Nano- und Werk­stoff­technologie, Optische Techno­logien, Mikro­system­technik

Computerillustration von Glasfasern.

Du begeisterst dich für kleine und kleinste Technikdimensionen oder willst an der Entwicklung von neuen Materialien und innovativen Zukunftsprodukten mitarbeiten? Mit einem ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studium hast du in diesen Arbeitswelten zahlreiche Möglichkeiten. Hier erfährst du mehr darüber.

Nano- und Werkstoffforschung, Optische Technologien und Mikrosystemtechnik – gemeinsam ist den in hier vorgestellten Bereichen, dass es sich um Schlüsseltechnologien handelt, die von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung zahlreicher Industriezweige sind: Neue Werkstoffe sorgen etwa dafür, dass Flugzeuge leichter oder Solarzellen effizienter werden. Die Mikrosystemtechnik ist eine der Grundlagen für moderne Computer und Smartphones. Und Laser sowie optische Sensoren sind aus der Elektro- und der Medizintechnik ebenso wenig wegzudenken wie aus den Automatisierungssystemen in der Industrie.

In den Berufen rund um die Nano- und Werkstofftechnologie geht es darum, neue Materialien zu erforschen sowie deren industrielle Herstellung zu organisieren. Werkstoffwissenschaftler/innen entwickeln zum Beispiel neue metallische Legierungen, kombinieren unterschiedliche Materialien zu Verbundwerkstoffen oder erschaffen durch Eingriffe auf atomarer oder molekularer Ebene Nanomaterialien mit ganz neuen Eigenschaften. In dieser Arbeitswelt sind Ingenieure und Ingenieurinnen anzutreffen, zudem Chemiker/innen, Physiker/innen und andere Absolventen naturwissenschaftlicher Studienfächer.

In der Mikrosystemtechnik und den Optischen Technologien forschen Ingenieure und Ingenieurinnen an der weiteren Miniaturisierung von Bauteilen oder an Methoden, um gebündeltes Licht als Werkzeug einzusetzen. Ergebnisse sind zum Beispiel Mikrochips für den Computer, Linsen für Weltraumteleskope, Sensoren für Industrieroboter sowie Präzisionslaser für die Medizintechnik. In diesen Bereichen arbeiten etwa Ingenieure und Ingenieurinnen für Augenoptik, Feinwerktechnik, Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik.

Egal für welchen Bereich man sich entscheidet: Die Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelten sind zumeist am Rechner ihres Büros oder im Labor anzutreffen. Hier entwickeln sie neue Ideen, planen Versuchsreihen, erstellen Konstruktionsunterlagen oder testen die Eigenschaften neuer Materialien oder Produkte mittels digitaler Simulationen. Aber auch die Arbeit in den Werkhallen der Industrie gehört oft zum Beruf. Dort gilt es, Maschinen zu programmieren, Zeitpläne abzustimmen, Mitarbeiter/innen anzuleiten oder einen kritischen Blick auf die Qualität der Rohstoffe und die Abläufe in der Fertigung zu werfen.

Die Entwicklung neuer Werkstoffe oder Produkte ist zumeist ein langwieriger Prozess. Gearbeitet wird nicht selten in Projektteams mit Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen – etwa Naturwissenschaftlern, Produktionsingenieuren und Vertriebsexperten. Mit entsprechender Berufserfahrung übernehmen Hochschulabsolventen und -absolventinnen hierbei oft Führungspositionen: Sie teilen die Aufgaben im Entwicklerteam ein und sorgen dafür, dass die Fristen und das Budget eingehalten werden. Außerdem halten sie die Firmenleitung oder die Kunden im Rahmen von Präsentationen auf dem neuesten Stand.

Wenn du in den Bereichen Nano- und Werkstoffforschung, Optische Technologien oder Mikrosystemtechnik arbeiten willst, solltest du in jedem Fall ein großes Interesse an Technik, Mathematik und Naturwissenschaften mitbringen. Ebenso ist eine sorgfältige und systematische Arbeitsweise gefordert. Neue Produkte entstehen nicht an einem Tag, sondern sind das Ergebnis zahlreicher Versuche und Tests. Man sollte als Forscher/in und Entwickler/in also auch die nötige Geduld mitbringen und darf sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Da innovative Technologien fast ausschließlich in Teamwork entstehen, sollte man zudem fächerübergreifend denken und sich in die Problemstellungen der Kollegen aus anderen Abteilungen und Fachgebieten hineindenken können. Neben dem Fach- und Methodenwissen aus dem Studium sind also auch soziale Kompetenzen, sogenannte „Soft Skills“, etwa Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft, gefragt. Zudem ist sicheres Fachenglisch für Ingenieure und Naturwissenschaftler ein absolutes Muss.

Einen typischen Arbeitgeber für die Akademiker/innen dieses Bereichs gibt es nicht. Je nach Fachrichtung können sie zum Beispiel neue Kunststoffe für die chemische Industrie entwickeln, im Qualitätsmanagement von Baustoff-, Keramik-, Glas- oder Metallerzeugern arbeiten oder bei Elektrokonzernen optische und mikrotechnische Bauteile konstruieren. Da neue Werkstoffe, Sensoren und Mikrochips für die unterschiedlichsten Produkte gebraucht werden, ergeben sich darüber hinaus Chancen in praktisch allen Industriezweigen: vom Automobil- und Maschinenbau über Kunststoff verarbeitende Betriebe bis hin zur Branche rund um die Erneuerbaren Energien. Weitere Arbeitsplätze finden sich bei Ingenieur- und Entwicklungsbüros sowie an Hochschulen und Forschungsinstituten.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, berichtet von einer positiven Situation: „Der Arbeitsmarkt in den Nano- und Werkstofftechnologien, der Mikrosystemtechnik und den optischen Technologien war in den letzten Jahren tendenziell im Wachstum. Die Perspektiven für Absolventen sind nicht schlecht.“

Der Einstieg in diese Arbeitswelt ist oftmals bereits mit einem Bachelor möglich. Insbesondere in den Naturwissenschaften ist es jedoch üblich, darüber hinaus noch einen Master und eventuell auch eine Promotion anzuschließen. Für anspruchsvolle Entwickleraufgaben, eine Karriere in der Forschung und bestimmte Führungspositionen werden diese weiterführenden Abschlüsse oftmals sogar gefordert. Vielfach ist es aber möglich, zunächst mit dem Bachelor in das Arbeitsleben einzusteigen und den Master später ­berufsbegleitend zu absolvieren.

Neben einem guten Hochschulzeugnis achten Arbeitgeber bei Berufseinsteigern auch auf den Nachweis von Praxiserfahrung. Wer als Werkstudent/in gearbeitet, Praktika absolviert oder die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen geschrieben hat, sammelt nicht nur wertvolle Erfahrungen und Kontakte, sondern auch Pluspunkte für die Bewerbung. Darüber hinaus sind Auslandserfahrungen gern gesehen – etwa ein Semester an einer internationalen Partnerhochschule.

Mit einiger Berufserfahrung gibt es für die Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelten viele Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen – zum Beispiel zum Leiter eines Forschungsprojekts oder zur leitenden Ingenieurin in der Produktion. Wichtig hierfür ist die Bereitschaft, immer wieder Neues zu lernen, zum Beispiel im Rahmen von Weiterbildungen. Manche Hochschulabsolventen machen sich nach einigen Jahren Berufserfahrung auch selbstständig und gründen etwa ein eigenes Entwicklungs- oder Ingenieurbüro. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/nano-werkstofftechnologie-mikrosystemtechnik