Recht, Finanzen, Immobilien

Detailaufnahme eine 500-Euroscheins.

Hochschulabsolventen und -absolventinnen in den Bereichen Recht, Finanzen und Immobilien sind versiert im Umgang mit Zahlen oder Paragrafen. Sie beraten ihre Mandanten in Rechtsfragen, analysieren für ihre Kunden den Finanz- oder Immobilienmarkt und vertreten die Interessen ihrer Auftraggeber in Steuerfragen.

Das Rechtswesen, die Finanzwirtschaft, der Steuersektor – dabei handelt es sich um Grundpfeiler unseres Staates, ohne die ein friedliches Zusammenleben und eine stabile wirtschaftliche Entwicklung kaum möglich scheinen. Hochschulabsolventen und -absolventinnen übernehmen in diesen Arbeitswelten sehr unterschiedliche, jedoch immer verantwortungsvolle Tätigkeiten. Im Mittelpunkt steht der Kunde oder Mandant.

Wenn dich die Frage nach Recht und Gerechtigkeit interessiert und du nicht vor komplexen Herausforderungen zurückschreckst, dann solltest du einen Blick in die Arbeitswelt Rechtswesen werfen. Hier kannst du beispielsweise als Rechtsanwalt/-anwältin die Belange deiner Mandanten vertreten oder dich als Wirtschafts- oder Sozialjurist/in um rechtliche Fragen in Unternehmen oder Behörden kümmern.

Geld, Versicherungen und Immobilien – das sind Themen, bei denen gute Beratung sehr wichtig ist. Wenn du gerne mit Menschen zu tun hast, kannst du in der Finanz- und Immobilienwirtschaft Kunden betreuen, etwa als Anlageberater/in, Versicherungsmakler/in oder Facility-Manager/in. Auch ein gutes Zahlenverständnis und ein Gespür für wirtschaftliche Zusammenhänge sind in der Finanzbranche von großer Bedeutung, insbesondere als Börsenhändler/in, Fondsmanager/in oder Aktuar/in.

Die Grundlage der Arbeitswelt Steuern und Wirtschaftsprüfung ist das deutsche Steuer- und Bilanzierungsrecht – und das ist komplex. Wenn du die Herausforderung annehmen möchtest, erwarten dich spannende Aufgaben zwischen Steuerermittlung und -beratung. Du kannst bei einem Unternehmen arbeiten und dich dort um die Bilanzen kümmern, als Steuerberater/in oder Wirtschaftsprüfer/in deine Kunden betreuen oder als Beamter/Beamtin Steuerakten unter die Lupe nehmen.

Egal für welche Arbeitswelt man sich entscheidet: Die Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelten sind zumeist im Büro anzutreffen. Hier beschäftigen sie sich mit Akten und Bescheiden, analysieren Wirtschaftsdaten oder berechnen Mietpreise oder Versicherungssummen. Je nach konkretem Tätigkeitsbereich kann es auch dazugehören, deine Kunden oder Mandanten vor Ort zu beraten. Gerade manche Beschäftigten im Immobilien- und Versicherungssektor sind viel unterwegs.

Die Arbeit mit Akten und Formularen ist in manchen Berufen weiterhin zentral. Jedoch werden heute die meisten Aufgaben am Computer erledigt – ob man nun Tabellen auswertet, Angebote berechnet oder digitale Steuerbescheide bearbeitet. Auch für die Analyse von Geschäftsprozessen kommt mittlerweile, ebenso wie in der öffentlichen Verwaltung, komplexe Software zum Einsatz.

Trotz der teilweise sehr unterschiedlichen Berufe und Aufgaben in den Bereichen Recht, Finanzen und Immobilien gibt es doch einige gemeinsame Voraussetzungen. Wichtig sind eine sehr sorgfältige Arbeitsweise und Verantwortungsbewusstsein – man muss sich genau an rechtliche Vorgaben halten und Informationen stets mit äußerster Vertraulichkeit behandeln. Zudem sollte man sich gerne mit komplexen Fragestellungen auseinandersetzen und passgenaue Lösungen entwickeln, sowohl im Finanz- als auch im Rechtswesen.

Vielfach sind in diesen Arbeitswelten auch soziale Kompetenzen gefordert – schließlich arbeitet man häufig mit Kunden oder Mandanten. Kommunikationsstärke ist für eine Beratertätigkeit im Finanzwesen ebenso unerlässlich wie im Rechtswesen. Informationen zu sammeln, schriftlich aufzubereiten und überzeugend zu präsentieren, ist eine weitere zentrale Herausforderung. Zudem ist Verantwortungsbereitschaft unerlässlich: Vom eigenen Urteil hängt oft viel für die Betreffenden ab. Je nach konkretem Einsatzbereich solltest du auch sichere Englischkenntnisse mitbringen, zum Beispiel wenn du im Wertpapierhandel eines Finanzkonzerns oder in der Steuer- und Rechtsberatung von international agierenden Unternehmen tätig werden willst.

Typische Arbeitgeber für die Akademiker/innen dieser Arbeitswelten sind je nach fachlichem Schwerpunkt Unternehmen der Finanz-, Versicherungs- und Immobilienwirtschaft, Steuer- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder Anwaltskanzleien. Auch beim Staat gibt es Betätigungsfelder, sowohl im juristischen Bereich als auch in der Steuerverwaltung. Vielfach machen sich Akademiker/innen dieser Arbeitswelten auch selbstständig, etwa mit einer eigenen Kanzlei oder als freiberufliche/r Vermögensberater/in.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt zur Beschäftigungssituation: „Die Arbeitsmarktchancen im Bereich Recht, Finanzen und Immobilien sind tendenziell gut. Beratung hat grundsätzlich immer Konjunktur. Wer sich für einen Beruf in diesem Feld interessiert, sollte für sich überlegen, inwieweit eine Tätigkeit als Selbstständige/r denkbar ist.“

Der Einstieg ins Berufsleben ist zum Beispiel im Finanzbereich in der Regel bereits mit einem Bachelorabschluss üblich. Für gewisse Fach-und Führungsaufgaben kann darüber hinaus ein Master oder sogar eine Promotion gefordert sein. Auch juristische Studiengänge, etwa in den Bereichen Sozial- oder Wirtschaftsrecht, wurden teilweise auf Bachelor und Master umgestellt. Für eine Tätigkeit als Rechtsanwalt/-anwältin oder Richter/in qualifiziert man sich jedoch weiterhin ausschließlich über klassische Jura-Studiengänge, die mit dem Staatsexamen abschließen.

Manche Abiturienten und Abiturientinnen entscheiden sich nach dem Abschluss auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Hochschulstudiums, zum Beispiel zum/zur Bankkaufmann/-frau oder Immobilienkaufmann/-frau. In manchen Fachgebieten werden auch sogenannte duale Studiengänge angeboten, die eine berufspraktische und akademische Ausbildung kombinieren.

Apropos Praxis: Für viele Arbeitgeber ist neben einem guten Abschlusszeugnis heute auch der Nachweis praktischer Erfahrungen sehr wichtig, etwa durch studienbegleitende Praktika. Ebenfalls gern gesehen sind Auslandserfahrungen. Gerade wer sich bei einem international ausgerichteten Unternehmen bewerben will, kann mit einem Studienaufenthalt oder sogar einem Praktikum im Ausland wichtige Pluspunkte sammeln.

Nach einigen Jahren im Beruf bestehen für die Akademiker/innen dieser Arbeitswelten gute Chancen für den Aufstieg in Führungspositionen, beispielsweise im Management eines Finanzunternehmens oder als Teilhaber/in einer Kanzlei. Hierfür ist neben Einsatzbereitschaft, umfang­reichem Fachwissen und Führungskompetenz auch die Bereitschaft gefordert, sich fachlich stets auf dem aktuellen Stand zu halten, etwa im Rahmen von Weiterbildungen.

Für zahlreiche Tätigkeiten im Rechtswesen – etwa als Rechtsanwalt/-anwältin oder Richter/in – muss die juristische Gesamtausbildung komplett durchlaufen werden. Diese beinhaltet zwei Abschnitte: Auf das Studium der Rechtswissenschaft, das mit Staatsexamen beziehungsweise der Ersten Juristischen Staatsprüfung abgeschlossen wird, folgen das zweijährige Referendariat und schließlich die Zweite Juristische Staatsprüfung.

Auch andere Berufe dieses Bereichs – beispielsweise Steuerberater/in oder Wirtschaftsprüfer/in – sind rechtlich reglementiert, erfordern also neben einem Studium noch weitere spezielle Qualifikationen. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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