar ein Zuschuss. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind: ein Stipendium von einer Stiftung oder auch ein Studienkredit, etwa von der staatlichen KfW-Bank. Während einer dualen Ausbildung oder bei einem dualen Studium erhältst du eine Vergütung, die allerdings stark variieren kann. Reicht diese nicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beziehungsweise BAföG beantragen.

Weitere Infos zur Studienfinanzierung unter www.finanzen.abi.de

http://berufsfeld-info.de/abi/bildende-kunst-design-restaurierung-studium