Verkehr und Logistik

Fahrspurmarkierungen auf Asphalt.

Der Bereich Verkehr und Logistik zählt zu den Gewinnern der Globalisierung und gilt als ein wichtiger Wachstumsmarkt. Hochschulabsolventen und -absolventinnen sorgen in diesen Arbeitswelten für technische Innovationen, neue Mobilitätskonzepte und reibungslose Warenströme.

Güter termingerecht liefern, Passagiere sicher und schnell ans Ziel bringen, neue Motoren und Fahrzeugkomponenten entwickeln, Verkehrsströme lenken oder den Bau von Schienentrassen beaufsichtigen – in den Arbeitswelten rund um Verkehr und Logistik gibt es ein breites Spektrum an Tätigkeitsfeldern und Karrieremöglichkeiten. Gesucht werden unter anderem fähige Ingenieure und Ingenieurinnen sowie Betriebswirte und Betriebswirtinnen.

In der Arbeitswelt „Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffstechnik“ geht es vor allem um die Herstellung und Wartung von Verkehrsmitteln. Für die Konstruktion neuer Bauteile in der Automobil-, Schiffbau- oder Flugzeugindustrie werden findige Köpfe gesucht, die Freude am Forschen und an der Entwicklung neuer Technologien haben.

In der Arbeitswelt „Verkehrsplanung, Verkehrsmanagement“ findest du Berufe mit einem organisatorischen Schwerpunkt, etwa in den Bereichen Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement. Akademiker/innen dieses Berufsfeldes übernehmen beispielsweise die Planung für den Verlauf von Straßen. Sie können auch Aufgaben im Bereich öffentlicher Verkehr übernehmen und hier etwa die Wirtschaftlichkeit von einzelnen Linien überprüfen.

In den Berufen rund um Transport, Lager und Logistik schließlich beschäftigst du dich mit Logistikketten, mit softwaregestützter Lagerhaltung, der punktgenauen Lieferung von Waren und der bestmöglichen Auslastung von Lkw, Schiffen oder Zügen. In diesem Bereich sind Organisationsprofis gefragt, die sich zudem mit Kalkulation, Ausschreibungen und Projektmanagement auskennen.

Egal für welche Arbeitswelt man sich entscheidet: Hochschulabsolventen und -absolventinnen, die sich mit Verkehr und Logistik beschäftigen, verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit am Rechner mit planenden und organisierenden Tätigkeiten. Wer zum Beispiel als Betriebswirt/in bei einer Spedition oder Reederei arbeitet, kümmert sich darum, dass Güterlieferungen national und international termingerecht abgewickelt werden – moderne Spezialsoftware hilft dabei, den Überblick zu behalten. Ingenieure und Ingenieurinnen der Fahrzeugtechnik dagegen konstruieren neue Bauteile für die Automobilindustrie. Dafür erstellen sie Konstruktionszeichnungen am Computer, testen Komponenten in virtuellen Simulatoren oder errechnen die Kosten für die Serienfertigung eines Produkts. Ingenieure für Verkehrswesen wiederum arbeiten oft in der Verkehrsplanung und entwickeln neue Mobilitätskonzepte. Je nach konkretem Beruf kann es auch zu deinen Aufgaben gehören, mit Kunden und Geschäftspartnern aus dem In- und Ausland zu verhandeln, Details mit der Fertigung abzusprechen oder in Präsentationen deine Verkehrsgutachten vorzustellen. Generell übernehmen Akademiker/innen oftmals Leitungsfunktionen, teilen Aufgaben zu sowie Mitarbeiter/innen ein und sind verantwortlich für betriebswirtschaftliche Fragen im Unternehmen.

Von Absolventen und Absolventinnen aus diesem Bereich wird – neben dem im Studium erworbenen Fachwissen – erwartet, dass sie Planungs- und Organisationstalent mitbringen. Es gilt, den Überblick über die unterschiedlichen Aufgaben zu behalten, Prioritäten zu setzen und sich mit anderen abzustimmen. Gearbeitet wird nicht selten unter hohem Zeitdruck. Akademiker/innen gehen aber auch unter Stress sorgfältig und systematisch vor, schließlich kann ein Fehler schwerwiegende und teure Folgen haben. Wenn zum Beispiel Bauteile für die Automobilindustrie zu spät geliefert werden, gerät die gesamte Produktion ins Stocken.

Gut kommunizieren zu können ist ebenfalls wichtig – auch auf Englisch oder in anderen Fremdsprachen. Logistikketten gehen teils über Landesgrenzen hinweg, und in international aufgestellten Unternehmen arbeiten Mitarbeiter/innen unterschiedlicher Nationalitäten von verschiedenen Firmenstandorten aus zusammen. Viele Arbeitgeber erwarten von Hochschulabsolventen zudem Führungskompetenz: Berufseinsteiger/innen werden bereits früh damit betraut, Projekte zu leiten und die Arbeit ihrer Abteilung zu koordinieren oder zu kontrollieren. Wenn du mit Kunden verhandelst oder Auftraggeber berätst, solltest du auch Durchsetzungsfähigkeit mitbringen. Je nach konkretem Beruf sind zudem Flexibilität und die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten gefragt. In manchen Berufen arbeitet man über einen längeren Zeitraum weit von seinem Wohnort entfernt: Schiffsbetriebsoffiziere sind beispielsweise oft monatelang auf hoher See.

Typische Arbeitgeber für die Absolventinnen und Absolventen dieser Arbeitswelten sind die Automobil- und Luftfahrtindustrie, Speditionen, Bahn- und Verkehrsgesellschaften, Planungsbüros oder die öffentliche Verwaltung. Die Bandbreite der möglichen Arbeitgeber reicht jedoch noch viel weiter: Logistikexperten etwa werden nicht nur im Speditionswesen, sondern auch im Handel und in der Produktionsplanung der unterschiedlichsten Industriebereiche eingesetzt.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Der Arbeitsmarkt im Bereich Verkehr und Logistik ist sehr konjunkturabhängig und daher immer wieder starken Schwankungen unterworfen. Insgesamt bieten sich jedoch gute Beschäftigungschancen."

Der Berufseinstieg im Bereich Verkehr und Logistik ist oft schon mit einem Bachelorabschluss möglich. Für manche Führungspositionen kann darüber hinaus ein Master oder sogar eine Promotion gefordert sein. Doch ein guter Abschluss ist nicht das einzige Kriterium für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Du solltest zudem bereits während des Studiums Praxiserfahrung sammeln, etwa als Praktikant/in oder Werkstudent/in. Das macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern hilft dir auch herauszufinden, in welchem Bereich deine Stärken und Interessen liegen. Manchmal ist es sogar möglich, die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen zu schreiben und somit gute Kontakte für den späteren Berufseinstieg zu knüpfen. Im Besonderen ist dies auch mit einem dualen Studiengang möglich, bei dem ein Hochschulstudium mit der beruflichen Praxis in einem Unternehmen kombiniert wird.

Auch mit Auslandserfahrung während oder nach dem Studium kannst du punkten – das gilt ganz besonders für den Bereich der internationalen Logistik. Denn wer eine Zeit lang im Ausland studiert oder gearbeitet hat, erwirbt nicht nur praxiserprobte Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen, sondern beweist auch die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Bei vielen Unternehmen gibt es auch später die Gelegenheit, für einige Zeit in einer Filiale im Ausland zu arbeiten. Nicht zuletzt kannst du dich mit entsprechender Berufserfahrung selbstständig machen, etwa mit einer Beratungsfirma für Logistikdienstleistungen, als selbstständiger Verkehrsplaner oder als Sachverständiger und Ingenieur. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/verkehr-logistik