Psycho­logie, Pflege und Therapie (nicht­ärztlich), Medizin­technik

Wer mit und für Menschen arbeiten will, um deren Lebensqualität und Gesundheit zu verbessern, hat viele Möglichkeiten: Beispielsweise kann man in der psychologischen oder therapeutischen Betreuung arbeiten, die Pflege von Patienten organisieren oder Medizintechnik entwickeln.

Ein Gesundheitsberuf für Abiturienten und Abiturientinnen? Arzt oder Ärztin ist wohl die häufigste Antwort. Dabei gibt es noch zahlreiche andere spannende Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten rund um die Gesundheit und das Wohlfühlen der Menschen.

Du interessierst dich für das Arbeitsfeld Psychologie? Klassischerweise beraten Psychologen und Psychologinnen Menschen, die sich in einer persönlichen Krise befinden. Daneben sind sie aber auch in anderen Tätigkeitsbereichen anzutreffen, etwa in den Personal- oder Marketingabteilungen von Unternehmen oder im Bildungswesen.

Wenn du dir vorstellen kannst, später in den Bereichen Pflege und Therapie zu arbeiten, erwartet dich ein ebenso interessantes wie zukunftsträchtiges Aufgabenfeld. Da der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft kontinuierlich wächst, werden in Zukunft mehr Fachkräfte in Therapie- und Pflegeberufen benötigt. Neben leitenden Tätigkeiten in Pflegeeinrichtungen werden in dieser Arbeitswelt die unterschiedlichsten therapeutischen Berufe vorgestellt – von der Ergotherapie über die Logopädie bis hin zur Kunst-, Musik- oder Tanztherapie.

Achtest du ganz besonders auf deine körperliche Fitness? Dann könnten die Berufe rund um Sport, Bewegung und Ernährung für dich interessant sein. Hier arbeitest du etwa Trainings- und Ernährungspläne aus, berätst Hobby- und Profisportler oder übernimmst Leitungsaufgaben in Betrieben der Freizeit- oder Fitnessbranche.

Falls du das Thema Gesundheit spannend findest und gleichzeitig ein Faible für Technik hast, dann solltest du einen Blick in die Arbeitswelt Medizin- und Rehatechnik werfen. Für Abiturientinnen und Abiturienten bieten sich interessante Perspektiven beispielsweise als Ingenieur/in für Medizintechnik oder als Medizininformatiker/in.

Je nach Beruf können sich die konkreten Tätigkeiten stark unterscheiden. Als Psychologe oder Psychologin arbeitest du – ebenso wie in den Therapieberufen – eng mit deinen Patienten zusammen, um eine Lösung für deren jeweilige Probleme zu finden. In der Pflege dagegen übernimmst du als Akademiker/in vielfach Leitungsaufgaben und bist für die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Betreuung zuständig. Die Pflegepädagogik dreht sich dagegen um die Aus- und Weiterbildung des Fachkräfte-Nachwuchses.

Als Sport- oder Ernährungsexperte analysierst du Leistungswerte von Sportlern oder Reha-Patienten und konzipierst individuelle Trainings- und Ernährungspläne. Du kannst dich aber auch in Richtung Management entwickeln und zum Beispiel Fitnessstudios oder Kureinrichtungen leiten. In der Medizin- und Rehatechnik dagegen kann es deine Aufgabe sein, neue technische Geräte zu entwickeln, Spezialsoftware für das Gesundheitswesen zu programmieren oder die Einsatzbereitschaft der Technik im Rettungsdienst sicherzustellen.

Die hier vorgestellten Berufe sind teils sehr unterschiedlich, dennoch haben sie eine Gemeinsamkeit: Medizinische beziehungsweise anatomische Kenntnisse sind wichtig. In der Arbeitswelt Psychologie sind darüber hinaus vor allem Kommunikationsstärke und deine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu analysieren, zentral. Außerdem solltest du bei der Behandlung deiner Patienten viel Geduld sowie Einfühlungsvermögen beweisen und selbst psychisch stabil sein – das ist wichtig, weil die Patienten teils belastende Details aus ihrem Leben erzählen. Auch in Pflege und Therapie ist emotionale Stabilität wichtig, da du hier ebenfalls oft mit schweren Schicksalen konfrontiert wirst – etwa jungen Menschen, die nach einem Unfall nur noch eingeschränkt bewegungsfähig sind. Gegebenenfalls solltest du auch körperlich fit sein, um Patienten bei den Übungen zu unterstützen. Besonders in der Pflege ist außerdem Organisationstalent gefragt – um Mitarbeiter einzuteilen oder die Arbeitsprozesse zu steuern.

Für das Arbeitsfeld Sport, Bewegung und Ernährung sind ähnliche Kompetenzen gefragt wie in Pflege und Therapie – hier steht ebenfalls die gesundheitliche und sportliche Beratung und Anleitung im Vordergrund. Ebenso solltest du dich auf Kunden einlassen und diese motivieren können. In der Medizintechnik kommt es vor allem auf deine technischen Fertigkeiten, deine IT-Kenntnisse, dein problemlösendes Denken und auf deine Ideen an.

Die potenziellen Arbeitgeber von Akademikern und Akademikerinnen dieser Arbeitswelten finden sich in den unterschiedlichsten Branchen: von Krankenhäusern, Gesundheitsdienstleistern und Fitnesseinrichtungen über Industrieunternehmen und die öffentliche Verwaltung bis zu Aus- und Weiterbildungseinrichtungen. Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, stellt zur Beschäftigungslage fest: „Der Gesundheitssektor ist eine Branche mit Zukunft – dafür sorgen unter anderem die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt. Infolgedessen bieten sich gute Arbeitsmarktchancen für Psychologen, Therapeuten, Ernährungswissenschaftler oder Ingenieure der Medizintechnik.“

Grundsätzlich ist der Berufseinstieg je nach Aufgabenbereich, Unternehmen und Branche zumeist bereits mit einem Bachelor möglich. Für bestimmte Fach- und Führungsaufgaben kann darüber hinaus ein Master empfehlenswert sein, den du später aber auch berufsbegleitend absolvieren kannst. Der Master ist zudem die Voraussetzung, um zu promovieren und sich so für eine Karriere in Wissenschaft und Forschung zu qualifizieren.

Ebenfalls wichtig für viele Arbeitgeber sind Praxiserfahrungen: Durch die Arbeit als Werkstudent/in oder im Rahmen studienbegleitender Praktika knüpfst du wertvolle Kontakte und bekommst einen Einblick in die konkreten Tätigkeitsfelder. So kannst du herausfinden, ob du zum Beispiel nach einem Psychologiestudium eher therapeutisch oder in einem Unternehmen arbeiten willst – und kannst deine Studienschwerpunkte dementsprechend legen. Übrigens: Besonders im Bereich Pflege und Therapie gibt es auch einige Ausbildungsberufe, die für Abiturienten und Abiturientinnen interessant sind, zum Beispiel Ergotherapeut/in oder Physiotherapeut/in. Vielfach besteht auch die Möglichkeit, die Berufsausbildung mit einem Hochschulstudium zu kombinieren.

In vielen der vorgestellten Berufe ist es gut möglich, später als Selbstständige/r zu arbeiten. So eröffnen zahlreiche Psychologen, Logopäden oder Physiotherapeuten eine eigene Praxis, Ernährungs- und Sportwissenschaftler geben als Freiberufler Kurse und Seminare. Neben Fachwissen solltest du für diesen Schritt auch betriebswirtschaftliches Know-how und entsprechende Berufserfahrung gesammelt haben. Psychologen benötigen für eine Selbstständigkeit im therapeutischen Bereich zudem eine Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Generell gilt: Weiterbildungen auch nach dem Studienabschluss sind in vielen Bereichen der Schlüssel zum beruflichen Erfolg.

Übrigens: In manchen Berufen gibt es zudem Chancen, im Ausland zu arbeiten. So haben Fitness- und Gesundheitsexperten beispielsweise Optionen im globalen Gesundheitstourismus, Psychologen können an internationalen Forschungsprojekten teilnehmen und Rettungsingenieure Hilfseinsätze im Ausland organisieren. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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