Musik, Tanz, Schau­spiel, Kultur­wirtschaft

Detailaufnahme der Mechanik eines Blasintruements.

Du willst die Musik zum Beruf machen, als Primaballerina die Bühne erobern oder ein bekanntes Gesicht im Fernsehen werden? Oder liegt dir eher die organisatorische Seite des Kulturbetriebs? Reizt dich vielleicht die Arbeit in einem Museum? Als Berufseinsteiger in diesem Bereich brauchst du viel Talent, aber auch Ehrgeiz und Durchhaltevermögen.

Wer sich für einen Beruf aus den Arbeitswelten rund um Musik, Tanz, Schauspiel und Kulturwirtschaft entscheidet, spielt vermutlich schon lange ein Instrument, hat sein Können in der Theater-AG der Schule gezeigt oder ist anderweitig künstlerisch aktiv. Denn in vielen Studienfächern gilt es, bereits bei der Bewerbung an der Hochschule seine Fähigkeiten, Kenntnisse und Kreativität unter Beweis zu stellen.

Wenn du dich für Berufe rund um Musik interessierst, solltest du auf jeden Fall musikalische Erfahrung mitbringen. Nach einem Hochschulstudium gibt es dann viele Möglichkeiten, ob auf der Bühne, hinter dem Mischpult oder als Musiklehrer/in.

In der Arbeitswelt „Bühne und Film“ werden Berufe vor und hinter der Bühne vorgestellt: Schauspieler/innen setzen Sprache, Gestik und Mimik ein, um das Publikum zu begeistern. Regisseure und Regisseurinnen oder Dramaturgen und Dramaturginnen haben die gesamte Theater- oder Filminszenierung im Blick und kümmern sich zum Teil auch um die Öffentlichkeitsarbeit. Hinter den Kulissen arbeiten beispielsweise Maskenbildner/innen.

Wer nicht selbst künstlerisch arbeiten will, sich aber dennoch zu Kunst und Kultur hingezogen fühlt, findet in der Arbeitswelt „Museum und Kulturvermittlung, Kulturmanagement“ interessante Perspektiven: Kulturpädagogen/-pädagoginnen oder Kulturmanager/innen konzipieren zum Beispiel Kulturprogramme für verschiedenste Institutionen. Museologen und Museologinnen planen Ausstellungen, katalogisieren Exponate oder kümmern sich um das Marketing von Museen.

Egal in welchem Bereich man arbeitet: Von Akademikern und Akademikerinnen wird generell erwartet, dass sie gut planen und organisieren können – dazu gehört auch die Selbstorganisation, die vor allem für Selbstständige wichtig ist. Denn immer wieder fallen Aufgaben jenseits der künstlerischen Arbeit an: Auftritte müssen organisiert, Mitstreiter gefunden, Fördergelder beantragt und Termine koordiniert werden. Wenn du Leitungs- oder Managementfunktionen im Kulturbetrieb übernehmen möchtest, ist Organisationstalent umso wichtiger. In einigen der hier vorgestellten Berufe gehört es zudem zu deinem Arbeitsalltag, andere anzuleiten und ihnen deine Ideen, dein Wissen und deine Begeisterung für die Sache weiterzugeben – als Dirigent/in oder Regisseur/in etwa, aber auch als Lehrer/in an einer Musikschule.

Ob nun am Theater, im Opernhaus oder auf der Konzertbühne – Angst vor Publikum sollten Künstler/innen nicht haben. Bei Studioproduktionen muss man sich der Kritik von Zuschauern und Journalisten stellen. Selbstvertrauen ist wichtig, auch für Pädagogen und Pädagoginnen, deren Hauptaufgabe das Unterrichten ist. In vielen Berufen im Kunst- und Kulturbereich sind zudem Flexibilität, Engagement und Durchhaltevermögen gefragt. Wer neue Ideen entwickelt, ob als Regisseur/in oder Komponist/in, braucht außerdem Wagemut sowie Freude an kreativem Arbeiten.

Die Sprache der Musik und des Tanzes ist international: Sänger/innen, Musiker/innen und Tänzer/innen können bei einem entsprechenden Angebot im Ausland arbeiten. Bei Sprechstücken muss man natürlich die jeweilige Sprache des Gastlandes sehr gut beherrschen. Ansonsten ist die künstlerische Qualifikation in der Regel wichtiger als Fremdsprachenkenntnisse.

Neben klassischen Kulturinstitutionen wie Theatern, Opernhäusern, Sinfonieorchestern oder Museen gibt es auch viele Beschäftigungsmöglichkeiten in der freien Szene. Für kleine Theater-, Tanz- oder Filmproduktionen werden Mitstreiter/innen gesucht, Ton- und Filmstudios brauchen technische Mitarbeiter/innen, Musikschulen Lehrpersonal. Kulturpädagogen und -pädagoginnen können bei den Kommunen angestellt sein, aber auch bei freien Trägern arbeiten, zum Beispiel in der Jugendarbeit. Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Die Arbeitsmarktlage für Berufsmusiker/innen und Darstellende Künstler/innen ist nicht unproblematisch. Zwar ist die Arbeitslosigkeit tendenziell eher niedrig. Dies dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass viele Musiker/innen und Künstler/innen ihre Arbeitsleistung auf selbstständiger Basis anbieten. Für einen erfolgreichen Berufsweg sind daher neben künstlerischem Können viel Ausdauer, regionale Mobilität und oft auch ein Quäntchen Glück erforderlich."

Das Berufsfeld Musik, Tanz, Schauspiel und Kulturwirtschaft bietet eine Vielfalt verschiedener Studienberufe, für die man sich an Akademien, Universitäten und Hochschulen für Musik oder Film qualifizieren kann. Der Bachelor beziehungsweise das Diplom sind die gängigen Hochschulabschlüsse für den Berufseinstieg. Sie bieten dir einen Wissensvorsprung vor Quereinsteigern und Autodidakten. Wer einen Bachelorabschluss hat und sich fachlich weiterspezialisieren oder seine Kenntnisse vertiefen will, kann einen Master anschließen. Nach dem Diplom oder dem Master kann man außerdem promovieren, also eine Doktorarbeit schreiben, und somit den Doktortitel erlangen. Gerade für manche Führungspositionen, etwa eine Tätigkeit als Leiter/in einer größeren Kultureinrichtung, können weiterführende Abschlüsse wie der Master oder die Promotion sogar Voraussetzung sein.

Die meisten Studienabschlüsse für Musiker/innen, Künstler/innen oder Kunstvermittler/innen qualifizieren zwar für einen bestimmten Tätigkeitsbereich, führen aber nicht unbedingt zu einem eindeutigen Berufsbild. Du solltest daher schon vor dem Berufseinstieg deine Stärken und Schwächen kennen und wissen, was dir Spaß macht. Eigenes künstlerisches Engagement wird in den meisten Fällen ebenso als selbstverständlich vorausgesetzt wie Erfahrungen durch Praktika. Auch Zusatzstudien und Fortbildungen können hilfreich sein – je mehr Kompetenzen man erwirbt, desto besser.

Für viele Musiker/innen, Künstler/innen oder Kulturvermittler/innen ist eine unbefristete Festanstellung nach Studienabschluss eher die Ausnahme. Die meisten sammeln auf zeitlich befristeten Stellen Berufserfahrung und müssen sich am Ende einer Theatersaison oder eines Filmprojekts wieder um eine neue Anstellung kümmern. Andere entscheiden sich bewusst dafür, selbstständig zu arbeiten. Sie bauen ihre Netzwerke aus, nutzen Kontakte zu Auftraggebern oder bewerben sich um Aufnahme in eine Künstleragentur. Viele schaffen sich auch ein zweites Standbein neben ihrer künstlerisch-kreativen Tätigkeit und verdienen sich beispielsweise Geld als Privatlehrer/in hinzu.

Die Verdienstmöglichkeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft können sehr unterschiedlich sein. Während bekannte TV-Schauspieler/innen zu den Großverdienern gehören, haben ihre Kollegen und Kolleginnen an kleinen Stadttheatern ein wesentlich geringeres Einkommen. Selbstständige, die etwa ein eigenes Tonstudio oder eine Event-Agentur betreiben, verdienen je nach Auftragslage. Ob Schauspielerei, Musik, Tanz oder Kulturvermittlung – in dieser Arbeitswelt sind die gezahlten Honorare oft niedrig, sodass viele Freiberufler/innen mehrere Projekte gleichzeitig angehen und umsetzen. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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